Kartenspielregeln

Patience (Spider-Familie) · Spiel 173 von 388 ♣

Skorpion

Entwirr sieben Spalten zu vier sauberen Farbfolgen vom König bis zum Ass – jede offene Karte darf wandern, aber alles darauf muss mit.

Spieler
1
Dauer
10 Min.
Alter
ab 10
Anspruch
mittel
Karten
52 Karten, ohne Joker
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung konzentriertin 5 Minuten gelernt

Sammlungen: Patiencen

Kurzregeln

  • Ziel: 4 Spalten, jede eine ganze Farbe, oben K, am Ende A.
  • 7 Reihen à 7 Karten: in Reihe 1–3 die ersten 4 verdeckt, die übrigen offen; Reihe 4–7 ganz offen. Letzte 3 Karten = Vorrat.
  • In derselben Farbe abwärts: 7♠ an 8♠. An ein Ass nichts.
  • Jede offene Karte, die passt, darf wandern – mit allem darauf, auch ungeordnet.
  • Verdeckte Karte frei: aufdecken.
  • Leere Spalte: nur ein König (mit seinen Karten).
  • Nichts geht: Vorrat offen, je eine Karte auf Spalte 1, 2, 3 – leere Spalten musst du vorher nicht füllen. Wieder nichts: verloren.

Spickzettel

Züge

Was Wohin
Offene Karte + alles darauf gleiche Farbe, eins höher
König + alles darauf leere Spalte
Nichts an ein Ass
3 Vorratskarten auf Spalte 1, 2, 3

Auslage und Tipps

Spalte 1–4: 3 verdeckt + 4 offen; Spalte 5–7: 7 offen. Nur etwa jedes zehnte Spiel geht auf.

  • Jede Karte außer dem König hat einen Platz: die nächsthöhere ihrer Farbe. Schau, wie tief die liegt, bevor du gräbst.
  • Fallen machen das Spiel unlösbar: K♠, darauf B♠ und dann D♠, oder zwei Spalten, die sich blockieren (10♣ auf 4♥, 3♥ auf B♣).

Leichter: Skorpion II (verdeckte Karten nur in Spalte 1–3, je 3) oder Wespe (jede Karte in eine leere Spalte).

Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Begriffe
  3. Vorbereitung
  4. Spielablauf
  5. Gewonnen oder verloren
  6. Tipps für Einsteiger
  7. Varianten

Überblick

Skorpion ist eine Patience (ein Kartenspiel für eine Person, auch Solitär genannt), verwandt mit Spider. Es gibt keine Zielstapel: Stattdessen sortierst du sieben Spalten so lange um, bis vier Spalten übrig sind – eine pro Farbe, jede vom König bis zum Ass. Wie bei Yukon darfst du jede offene Karte verschieben, zusammen mit allem, was darauf liegt. Das sieht einfach aus, aber die Patience geht selten auf.

  • Spieler: 1
  • Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten, ohne Joker.

Begriffe

  • Rang: der Wert einer Karte. Von niedrig nach hoch: A, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, B, D, K. Das Ass ist die niedrigste Karte.
  • Spalte: Karten, die untereinander liegen, jede leicht versetzt über der vorigen, sodass du alle offenen Karten sehen kannst.
  • Auslage: alle sieben Spalten zusammen.
  • Letzte Karte: die Karte am Ende einer Spalte – die dir am nächsten liegt und von keiner anderen bedeckt ist.
  • In derselben Farbe abwärts anlegen: eine Karte an eine Karte derselben Farbe legen, die genau einen Rang höher ist, etwa die 7♥ an die 8♥.
  • Vorrat: drei Karten, die zu Beginn verdeckt beiseitegelegt und später ausgeteilt werden.

Vorbereitung

  1. Misch und leg von links nach rechts eine Reihe mit sieben Karten aus: die ersten vier verdeckt, die letzten drei offen.
  2. Leg zwei weitere Reihen genauso aus, jede leicht versetzt über der vorigen.
  3. Leg vier weitere Reihen aus, alle offen.
  4. Die letzten 3 Karten legst du verdeckt als Vorrat beiseite.
3Vorrat10♠B♣6♠2♥2♥♥9♦2♣4♠6♥6♥♥9♠8♦5♦7♦7♦♦A♦3♥8♠7♣7♣♣2♠4♣4♦A♠D♥4♥10♦10♦♦K♣K♥2♦8♣8♥5♠D♠D♠DA♣B♥10♥7♥9♥A♥D♣D♣D
Skorpion – so liegen die Karten am Anfang

Spielablauf

Es gibt keine Runden – du machst einen Zug nach dem anderen, in beliebiger Reihenfolge.

  1. Anlegen: An die letzte Karte einer Spalte darfst du eine Karte legen, die dieselbe Farbe hat und einen Rang niedriger ist – die 7♠ an die 8♠. An ein Ass darf nichts.
  2. Jede offene Karte darf wandern: Du darfst jede offene Karte nehmen, egal wie tief sie in ihrer Spalte liegt, wenn sie an die letzte Karte einer anderen Spalte passt. Alle Karten, die darauf liegen, wandern mit – in welcher Reihenfolge auch immer.
  3. Aufdecken: Ist eine verdeckte Karte nicht mehr bedeckt, drehst du sie um. Sie ist jetzt im Spiel.
  4. Leere Spalten: Eine leere Spalte darf nur mit einem König besetzt werden – mit einem beliebigen offenen König samt allen Karten, die darauf liegen.
  5. Der Vorrat: Geht nichts mehr, legst du die drei Karten des Vorrats offen aus, je eine auf die letzten Karten der Spalten 1, 2 und 3. Leere Spalten musst du vorher nicht füllen. Dann geht es weiter.

Beispiel: In der Auslage oben liegen in Spalte 2 die Karten 9♦ 2♣ 4♠ 6♥ auf drei verdeckten Karten, Spalte 5 endet mit der 10♦. Du nimmst die 9♦ und legst sie an die 10♦ – 2♣, 4♠ und 6♥ wandern mit. Jetzt liegt die letzte verdeckte Karte von Spalte 2 frei: Deck sie auf.

Gewonnen oder verloren

Du hast gewonnen, wenn die Auslage aus vier Spalten besteht, jede mit allen 13 Karten einer Farbe in der richtigen Reihenfolge, oben (am weitesten von dir entfernt) der König, am Ende das Ass. Kommst du nach dem Austeilen des Vorrats nicht mehr weiter, ist die Patience nicht aufgegangen. Nach Morehead und Mott-Smith geht nur etwa jedes zehnte Spiel auf.

Tipps für Einsteiger

  • Schau dir zuerst jede offene Karte an, die auf einer verdeckten liegt. Verfolg die Kette rückwärts: An welche Karte würde sie passen, und was liegt auf dieser? Plan eine Zugfolge, die die verdeckten Karten freilegt.
  • Achte auf Fallen. Liegen Karten einer Farbe in einer Spalte falsch herum (etwa K♠, darauf direkt B♠ und darauf direkt D♠), oder blockieren sich zwei Spalten gegenseitig (etwa 10♣ direkt auf 4♥ in der einen, 3♥ direkt auf B♣ in der anderen), ist das Spiel nicht mehr zu gewinnen – bau solche Sperren nicht selbst.
  • Jede Karte außer einem König hat genau einen Platz: die nächsthöhere Karte ihrer eigenen Farbe. Bevor du nach einer Karte gräbst, schau, wo dieser Partner liegt und wie viele Karten ihn bedecken – eine Karte, deren Partner tief vergraben ist, bewegt sich so bald nicht.
  • Bevor du den Vorrat austeilst, halte eine leere Spalte möglichst unter den Spalten 4–7 frei, nicht unter 1–3.
  • Eine fertige Farbspalte lässt du am besten in Ruhe.

Varianten

Alles freiwillig – vor dem Spiel festlegen.

  • Skorpion II: Nur die ersten drei Spalten bekommen verdeckte Karten (je 3); die Spalten 4–7 liegen ganz offen. Leichter.
  • Wespe (Wasp): Eine leere Spalte darf mit jeder Karte (samt den Karten darauf) besetzt werden, nicht nur mit einem König. Leichter.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Patience (Spider-Familie: in der Auslage in derselben Farbe abwärts anlegen, keine Zielstapel)
  • Herkunft: USA; benannt von Albert Morehead und Geoffrey Mott-Smith vor 1949
  • Auch bekannt als: Scorpion
  • Ähnliche Spiele: Spider, Yukon, Wespe (Wasp), Skorpion II, Three Blind Mice, Simple Simon

Skorpion verbindet Ideen aus zwei anderen Patiencen. Wie bei Spider gibt es keine Zielstapel: Die Farben werden in der Auslage selbst vom König bis zum Ass sortiert. Wie bei Yukon darfst du jede offene Karte samt allem, was darauf liegt, verschieben. Die englische Wikipedia zählt das Spiel zur Spider-Familie.

Woher das Spiel selbst kommt, ist nicht überliefert – woher der Name kommt, dagegen schon. In The Complete Book of Solitaire and Patience Games (1949) schreiben Albert Morehead und Geoffrey Mott-Smith, sie hätten die Namen „Spiderette“ und „Scorpion“ in früheren Zeitschriftenartikeln vorgeschlagen, um die „Spinnentier-Verwandtschaft“ mit Spider zu zeigen. Ihr Buch enthält die Regeln, die auch hier gelten, und schätzt, dass nur etwa jedes zehnte Spiel aufgeht; manche Spiele sind schon beim Austeilen verloren, etwa wenn drei Karten einer Farbe in einer Spalte falsch herum liegen.

Mehrere Abwandlungen machen das Spiel leichter: Bei Skorpion II beginnen nur drei Spalten mit verdeckten Karten, bei Wespe darf jede Karte eine leere Spalte füllen. Three Blind Mice („Drei blinde Mäuse“), beschrieben von Peter Arnold, hat zehn Spalten mit je fünf Karten und verdeckte Karten in den drei rechten Spalten – daher der Name nach dem englischen Kinderlied.

Quellen