Kartenspielregeln

Patience · Spiel 211 von 388 ♦

Archway

Alle Karten offen, ein Bogen aus Reservekarten – bau acht Farbfolgen, von den Assen aufwärts und von den Königen abwärts.

Spieler
1
Dauer
20 Min.
Alter
ab 10
Anspruch
mittel
Karten
2 × 52 Karten, ohne Joker
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung konzentriertin 5 Minuten gelernt

Sammlungen: Patiencen · Mit zwei Blättern

Kurzregeln

  • Ziel: alle 104 Karten auf 8 Zielstapel, farbgleich: Asse aufwärts bis K, Könige abwärts bis A.
  • Aufbau: je A und K jeder Farbe heraus. 48 Karten offen in 4 Spalten zu 12. Die übrigen 48 nach Rang als Bogen aus 13 Päckchen auffächern (A … K).
  • Spielbar: die freie Karte jeder Spalte und jede Karte im Bogen.
  • Karten nur auf Zielstapel; kein Anlegen, nichts zurück in den Bogen.
  • Lücke (leere Spalte): eine spielbare Karte hinein; sie gilt als freie Karte.
  • Umschichten: Treffen sich die zwei Stapel einer Farbe, oberste Karten umlegen; Grundkarten bleiben.
  • Kein Neugeben. Nichts geht = verloren.

Spickzettel

Züge

Von Spielbar Wohin
Spalte oder Lücke freie Karte Zielstapel, freie Lücke
Bogen jede Karte Zielstapel, freie Lücke
Zielstapel oberste, wenn sich die Stapel treffen anderer Stapel der Farbe

Umschichten und Tipps

  • Beispiel: Herz-Ass-Stapel bei 9♥, Herz-König-Stapel bei 10♥, frei ist nur der B♥. Leg die 10♥ auf die 9♥ – jetzt passt der B♥ auf den Ass-Stapel.
  • Alles liegt offen: Plane voraus und behalte die zweite Karte jedes Werts im Blick.
  • Grab zuerst Spalten ab, unter denen viele niedrige (Ass-Stapel) oder hohe Karten (König-Stapel) liegen.
  • Heb eine Lücke auf, bis sie genau die gesuchte Karte freilegt.
  • Leichter (The Playing Card Kit): Karten aus den Spalten dürfen zurück in den Bogen.

Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Vorbereitung
  3. Spielablauf
  4. Spielende
  5. Tipps für Einsteiger
  6. Varianten

Überblick

Archway ist eine Patience (ein Kartenspiel für eine Person, auch Solitär genannt) mit zwei Blättern. Ziel ist es, alle 104 Karten auf acht Zielstapel zu legen – Stapel, die in fester Reihenfolge aufgebaut werden: Vier beginnen mit einem Ass und steigen bis zum König auf, vier beginnen mit einem König und steigen bis zum Ass ab, jeder Stapel in nur einer Farbe. Fast alle Karten liegen von Anfang an offen, du kannst also vorausplanen – wie oft das Spiel aufgeht, wird aber sehr unterschiedlich geschätzt.

  • Spieler: 1
  • Du brauchst: zwei normale 52er-Blätter ohne Joker, zusammengemischt, und einen großen Tisch.

Vorbereitung

  1. Zielstapel: Nimm je ein Ass und einen König jeder Farbe heraus (8 Karten). Leg sie in zwei Vierergruppen links und rechts auf den Tisch, jeden König direkt über das Ass derselben Farbe. Das sind die Grundkarten der Zielstapel.
  2. Spalten: Misch die übrigen 96 Karten. Leg 48 Karten offen in vier Spalten zu je 12, jede Karte etwas versetzt auf die vorige, sodass alle sichtbar bleiben. Die Karte am freien Ende jeder Spalte (die von keiner anderen verdeckt wird) ist ihre freie Karte.
  3. Bogen: Sortier die restlichen 48 Karten nach Rang in 13 Päckchen und leg sie als Bogen über die Spalten: links unten die Asse, dann Zweien, Dreien und so weiter, oben in der Mitte die Siebenen und rechts unten die Könige. Fächer jedes Päckchen auf, sodass du alle Karten siehst. Die Päckchen sind unterschiedlich groß; ein Rang kann ganz fehlen, wenn alle seine Karten in den Spalten gelandet sind.
5♠5♦5♦♦6♥6♠6♠♠7♠7♥7♥♥8♥8♠8♠♠9♦9♣9♣♣Bogen3♠3♦3♦♦4♦4♣4♣♣10♣10♥10♥♥B♠B♦B♦BA♦A♣A♣♣2♥2♣2♣♣D♦D♠D♠DK♦K♣K♣KK♠K♠KK♥K♥KA♠A♠♠A♥A♥♥Zielstapel4♦9♥4♠10♦7♣8♣B♥6♦D♥9♣6♦10♠10♠♠B♣B♠7♦8♠5♣6♥5♥2♣2♥7♣4♣3♠3♠♠3♣5♠8♦9♥A♠9♦6♠3♥7♥D♣8♦7♠7♠♠3♦4♥2♦5♦8♥2♠9♠10♣B♦6♣10♠5♣5♣♣K♦K♦KK♣K♣KA♦A♦♦A♣A♣♣ZielstapelSpalten (je 12)
Archway – so liegen die Karten am Anfang (von jedem Päckchen des Bogens sind nur zwei Karten gezeigt)

Spielablauf

Zielstapel aufbauen: Eine Karte darf auf einen Zielstapel ihrer eigenen Farbe, wenn sie direkt anschließt:

  • auf einen Ass-Stapel die nächsthöhere Karte: A, 2, 3 … D, K;
  • auf einen König-Stapel die nächstniedrigere Karte: K, D, B … 2, A.

Spielbare Karten – nur diese darfst du bewegen:

  • die freie Karte jeder Spalte;
  • jede Karte im Bogen, egal wo sie in ihrem Päckchen liegt.

Karten wandern nur auf die Zielstapel – du baust nie in den Spalten und legst nichts in den Bogen zurück. Nimmst du die freie Karte einer Spalte weg, wird die Karte darunter frei.

Beispiel: Auf dem Pik-Ass-Stapel liegt die 4♠, auf dem Pik-König-Stapel der B♠. Im Bogen liegt eine 5♠, eine Spalte endet mit der 10♠. Du legst die 5♠ auf den Ass-Stapel und die 10♠ auf den König-Stapel – die Karte unter der 10♠ ist jetzt frei.

Lücken: Räumst du eine Spalte ganz ab, entsteht eine Lücke. Dort darfst du eine spielbare Karte hinlegen (aus einer anderen Spalte oder aus dem Bogen), meist um eine Karte darunter freizulegen. In einer Lücke liegt immer nur eine Karte; sie gilt als freie Karte dieser Spalte.

Umschichten: Da jede Karte zweimal im Spiel ist, hat jede Farbe einen Ass- und einen König-Stapel. Sobald sich die beiden Stapel einer Farbe treffen – der Ass-Stapel ist bis eins unter die oberste Karte des König-Stapels gewachsen –, darfst du oberste Karten vom einen auf den anderen legen, solange die Reihenfolge stimmt. Die Grundkarten Ass und König bleiben liegen.

Beispiel: Der Herz-Ass-Stapel reicht bis zur 9♥, der Herz-König-Stapel bis zur 10♥. Die einzige spielbare Herzkarte ist der B♥. Leg die 10♥ vom König-Stapel auf die 9♥ – jetzt passt der B♥ auf den Ass-Stapel.

Spielende

Es wird nicht neu gegeben. Du gewinnst, wenn alle acht Zielstapel je 13 Karten haben. Geht vorher nichts mehr, ist die Patience verloren.

Tipps für Einsteiger

  • Alles liegt offen – plane, bevor du ziehst, und behalte im Blick, wo die zweite Karte jedes Werts liegt.
  • Grab zuerst Spalten ab, unter denen viele niedrige (für die Ass-Stapel) oder hohe Karten (für die König-Stapel) begraben sind.
  • Füll eine Lücke nicht sofort – heb sie dir für den Moment auf, in dem sie genau die gesuchte Karte freilegt.
  • Nutz das Umschichten, um die beiden Stapel einer Farbe an die gerade spielbaren Karten anzupassen.

Varianten

  • Leichteres Spiel (optional): In der Fassung aus The Playing Card Kit dürfen Karten auch aus den Spalten zurück in die Päckchen des Bogens gelegt werden; dadurch geht die Patience etwas öfter auf.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Patience mit zwei Blättern (offen: alle Karten von Anfang an sichtbar)
  • Herkunft: England; 1979 von David Parlett veröffentlicht
  • Auch bekannt als: –
  • Ähnliche Spiele: Lady of the Manor (La Châtelaine), Peacock Tail, Vassal

Archway ist eine moderne Patience des britischen Spieleerfinders und Spielhistorikers David Parlett, der sie 1979 in The Penguin Book of Patience veröffentlichte. Vorbild war eine Patience aus dem 19. Jahrhundert namens Lady of the Manor, französisch la Châtelaine („die Schlossherrin“). Parlett gefiel deren hübsches Auslagebild, doch sie bot ihm zu wenig Raum für Geschick. Deshalb „öffnete“ er sie: Bei Archway ist fast jede Karte sichtbar, sodass man seine Züge planen kann.

Nach Parletts eigener Aussage erhöht diese Offenheit zwar den Anteil an Können, verbessert die Erfolgsaussichten aber kaum. Wie oft sie aufgeht, wird sehr unterschiedlich geschätzt: Parletts eigene Seite nennt im Kopf eine Erfolgsquote von 90 %, die englische Wikipedia eine Schätzung von unter einem Prozent. Richard Crazes The Playing Card Kit (1995) beschreibt eine etwas leichtere Fassung, in der Karten auch aus den Spalten zurück in den Bogen gelegt werden dürfen.

Das ältere Lady of the Manor spielt sich deutlich anders: Dort sind acht Asse die Zielstapel, auf die ohne Rücksicht auf die Farbe bis zum König aufgebaut wird, und die Reserve liegt in vier geschlossenen Stapeln, von denen nur die obersten Karten zu sehen sind. Das macht das Spiel viel leichter, aber auch viel mehr zur Glückssache. Die acht Zielstapel von Archway – je ein Ass und ein König jeder Farbe, Asse aufwärts, Könige abwärts – finden sich in vielen Patiencen mit zwei Blättern.

Quellen