Kartenspielregeln

Patience · Spiel 214 von 388 ♠

Bowling Solitaire

„Räum das Zehner-Pin-Dreieck mit zehn Bowlingkugel-Karten über zehn Durchgänge ab – jag das perfekte 300er-Spiel in Sid Sacksons Solo-Klassiker.“

Spieler
1
Dauer
15 Min.
Alter
ab 8
Anspruch
leicht
Karten
20 Karten (Ass bis 10 in zwei Farben)
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung konzentriertin 5 Minuten gelernt

Sammlungen: Patiencen · Spiele für Kinder

Kurzregeln

  • Ziel: Räum Pins über 10 Frames ab (max. 300 Punkte).
  • Aufbau: 20 Karten (Ass–10 zweier Farben; Ass=1, 10=0). 10 Pins als Dreieck (4-3-2-1). 10 Karten als 3 Kugelstapel (5, 3, 2); oberste aufdecken.
  • Würfe: Kugel nimmt 1 gleichen Pin oder 2–3 benachbarte (Summen-Endziffer passt). Wurf 1: keine hinteren Pins und Mittel-Pin nicht allein; Folgewürfe müssen an Lücken grenzen.
  • 2. Kugel: Festgefahren? Offene Kugeln abwerfen, neue aufdecken.
  • Wertung: Ball 1 räumt alles: Strike (10 + 2 Würfe). Ball 2 räumt alles: Spare (10 + 1 Wurf). Sonst: gefallene Pins.

Spickzettel

Wertung pro Frame

Ergebnis Symbol Punkte
Offener Frame 0–9 Zahl gefallener Pins
Spare / 10 + nächster 1 Wurf
Strike X 10 + nächste 2 Würfe
10. Frame / oder X Zusatzwurf/-würfe
  • Pins räumen: Kugel nimmt 1 gleichen Pin oder 2–3 benachbarte Pins mit gleicher Endziffer der Summe.
  • Wurf 1: Keine hinteren Pins und Mittel-Pin nicht allein nehmen.
  • Folgewürfe: Müssen an eine bereits freie Lücke grenzen.
  • 2. Kugel: Offene Kugel-Karten abwerfen, neue aufdecken.

Punkteblock

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Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Kartenwerte
  3. Vorbereitung
  4. Pins abräumen
  5. Einen Durchgang bowlen
  6. Wertung
  7. Tipps

Überblick

Bowling Solitaire ist ein elegantes Solo-Kartenspiel des berühmten Spieleerfinders Sid Sackson, erstmals erschienen 1969 in seinem Buch A Gamut of Games. Mit nur 20 Karten aus einem normalen Blatt simuliert es Zehn-Pin-Bowling verblüffend präzise und taktisch tiefgründig.

Du spielst über zehn Durchgänge („Frames“) und versuchst, eine dreieckige Pin-Auslage mit deinen Bowlingkugel-Karten abzuräumen. Räumst du alle zehn Pins im ersten Anlauf ab, gelingt dir ein Strike; schaffst du den Rest mit dem zweiten Anlauf, ist es ein Spare. Ein perfektes Spiel bringt 300 Punkte.

  • Spieler: 1
  • Du brauchst: 20 Karten (Ass bis 10 in zwei beliebigen Farben, etwa alle Herz und Pik). Zettel und Stift zum Notieren der zehn Durchgänge.

Kartenwerte

Nur die Zahlenwerte zählen; die Farben spielen keine Rolle:

  • Ass: 1
  • 2 bis 9: Nennwert (2 bis 9)
  • 10: 0 (oder 10)

Vorbereitung

Misch vor jedem Durchgang alle 20 Karten und leg aus:

  1. Die Pins (10 Karten): Zehn Karten offen in ein Dreieck legen wie echte Bowling-Pins: - Reihe 4 (hinterste Reihe): 4 Karten - Reihe 3: 3 Karten (die mittlere Karte ist der Mittel-Pin) - Reihe 2: 2 Karten - Reihe 1 (vorn): 1 Karte (der Kopf-Pin, dem Spieler am nächsten)
  2. Die Bowlingkugeln (10 Karten): Die restlichen zehn Karten verdeckt in drei Stapel aufteilen: - Stapel 1: 5 Karten - Stapel 2: 3 Karten - Stapel 3: 2 Karten
  3. Deck die oberste Karte jedes Kugelstapels auf.
7♠7♠♠8♥8♥♥9♠9♠♠10♥10♥♥4♥4♥♥5♠5♠♠6♥6♥♥2♠2♠♠3♥3♥♥A♠A♠♠410♠10♠♠Stapel 1(5)23♠3♠♠Stapel 2(3)2♥2♥♥Stapel 3(2)
Bowling Solitaire – Pins und Kugelstapel

Pins abräumen

In jedem Zug wählst du eine der offenen Kugel-Karten von einem Stapel, um Pins abzuräumen. Die Kugel-Karte und die abgeräumten Pins kommen aus dem Spiel:

  • Einzelner Pin: Der Wert der Kugel-Karte muss genau mit dem Pin übereinstimmen (eine 6 räumt eine 6 ab; eine 10 räumt eine 10 ab).
  • Zwei oder drei Pins: Du darfst zwei oder drei direkt benachbarte Pins zusammen abräumen, wenn ihre Summe auf die Zahl der Kugel-Karte endet (Summe modulo 10). Eine 7 räumt zum Beispiel benachbarte 3 und 4 ab (3 + 4 = 7), benachbarte 8 und 9 (8 + 9 = 17) oder benachbarte 1, 2 und 4 (1 + 2 + 4 = 7). Eine 10 (Wert 0) räumt benachbarte 3 und 7 (3 + 7 = 10) oder 4, 1 und 5 ab.

Zwei Pins sind benachbart, wenn sie sich im Dreieck waagerecht oder diagonal berühren.

Besondere Regeln

  1. Erster Schuss: Mit der allerersten Kugel-Karte eines Durchgangs darfst du keine Karte der hintersten Reihe (Reihe 4) abräumen und den mittleren Pin (Reihe 3, Mitte) nicht allein nehmen. (Der Mittel-Pin darf nur in Kombination mit einem angrenzenden Pin aus Reihe 2 fallen).
  2. Ketten-Regel: Nach dem ersten Abräumen muss jeder weitere Zug mindestens einen Pin abräumen, der an eine bereits entstandene Lücke angrenzt. Du musst in die freie Gasse weiterspielen.

Wird eine Kugel-Karte gespielt, deckst du sofort die nächste Karte dieses Stapels auf (sofern noch eine darunterliegt).

Einen Durchgang bowlen

In jedem Durchgang hast du bis zu zwei „Kugeln“ (Würfe):

1. Kugel (Erster Wurf)

Spiel offene Kugel-Karten nacheinander aus, solange du passende Züge findest und weiterspielen willst.

  • Strike (X): Räumst du alle zehn Pins mit der ersten Kugel komplett ab, ist das ein Strike! Der Durchgang endet sofort. Trag ein X auf deinem Spielzettel ein.

2. Kugel (Zweiter Wurf)

Geht mit der ersten Kugel kein Zug mehr oder brichst du ab, um bessere Kombinationen für den Spare zu wahren:

  1. Karten verbrennen: Wirf die oberste offene Karte von allen drei Kugelstapeln ungenutzt auf den Ablagestapel.
  2. Neue Karten aufdecken: Deck die nächste Karte jedes noch vorhandenen Stapels auf. Leere Stapel bleiben leer.
  3. Weiterspielen: Nutz die neu aufgedeckten Kugel-Karten nach denselben Regeln (jeder Zug muss an eine entstandene Lücke grenzen).
  • Spare (/): Räumst du alle restlichen Pins mit der zweiten Kugel ab, ist das ein Spare! Trag ein / auf dem Zettel ein.
  • Offener Durchgang: Kannst du nicht mehr anlegen und stehen noch Pins, endet der Durchgang. Zähl die Zahl aller abgeräumten Pins (0 bis 9) als Punktzahl für diesen Durchgang.

Wertung

Ein Spiel geht über zehn Durchgänge und wird genau wie echtes Bowling gezählt:

  • Offener Durchgang: Gibt so viele Punkte, wie Pins umgeworfen wurden.
  • Spare (/): Zählt 10 Punkte plus die Zahl der Pins, die mit dem nächsten einzelnen Wurf (der ersten Kugel des folgenden Durchgangs) fallen.
  • Strike (X): Zählt 10 Punkte plus die Zahl der Pins aus den nächsten zwei Würfen. Folgt ein weiterer Strike, zählt die 10 des nächsten Durchgangs plus die erste Kugel des übernächsten.
  • Zehnter Durchgang: Ein Strike im 10. Frame bringt zwei Bonuswürfe (mit neu ausgeteilten Pins und Kugeln). Ein Spare bringt einen Bonuswurf.
  • Höchstpunktzahl: 300 Punkte (12 Strikes in Folge: das perfekte Spiel).

Misch nach jedem Durchgang alle 20 Karten gründlich durch und bau Pins und Kugelstapel für den nächsten Durchgang komplett neu auf.

Tipps

  • Kopf-Pin früh räumen: Der vorderste Pin berührt beide Pins der zweiten Reihe und öffnet diagonale Gassen ins Zentrum der Auslage.
  • Zahlen im Blick behalten: Schau dir die Kugelstapel an. Siehst du eine Karte für einen schwierigen Außen-Pin (etwa eine 7 oder 10 hinten), lass einen Weg dorthin offen.
  • Rechtzeitig zur 2. Kugel wechseln: Passen die offenen Kugel-Karten nicht für gute Mehrfach-Treffer, bringt ein vorzeitiger Wechsel oft die rettenden Zahlen für einen sauberen Spare.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Patience (Sportsimulation)
  • Herkunft: 1969 – entworfen von Sid Sackson (New York), veröffentlicht in A Gamut of Games
  • Auch bekannt als: –
  • Verwandte Spiele: Golf-Patience, Poker Squares, Scoundrel

Bowling Solitaire stammt von Sid Sackson (1920–2002), einem der einflussreichsten und produktivsten Spieleautoren des zwanzigsten Jahrhunderts. Neben weltbekannten Klassikern wie Acquire, Can’t Stop und I’m the Boss! war Sackson ein leidenschaftlicher Spielesammler und -forscher mit einem Archiv von mehreren zehntausend Spielen.

Erstmals veröffentlichte Sackson das Spiel 1969 in seinem gefeierten Standardwerk A Gamut of Games. Das Buch versammelte historische Perlen und neue Eigenentwicklungen von Sackson und seinem befreundeten Autorenkreis, zu dem unter anderem Martin Gardner, Alex Randolph und Arthur Ambrosi gehörten. Sackson gestaltete Bowling Solitaire bewusst als Gegenentwurf zu glücksbetonten Patiencen: Ein Solo-Puzzlespiel, bei dem jeder Wurf echte taktische Entscheidungen verlangt, während der Rhythmus über zehn Durchgänge, die typischen Strike- und Spare-Boni sowie die magische 300-Punkte-Marke des echten Zehn-Pin-Bowlings gewahrt bleiben.

In der Szene moderner Solo-Kartenspiele gilt Bowling Solitaire als Paradebeispiel für minimalistisches Spieldesign: Mit nur 20 Karten aus einem normalen Blatt entfaltet es eine überraschende strategische Tiefe, schnelle Runden und spannende Abwägungen.

Quellen