Kartenspielregeln

Patience (Klondike-Familie) · Spiel 199 von 388 ♠

Easthaven

Klondike ohne Abwurfstapel – geht nichts mehr, landet eine neue Reihe von sieben Karten auf der Auslage und wirbelt alles durcheinander.

Spieler
1
Dauer
5 Min.
Alter
ab 10
Anspruch
mittel
Karten
52 Karten, ohne Joker
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung entspanntin 5 Minuten gelernt

Sammlungen: Patiencen

Kurzregeln

  • Ziel: alle Karten auf 4 Zielstapel, nach Farbe, A → K.
  • 7 Spalten zu 3: zwei verdeckt, oberste offen. Übrige 31 = Vorrat.
  • Zielstapel: freie Asse hoch, dann aufsteigend in Farbe.
  • Auslage: absteigend, Farben wechseln. Oberste Karte oder alle offenen Karten einer Spalte als Folge verschieben. Verdeckte Karte frei: aufdecken.
  • Leere Spalte: nur ein König (mit Folge).
  • Nachlegen, wann du willst: erst leere Spalten mit Königen füllen, wenn möglich, dann auf jede Spalte 1 Karte offen – auch auf fertige Folgen. Zuletzt 3 Karten auf Spalte 1–3.
  • Kein neuer Durchgang. Vorrat leer, nichts geht: verloren.

Spickzettel

Wohin darf eine Karte?

Wohin Was
Zielstapel erst Ass, dann gleiche Farbe, einen höher
Auslage einen niedriger, andere Farbe
Folge oberste Karte oder alle offenen einer Spalte
Leere Spalte nur König (mit Folge)
Vorrat 1 Karte auf jede Spalte

Vorrat und Tipps

  • 31 Karten: 4 Reihen zu 7, dann 3 Karten auf Spalte 1–3.
  • Verdeckte Karten aufdecken, bevor du nachlegst – wieder zugedeckt, kommst du schwer an sie heran.
  • Vor dem Nachlegen alles Nützliche auf die Zielstapel spielen.
  • Kein König frei? Lass lieber noch eine Karte in der Spalte liegen.
  • Etwa jedes vierte Spiel geht auf.

Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Rangfolge und Farben
  3. Die Teile der Auslage
  4. Vorbereitung
  5. Spielablauf
  6. Nachlegen
  7. Gewonnen oder verloren
  8. Tipps für Einsteiger
  9. Varianten

Überblick

Easthaven ist eine schnelle Patience (ein Kartenspiel für eine Person, auch Solitär genannt), die sich ganz ähnlich wie Klondike spielt. Du sortierst das Blatt auf vier Stapel, einen pro Farbe, vom Ass bis zum König, und baust unterwegs Spalten absteigend mit wechselnden Farben. Der Unterschied: Es gibt keinen Abwurfstapel. Geht nichts mehr, legst du eine ganze neue Reihe Karten auf die Spalten.

  • Spieler: 1
  • Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten, ohne Joker.
  • Dauer: etwa 5 Minuten pro Spiel.

Rangfolge und Farben

Das Ass ist die niedrigste Karte. Von unten nach oben:

A – 2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7 – 8 – 9 – 10 – B – D – K

♥ Herz und ♦ Karo sind rot, ♠ Pik und ♣ Kreuz sind schwarz.

Die Teile der Auslage

  • Auslage: sieben Spalten vor dir. Die Karten einer Spalte sind nach unten aufgefächert, sodass du jede offene Karte siehst. Die oberste Karte einer Spalte ist die unterste im Fächer, die von keiner anderen Karte bedeckt ist.
  • Zielstapel: vier Plätze über der Auslage, einer pro Farbe, auf denen du die Karten vom Ass bis zum König sammelst. Zu Beginn sind sie leer.
  • Vorrat: der verdeckte Rest des Blatts, aus dem du neue Reihen gibst.

Vorbereitung

Misch und leg drei Reihen zu sieben Karten überlappend aus: die ersten beiden Reihen verdeckt, die dritte offen. So entstehen sieben Spalten zu drei Karten, insgesamt 21. (Die offenen Karten unten sind ein Beispiel.)

31VorratAAZielstapelAA9♠9♠♠A♦A♦♦5♥5♥♥K♣K♣K8♥8♥♥4♣4♣♣10♦10♦♦
Easthaven – so liegen die Karten am Anfang

Die übrigen 31 Karten sind der Vorrat.

Spielablauf

  • Zielstapel: Leg jedes Ass auf die Zielstapel, sobald es frei ist. Auf jedes Ass kommen aufsteigend Karten derselben Farbe: 2♦ auf A♦, dann 3♦ und so weiter bis zum König.
  • Auslage: Eine Karte darf an die oberste Karte einer anderen Spalte, wenn sie einen Wert niedriger und von der anderen Farbe ist – eine rote 8 an eine schwarze 9, eine schwarze 3 an eine rote 4.
  • Folgen verschieben: Statt nur der obersten Karte darfst du auch alle offenen Karten einer Spalte zusammen verschieben, wenn sie eine richtige Folge bilden (absteigend, Farben wechseln) und die höchste Karte der Folge dort passt, wo sie hinkommt.
  • Verdeckte Karten: Wird eine verdeckte Karte zur obersten ihrer Spalte, deck sie auf.
  • Leere Spalte: Nur ein König oder eine Folge mit einem König an der Spitze darf hinein.
  • Die oberste Karte einer Spalte darf jederzeit auf einen Zielstapel.

Beispiel: Leg das A♦ auf die Zielstapel und deck die Karte darunter auf. Leg die 8♥ an die 9♠ und deck die Karte unter der 8♥ auf. Ist es die 7♣, darf sie an die 8♥. Die Folge 9♠ 8♥ 7♣ kann später als Ganzes an eine rote 10 wandern, zum Beispiel an die 10♦.

Nachlegen

Geht nichts mehr (oder willst du nicht mehr ziehen), füll zuerst jede leere Spalte mit einem König oder einer Königsfolge, wenn das geht. Dann gibst du auf jede der sieben Spalten eine offene Karte, von links nach rechts. Auch eine Spalte, die noch leer ist, bekommt eine Karte. Die neuen Karten decken zu, was dort lag – auch eine schön gebaute Folge.

Nach vier solchen Reihen bleiben drei Karten übrig: Leg sie auf die ersten drei Spalten.

Es gibt keinen neuen Durchgang.

Gewonnen oder verloren

Du hast gewonnen, wenn alle 52 Karten auf den Zielstapeln liegen. Ist der Vorrat aufgebraucht und kein Zug mehr möglich, ist die Patience nicht aufgegangen. Morehead und Mott-Smith schätzten, dass etwa jedes vierte Spiel aufgeht.

Tipps für Einsteiger

  • Deck verdeckte Karten auf, bevor du nachlegst – sind sie erst wieder zugedeckt, kommst du viel schwerer an sie heran.
  • Eine leere Spalte ist wertvoll, aber nur ein König kann sie nutzen. Ist kein König frei, lass lieber noch eine Karte in der Spalte liegen.
  • Die neuen Reihen begraben die obersten Karten. Spiel vor dem Nachlegen alles Nützliche auf die Zielstapel.

Varianten

Alles freiwillig – vor dem Spiel festlegen.

  • Jede Karte in die Lücke: Eine leere Spalte darf mit jeder Karte oder Folge belegt werden, nicht nur mit einem König. So spielen es manche Computerfassungen; das macht das Spiel leichter.
  • Teilfolgen: Du darfst auch nur einen Teil einer Folge verschieben, von der letzten Karte an gerechnet. So spielen es viele Computerfassungen; bei Morehead und Mott-Smith, deren Buch Easthaven eingeführt hat, dürfen nur die oberste Karte oder alle offenen Karten wandern.
  • Westcliff: Leg zehn statt sieben Spalten zu drei Karten aus. Neue Reihen gibt es nicht: Deck den Vorrat Karte für Karte auf einen einzigen Abwurfstapel auf, dessen oberste Karte spielbar ist; kein neuer Durchgang. Jede Karte oder Folge darf in eine Lücke. Viel leichter – etwa 9 von 10 Spielen gehen auf.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Patience (Klondike-Familie: absteigend mit wechselnden Farben, verdeckte Karten in der Auslage)
  • Herkunft: England, 1911 (als Westcliff Patience); Regeln und Name Easthaven von Morehead und Mott-Smith, USA, 1949
  • Auch bekannt als: Aces Up (bei Morehead und Mott-Smith – nicht das gleichnamige Abräumspiel)
  • Ähnliche Spiele: Westcliff, Klondike, Spider, Blind Alleys

Easthaven hat eine verwickelte Geschichte, die David Parlett in The Penguin Book of Patience (1979) entwirrt – so fasst es die englische Wikipedia zusammen. Die älteste bekannte Form veröffentlichte 1911 die englische Patience-Autorin Mary Whitmore Jones als Westcliff Patience, „ein quälend reizvolles kleines Spiel“: drei überlappende Reihen zu sieben Karten, die ersten beiden verdeckt, absteigend mit wechselnden Farben – aber ohne neue Reihen, und unpassende Karten aus dem Vorrat kamen auf einen Abwurfstapel. Helen Coops verzeichnete das Spiel 1939 in den USA, noch als Westcliff.

In ihrem Complete Book of Solitaire and Patience Games (1949) gaben Albert Morehead und Geoffrey Mott-Smith dieser Auslage mit 21 Karten den neuen Namen Easthaven, mit Aces Up als Zweitnamen. Zugleich änderten sie die Regeln: Geht nichts mehr, kommt eine neue Reihe von sieben Karten auf die Auslage, und eine Lücke darf nur ein König füllen. Sie rechnen mit fünf Minuten pro Spiel und einem Sieg in vier Spielen. Den Namen Westcliff übertrugen sie auf ein neues, viel leichteres Spiel mit zehn Stapeln zu drei Karten und einem Abwurfstapel, das etwa neun von zehn Mal aufgeht. Parlett weist auf die Verwirrung hin, die das stiftete: „Westcliff“ kann heute zwei verschiedene Spiele meinen.

Dass auf jede Spalte eine neue Karte gegeben wird, hat Easthaven mit Spider gemeinsam. Viele Computerfassungen folgen Morehead und Mott-Smith, manche erlauben aber jede Karte in einer leeren Spalte. Auch deutsche Patience-Seiten führen das Spiel unter dem Namen Easthaven.

Quellen