Patience (Baker’s-Dozen-Familie) · Spiel 218 von 388 ♥
Baker’s Dozen
Dreizehn Spalten, alle Karten offen, Könige nach unten – entwirre die Stapel und bring alle vier Farben nach Hause.
- Spieler
- 1
- Dauer
- 15 Min.
- Alter
- ab 8
- Anspruch
- mittel
- Karten
- 52 Karten, ohne Joker
- Können – Glück
- KönnenGlück
- Jeder für sich – Viel Interaktion
- Jeder für sichViel Interaktion
- Einfach – Komplex
- EinfachKomplex
- Schnell – Lang
- SchnellLang
Stimmung konzentriertin 5 Minuten gelernt
Sammlungen: Patiencen · Spiele für Kinder
Ausführliche Regeln
Überblick
Baker’s Dozen ist eine Patience (auch Solitär genannt) – ein Kartenspiel für eine Person. Alle 52 Karten liegen von Anfang an offen in 13 Spalten, du siehst also jede Karte. Indem du Karten von Spalte zu Spalte verschiebst, befreist du die Asse und legst dann jede Farbe der Reihe nach vom Ass bis zum König ab. Liegen alle 52 Karten auf diesen vier Stapeln, hast du gewonnen.
Der Name kommt von den 13 Spalten: Ein „baker’s dozen“, also ein „Bäckerdutzend“, ist im Englischen ein alter Ausdruck für dreizehn.
- Spieler: 1.
- Du brauchst: ein normales Blatt mit 52 Karten ohne Joker und einen Tisch mit Platz für 13 Spalten.
- Dauer: etwa 15 Minuten pro Spiel. Wer sorgfältig spielt, gewinnt ungefähr jedes zweite Spiel oder öfter.
Begriffe
- Spalte: Karten, die untereinander liegen, jede leicht versetzt über der vorigen, sodass man alle noch erkennt.
- Oberste Karte: die letzte Karte einer Spalte – die ganz frei liegende Karte am unteren Ende, die dir am nächsten ist. Nur oberste Karten dürfen bewegt werden.
- Auslage: alle 13 Spalten zusammen.
- Zielstapel: vier Stapel oberhalb der Auslage, einer pro Farbe. Jeder beginnt mit einem Ass und wird in Farbe aufwärts gebaut: A, 2, 3 … bis K, alle in derselben Farbe.
- Abwärts anlegen: eine Karte auf eine oberste Karte legen, die genau einen Rang höher ist – zum Beispiel eine 7 auf eine 8. Rangfolge von niedrig nach hoch: A, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, B, D, K.
Vorbereitung
- Misch die Karten.
- Leg die Karten offen in vier Reihen zu je dreizehn aus: erst 13 Karten nebeneinander von links nach rechts, dann die nächsten 13 jeweils etwas tiefer darüber, sodass sie die vorigen teilweise verdecken, und so weiter. Jetzt hast du 13 Spalten mit je 4 Karten, alle sichtbar.
- Könige nach unten: Nimm in jeder Spalte jeden König, der nicht schon ganz hinten liegt, heraus und schieb ihn unter die Spalte – an das hintere Ende, das am weitesten von dir weg ist (dort liegt die zuerst ausgeteilte Karte). Liegen zwei Könige in einer Spalte, behalten sie ihre Reihenfolge.
- Lass oberhalb der Auslage Platz für vier Zielstapel.
Die ersten fünf Spalten könnten so aussehen (die oberste Karte jeder Spalte ist die vorderste, ganz sichtbare):
Die obersten Karten sind hier 8♥, 2♣, A♥, 9♣ und 6♦. Die Könige in Spalte 1 und 5 liegen schon ganz hinten.
Spielablauf
Es gibt keine Runden und keinen Vorrat – du machst einfach einen Zug nach dem anderen. Ein Zug bewegt immer eine oberste Karte an eine von zwei Stellen:
- Auf einen Zielstapel. Ein Ass darf immer einen neuen Zielstapel eröffnen. Danach kommt die nächsthöhere Karte derselben Farbe darauf: 2♥ auf A♥, 3♥ auf 2♥ und so weiter bis zum König.
- An eine andere Spalte (abwärts anlegen). Eine oberste Karte darf auf die oberste Karte einer anderen Spalte, wenn diese genau einen Rang höher ist. Farbe egal: 7♣ darf auf 8♥, 8♦ oder 8♣.
Es wird immer nur eine Karte bewegt – nie mehrere auf einmal. Dadurch wird die Karte darunter frei und ist nun die oberste Karte.
Leere Spalten: Ist eine Spalte leer geräumt, bleibt ihr Platz bis zum Ende leer. Dort darf nie wieder etwas hin. Deshalb kommen die Könige am Anfang nach hinten: Ein König kann nirgends angelegt werden und würde sonst die Karten unter sich blockieren.
Beispiel: In der Auslage oben kommt A♥ (Spalte 3) auf einen Zielstapel; 3♠ ist jetzt die oberste Karte von Spalte 3. Unter der 2♣ in Spalte 2 wartet das A♣ – also legst du die 2♣ an die 3♠ an (Farbe egal). Jetzt ist das A♣ frei und eröffnet einen zweiten Zielstapel. Danach wandert die 2♣ aus Spalte 3 auf das A♣.
Spielende
Das Spiel endet, wenn kein sinnvoller Zug mehr möglich ist.
- Gewonnen, wenn alle 52 Karten auf den vier Zielstapeln liegen, jeder von A bis K in einer Farbe.
- Verloren, wenn du feststeckst und noch Karten in der Auslage liegen. Neu verteilt wird nicht.
Tipps für Einsteiger
- Achte auf „Knoten“: eine Karte, die in derselben Spalte über einer niedrigeren Karte ihrer eigenen Farbe liegt (etwa 9♣ über der 4♣ weiter hinten). Die 4♣ muss vor der 9♣ auf den Zielstapel – also muss die 9♣ vorher woandershin. Plane, jeden Knoten aufzulösen.
- Räum Spalten nicht zu früh leer. Eine leere Spalte lässt sich nicht wieder belegen – jede geräumte Spalte ist ein Platz weniger zum Anlegen.
- Bau nicht einen Zielstapel weit vor den anderen auf. Vielleicht brauchst du eine dieser Karten später noch zum Anlegen.
- Erst denken, dann ziehen – du siehst alle Karten, fast jedes Spiel lässt sich vorausplanen.
Varianten
Diese Regeln sind freiwillige, eigenständige Spielweisen:
- Ursprüngliche Regeln (1883): Die 13 Spalten werden verdeckt ausgeteilt, nur die oberste Karte jeder Spalte liegt offen. Wird eine oberste Karte bewegt, deckst du die nächste auf. Ein König, der auftaucht – am Anfang oder später –, kommt sofort nach hinten in seine Spalte. Schwerer, weil du nicht vorausschauen kannst.
- Good Measure: Die ersten beiden Asse, die beim Austeilen auftauchen, kommen gleich auf Zielstapel. Die übrigen Karten werden in 10 Spalten zu je 5 ausgelegt. Sonst gelten dieselben Regeln.
- Spanish Patience: Eine leere Spalte darf mit jeder obersten Karte belegt werden.
- Portuguese Solitaire: Eine leere Spalte darf belegt werden, aber nur mit einem König.
Hintergrund & Geschichte
- Familie: Patience (Baker’s-Dozen-Familie: offene Patience, alle Karten sichtbar, abwärts anlegen ohne Rücksicht auf die Farbe)
- Herkunft: USA, erstmals gedruckt 1883
- Auch bekannt als: The Baker’s Dozen
- Ähnliche Spiele: Good Measure, Spanish Patience, Portuguese Solitaire, Castles in Spain, Bisley
Zum ersten Mal gedruckt wurde Baker’s Dozen als „The Baker’s Dozen“ in Dick’s Games of Patience, das William Brisbane Dick in New York herausgab; die englische Wikipedia datiert die erste Ausgabe auf 1883. Bei Dick wurden die dreizehn Päckchen zu vier Karten verdeckt ausgeteilt, nur die jeweils oberste Karte lag offen. Jeder König, der auftauchte – beim Austeilen oder später –, musste sofort nach unten in sein Päckchen, und ein leeres Päckchen durfte wie heute nicht wieder belegt werden.
Der Name spielt auf die dreizehn Spalten an: Ein baker’s dozen („Bäckerdutzend“) ist im Englischen ein alter Ausdruck für dreizehn. Spätere Bücher änderten das Spiel an einer entscheidenden Stelle: Alle Karten werden offen und überlappend ausgelegt, man sieht also jede Karte und kann das ganze Spiel planen. Albert Morehead und Geoffrey Mott-Smith beschreiben diese offene Form 1949 in The Complete Book of Solitaire and Patience Games und schätzen 15 Minuten pro Spiel und eine Gewinnchance von etwa 2 zu 3; die Wikipedia nennt eher 1 zu 2.
Mehrere Patiencen unterscheiden sich nur in Kleinigkeiten. Bei Good Measure kommen zwei Asse gleich heraus, der Rest liegt in zehn Spalten zu fünf. Spanish Patience erlaubt jede Karte auf einem leeren Platz, Portuguese Solitaire nur Könige, und Castles in Spain baut in abwechselnden Farben und erlaubt das Verschieben ganzer Folgen. Bisley teilt die offene Auslage, baut die Zielstapel aber zugleich von den Assen aufwärts und von den Königen abwärts. Deutschsprachige Computerversionen nennen es teils „Bäckers Dutzend“.
Quellen
- Baker’s Dozen (card game) – englische Wikipedia
- Dick’s Games of Patience (Druck von 1884) – Internet Archive
- Morehead & Mott-Smith: The Complete Book of Solitaire and Patience Games (1949) – Internet Archive
- Castles in Spain (solitaire) – englische Wikipedia
- Baker’s Dozen – PySolFC-Regeln
- Bäckers Dutzend (Baker’s Dozen) – Xolitaire