Kartenspielregeln

Patience (Klondike-Familie) · Spiel 172 von 388 ♠

Yukon

Der wilde Vetter von Klondike – kein Vorrat, alle Karten liegen aus, und du verschiebst ganze Stapel, egal wie tief die Karte liegt.

Spieler
1
Dauer
10 Min.
Alter
ab 10
Anspruch
mittel
Karten
52 Karten, ohne Joker
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung konzentriertin 5 Minuten gelernt

Sammlungen: Patiencen

Kurzregeln

  • Ziel: alle 52 Karten auf 4 Zielstapel, einen pro Farbe, A → K.
  • 28 Karten wie bei Klondike (Spalten mit 1–7 Karten, nur die letzte offen), dann die übrigen 24 offen auf Spalte 2–7 (je 4). Kein Vorrat.
  • Auslage: absteigend, Farben wechseln (rote 9 an schwarze 10). An ein Ass nichts.
  • Jede offene Karte, die passt, darf wandern – mit allem, was darauf liegt, auch ungeordnet.
  • Zielstapel: Asse eröffnen sie; nur die letzte Karte einer Spalte darf hinauf.
  • Verdeckte Karte frei: aufdecken.
  • Leere Spalte: nur ein König (mit seinen Karten).
  • Nichts Sinnvolles geht mehr: verloren.

Spickzettel

Was wohin darf

Wohin Was
Zielstapel Ass, dann gleiche Farbe, eins höher
Auslage eins niedriger, andere Farbe
Verschieben jede offene Karte + alles darauf
Leere Spalte nur König (+ Karten darauf)
An ein Ass nichts

Auslage und Tipps

Spalte 1–7: 0, 1, 2 … 6 verdeckt, 1, 5, 5 … 5 offen. Etwa jedes vierte Spiel geht auf.

  • Aufdecken geht vor – liegt alles offen, gewinnst du meistens.
  • Spalte nur leeren, wenn ein König bereitsteht – nimm den, dessen Zug eine Karte freilegt.
  • Lass keinen Zielstapel weit davonlaufen.

Russian Solitaire: absteigend in derselben Farbe (schwerer). Jede Karte in leere Spalten: leichter.

Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Rangfolge und Farben
  3. Die Teile der Auslage
  4. Vorbereitung
  5. Spielablauf
  6. Gewonnen oder verloren
  7. Tipps für Einsteiger
  8. Varianten

Überblick

Yukon ist eine Patience (ein Kartenspiel für eine Person, auch Solitär genannt) und eng mit Klondike verwandt. Du versuchst, das ganze Blatt auf vier Stapel zu sortieren, einen pro Farbe, jeweils vom Ass bis zum König. Anders als bei Klondike gibt es keinen Vorrat: Alle 52 Karten werden gleich zu Beginn ausgelegt. Dafür darfst du jede offene Karte der Auslage verschieben, zusammen mit allen Karten, die darauf liegen – auch wenn sie nicht geordnet sind.

  • Spieler: 1
  • Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten, ohne Joker, und Platz für sieben lange Spalten.

Rangfolge und Farben

Das Ass ist die niedrigste Karte. Von unten nach oben: A – 2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7 – 8 – 9 – 10 – B – D – K.

♥ Herz und ♦ Karo sind die roten Farben, ♠ Pik und ♣ Kreuz die schwarzen.

Die Teile der Auslage

  • Auslage: die sieben Stapel (Spalten), in denen du die Karten umsortierst. Die Karten einer Spalte liegen nach unten versetzt, sodass jede offene Karte zu sehen ist. Die letzte Karte einer Spalte ist die, die dir am nächsten liegt und von keiner anderen bedeckt ist.
  • Zielstapel: vier Plätze oberhalb der Auslage, einer pro Farbe, zu Beginn leer. Hier sammelst du die Karten der Reihe nach, angefangen mit dem Ass.

Vorbereitung

  1. Leg 28 Karten genau wie bei Klondike aus: eine Karte offen auf Spalte 1 und je eine verdeckt auf die Spalten 2–7; dann eine offen auf Spalte 2 und je eine verdeckt auf die Spalten 3–7; und so weiter, bis Spalte 7 sechs verdeckte und eine offene Karte hat.
  2. Die übrigen 24 Karten legst du offen reihenweise auf die Spalten 2–7 – auf jede noch vier Karten. Spalte 1 bekommt nichts mehr.
AAZielstapelAA4♠4♠♠7♠B♣A♦D♠10♥10♥♥6♥4♣2♥3♠8♣8♣♣7♣6♦4♦B♦9♣9♣♣8♥8♦3♥5♣10♠10♠♠6♠7♥2♦D♣5♥5♥♥2♠A♠K♠7♦A♣A♣♣
Yukon – so liegen die Karten am Anfang

Damit liegen alle 52 Karten in der Auslage.

Spielablauf

Es gibt keine Runden – du machst einen Zug nach dem anderen, in beliebiger Reihenfolge.

  1. Auf einen Zielstapel: Ein Ass, das zur letzten Karte einer Spalte wird, darf jederzeit nach oben und eröffnet einen Zielstapel. Darauf kommt die 2 derselben Farbe, dann die 3 und so weiter bis zum König. Auf die Zielstapel darf nur die letzte Karte einer Spalte.
  2. In der Auslage anlegen: An die letzte Karte einer Spalte darfst du eine Karte legen, die einen Rang niedriger ist und die andere Farbe hat – etwa eine rote 9 (9♥ oder 9♦) an eine schwarze 10. Man sagt: absteigend in wechselnden Farben anlegen. An ein Ass darf nichts.
  3. Gruppen verschieben: Du darfst jede offene Karte nehmen, egal wie tief sie in ihrer Spalte liegt, und sie an die letzte Karte einer anderen Spalte legen – wenn sie dort nach Regel 2 passt. Alle Karten, die darauf liegen, wandern mit, auch wenn sie nicht geordnet sind.
  4. Aufdecken: Ist die letzte offene Karte einer Spalte weg, drehst du die verdeckte Karte darunter um. Sie ist jetzt im Spiel.
  5. Leere Spalten: Eine leere Spalte darf nur mit einem König besetzt werden – mit einem beliebigen offenen König der Auslage samt allen Karten, die darauf liegen.

Beispiel: Spalte 3 endet mit der 8♣, in Spalte 6 liegen (von oben nach unten) 6♠ 7♥ 2♦ D♣ 5♥. Die 7♥ ist eins niedriger als die 8♣ und rot – also legst du die 7♥ samt 2♦, D♣ und 5♥ an die 8♣. Spalte 6 endet jetzt mit der 6♠, Spalte 3 mit der 5♥.

Gewonnen oder verloren

Du hast gewonnen, wenn alle 52 Karten auf den vier Zielstapeln liegen. Geht kein sinnvoller Zug mehr, ist die Patience nicht aufgegangen – misch neu und versuch es noch einmal. Nach Morehead und Mott-Smith geht etwa jedes vierte Spiel auf.

Tipps für Einsteiger

  • Aufdecken geht vor – liegen erst alle Karten offen, gewinnst du meistens.
  • Such nach offenen Karten mitten in einer Spalte, die irgendwo passen: So gräbst du dich zu den verdeckten Karten durch.
  • Asse sofort auf die Zielstapel; mit höheren Karten nicht hetzen – vielleicht brauchst du sie noch zum Anlegen.
  • Lass keinen Zielstapel den anderen weit davonlaufen.
  • Mach eine Spalte nur leer, wenn ein König bereitsteht, und nimm den König, bei dessen Zug eine verdeckte Karte frei wird.

Varianten

Alles freiwillig – vor dem Spiel festlegen.

  • Russian Solitaire: dasselbe Spiel, aber in der Auslage legst du in derselben Farbe an (8♣ nur an 9♣) statt in wechselnden Farben. Schwerer.
  • Beliebige Karte in leere Spalten: Eine leere Spalte darf mit jeder offenen Karte (samt den Karten darauf) besetzt werden, nicht nur mit einem König. Leichter.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Patience (Klondike-Familie: absteigend in wechselnden Farben anlegen, auf Zielstapel sortieren)
  • Herkunft: unbekannt; in amerikanischen Patience-Büchern spätestens 1949 beschrieben
  • Auch bekannt als: kein verbreiteter anderer Name; mit Anlegen in derselben Farbe: Russian Solitaire
  • Ähnliche Spiele: Klondike, Russian Solitaire, Alaska, Australian Patience, Skorpion

Yukon ist eine Abwandlung von Klondike: Die Auslage beginnt genauso, aber die übrigen Karten werden auf die Spalten verteilt statt einen Vorrat zu bilden, und jede offene Karte darf samt allem, was darauf liegt, verschoben werden. Der Name passt zur Verwandtschaft – die Klondike-Region, nach der das ältere Spiel heißt, liegt im kanadischen Yukon-Territorium –, doch keine Quelle sagt, wer das Spiel so genannt hat oder wann.

Woher Yukon stammt, ist nicht belegt. Albert Morehead und Geoffrey Mott-Smith beschreiben es 1949 in The Complete Book of Solitaire and Patience Games mit den Regeln, die auch hier gelten, und schätzen, dass etwa jedes vierte Spiel aufgeht und eine Partie rund acht Minuten dauert. Eine eigene deutsche Bezeichnung hat das Spiel nicht.

Die bekannteste Abwandlung ist Russian Solitaire, bei der in der Auslage in derselben Farbe statt in wechselnden Farben angelegt wird. Laut Wikipedia darf man sie nicht mit zwei viel älteren Spielen verwechseln, die ebenfalls „Russian Solitaire“ oder „Russian Patience“ genannt wurden. Alaska und Australian Patience sind nahe Verwandte. Die Idee, alles Offene verschieben zu dürfen, findet sich auch beim Skorpion, bei dem in derselben Farbe angelegt wird und es keine Zielstapel gibt.

Quellen