Patience · Spiel 188 von 388 ♦
Uhr
Dreizehn Stapel wie ein Zifferblatt, und die Karten finden ihren Weg von selbst – schlägt der vierte König zu früh?
- Spieler
- 1
- Dauer
- 5 Min.
- Alter
- ab 5
- Anspruch
- leicht
- Karten
- 52 Karten, ohne Joker
- Können – Glück
- KönnenGlück
- Jeder für sich – Viel Interaktion
- Jeder für sichViel Interaktion
- Einfach – Komplex
- EinfachKomplex
- Schnell – Lang
- SchnellLang
Stimmung entspanntin 5 Minuten gelernt
Sammlungen: Patiencen · Spiele für Kinder
Ausführliche Regeln
Überblick
Die Uhr ist eine ganz einfache Patience (ein Kartenspiel für eine Person, auch Solitär genannt). Die Karten liegen in Stapeln wie auf einem Zifferblatt, und jede aufgedeckte Karte sagt dir, wo es weitergeht. Du triffst keine einzige Entscheidung – es ist reines Glück und deshalb eine schöne erste Patience für Kinder. Du gewinnst, wenn alle Karten aufgedeckt sind, bevor der vierte König erscheint.
- Spieler: 1
- Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten, ohne Joker, und Platz für einen Kreis aus Stapeln.
Vorbereitung
Misch und verteil alle 52 Karten verdeckt auf 13 Stapel zu je 4 Karten. Leg 12 davon im Kreis wie die Zahlen einer Uhr aus und den 13. Stapel in die Mitte:
Jeder Stapel gehört zu einem Wert: der Stapel auf 1 Uhr zu den Assen, der auf 2 Uhr zu den 2ern und so weiter bis 10 Uhr für die 10er; 11 Uhr gehört den Buben, 12 Uhr den Damen, und der Stapel in der Mitte den Königen.
Spielablauf
- Deck die oberste Karte des Mittelstapels auf.
- Schieb sie offen unter den Stapel, zu dem sie gehört – eine 7 unter den 7-Uhr-Stapel, eine Dame unter den 12-Uhr-Stapel, einen König unter den Mittelstapel.
- Deck jetzt die oberste verdeckte Karte dieses Stapels auf und schieb auch sie offen unter ihren Stapel.
- So geht es weiter: Der Stapel, unter den du zuletzt eine Karte geschoben hast, liefert immer die nächste Karte.
- Kommt ein König, schiebst du ihn unter den Mittelstapel und nimmst die nächste verdeckte Karte aus der Mitte.
Weil jede neue Karte nach unten kommt, bleiben die verdeckten Karten oben, wo du sie nehmen kannst, und die offenen sammeln sich darunter.
Beispiel: Die erste Karte aus der Mitte ist eine 4♦. Du schiebst sie unter den 4-Uhr-Stapel und deckst dessen oberste Karte auf: einen B♣. Er kommt unter den 11-Uhr-Stapel, dessen oberste Karte ein K♥ ist. Der König wandert unter den Mittelstapel, und du deckst die nächste Karte der Mitte auf …
Gewonnen oder verloren
Das Spiel endet, sobald der vierte König unter den Mittelstapel kommt – dann geht es nicht mehr weiter.
- Sind in diesem Moment alle 52 Karten offen, ist die Uhr vollständig, und die Patience ist aufgegangen.
- Liegen noch irgendwo verdeckte Karten, hast du verloren.
Ungefähr jedes dreizehnte Spiel geht auf.
Tipps für Einsteiger
- Es gibt nichts zu entscheiden, also spiel zügig – ein Spiel dauert nur ein paar Minuten.
- Ideal für Kinder, die die Reihenfolge der Karten lernen: Sie müssen jedes Mal die richtige Zahl auf der Uhr finden.
- Achte darauf, jede Karte unter ihren Stapel zu schieben, nicht obendrauf – sonst kommt alles durcheinander.
Varianten
- Watch („Armbanduhr“): Kommt der vierte König, während noch verdeckte Karten liegen, darfst du ihn gegen eine beliebige verdeckte Karte tauschen: Der König kommt verdeckt an ihre Stelle, und du spielst mit der genommenen Karte weiter. Das Spiel endet, wenn dieser König wieder aufgedeckt wird.
Hintergrund & Geschichte
- Familie: Patience (reines Glück; Verwandte von Wandering Card)
- Herkunft: Europa; in englischen Büchern seit dem 19. Jahrhundert beschrieben
- Auch bekannt als: Uhren-Patience, Uhr-Patience; englisch Clock, The Clock, Sundial, manchmal Travellers oder Hidden Cards
- Ähnliche Spiele: Wandering Card, Travellers, Hidden Cards, Watch; nicht zu verwechseln mit Big Ben oder Grandfather’s Clock
Laut der englischen Wikipedia hieß das Spiel im 19. Jahrhundert The Clock; später wurde der Name zu Clock verkürzt. Es steht in Mrs. E. D. Cheneys Patience (1869) und in Foster’s Complete Hoyle (1897), später auch in David Parletts Penguin Book of Patience und in Morehead und Mott-Smiths Hoyle’s Rules of Games. Wikipedia beschreibt es als Abwandlung von Wandering Card, einem alten Spiel europäischer Herkunft.
Manche Bücher nennen Travellers und Hidden Cards als weitere Namen für die Uhr. Laut Wikipedia sind das aber eigene Abwandlungen von Wandering Card mit anderer Auslage und anderem Ablauf – die Idee ist dieselbe: Jede aufgedeckte Karte schickt dich zum nächsten Stapel.
Bei der Uhr gibt es keine Entscheidungen: Allein das Mischen bestimmt den Ausgang, die Gewinnchance liegt bei genau 1 zu 13. Deshalb ist sie eine beliebte erste Patience für Kinder – das Schweizer Jassverzeichnis empfiehlt sie, um die Reihenfolge der Karten zu lernen. Im deutschen Sprachraum heißt sie meist einfach Uhren- oder Uhr-Patience. Der Name „Uhr“ wird auch für andere Patiencen mit Zifferblatt benutzt, die echtes Können verlangen, etwa Big Ben und Grandfather’s Clock – mit diesem Spiel haben sie sonst nichts gemein.