Kartenspielregeln

Poker (Aufteilen) · Spiel 120 von 388 ♠

Chinese Poker

Dreizehn Karten, drei Pokerhände, kein Setzen – sortier deine Karten geschickt und schlag jeden Gegner Reihe für Reihe.

Spieler
2–4
Dauer
30 Min.
Alter
ab 12
Anspruch
mittel
Karten
52 Karten, ohne Joker
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung konzentriert

Sammlungen: Spiele für zwei · Spiele für drei · Spiele für vier

Kurzregeln

  • Ziel: Einheiten gewinnen – die drei Hände jedes Gegners Reihe für Reihe schlagen.
  • Je 13 Karten; seid ihr weniger als vier, kommt der Rest ungesehen zur Seite.
  • Verdeckt legen: hinten (5 Karten), Mitte (5), vorne (3). Stärke hinten › Mitte › vorne, sonst hast du verlegt.
  • Vorne zählen nur Drilling, Paar, höchste Karte.
  • Was liegt, bleibt liegen. Alle decken gleichzeitig auf.
  • Gegen jeden Gegner, Reihe für Reihe: 1 Einheit pro Hand, gewonnen oder verloren. Scoop (alle drei): +3 extra.
  • Alle Ergebnisse ergeben zusammen 0. Nach den vereinbarten Runden gewinnt die höchste Summe.

Spickzettel

Einheiten (gegen jeden Gegner)

Wofür Einheiten
Jede Hand gewonnen / verloren +1 / −1
Scoop (alle drei Hände) +3 extra (zusammen 6)
Verlegt (falsche Reihenfolge) 6 zahlen (+ Prämien)
Prämie: Drilling vorne 3
Prämie: Full House Mitte 2
Prämie: Vierling (hinten/Mitte) 4
Prämie: Straight Flush (hinten/Mitte) 5
  • Prämien (auf Wunsch) ersetzen die 1 Einheit und gelten nur für eine gewinnende Hand. Gleichstand zahlt nichts.
  • Eine verlegte Hand bekommt keine Prämien, zahlt aber die des Gegners. Haben zwei verlegt, zahlen sie einander nichts.
  • Hände: Straight Flush › Vierling › Full House › Flush › Straße › Drilling › zwei Paare › Paar › höchste Karte.

Punkteblock

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Hilfen

Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Kartenwerte und Rangfolge der Hände
  3. Vorbereitung
  4. Hände aufteilen
  5. Wertung
  6. Prämien
  7. Spielende
  8. Tipps für Einsteiger
  9. Varianten

Überblick

Chinese Poker ist ein Poker ohne Setzrunden. Jeder bekommt 13 Karten und sortiert sie in drei Pokerhände: eine hintere Hand aus fünf Karten, eine mittlere aus fünf Karten und eine vordere aus drei Karten. Dann decken alle auf, und jede Hand wird mit der entsprechenden Hand jedes Gegners verglichen. Für jede Hand, die du schlägst, bekommst du Einheiten (Punkte), für jede, die dich schlägt, zahlst du. Bluffen und Aussteigen gibt es nicht – die ganze Kunst liegt im Aufteilen deiner Karten.

  • Spieler: 2–4, jeder für sich; am besten zu viert.
  • Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten ohne Joker sowie Stift und Papier (oder den Punkteblock) für die Einheiten. Gespielt wird um Punkte, nicht um Geld.

Kartenwerte und Rangfolge der Hände

Die Karten zählen A K D B 10 9 8 7 6 5 4 3 2; das Ass darf auch unten in der Straße 5-4-3-2-A stehen. Alle Farben sind gleich viel wert.

Die hintere und die mittlere Hand sind ganz normale Pokerhände aus fünf Karten. Von der besten zur schwächsten:

Hand Beschreibung Beispiel
Royal Flush A K D B 10 in einer Farbe A♠ K♠ D♠ B♠ 10♠
Straight Flush fünf in Folge, gleiche Farbe 9♥ 8♥ 7♥ 6♥ 5♥
Vierling vier gleiche Werte 7 7 7 7 K
Full House Drilling + Paar D D D 4 4
Flush fünf einer Farbe K♦ B♦ 8♦ 5♦ 2♦
Straße fünf in Folge, gemischte Farben 10 9 8 7 6
Drilling drei gleiche Werte 5 5 5 K 2
Zwei Paare zwei verschiedene Paare B B 3 3 A
Ein Paar zwei gleiche Werte 10 10 A 7 4
Höchste Karte nichts von alledem A B 9 6 3

Jede Hand einer höheren Art schlägt jede Hand einer niedrigeren. Bei gleicher Art gewinnen die höheren Karten: Zuerst vergleicht ihr die wichtigsten Karten (den Vierling, den Drilling, das höhere Paar …), dann die übrigen Karten der Reihe nach von oben. Eine Straße zählt nach ihrer höchsten Karte, 5-4-3-2-A ist also die niedrigste. Sind alle Werte gleich, herrscht Gleichstand – die Farbe entscheidet nie.

Die vordere Hand hat nur drei Karten, dort zählen deshalb nur drei Arten: Drilling, ein Paar und höchste Karte. Drei Karten in Folge oder in einer Farbe sind einfach nur „höchste Karte“.

Vorbereitung

  1. Bestimmt den ersten Geber (z. B. wer die höchste Karte zieht); nach jedem Spiel gibt der linke Nachbar.
  2. Der Geber mischt und gibt reihum im Uhrzeigersinn, links beginnend, jedem einzeln 13 Karten verdeckt. Seid ihr weniger als vier, kommen die übrigen Karten ungesehen zur Seite.

Hände aufteilen

Schau dir deine Karten an und teil sie in drei Hände:

  • Hinten: fünf Karten – muss deine stärkste Hand sein.
  • Mitte: fünf Karten – darf nicht stärker sein als hinten.
  • Vorne: drei Karten – darf nicht stärker sein als die Mitte.

Leg die drei Hände verdeckt in einer Reihe vor dich: hinten ganz nah bei dir, davor die Mitte, ganz vorn die vordere Hand. Lass dir Zeit – aber was liegt, darfst du nicht mehr ändern. Sind alle fertig, decken alle gleichzeitig auf.

Wer die Reihenfolge falsch hat – etwa vorne ein Paar, in der Mitte aber nur höchste Karte –, hat verlegt (Foul). Zum Prüfen vergleicht ihr die vordere Dreierhand ganz normal mit der mittleren – vorne zählen nur Drilling, Paar oder höchste Karte. Eine verlegte Hand verliert automatisch alles, siehe unten.

Wertung

Jedes Spielerpaar rechnet für sich ab: deine hintere Hand gegen seine hintere, Mitte gegen Mitte, vorne gegen vorne.

  • Für jede Hand, die du schlägst, zahlt dir der Gegner 1 Einheit; für jede, die dich schlägt, zahlst du 1. Gleichstand zahlt nichts.
  • Scoop: Schlägst du alle drei Hände eines Gegners, zahlt er dir 3 Einheiten extra – zusammen 6.
  • Verlegt: Der Spieler verliert gegen jeden Gegner alle drei Hände und zahlt jedem so viel wie bei einem Scoop: 6 Einheiten, oder mehr, wenn die Hände dieses Gegners Prämien bringen (siehe unten). Haben zwei Spieler verlegt, zahlen sie einander nichts.

Zähl deine Gewinne und Verluste gegen alle Gegner zusammen: Das ist dein Ergebnis für die Runde. Alle Ergebnisse zusammen ergeben immer 0.

Beispiel: Anna legt hinten 8♠ 8♥ 8♦ 4♣ 4♦ (Full House), in die Mitte K♠ K♦ 9♣ 9♥ 3♠ (zwei Paare), vorne A♣ D♦ 5♥ (höchste Karte). Ben legt hinten B♥ 10♥ 6♥ 3♥ 2♥ (Flush), in die Mitte D♠ D♣ 7♦ 7♣ 2♠ (zwei Paare), vorne 6♠ 6♦ K♣ (Paar). Anna gewinnt hinten (Full House schlägt Flush) und in der Mitte (Könige schlagen Damen), Ben gewinnt vorne (Paar schlägt höchste Karte). Anna bekommt 2 und zahlt 1: Sie steht bei +1, Ben bei −1. Hätte Carla alle drei Hände von Ben geschlagen, müsste Ben ihr 6 zahlen.

A♣D♦5♥5♥♥VorneK♠K♦9♣9♥3♠3♠♠Mitte8♠8♥8♦4♣4♦4♦♦Hinten
Chinese Poker – Annas drei Hände; die hintere liegt ihr am nächsten

Prämien

Meist gibt es außerdem eine Prämie (Royalty) für eine sehr starke Hand am richtigen Platz. Die übliche Tabelle, wie sie pagat.com angibt: Die Prämie ersetzt die normale 1 Einheit für diese Hand und gilt nur, wenn die Hand gewinnt – haben beide vorne einen Drilling, bekommt nur der höhere 3 Einheiten. Eine verlegte Hand bekommt nie eine Prämie, zahlt aber die Prämien der gewinnenden Hände des Gegners.

Hand Einheiten
Drilling vorne 3
Full House in der Mitte 2
Vierling (hinten oder Mitte) 4
Straight Flush (hinten oder Mitte) 5

Es gibt auch andere Tabellen: Im Casino Hawaiian Gardens und in der vietnamesischen Fassung, die pagat.com beschreibt, bringt ein Vierling in der Mitte 8 Einheiten und ein Straight Flush in der Mitte 10 (hinten 4 und 5). Sprecht vorher ab, ob ihr mit Prämien spielt und mit welchen Werten.

Spielende

Schreibt nach jeder Runde die Ergebnisse auf. Spielt eine vereinbarte Zahl von Runden oder bis zu einer vereinbarten Zeit – wer dann die höchste Summe hat, gewinnt.

Tipps für Einsteiger

  • Fang hinten an: Such deine beste Fünferhand, dann die beste aus dem Rest, und leg die übrigen drei Karten nach vorn.
  • Mach die hintere Hand nicht auf Kosten der anderen zu stark – zwei gewonnene Hände sind mehr wert als ein Monster.
  • Ein Paar vorne ist wertvoll: Die meisten vorderen Hände sind nur „höchste Karte“.
  • Prüf die Reihenfolge, bevor du ablegst. Verlegen ist der teuerste Fehler im Spiel.

Varianten

Alles freiwillig – vorher absprechen.

  • 2-4-Wertung: 1 Einheit pro gewonnener Hand, dazu 1 Extra-Einheit für den, der gegen einen Gegner zwei oder drei der drei Hände gewinnt (statt des Scoop-Bonus).
  • Aufgeben (Surrender): Vor dem Aufdecken darf ein Spieler aufgeben und jedem Gegner einen vereinbarten Betrag zahlen (z. B. 3 Einheiten), statt zu spielen.
  • Sonderhände: Einige 13-Karten-Hände gewinnen automatisch und müssen vor dem Aufdecken angesagt werden, z. B. sechs Paare, drei Straßen oder drei Flushs (je 3 Einheiten von jedem Gegner) und der Drache, je eine Karte jedes Werts von A bis K (13 Einheiten).
  • Open-Face Chinese: Jeder bekommt fünf Karten und legt sie offen in seine drei Reihen. Danach nimmt reihum jeder immer eine Karte und legt sie offen in eine Reihe, bis alle 13 liegen; verschieben darf man nie. Gewertet wird genauso, meist mit höheren Prämien. Mit Fantasyland bekommt, wer vorne ein Paar Damen oder besser legt (ohne zu verlegen), in der nächsten Runde alle 13 Karten auf einmal. Bei Pineapple nimmst du nach den ersten fünf jeweils drei Karten, legst zwei davon an und wirfst eine verdeckt ab.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Poker (Aufteilen) – 13 Karten, in drei Pokerhände sortiert, ohne Setzen
  • Herkunft: vermutlich der kantonesischsprachige Süden Chinas; Zeitpunkt unbekannt
  • Auch bekannt als: Sap Sam Cheung („13 Karten“, kantonesisch), Pusoy (Philippinen), Pepito (Hawaii), Russian Poker
  • Ähnliche Spiele: Open-Face Chinese Poker, Pai Gow Poker, Big Two, Five-Card Draw

Chinese Poker gehört zu einer kleinen Gruppe von Aufteilungsspielen: Statt auf eine Hand zu setzen, teilst du deine Karten in mehrere Pokerhände auf. Laut pagat.com heißt es auf Kantonesisch Sap Sam Cheung (十三張), „dreizehn Karten“; es ist in Hongkong und Teilen Südostasiens beliebt und wird auch in den USA gespielt. Dieselbe Seite nennt weitere Namen wie Pusoy auf den Philippinen und Pepito auf Hawaii und beschreibt zahlreiche regionale Wertungen, vom vietnamesischen Xập Xám bis zu den Regeln des Casinos Hawaiian Gardens in Kalifornien. Die deutsche Wikipedia erklärt den englischen Namen damit, dass das Spiel in den USA lange vor allem von asiatischen Einwanderern gespielt wurde.

Nach der englischen Wikipedia stand Chinese Poker 1995 und 1996 auf dem Programm der World Series of Poker, seither aber nicht mehr.

Der bekannteste Ableger ist Open-Face Chinese Poker (OFC), bei dem die Karten einzeln offen ausgelegt werden. Trotz des Namens entstand es laut pagat.com Anfang des 21. Jahrhunderts in Russland und Finnland; Wikipedia verortet es Mitte der 2000er-Jahre in Finnland und berichtet, dass es 2012 die USA erreichte und sich schnell unter Spielern mit hohen Einsätzen verbreitete. Auch beim verwandten Casinospiel Pai Gow Poker teilt man seine Karten auf – sieben Karten in eine Fünfer- und eine Zweierhand.

Quellen