Kartenspielregeln

Patience · Spiel 208 von 388 ♥

Alhambra

Acht Zielstapel, acht kleine Reservestapel und ein Abwurfstapel, auf dem du selbst anlegst – auf- oder abwärts, vom König ums Eck zum Ass.

Spieler
1
Dauer
10 Min.
Alter
ab 10
Anspruch
mittel
Karten
2 × 52 Karten, ohne Joker
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung konzentriertin 5 Minuten gelernt

Sammlungen: Patiencen · Mit zwei Blättern

Kurzregeln

  • Ziel: alle 104 Karten auf 8 Zielstapel, farbgleich: Asse aufwärts bis K, Könige abwärts bis A.
  • Aufbau: je ein A und K jeder Farbe heraus als Zielstapel. 8 Reservestapel zu 4 offen, sauber gestapelt. Rest (64) = Vorrat.
  • Vorrat einzeln auf den Abwurfstapel aufdecken.
  • Oberste Karten von Abwurf- und Reservestapeln auf die Zielstapel.
  • Oberste Reservekarten dürfen auf den Abwurfstapel: gleiche Farbe, eins auf- oder abwärts (K–A ums Eck), solange es passt.
  • Nichts auf die Reserve; leere Stapel bleiben leer.
  • 2-mal neu geben, ungemischt. Danach fest: verloren.

Spickzettel

Was wohin darf

Karte Wohin
Oberste Abwurfkarte Zielstapel
Oberste Reservekarte Zielstapel, Abwurfstapel
Auf Ass-Stapel gleiche Farbe, eins höher
Auf König-Stapel gleiche Farbe, eins tiefer
Auf Abwurfstapel gleiche Farbe, eins auf/ab

Tipps

  • Nutz den Abwurfstapel als Lager: Eine lange Folge einer Farbe bleibt für den nächsten Durchgang zusammen.
  • Behalt beide Zielstapel einer Farbe im Blick – was aufwärts nicht passt, passt vielleicht abwärts.
  • Spiel die unteren Reservekarten vor dem letzten Durchgang frei.
  • Neu geben: Die angelegten Reservekarten bleiben im Abwurfstapel.
  • Chance: etwa 1 zu 10. Leichter: auf den Abwurfstapel ohne Rücksicht auf die Farbe.

Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Rangfolge
  3. Die Teile der Auslage
  4. Vorbereitung
  5. Spielablauf
  6. Neu geben
  7. Gewonnen oder verloren
  8. Tipps für Einsteiger
  9. Varianten

Überblick

Alhambra ist eine Patience (ein Kartenspiel für eine Person, auch Solitär genannt) mit zwei Blättern. Du baust acht Zielstapel auf, zwei pro Farbe: einen vom Ass aufwärts bis zum König, den anderen vom König abwärts bis zum Ass. Dabei helfen dir acht kleine Reservestapel – und ein ungewöhnlicher Kniff: Du darfst Reservekarten auf den Abwurfstapel legen, auf- oder abwärts in gleicher Farbe, und so die richtigen Karten griffbereit halten. Den Vorrat darfst du dreimal durchgehen.

  • Spieler: 1
  • Du brauchst: zwei normale Blätter mit je 52 Karten ohne Joker (104 Karten), zusammengemischt.
  • Dauer: etwa 10 Minuten pro Spiel.

Rangfolge

Auf den Zielstapeln ist das Ass die niedrigste Karte. Von unten nach oben:

A – 2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7 – 8 – 9 – 10 – B – D – K

Auf dem Abwurfstapel (siehe unten) geht die Reihe ums Eck: Das Ass ist Nachbar der 2 und des Königs, K–A und A–K sind also auch Schritte um eins.

Die Teile der Auslage

  • Zielstapel: eine Reihe aus acht Stapeln – je ein Ass und ein König jeder Farbe. Auf die Asse kommen aufsteigend Karten derselben Farbe bis zum König, auf die Könige absteigend Karten derselben Farbe bis zum Ass. Jeder Zielstapel endet mit 13 Karten.
  • Reserve: acht Stapel zu vier Karten unter den Zielstapeln. Spielbar ist nur die oberste Karte jedes Reservestapels.
  • Vorrat: der verdeckte Rest der Karten.
  • Abwurfstapel: der Stapel mit den Karten, die du vom Vorrat aufdeckst. Nur seine oberste Karte ist spielbar.

Vorbereitung

  1. Nimm ein Ass und einen König jeder Farbe aus den beiden Blättern und leg sie offen in eine Reihe: Das sind die acht Zielstapel.
  2. Misch die übrigen 96 Karten. Leg acht Reservestapel zu vier Karten offen aus, jeweils sauber aufeinander, sodass nur die oberste Karte zu sehen ist.
  3. Die übrigen 64 Karten sind der Vorrat, verdeckt.
A♠A♠♠A♥A♥♥A♦A♦♦A♣A♣♣K♠K♠KK♥K♥KK♦K♦KK♣K♣KZielstapel9♣9♣♣D♦D♦D4♥4♥♥B♠B♠B7♦7♦♦2♣2♣♣10♥10♥♥5♠5♠♠Reserve (je 4)64VorratAbwurf
Alhambra – so liegen die Karten am Anfang

Spielablauf

  1. Aufdecken: Deck die oberste Karte des Vorrats auf und leg sie auf den Abwurfstapel.
  2. Zielstapel: Die oberste Karte des Abwurfstapels und die oberste Karte jedes Reservestapels dürfen auf einen Zielstapel – auf einen Ass-Stapel, wenn sie die nächsthöhere Karte derselben Farbe ist, auf einen König-Stapel, wenn sie die nächstniedrigere Karte derselben Farbe ist.
  3. Auf den Abwurfstapel anlegen: Die oberste Karte eines Reservestapels darf auch auf den Abwurfstapel, wenn sie dieselbe Farbe hat und einen Rang höher oder niedriger ist als dessen oberste Karte. Die Reihe geht ums Eck: Ein K♣ passt auf ein A♣, ein A♣ auf einen K♣. Du darfst weitermachen, solange Karten passen.
  4. Auf die Reservestapel darfst du nichts legen, und du darfst keine Karten zwischen ihnen verschieben. Ein leerer Reservestapel bleibt leer.
  5. Karten auf den Zielstapeln bleiben liegen.

Beispiel: Auf dem Abwurfstapel liegt die 10♣. Ein Reservestapel zeigt die 9♣, darunter liegt die 8♣. Leg die 9♣ auf die 10♣, dann die 8♣ auf die 9♣. Liegt auf dem Kreuz-König-Stapel gerade die 9♣, kannst du jetzt die 8♣ vom Abwurfstapel dorthin spielen. Statt der 9♣ hättest du auch einen B♣ auf die 10♣ legen können.

Neu geben

Ist der Vorrat aufgebraucht, dreh den Abwurfstapel ungemischt um – er ist der neue Vorrat. Das darfst du zweimal tun, du gehst den Vorrat also insgesamt dreimal durch. Im Abwurfstapel stecken dann auch die Reservekarten, die du daraufgelegt hast.

Gewonnen oder verloren

Du hast gewonnen, wenn alle 104 Karten auf den acht Zielstapeln liegen. Ist der dritte Durchgang vorbei und kein Zug mehr möglich, ist die Patience nicht aufgegangen. Morehead und Mott-Smith schätzten, dass etwa jedes zehnte Spiel aufgeht.

Tipps für Einsteiger

  • Nutz den Abwurfstapel als Lager: Eine lange Folge einer Farbe darauf hält diese Karten für den nächsten Durchgang zusammen.
  • Behalt beide Zielstapel einer Farbe im Blick – eine Karte, die aufwärts nicht passt, passt vielleicht abwärts.
  • Versuch, die Karten ganz unten in den Reservestapeln vor dem letzten Durchgang freizuspielen.

Varianten

Alles freiwillig:

  • Jede Farbe auf dem Abwurfstapel: Manche Computerfassungen (etwa BVS Solitaire) lassen Reservekarten ohne Rücksicht auf die Farbe auf den Abwurfstapel, einen Rang auf- oder abwärts. Leichter.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Patience – Reservespiel mit zwei Blättern, Zielstapel auf- und abwärts; Reservekarten werden auf den Abwurfstapel gelegt
  • Herkunft: unbekannt; in den USA spätestens 1949 beschrieben (Morehead und Mott-Smith)
  • Auch bekannt als: –
  • Ähnliche Spiele: Crazy Quilt, The Reinforcements, Granada

Woher Alhambra stammt, ist nicht bekannt; den Namen teilt das Spiel mit dem maurischen Palast in Granada. Beschrieben wird es in The Complete Book of Solitaire and Patience Games (1949) von Albert Morehead und Geoffrey Mott-Smith, die es zu den Patiencen mit zwei Blättern zählen, bei denen Können „mäßig“ zählt. Sie rechnen mit zehn Minuten pro Spiel und einer Gewinnchance von etwa 1 zu 10 und erlauben zweimal neu zu geben. Die englische Wikipedia nennt außerdem David Parletts The Penguin Book of Patience als Quelle.

Das Besondere: Der Abwurfstapel ist nicht bloß für Unbrauchbares da – du darfst Reservekarten darauf anlegen, auf- oder abwärts in gleicher Farbe, wobei die Reihe vom König ums Eck zum Ass weitergeht. Die Wikipedia weist darauf hin, dass Crazy Quilt dieselbe Eigenheit hat; Morehead und Mott-Smith beschreiben die beiden Spiele direkt hintereinander, und beide beginnen mit je einem Ass und einem König jeder Farbe als Zielstapel. Als Varianten von Alhambra nennt die Wikipedia The Reinforcements und Granada.

Alhambra gehört zu vielen Solitär-Sammlungen für den Computer. PySolFC folgt den Regeln von Morehead und Mott-Smith; BVS Solitaire erlaubt das Anlegen auf dem Abwurfstapel ohne Rücksicht auf die Farbe, was das Spiel leichter macht.

Quellen