Kartenspielregeln

Patience · Spiel 217 von 388 ♣

Crazy Quilt

Trenn ein Schachbrett aus stehenden und liegenden Karten von den Rändern her auf und bau Asse auf- und Könige abwärts.

Spieler
1
Dauer
20 Min.
Alter
ab 10
Anspruch
mittel
Karten
2 × 52 Karten, ohne Joker
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung konzentriert

Sammlungen: Patiencen · Mit zwei Blättern

Kurzregeln

  • Ziel: alle 104 Karten auf 8 Zielstapel, farbgleich: Asse aufwärts bis K, Könige abwärts bis A.
  • Aufbau: je A und K jeder Farbe heraus als Grundkarten. Quilt: 8 × 8 offen, Kante an Kante, abwechselnd hochkant und quer. Rest (32) = Vorrat.
  • Spielbar: Quilt-Karten mit freier Schmalseite (zu Beginn 16). Lücken bleiben leer.
  • Vorrat einzeln auf den Abwurfstapel umdrehen; oberste Karte darf auf einen Zielstapel.
  • Spielbare Quilt-Karten dürfen auf die oberste Abwurfkarte: farbgleich eins höher oder tiefer (nicht über Eck).
  • Nichts zurück in den Quilt.
  • Einmal neu geben, ungemischt. Dann fest: verloren.

Spickzettel

Züge

Karte Darf auf
Spielbare Quilt-Karte Zielstapel oder Abwurfstapel (±1, farbgleich)
Oberste Karte Abwurfstapel Zielstapel
Vorrat einzeln auf den Abwurfstapel

Tipps

  • Muster: Reihe 1 beginnt hochkant, Reihe 2 quer und so weiter.
  • Beispiel: Oben liegt die 8♠; leg die freie 9♠ darauf, dann die 10♠ – jeder Zug macht neue Quilt-Karten frei.
  • Erst in den Quilt schauen, dann umdrehen – Züge auf die Zielstapel gehen vor.
  • Begrab auf dem Abwurfstapel keine Karte, die ein Zielstapel bald braucht.
  • Befreie Karten, von denen viele Nachbarn abhängen: Randmitte bringt mehr als eine Ecke.
  • Leichter: zweites Neugeben oder über Eck auf dem Abwurfstapel.

Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Vorbereitung
  3. Spielablauf
  4. Neu geben
  5. Spielende
  6. Tipps für Einsteiger
  7. Varianten

Überblick

Crazy Quilt ist eine Patience (ein Kartenspiel für eine Person, auch Solitär genannt) mit zwei Blättern. Die Auslage, der Quilt (englisch für Steppdecke), ist ein Quadrat aus 64 Karten, die abwechselnd stehen und liegen – wie die Felder eines Schachbretts. Du ziehst die Karten vom Rand her aus dem Quilt und bringst sie auf acht Zielstapel – Stapel, die in fester Reihenfolge aufgebaut werden: Vier beginnen mit einem Ass und steigen bis zum König auf, vier beginnen mit einem König und steigen bis zum Ass ab, jeder Stapel in nur einer Farbe.

  • Spieler: 1
  • Du brauchst: zwei normale 52er-Blätter ohne Joker und einen großen Tisch.

Vorbereitung

  1. Zielstapel: Nimm je ein Ass und einen König jeder Farbe heraus (8 Karten) und leg sie in einer Reihe über die Auslage. Das sind die Grundkarten der acht Zielstapel.
  2. Quilt: Misch die übrigen 96 Karten. Leg 64 Karten offen in 8 Reihen zu 8 aus und dreh dabei jede zweite Karte quer. Die erste Karte der ersten Reihe steht hochkant (↕), die zweite liegt quer (↔) und so weiter; die nächste Reihe beginnt mit einer quer liegenden Karte. Leg die Karten Kante an Kante, sodass benachbarte Karten sich berühren.
  3. Vorrat: Die restlichen 32 Karten bleiben verdeckt als Vorrat (der Stapel, von dem du ziehst). Daneben entsteht ein offener Abwurfstapel.
A♠A♠♠A♥A♥♥A♦A♦♦A♣A♣♣K♠K♠KK♥K♥KK♦K♦KK♣K♣KZielstapelD♥D♥D6♣6♣♣2♦2♦♦10♣10♣♣3♦3♦♦4♥4♥♥7♠7♠♠5♠5♠♠A♦A♦♦8♦8♦♦3♣3♣♣6♠6♠♠8♣8♣♣3♠3♠♠4♣4♣♣3♣3♣♣3♥3♥♥4♠4♠♠9♦9♦♦10♥10♥♥7♦7♦♦3♦3♦♦B♥B♥B8♠8♠♠5♣5♣♣9♠9♠♠8♥8♥♥K♥K♥KD♣D♣D8♣8♣♣3♥3♥♥6♥6♥♥B♥B♥B8♦8♦♦D♦D♦D10♦10♦♦7♥7♥♥B♠B♠BK♦K♦K10♣10♣♣3♠3♠♠D♣D♣D9♠9♠♠6♣6♣♣5♣5♣♣4♦4♦♦D♠D♠DD♠D♠D7♣7♣♣10♠10♠♠4♠4♠♠10♦10♦♦D♥D♥D2♣2♣♣B♣B♣B5♥5♥♥9♣9♣♣5♠5♠♠K♠K♠K7♠7♠♠9♥9♥♥A♥A♥♥A♣A♣♣4♥4♥♥32VorratAbwurfstapel
Crazy Quilt – eine Beispiel-Auslage; die 16 umrandeten Karten sind zu Beginn spielbar

Spielablauf

Zielstapel aufbauen: Eine Karte darf auf einen Zielstapel ihrer eigenen Farbe, wenn sie direkt anschließt:

  • auf einen Ass-Stapel die nächsthöhere Karte: A, 2, 3 … D, K;
  • auf einen König-Stapel die nächstniedrigere Karte: K, D, B … 2, A.

Spielbare Karten im Quilt: Eine Karte im Quilt ist spielbar, wenn mindestens eine ihrer Schmalseiten keine andere Karte berührt. Zu Beginn sind das die hochkant stehenden Karten der obersten und untersten Reihe und die quer liegenden Karten der äußeren linken und rechten Spalte – insgesamt 16 Karten. Jede Karte, die du wegnimmst, macht die Nachbarn frei, deren Schmalseite an sie gestoßen ist; so arbeitest du dich nach und nach in den Quilt hinein. Lücken im Quilt werden nie gefüllt.

Vorrat und Abwurfstapel: Dreh die oberste Karte des Vorrats auf den Abwurfstapel um, wann immer du willst – immer eine Karte auf einmal. Die oberste Karte des Abwurfstapels darf auf einen Zielstapel.

Anlegen auf dem Abwurfstapel: Eine spielbare Karte aus dem Quilt darf auch auf die oberste Karte des Abwurfstapels, wenn sie in derselben Farbe um eins höher oder niedriger ist. Über Eck geht es dabei nicht: Ass und König sind hier keine Nachbarn. So kannst du Karten freilegen, an die du sonst nicht herankämst. Karten auf dem Abwurfstapel dürfen nur auf die Zielstapel – nie zurück in den Quilt.

Beispiel: Oben auf dem Abwurfstapel liegt die 8♠. Im Quilt sind die 9♠ und danach die 10♠ spielbar. Du legst die 9♠ auf die 8♠ und die 10♠ auf die 9♠ – jeder Zug macht im Quilt neue Nachbarn frei. Die 10♠ kann später auf einen König-Stapel, der bis zum B♠ gekommen ist.

Neu geben

Ist der Vorrat leer, darfst du den Abwurfstapel einmal ungemischt umdrehen und als neuen Vorrat nehmen (er enthält jetzt auch die Quilt-Karten, die du angelegt hast). Dann geht es weiter wie vorher.

Spielende

Du gewinnst, wenn alle 104 Karten auf den Zielstapeln liegen. Ist der Vorrat zum zweiten Mal leer und kein Zug mehr möglich, ist die Patience verloren.

Tipps für Einsteiger

  • Schau vor dem Umdrehen, was im Quilt spielbar ist – Züge auf die Zielstapel gehen immer vor.
  • Nutz den Abwurfstapel, um den Quilt zu öffnen, aber begrab dort keine Karte, die du bald für einen Zielstapel brauchst.
  • Befreie Karten dort, wo viele Nachbarn von ihnen abhängen: Eine Ecke macht weniger frei als eine Karte mitten am Rand.

Varianten

  • Zweites Neugeben (optional): Erlaub ein zweites Neugeben – das macht die Patience leichter.
  • Über Eck (Hausregel): Wie bei Alhambra darf die Folge auf dem Abwurfstapel vom König zum Ass und vom Ass zum König weiterlaufen. Auch das macht die Patience etwas leichter.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Patience mit zwei Blättern (Reserve mit Vorrat und Abwurfstapel)
  • Herkunft: unbekannt
  • Auch bekannt als: Quilt, Indian Carpet, Japanese Rug
  • Ähnliche Spiele: Persian Rug, Carpet, Labyrinth, Babette, Archway

Crazy Quilt („verrückte Flickendecke“) verdankt seinen Namen der ungewöhnlichen Auslage: Die 64 Reservekarten, abwechselnd hochkant und quer gelegt, erinnern an das Gewebe eines Teppichs oder das Flickwerk einer Steppdecke – daher auch die Namen Indian Carpet („indischer Teppich“) und Japanese Rug („japanischer Läufer“). Wo und wann das Spiel entstanden ist, ist nicht bekannt. Beschrieben wird es zum Beispiel in Francesca Parodis Big Book of Solitaire (2004). Einen eingeführten deutschen Namen gibt es nicht; auch deutschsprachige Solitär-Seiten nennen es Crazy Quilt.

Wegen der quer liegenden Karten fand man Crazy Quilt lange selten in Solitär-Sammlungen für den Computer, die meist nur hochkant stehende Karten zeigen. Heute gibt es mehrere Apps und Online-Fassungen; manche verwenden Indian Carpet als Namen für eine leichtere Version mit zweitem Neugeben. In einer weiteren Variante, manchmal Persian Rug genannt, werden die Karten außerhalb des Quilts auf Reservestapel verteilt statt einen Vorrat mit Abwurfstapel zu bilden, was mehr Spielraum lässt.

Das Prinzip, Karten vom Rand einer Auslage her freizuspielen, erinnert an Mahjong-Solitär und unter den Kartenpatiencen an Labyrinth und Babette, bei denen Karten ebenfalls erst spielbar werden, wenn ihre Nachbarn weg sind. Nicht zu verwechseln ist Crazy Quilt mit Carpet, einer Patience mit einem Blatt und einer Auslage von 4 × 5 Karten. Die Zielstapel – je Farbe ein Ass aufwärts und ein König abwärts – sind dieselben wie bei Archway und vielen anderen Patiencen mit zwei Blättern.

Quellen