Kartenspielregeln

Patience · Spiel 192 von 388 ♦

Blumengarten

Sechs Blumenbeete, ein Strauß aus sechzehn Karten in der Hand und alle Karten offen – eine Patience, bei der sich Planen wirklich lohnt.

Spieler
1
Dauer
15 Min.
Alter
ab 10
Anspruch
mittel
Karten
52 Karten, ohne Joker
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung konzentriertin 5 Minuten gelernt

Sammlungen: Patiencen

Kurzregeln

  • Ziel: alle 52 Karten auf 4 Zielstapel, nach Farbe, A → K.
  • Garten: 36 Karten offen in 6 Spalten zu 6, überlappend. Spielbar ist nur die unterste Karte jeder Spalte.
  • Strauß: die übrigen 16, offen in der Hand. Jede Karte des Straußes ist jederzeit spielbar – auf einen Zielstapel oder in den Garten, nie zurück.
  • Garten: absteigend, Farbe egal. Immer nur eine Karte bewegen.
  • Leere Spalte: beliebige Karte – nur so kommt ein König weg.
  • Kein neues Austeilen. Nichts geht mehr: verloren.

Spickzettel

Was wohin darf

Wohin Was
Zielstapel erst Ass, dann gleiche Farbe, eins höher
Spalte im Garten eins niedriger, Farbe egal
Leere Spalte beliebige freie Karte

Tipps und Varianten

  • Such zuerst Asse, 2er und 3er: Eine niedrige Karte unter einem König kann alles blockieren.
  • Strauß-Karten nur im Notfall in den Garten legen – im Strauß bleiben sie verfügbar.
  • Such eine passende Karte erst im Garten, bevor du den Strauß nimmst.
  • Eine Spalte leer zu räumen, indem du die anderen überlädst, kann mehr kosten, als es bringt.
  • Leichter: ganze absteigende Folgen verschieben, oder 7 Spalten zu 5 mit einem Strauß aus 17.

Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Die Teile der Auslage
  3. Vorbereitung
  4. Spielablauf
  5. Gewonnen oder verloren
  6. Tipps für Einsteiger
  7. Varianten

Überblick

Blumengarten ist eine Patience (ein Kartenspiel für eine Person, auch Solitär genannt), bei der von Anfang an alle Karten offen liegen. Der „Garten“ sind sechs Spalten, die „Blumenbeete“; der „Strauß“ sind sechzehn Karten, die du in der Hand hältst und jederzeit spielen darfst. Du versuchst, das ganze Blatt auf vier Stapel zu sortieren, einen pro Farbe, vom Ass bis zum König. Weil du alles siehst, gewinnt sorgfältiges Planen viele Spiele.

  • Spieler: 1
  • Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten, ohne Joker.

Die Teile der Auslage

  • Garten (Auslage): sechs Spalten („Beete“) mit je sechs Karten. Die Karten einer Spalte liegen leicht nach unten versetzt, sodass du alle siehst. Bewegen darfst du nur die unterste Karte jeder Spalte – die obenauf liegt und von keiner anderen verdeckt wird.
  • Strauß (Reserve): die übrigen sechzehn Karten, offen aufgefächert in der Hand oder auf dem Tisch. Jede Karte des Straußes ist jederzeit spielbar.
  • Zielstapel: vier Stapel oberhalb des Gartens, einer pro Farbe; hier sollen am Ende alle Karten liegen. Zu Beginn sind sie leer.

Vorbereitung

Misch und leg 36 Karten offen in sechs Spalten zu je sechs aus – Reihe für Reihe, jede Reihe leicht über die vorige gelegt. Die übrigen 16 Karten fächerst du offen als Strauß auf. Oberhalb des Gartens brauchst du Platz für die vier Zielstapel. (Beispiel – in der untersten Reihe liegen die spielbaren Karten.)

AAAAZielstapel4♥5♦K♠B♦5♠8♠8♠♠K♣6♠9♠2♥8♣A♦A♦♦9♦3♠9♥4♣A♣5♣5♣♣2♠4♠5♥8♦10♦D♥D♥DB♥B♠6♦10♥7♦3♦3♦♦6♣10♣9♣8♥A♥10♠10♠♠A♠7♠D♠3♥6♥7♥K♥2♦4♦D♦K♦2♣3♣7♣B♣D♣D♣DStrauß
Blumengarten – der Garten und darunter der Strauß

Spielablauf

Es gibt keine Runden – du machst einen Zug nach dem anderen, in beliebiger Reihenfolge:

  1. Auf einen Zielstapel: Ein Ass, das frei wird, eröffnet einen Zielstapel. Darauf kommt die 2 derselben Farbe, dann die 3 und so weiter bis zum König.
  2. Im Garten: Auf die unterste Karte einer Spalte darfst du eine Karte legen, die einen Wert niedriger ist, egal welche Farbe – man sagt: absteigend ohne Rücksicht auf die Farbe anlegen. Eine 7 passt also auf jede 8, eine Dame auf jeden König.
  3. Nur einzeln: Du bewegst immer nur eine Karte, nie mehrere zusammen.
  4. Der Strauß: Jede Karte aus dem Strauß darf auf einen Zielstapel oder an eine Spalte im Garten, wenn sie passt. Eine Karte, die den Strauß verlassen hat, kann nie mehr zurück.
  5. Leere Spalte: Ist eine Spalte ganz leer, darfst du eine beliebige Karte hineinlegen – die unterste Karte einer anderen Spalte oder irgendeine Karte aus dem Strauß. Nur so bekommst du einen König aus dem Weg.

Beispiel: Das A♦ liegt unten in Spalte 2 und verdeckt die 8♣ darüber. Es kommt sofort auf einen Zielstapel. Die 2♦ steckt im Strauß und folgt gleich darauf. Jetzt ist die 8♣ frei: Du könntest die 7♥ aus dem Strauß anlegen – besser suchst du aber erst eine 7 im Garten, denn jede Karte, die der Strauß hergibt, ist eine Karte weniger, die dir jederzeit zur Verfügung steht.

Gewonnen oder verloren

Du hast gewonnen, wenn alle 52 Karten auf den Zielstapeln liegen. Geht kein sinnvoller Zug mehr, ist die Patience nicht aufgegangen. Es gibt nur ein Spiel – kein neues Austeilen.

Tipps für Einsteiger

  • Such zuerst die Asse, 2er und 3er: Eine einzige niedrige Karte unter einem König kann das ganze Spiel blockieren.
  • Leg Karten aus dem Strauß nur in den Garten, wenn es sein muss. Im Strauß sind sie immer verfügbar, in einer Spalte nicht mehr.
  • Eine leere Spalte ist nützlich – aber wenn du dafür die anderen Spalten überlädst, kostet es oft mehr, als es bringt.
  • Frag dich vor jedem Zug, welche Karte er frei macht – und ob diese Karte dann irgendwohin kann.

Varianten

  • Folgen verschieben: Viele Computerfassungen (manchmal unter dem Namen Wildflower) erlauben, eine ganze absteigende Folge von einer Spalte an eine andere oder in eine leere Spalte zu legen. Das macht das Spiel leichter.
  • Größerer Garten: Die englische Wikipedia beschreibt eine leichtere Auslage mit sieben Spalten zu fünf Karten und einem Strauß aus 17 Karten.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Patience (offene Auslage mit freier Reserve)
  • Herkunft: 19. Jahrhundert; in amerikanischen Büchern mindestens seit 1883
  • Auch bekannt als: englisch Flower Garden, The Garden, The Bouquet; laut Wikipedia ursprünglich Le Parterre
  • Ähnliche Spiele: King Albert, Stonewall, Brigade, Wildflower, Flower Bed

Das Spiel steht als The Garden („Der Garten“) in Dick’s Games of Patience, 1883 in New York erschienen. Die Begriffe sind schon dieselben wie heute: Sechs Päckchen zu sechs Karten bilden den Garten, und die übrigen sechzehn Karten „heißen Bouquet und müssen in der Hand gehalten werden“. Dick hielt die Patience für „außerordentlich schwierig“: Karten aus dem Strauß können nicht zurück, es gibt nur ein Spiel, und oft sei es besser, eine Karte liegen zu lassen, als sie zu spielen.

Laut der englischen Wikipedia hieß das Spiel zuerst Le Parterre (französisch für ein Zierbeet) und geht auf ein altes japanisches Spiel zurück; für beides haben wir keine ältere Quelle gefunden, man sollte es also mit Vorsicht lesen. Albert H. Morehead und Geoffrey Mott-Smith nannten es in ihrem Complete Book of Solitaire and Patience Games (1949) Flower Garden und führten The Garden und Bouquet als weitere Namen. Ihre Regeln entsprechen denen von Dick: absteigend ohne Rücksicht auf die Farbe, immer nur eine Karte, in eine leere Spalte jede Karte.

Laut der englischen Wikipedia gewinnen geübte Spieler mehr als 20 Prozent der Spiele. Planen lohnt sich, weil alle 52 Karten von Anfang an sichtbar sind. Im deutschen Sprachraum kennt man das Spiel vor allem als Blumengarten aus Online-Sammlungen wie 123patience.de. Sein nächster Verwandter ist King Albert, bei Morehead und Mott-Smith direkt danach abgedruckt: neun Spalten mit einer bis neun Karten und eine freie Reserve aus sieben Karten. Computerfassungen wie BVS Solitaire erlauben oft, ganze Folgen zu verschieben, was das Spiel deutlich leichter macht.

Quellen