Patience (FreeCell-Familie) · Spiel 206 von 388 ♣
Eight Off
Alle Karten offen, acht Parkplätze und Spalten streng in einer Farbe – der altmodische Vetter von FreeCell.
- Spieler
- 1
- Dauer
- 15 Min.
- Alter
- ab 10
- Anspruch
- mittel
- Karten
- 52 Karten, ohne Joker
- Können – Glück
- KönnenGlück
- Jeder für sich – Viel Interaktion
- Jeder für sichViel Interaktion
- Einfach – Komplex
- EinfachKomplex
- Schnell – Lang
- SchnellLang
Stimmung konzentriertin 5 Minuten gelernt
Sammlungen: Patiencen
Ausführliche Regeln
- Überblick
- Rangfolge und Farben
- Die Teile der Auslage
- Vorbereitung
- Spielablauf
- Mehrere Karten auf einmal
- Gewonnen oder verloren
- Tipps für Einsteiger
- Varianten
Überblick
Eight Off ist eine Patience (ein Kartenspiel für eine Person, auch Solitär genannt), bei der alle Karten von Anfang an offen liegen. Du versuchst, das ganze Blatt auf vier Stapel zu sortieren, einen pro Farbe, jeweils vom Ass bis zum König. Dabei helfen dir acht einzelne Reserveplätze – vier davon sind schon zu Beginn belegt. Eight Off ist ein enger Verwandter von FreeCell, aber du legst in derselben Farbe an, und das macht das Spiel strenger.
- Spieler: 1
- Du brauchst: ein normales Blatt mit 52 Karten, ohne Joker, und Platz für acht Spalten und eine Reihe mit acht einzelnen Plätzen.
- Dauer: etwa 15 Minuten pro Spiel.
Rangfolge und Farben
Das Ass ist die niedrigste Karte. Von unten nach oben:
A – 2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7 – 8 – 9 – 10 – B – D – K
In diesem Spiel zählt nur die Farbe im Sinne von ♠ Pik, ♥ Herz, ♦ Karo, ♣ Kreuz – Rot und Schwarz spielen keine Rolle.
Die Teile der Auslage
- Auslage: die acht Spalten in der Mitte. Die Karten einer Spalte liegen nach unten versetzt, sodass du alle sehen kannst.
- Letzte Karte: die Karte am Ende einer Spalte – die dir am nächsten liegt und von keiner anderen bedeckt ist. Nur sie darf bewegt werden.
- Reserve: eine Reihe aus acht Plätzen. Jeder Platz nimmt genau eine Karte auf, egal welche.
- Zielstapel: vier Plätze, einer pro Farbe. Hier sammelst du die Karten der Reihe nach, angefangen mit dem Ass. Zu Beginn sind sie leer.
Vorbereitung
- Misch und teil 48 Karten offen reihenweise von links nach rechts auf acht Spalten zu je sechs Karten aus.
- Leg die letzten vier Karten offen in die Reserve, eine pro Platz. Die anderen vier Plätze bleiben frei.
- Lass Platz für die vier Zielstapel.
Spielablauf
Es gibt keine Runden – du machst einfach einen Zug nach dem anderen. Du bewegst immer nur eine Karte: eine letzte Karte oder eine Karte aus der Reserve. Sie darf:
- Auf einen Zielstapel: Ein Ass eröffnet einen Zielstapel; darauf kommt die 2 derselben Farbe, dann die 3 und so weiter bis zum König.
- An eine andere Spalte: auf eine letzte Karte derselben Farbe, die einen Rang höher ist – man sagt: absteigend in gleicher Farbe anlegen. Die 9♥ kommt auf die 10♥, die 8♥ auf die 9♥. Eine 9♦ oder 9♠ darf nicht auf die 10♥.
- Auf einen freien Reserveplatz – jede letzte Karte. Mehr als acht Karten passen nie in die Reserve.
- In eine leere Spalte – nur ein König.
Karten in der Reserve bleiben dort, bis du sie an eine Spalte oder auf einen Zielstapel legst. Karten auf den Zielstapeln bleiben liegen.
Beispiel: Spalte 3 endet mit 10♣ 4♥, und die 9♣ liegt in der Reserve. Leg die 4♥ auf einen freien Reserveplatz und dann die 9♣ aus der Reserve an die 10♣. Du hast einen Platz belegt und einen anderen frei gemacht.
Mehrere Karten auf einmal
Nach den Regeln bewegst du eine Karte nach der anderen – du darfst aber die unteren Karten einer Folge auf freien Reserveplätzen parken und die Folge an ihrem neuen Platz wieder aufbauen. Als Abkürzung darfst du eine ganze Folge in einer Farbe (etwa 8♠ 7♠ 6♠) auf einmal verschieben, wenn du genug freie Reserveplätze hättest, um es Karte für Karte zu tun: freie Plätze + 1 Karten. Mit 2 freien Reserveplätzen darfst du 3 Karten verschieben.
Leere Spalten helfen dabei nicht, weil nur ein König hineindarf.
Gewonnen oder verloren
Du hast gewonnen, wenn alle 52 Karten auf den Zielstapeln liegen. Sitzt du fest – die Reserve ist voll und keine Karte kann sinnvoll weiter –, ist das Spiel verloren. Morehead und Mott-Smith schätzten, dass etwa jedes zweite Spiel aufgeht.
Tipps für Einsteiger
- Erst schauen, dann ziehen. Alles liegt offen – plane mehrere Züge voraus.
- Das Hauptproblem sind verkehrte Folgen: eine höhere Karte auf einer niedrigeren derselben Farbe. Such sie zuerst und überleg, wie du sie auflöst.
- Halte Reserveplätze frei. Eine volle Reserve ist so schlimm wie eine verschüttete Karte, und eine verkehrte Folge in der Reserve blockiert dich genauso.
- Mach nicht zu eilig eine Spalte leer: Nur ein König kann sie nutzen.
- Manchmal musst du einen Zielstapel schnell hochbauen, um eine hohe Karte loszuwerden, die dich blockiert.
Varianten
Alles freiwillig:
- Jede Karte in eine leere Spalte: wie bei FreeCell. Deutlich leichter.
- Wechselnde Farben: Spalten absteigend in wechselnden Farben bauen (eine rote 9 auf eine schwarze 10) statt in gleicher Farbe – leichter.
- Baker’s Game: vier Reserveplätze (freie Zellen), zu Beginn alle leer, und alle 52 Karten auf acht Spalten verteilt (7, 7, 7, 7, 6, 6, 6, 6). Absteigend in gleicher Farbe; jede Karte darf in eine leere Spalte. Das ist FreeCell mit Anlegen in gleicher Farbe.
Hintergrund & Geschichte
- Familie: Patience (FreeCell-Familie: alle Karten sichtbar, absteigend anlegen, einzelne Plätze zum Parken)
- Herkunft: unbekannt; in den USA spätestens 1949 beschrieben (Morehead und Mott-Smith)
- Auch bekannt als: –
- Ähnliche Spiele: FreeCell, Baker’s Game, Seahaven Towers, Beleaguered Castle
Wer Eight Off erfunden hat, ist nicht bekannt. Maßgeblich beschrieben wird es in The Complete Book of Solitaire and Patience Games (1949) von Albert Morehead und Geoffrey Mott-Smith. Sie rechnen mit 15 Minuten pro Spiel und einer Gewinnchance von etwa eins zu zwei und zählen Eight Off zu den Patiencen mit einem Blatt, bei denen Können am meisten zählt. Ihr Rat: Der eigentliche Feind ist die verkehrte Folge – eine höhere Karte auf einer niedrigeren derselben Farbe –, egal ob in der Auslage oder in der Reserve.
Laut der englischen Wikipedia bezieht sich der Name auf die acht Reserveplätze (Zellen), und Eight Off gehört zu den ältesten Vorfahren von FreeCell. Das engste Bindeglied ist Baker’s Game, das Martin Gardner 1968 in Scientific American beschrieb: Wie bei Eight Off legt man dort in gleicher Farbe an, es gibt aber nur vier Zellen, die zu Beginn alle leer sind, und alle Karten kommen in die Auslage. Paul Alfille machte daraus 1978 FreeCell, indem er auf wechselnde Farben umstellte.
Die Wikipedia merkt außerdem an, dass nach der alten Regel nur Könige in eine leere Spalte dürfen, viele Spieler sie aber wie bei FreeCell zu „jede Karte“ vereinfachen. Eight Off ist weit weniger bekannt als sein Nachfahre, gehört aber zu vielen Solitär-Sammlungen für den Computer, etwa zu PySolFC und BVS Solitaire.