Kartenspielregeln

Poker (Draw) · Spiel 133 von 388 ♣

Diablo

Five-Card Draw mit wilden Zweien – doch wer das Setzen eröffnet, muss den Pot gewinnen oder den nächsten bezahlen.

Spieler
3–7
Dauer
45 Min.
Alter
ab 16
Anspruch
mittel
Karten
52 Karten, ohne Joker, dazu Chips
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung lebhaftin 5 Minuten gelernt

Sammlungen: Spiele für drei · Spiele für vier · Spiele für fünf · Spiele für sechs und mehr

Kurzregeln

  • Ziel: den Pot gewinnen – mit der besten Fünferhand, oder alle steigen aus.
  • Ante, jeder 5 Karten verdeckt. Zweien sind wild.
  • Setzrunde links vom Geber: checken, setzen, mitgehen, erhöhen oder aussteigen. Wer zuerst setzt = Eröffner. Alle checken: Pot bleibt, neues Ante, nächster Geber.
  • Tauschen: links vom Geber beginnend 0–2 Karten.
  • Wieder Setzen, Eröffner zuerst. Showdown: Beste Hand gewinnt.
  • Diablo: Gewinnt der Eröffner nicht – oder steigt aus –, zahlt er einen neuen Pot in Höhe des eben gewonnenen. Nächstes Spiel ohne Ante – bis ein Eröffner gewinnt.
  • Geben wandert nach links.

Spickzettel

Rangfolge der Hände (beste zuerst)

Hand Beispiel
Fünfling A A A 2 2
Royal / Straight Flush A♠ K♠ D♠ B♠ 10♠ / 9♥ 8♥ 7♥ 6♥ 5♥
Vierling 7 7 7 7 K
Full House / Flush D D D 4 4 / K♦ B♦ 8♦ 5♦ 3♦
Straße 10 9 8 7 6 (A-2-3-4-5 niedrigste)
Drilling 5 5 5 K 3
Zwei Paare / ein Paar B B 4 4 A / 10 10 A 7 4
Höchste Karte A B 8 6 3

Wilde Zweien ersetzen jede Karte, die du nicht schon hast (außer beim Fünfling). Farben zählen nie.

Diablo: Teilt der Eröffner bei Gleichstand, hat er gewonnen. Hat er zu wenig Chips, zahlt er alles, was er hat. Eine laufende Diablo-Serie wird zu Ende gespielt. Tipp: Eröffne erst etwa ab einem Drilling.

Punkteblock

Partien werden in diesem Browser auf diesem Gerät gespeichert.

Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Rangfolge der Hände
  3. Setzen in Kürze
  4. Vorbereitung
  5. Ablauf eines Spiels
  6. Die Diablo-Regel
  7. Spielende
  8. Tipps für Einsteiger
  9. Varianten

Überblick

Diablo ist eine Pokervariante mit Kartentausch (Five-Card Draw) für private Runden. Jeder bekommt fünf geheime Karten, setzt, darf bis zu zwei davon tauschen und setzt noch einmal; die beste Pokerhand aus fünf Karten gewinnt den Pot – alle Chips, die in diesem Spiel gesetzt wurden. Alle vier Zweien sind wild. Der teuflische Haken: Wer das Setzen eröffnet, muss den Pot gewinnen. Gewinnt ihn jemand anderes, muss der Eröffner einen neuen Pot in gleicher Höhe bezahlen – und das geht so weiter, bis ein Eröffner gewinnt.

  • Spieler: 3–7, jeder für sich.
  • Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten ohne Joker und Chips (oder Spielmarken, Streichhölzer, Knöpfe) – für alle zu Beginn gleich viele, z. B. je 100. Gespielt wird um Chips, nicht um Geld.

Rangfolge der Hände

Die Karten zählen A K D B 10 9 8 7 6 5 4 3 2; das Ass darf auch unten in der Straße 5-4-3-2-A stehen. Alle Farben sind gleich viel wert. Von der besten zur schwächsten Hand:

Hand Beschreibung Beispiel
Fünfling fünf gleiche Werte (nur mit wilden Karten) A A A 2 2
Royal Flush A K D B 10 in einer Farbe A♠ K♠ D♠ B♠ 10♠
Straight Flush fünf in Folge, gleiche Farbe 9♥ 8♥ 7♥ 6♥ 5♥
Vierling vier gleiche Werte 7 7 7 7 K
Full House Drilling + Paar D D D 4 4
Flush fünf einer Farbe K♦ B♦ 8♦ 5♦ 3♦
Straße fünf in Folge, gemischte Farben 10 9 8 7 6
Drilling drei gleiche Werte 5 5 5 K 3
Zwei Paare zwei verschiedene Paare B B 4 4 A
Ein Paar zwei gleiche Werte 10 10 A 7 4
Höchste Karte nichts von alledem A B 8 6 3

Jede Hand einer höheren Art schlägt jede niedrigere. Bei gleicher Art gewinnen die höheren Karten: zuerst die wichtigsten (Vierling, Drilling, höheres Paar …), dann die übrigen von oben. Sind alle fünf Werte gleich, herrscht Gleichstand und der Pot wird geteilt.

Wilde Karten: Jede 2 ist wild – sie vertritt jede beliebige Karte. Sie darf aber keine Karte ersetzen, die du schon hast (hast du in einem Herz-Flush das echte Herz-Ass, kann die 2 kein zweites Herz-Ass sein), außer für einen Fünfling, die beste Hand überhaupt.

Setzen in Kürze

Alle gesetzten Chips kommen in den Pot in der Mitte. Vor einem Spiel zahlt jeder einen kleinen Grundeinsatz, das Ante (z. B. 1 Chip). Bist du in einer Setzrunde dran, kannst du:

  • Checken (schieben) – nichts setzen, solange in dieser Runde noch niemand gesetzt hat.
  • Setzen – Chips einzahlen. Der erste Einsatz der ersten Runde heißt Eröffnen.
  • Mitgehen – so viel einzahlen, dass du mit dem höchsten Einsatz gleichziehst.
  • Erhöhen – mitgehen und noch etwas drauflegen.
  • Aussteigen (folden) – aufgeben: Du legst deine Karten verdeckt weg. Was du schon gesetzt hast, ist verloren.

Eine Setzrunde endet, wenn alle, die noch dabei sind, gleich viel eingezahlt haben. Legt vorher Grenzen fest, zum Beispiel: Einsätze und Erhöhungen von 1–5 Chips (nach dem Tausch das Doppelte), höchstens vier Erhöhungen pro Runde.

Vorbereitung

  1. Alle bekommen gleich viele Chips. Bestimmt einen Geber; nach jedem Spiel gibt der linke Nachbar.
  2. Alle zahlen das Ante. Der Geber mischt und gibt reihum im Uhrzeigersinn, links beginnend, jedem einzeln fünf Karten verdeckt. Schau sie dir an, aber zeig sie niemandem.

Ablauf eines Spiels

  1. Erste Setzrunde, begonnen vom Spieler links vom Geber. Wer als Erster setzt, ist der Eröffner. Checken alle, werden die Karten eingesammelt, der Pot bleibt liegen, alle zahlen noch einmal das Ante (außer bei einem Diablo-Pot, siehe unten), und der Nächste gibt.
  2. Tauschen: Links vom Geber beginnend sagt jeder, der noch dabei ist, wie viele Karten er tauschen will – 0, 1 oder 2 –, legt sie verdeckt auf einen Ablagestapel und bekommt vom Geber genauso viele neue. Wer alle fünf behält, „steht“.
  3. Zweite Setzrunde, begonnen vom Eröffner (ist er ausgestiegen, vom nächsten Spieler links von ihm, der noch dabei ist).
  4. Showdown: Sind noch zwei oder mehr Spieler dabei, zeigen sie ihre Karten. Die beste Hand gewinnt den Pot. Steigen alle anderen aus, gewinnt der Letzte ohne Zeigen.

Die Diablo-Regel

Gewinnt der Eröffner den Pot, ist alles gut: Der linke Nachbar gibt, und es folgt ein normales neues Spiel. Teilt der Eröffner den Pot bei Gleichstand, zählt das ebenfalls als Gewinn.

Gewinnt jemand anderes – auch wenn der Eröffner ausgestiegen ist –, muss der Eröffner einen neuen Pot bezahlen, genauso groß wie der eben gewonnene. Der linke Nachbar gibt, und das nächste Spiel geht um diesen neuen Pot, ohne Ante. Wer dieses Spiel eröffnet, unterliegt derselben Regel. Das geht so lange, bis in einem Spiel der Eröffner gewinnt. Hat der Eröffner nicht genug Chips, zahlt er alles, was er hat (oder ihr nutzt die Obergrenze aus den Varianten).

Beispiel: Vier Spieler zahlen je 1 Chip Ante (Pot 4). Anna eröffnet mit 2, Ben und Carla gehen mit, Dan steigt aus. Anna tauscht 1 Karte, Ben 2, Carla 2. Nach dem Tausch setzt Anna 4, Ben erhöht auf 8, Carla steigt aus, Anna geht mit. Pot: 4 + 6 + 8 + 8 = 26. Ben zeigt 9 9 2 2 K – einen Vierling Neunen – und schlägt Annas Flush. Ben nimmt 26 Chips, und Anna muss 26 Chips als neuen Pot einzahlen. Im nächsten Spiel eröffnet Carla; gewinnt sie nicht, bezahlt sie den nächsten Pot.

Spielende

Spielt so viele Runden, wie ihr wollt, oder bis zu einer vereinbarten Uhrzeit – eine laufende Diablo-Serie wird aber zu Ende gespielt. Wer dann die meisten Chips hat, gewinnt; wer keine Chips mehr hat, scheidet aus.

Tipps für Einsteiger

  • Eröffnen ist gefährlich: Eröffne nur mit einer Hand, die wahrscheinlich gewinnt, etwa ab einem Drilling.
  • Jede 2 auf der Hand ist Gold wert. Zwei Paare ohne 2 sind hier schwach.
  • Du darfst höchstens zwei Karten tauschen, ein einzelnes Paar verbessert sich also seltener als beim normalen Draw Poker – verlass dich auf das, was du bekommen hast.
  • Behalte den Eröffner im Auge: Er hat viel zu verlieren und blufft deshalb selten.

Varianten

Alles freiwillig – vorher absprechen.

  • Obergrenze: Der neue Pot, den der Eröffner zahlen muss, wird auf einen vereinbarten Höchstbetrag begrenzt.
  • Mehr tauschen: Man darf bis zu drei Karten tauschen (vier, wenn die behaltene Karte ein Ass ist).
  • Buben oder besser: Eröffnen darf nur, wer mindestens ein Paar Buben hat.
  • Hand ansagen: Beim Showdown muss jeder seine Hand selbst benennen; die Karten „sprechen nicht für sich“.
  • Deuces Wild: ohne Diablo-Regel – einfaches Five-Card Draw mit wilden Zweien.
  • Dealer’s Choice: Ist Diablo ein Spiel unter vielen, bei denen der Geber das Spiel wählt, läuft es, bis ein Eröffner gewinnt; dann wählt der linke Nachbar dessen, der Diablo angesagt hat, das nächste Spiel.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Poker (Draw) – Five-Card Draw mit wilden Karten und Pot-Zahlregel
  • Herkunft: USA, Poker im privaten Kreis; Zeitpunkt unbekannt
  • Auch bekannt als: –
  • Ähnliche Spiele: Five-Card Draw, Deuces Wild, Buben oder besser (Jacks or Better), Wild Widow

Diablo gehört zur Familie des Five-Card Draw – laut pagat.com eine der ältesten Pokerformen und international die bekannteste, bis Texas Hold’em Ende des 20. Jahrhunderts die Führung übernahm. Zum Grundspiel kommen zwei Besonderheiten: Die vier Zweien sind wild, wie beim Hausspiel-Klassiker Deuces Wild, und wer das Setzen eröffnet, muss den Pot gewinnen oder ihn bezahlen. Auf pagat.com steht Diablo unter den Draw-Poker-Varianten; der Name ist spanisch für „Teufel“.

Wer es erfunden hat und wann, ist nicht bekannt. Es ist ein typisches Dealer’s-Choice-Spiel: In vielen privaten Runden wählt der Geber die Variante für sein Spiel, und laut pagat.com läuft Diablo dann so lange, bis endlich ein Eröffner gewinnt; danach wählt der nächste Spieler ein neues Spiel.

Durch die Zahlregel wachsen die Pots schnell, deshalb begrenzen manche Runden die Höhe des neuen Pots. Die Quellen unterscheiden sich in Einzelheiten: Laut pagat.com darf man nur zwei Karten tauschen, Craig O’Briens Online-Pokerdatenbank erlaubt – mit Verweis auf Brian O’Neils „Poker Page“ – wie üblich drei (vier mit Ass). Diese Website folgt pagat.com.

Quellen