Stichspiel · Spiel 350 von 388 ♥
Collusion
Das Stichspiel zum Verhandeln – verabrede dich, genauso viele Stiche wie ein anderer zu machen, und brich den Pakt, wenn es dir passt.
- Spieler
- 4
- Dauer
- 45 Min.
- Alter
- ab 10
- Anspruch
- leicht
- Karten
- 52 Karten, ohne Joker
- Können – Glück
- KönnenGlück
- Jeder für sich – Viel Interaktion
- Jeder für sichViel Interaktion
- Einfach – Komplex
- EinfachKomplex
- Schnell – Lang
- SchnellLang
Stimmung lebhaftin 5 Minuten gelernt
Sammlungen: Spiele für vier
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Ausführliche Regeln
Überblick
Collusion (englisch für „geheime Absprache“) ist ein Stichspiel für vier, erfunden von David Parlett, bei dem geredet werden darf – und soll. Ein Stich besteht aus je einer Karte aller Spieler; die höchste Karte der ausgespielten Farbe gewinnt ihn. Dein Ziel: am Ende genau so viele Stiche wie ein anderer Spieler zu haben. Dafür verhandelt ihr quer über den Tisch: „Ich will vier – wer noch?“ Aber keine Abmachung ist bindend, Bündnisse wechseln von Stich zu Stich, und ein Gleichstand, den zu viele wollen, wird bestraft.
- Spieler: 4, jeder spielt für sich.
- Du brauchst: ein normales 52er-Blatt ohne Joker, Papier und Stift.
Erfunden von David Parlett – Originalregeln: Collusion (englisch).
Vorbereitung
- Der erste Geber wird ausgelost, danach gibt reihum der linke Nachbar.
- Mischen und alle Karten einzeln im Uhrzeigersinn verteilen: Jeder bekommt 13 Karten auf die Hand.
In jeder Farbe gilt von hoch nach niedrig: A K D B 10 9 8 7 6 5 4 3 2. Es gibt keinen Trumpf.
Das Spiel
- Der Spieler links vom Geber spielt aus – legt die erste Karte des ersten Stichs.
- Die anderen legen reihum im Uhrzeigersinn je eine Karte dazu. Es gilt Bedienpflicht: Du musst die ausgespielte Farbe legen, wenn du kannst. Kannst du nicht, darfst du jede Karte abwerfen.
- Die höchste Karte der ausgespielten Farbe gewinnt den Stich. Der Gewinner legt ihn verdeckt vor sich und spielt zum nächsten Stich aus.
- Alle 13 Stiche werden gespielt.
Absprachen
Während des Spiels dürfen sich jederzeit zwei Spieler absprechen: Sie wollen beide auf dieselbe Stichzahl kommen. Sagen darfst du fast alles, zum Beispiel:
- „Ich gehe auf vier.“ / „Ich mache wohl keinen Stich mehr.“
- „Will noch jemand drei?“ / „Holst du noch einen Stich?“
- „Spiel bitte ein niedriges Herz aus.“ / „Welche Farbe soll ich ausspielen?“ / „Bitte kein Pik.“
Nicht erlaubt ist es, Karten zu zeigen oder irgendetwas darüber zu sagen, was du tatsächlich auf der Hand hast. Eine Strafe gibt es nicht – wer die Regel bricht, verdirbt einfach das Spiel.
Alle Absprachen sind locker und unverbindlich. Du kannst sie treffen, den Partner wechseln und sie brechen, wie es dir im Lauf des Spiels passt. Darum heißt Collusion auch „das Redespiel“.
Abrechnung
Jeder bekommt 1 Punkt je Stich und dazu höchstens einen dieser Boni:
| Stiche am Ende des Spiels | Bonus |
|---|---|
| Genau zwei Spieler haben gleich viele | beide je +10 |
| Keine zwei Spieler haben gleich viele | wer die wenigsten hat, +20 |
| Drei Spieler haben gleich viele | der Vierte +30 |
(Weil 13 ungerade ist, kann es weder zwei Paare noch einen Gleichstand aller vier geben.)
Beispiel: Anna macht 4 Stiche, Ben 4, Carla 2 und Dan 3. Genau zwei haben 4, also bekommen Anna und Ben je 4 + 10 = 14; Carla bekommt 2, Dan 3.
Nächstes Spiel: Anna 0, Ben 2, Carla 5, Dan 6. Niemand ist gleich, also bekommt Anna mit den wenigsten Stichen 0 + 20 = 20; die anderen bekommen ihre Stiche.
Noch ein Spiel: Anna, Ben und Carla machen je 3 Stiche, Dan 4. Dan bekommt 4 + 30 = 34, die anderen je 3.
Spielende
Gespielt wird bis 100 Punkte – aber die 100 erreichst du nur mit einem Bonus, nicht mit Stichen allein. Würden dich deine Stiche ohne Bonus auf 100 oder mehr bringen, ziehst du ihre Zahl ab, statt sie dazuzuzählen.
Beispiel: Carla hat 95 Punkte. Macht sie 6 Stiche ohne Bonus, fällt sie auf 95 − 6 = 89. Mit 3 Stichen und einem Gleichstand-Bonus kommt sie auf 95 + 3 + 10 = 108 und gewinnt.
Wer zuerst 100 erreicht, gewinnt; schaffen es zwei im selben Spiel, gewinnt der höhere Stand.
Tipps für Einsteiger
- Versuch am Anfang, jeden Stich abzugeben: Haben keine zwei anderen gleich viele, bekommt der mit den wenigsten Stichen 20.
- Vier, sieben oder zehn Stiche sind gute Ziele: Dann können die anderen drei gleichziehen (3-3-3-4, 2-2-2-7, 1-1-1-10), und du bekommst 30.
- Sonst wähl eine Zahl, die ein anderer wahrscheinlich auch erreicht. Im Schnitt sind es 3,25 Stiche, aber laut Parlett ist zwei die häufigste Zahl – ein gutes Ziel, wenn dir zum Sieg nur noch ein Bonus von 10 fehlt.
- Mittlere Karten halten dir alle Wege offen; leg dich erst auf ein Ziel fest, wenn du siehst, welche deiner Karten Stiche machen.
- Achte darauf, was jeder abwirft oder zugibt – auch beim Bedienen. Daran erkennst du, ob jemand Stiche will oder loswerden möchte.
Varianten
- Kürzere Partie: Laut Parlett bevorzugen die meisten Rezensenten ein Ziel von 50. Die Bonus-Regel gilt dann für 50 statt 100.
- Drei Spieler: Parletts Gegenstück für drei ist ein eigenes Spiel, Dumbo; siehe seine Website.
Hintergrund & Geschichte
- Familie: Stichspiel (genaue Stichzahl, offenes Verhandeln)
- Herkunft: England – ein modernes Spiel von David Parlett
- Auch bekannt als: Cahoots (früherer Name), Dangerous Liaisons, „das Redespiel“
- Ähnliche Spiele: Dumbo, Stiche-Raten, Bugami, Entensuppe
Collusion ist eines der eigenen Kartenspiele von David Parlett (geboren 1939 in London), dem britischen Spielehistoriker und Autor von The Oxford Dictionary of Card Games und The Penguin Book of Card Games. Die Regeln seiner Spiele stellt er kostenlos auf seine Website, alle für ein normales 52er-Blatt; die Regeln auf dieser Website sind in eigenen Worten geschrieben. Parlett zählt es zu seinen Lieblingsspielen. Zuerst hieß es Collusion, dann Cahoots („unter einer Decke stecken“), später wieder Collusion; nach einer Partie schlug sein Mitspieler Nigel Parker den Untertitel Dangerous Liaisons („Gefährliche Liebschaften“) vor.
Wie bei Stiche-Raten geht es um eine genaue Stichzahl, doch die wird nie angesagt und festgelegt. Sie hängt von den anderen ab, und darüber darf man offen reden – darum heißt es in Parletts Runde „das Redespiel“. Auf BoardGameGeek nannte ein Rezensent es „Parlett in Bestform: schmerzhaft einfache Regeln mit einer Tiefe, die sich erst im Spiel entfaltet“, vieles davon psychologisch, und lobte das freie Reden am Tisch als unterhaltsamer als Reizkonventionen. In einem Interview mit The Opinionated Gamers empfahl Parlett 2023 Collusion für vier Spieler, die jeder für sich spielen.
Für drei Spieler hat Parlett ein Gegenstück entworfen, Dumbo. Eine französische Übersetzung, Collusio, steht auf seiner Website.