Patience (Klondike-Familie) · Spiel 202 von 388 ♥
König Albert
Neun offene Spalten und sieben Reservekarten in beliebiger Reihenfolge – eine anspruchsvolle Patience, bei der fast alles vom Können abhängt.
- Spieler
- 1
- Dauer
- 15 Min.
- Alter
- ab 10
- Anspruch
- mittel
- Karten
- 52 Karten, ohne Joker
- Können – Glück
- KönnenGlück
- Jeder für sich – Viel Interaktion
- Jeder für sichViel Interaktion
- Einfach – Komplex
- EinfachKomplex
- Schnell – Lang
- SchnellLang
Stimmung konzentriertin 5 Minuten gelernt
Sammlungen: Patiencen
Ausführliche Regeln
- Überblick
- Rangfolge und Farben
- Die Teile der Auslage
- Vorbereitung
- Spielablauf
- Gewonnen oder verloren
- Tipps für Einsteiger
- Varianten
Überblick
König Albert (englisch King Albert) ist eine Patience (ein Kartenspiel für eine Person, auch Solitär genannt), bei der alle Karten von Anfang an offen liegen. Du versuchst, das ganze Blatt auf vier Stapel zu sortieren, einen pro Farbe, vom Ass bis zum König. Neun Spalten und eine kleine Reserve bieten viele Möglichkeiten – aber du darfst immer nur eine Karte auf einmal bewegen. Wer vorausplant, gewinnt. Im Englischen heißt das Spiel auch Idiot’s Delight.
- Spieler: 1
- Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten, ohne Joker.
- Dauer: etwa 15 Minuten pro Spiel.
Rangfolge und Farben
Das Ass ist die niedrigste Karte. Von unten nach oben:
A – 2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7 – 8 – 9 – 10 – B – D – K
♥ Herz und ♦ Karo sind die roten Farben, ♠ Pik und ♣ Kreuz die schwarzen.
Die Teile der Auslage
- Auslage: neun Spalten mit offenen Karten. In jeder Spalte liegen die Karten nach unten versetzt übereinander, sodass du alle siehst – bewegen darfst du aber nur die letzte Karte, also die, die dir am nächsten liegt und von keiner anderen bedeckt ist.
- Reserve: sieben einzelne Karten, offen unterhalb der Auslage ausgebreitet. Jede Reservekarte darfst du jederzeit spielen.
- Zielstapel: vier Plätze oberhalb der Auslage, zu Beginn leer. Jeder wird mit einem Ass eröffnet und aufsteigend in derselben Farbe aufgebaut: die 2 derselben Farbe, dann die 3 und so weiter bis zum König.
Vorbereitung
- Misch und leg 45 Karten offen in neun Spalten aus: Die erste Spalte bekommt 1 Karte, die zweite 2 und so weiter bis zu 9 Karten in der neunten. Am einfachsten legst du reihenweise aus: neun Karten nebeneinander, dann acht Karten ab der zweiten Spalte, dann sieben ab der dritten und so weiter.
- Die übrigen 7 Karten breitest du offen in einer Reihe unter der Auslage aus. Das ist die Reserve.
Spielablauf
Du bewegst immer nur eine Karte – die letzte Karte einer Spalte oder eine beliebige Reservekarte:
- Auf einen Zielstapel: Ein Ass eröffnet einen Zielstapel, sobald es frei ist. Darauf kommt die nächste Karte derselben Farbe (2♥ auf das A♥, dann die 3♥ …).
- In die Auslage: An die letzte Karte einer Spalte darfst du eine Karte legen, die einen Wert niedriger ist und die andere Farbgruppe hat (rot auf schwarz, schwarz auf rot) – etwa eine rote 9 an eine schwarze 10. Man sagt: absteigend in wechselnden Farben anlegen.
- Leere Spalte: Ist eine Spalte ganz abgeräumt, darfst du jede freie Karte hineinlegen – die letzte Karte einer Spalte oder eine Reservekarte.
Mehrere Karten auf einmal darfst du nie verschieben. Eine geordnete Folge wandert nur Karte für Karte, über leere oder andere Spalten. In die Reserve kommt nie eine Karte zurück; ein leerer Reserveplatz bleibt leer.
Beispiel: Spalte 4 endet mit der 8♣, Spalte 7 mit der 9♦, und in der Reserve liegt die 7♥. Leg die 8♣ an die 9♦ und dann die 7♥ aus der Reserve an die 8♣. Die Karte, die in Spalte 4 über der 8♣ lag, ist jetzt frei.
Gewonnen oder verloren
Du hast gewonnen, wenn alle 52 Karten auf den Zielstapeln liegen. Geht kein sinnvoller Zug mehr, ist die Patience nicht aufgegangen. Morehead und Mott-Smith schätzen, dass jedes zweite Spiel aufgeht, Peter Arnold zwei von fünf.
Tipps für Einsteiger
- Dein erstes Ziel: Asse, 2er und 3er freilegen. Eine niedrige Karte unter hohen Karten ihrer eigenen Farbe kann das ganze Spiel blockieren.
- Eine leere Spalte ist wertvoll: Damit verschiebst du eine kurze Folge Karte für Karte oder parkst eine Karte, die im Weg liegt.
- Leg Reservekarten nicht nur deshalb in die Auslage, weil es geht – jede Reservekarte in einer Spalte ist eine Karte weniger, die jederzeit frei ist.
- Die kurzen Spalten links abzuräumen, bringt dir oft früh eine leere Spalte.
Varianten
Alles freiwillig – vor dem Spiel festlegen.
- Raglan: eine bekannte Variante, bei der die vier Asse schon zu Beginn auf den Zielstapeln liegen – dadurch wird es leichter.
Hintergrund & Geschichte
- Familie: Patience (Klondike-Familie: alle Karten von Anfang an sichtbar, absteigend in wechselnden Farben anlegen)
- Herkunft: England, frühes 20. Jahrhundert; erstmals 1910 als „The Triangle“ beschrieben
- Auch bekannt als: King Albert, Idiot’s Delight, The Triangle (älterer Name)
- Ähnliche Spiele: Raglan, Somerset, Klondike, Yukon
Die früheste bekannte Beschreibung des Spiels steht nicht in einem Patiencenbuch, sondern in einer Rätselspalte. Laut Michael Kellers Solitär-Bibliografie stellte der Rätselautor Henry Ernest Dudeney es im Dezember 1910 im Strand Magazine unter dem schlichten Namen „The Triangle“ („das Dreieck“) vor und gab seinen Lesern eine Beispielverteilung zum Lösen auf. Ernest Bergholt nahm es dann in sein Second New Book of Patience Games auf, das während des Ersten Weltkriegs erschien – die erste Buchveröffentlichung, jetzt unter dem Namen King Albert. Bergholt zitiert Dudeney mit dem Satz, dies sei „die einzige Patience, die es wert ist, gespielt zu werden“. Ob Dudeney das Spiel selbst erfunden hat, geht aus diesen Quellen nicht hervor.
Laut David Parlett soll der Name auf Albert I., König der Belgier, zurückgehen, der im Ersten Weltkrieg die Armee seines Landes führte. Parlett sieht das Spiel als Abwandlung von Somerset; sein bekanntester Verwandter ist heute Raglan, bei dem die Asse schon zu Beginn auf den Zielstapeln liegen.
Im Englischen heißt das Spiel auch Idiot’s Delight („Freude des Dummkopfs“) – ein Name, der auch für Aces Up, Perpetual Motion und viele andere Patiencen verwendet wird. Albert Morehead und Geoffrey Mott-Smith (The Complete Book of Solitaire and Patience Games, 1949) wählten deshalb King Albert als Hauptnamen, um Verwechslungen zu vermeiden. Sie rechnen mit etwa 15 Minuten und damit, dass jedes zweite Spiel aufgeht; Peter Arnold (Card Games for One) nennt zwei von fünf. Deutsche Patience-Websites führen das Spiel als König Albert.
Quellen
- Morehead & Mott-Smith: The Complete Book of Solitaire and Patience Games (1949) – Internet Archive (englisch)
- King Albert (card game) – Wikipedia (englisch)
- Solitaire Bibliography – Solitaire Laboratory (englisch)
- König Albert – Regeln und Anleitung – 123patience.de
- Patiencen-Spielregeln – Patfinder
- King Albert – PySolFC (englisch)