Kartenspielregeln

Patience · Spiel 187 von 388 ♣

Vier Jahreszeiten

Fünf Karten als Kreuz in der Mitte, ein Zielstapel in jeder Ecke – räum das Kreuz nach und nach ab.

Spieler
1
Dauer
5 Min.
Alter
ab 8
Anspruch
mittel
Karten
52 Karten, ohne Joker
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung entspanntin 5 Minuten gelernt

Sammlungen: Patiencen · Spiele für Kinder

Kurzregeln

  • Ziel: alle Karten auf 4 Zielstapel in den Ecken, nach Farbe, über Eck (K → A).
  • Vorbereitung: 5 Karten offen als Kreuz (3 quer, 1 darüber, 1 darunter). Die 6. kommt in die Ecke oben links: Ihr Wert eröffnet alle 4 Zielstapel. Die übrigen 46 = Vorrat.
  • Kreuz: absteigend, Farbe egal, immer nur eine Karte (K auf A, außer Asse sind Zielstapel).
  • Leerer Platz: jede freie Karte (Kreuz, Abwurfstapel oder Vorrat).
  • Vorrat: 1 Karte aufdecken; spielen oder auf den Abwurfstapel (oberste spielbar).
  • Kein neuer Durchgang. Gewonnen: 13 Karten auf jedem Zielstapel. Nichts geht mehr: verloren.

Spickzettel

Was wohin darf

Wohin Was
Leere Ecke Karte mit dem Startwert
Zielstapel gleiche Farbe, eins höher (K → A)
Kreuz eins niedriger, Farbe egal (K darf auf A)
Leerer Platz im Kreuz jede freie Karte
  • Beispiel: 6er als Start, also 6♦ 7♦ … K♦ A♦ 2♦ … 5♦.

Tipps und Varianten

  • Einen leeren Platz nicht sofort füllen – warte auf eine Karte, die hilft.
  • Solange nicht alle vier Startkarten liegen, kommen ihre Farben nicht voran.
  • Etwa jedes zehnte Spiel geht auf.
  • Simplicity: 12 Karten in 2 Reihen zu 6, die 13. eröffnet einen Zielstapel; absteigend in abwechselnden Farben. Etwa 9 von 10 gehen auf.

Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Die Teile der Auslage
  3. Rangfolge
  4. Vorbereitung
  5. Spielablauf
  6. Gewonnen oder verloren
  7. Tipps für Einsteiger
  8. Varianten

Überblick

Vier Jahreszeiten ist eine schnelle Patience (ein Kartenspiel für eine Person, auch Solitär genannt). Fünf Karten bilden in der Mitte ein Kreuz, und die vier Ecken drumherum sind die vier „Jahreszeiten“: vier Stapel, auf denen du die Karten nach Farben sammelst. Du versuchst, alle 52 Karten auf die Eckstapel zu bringen – gelingt das, ist das Kreuz verschwunden. Deshalb heißt das Spiel auf Englisch auch Vanishing Cross, „verschwindendes Kreuz“.

  • Spieler: 1
  • Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten, ohne Joker.
  • Dauer: etwa 5 Minuten pro Spiel.

Die Teile der Auslage

  • Auslage: die fünf Stapel in Form eines Kreuzes, in denen du Karten umsortieren kannst. Es zählt immer nur die oberste Karte eines Stapels.
  • Zielstapel: die vier Ecken des Kreuzes. Alle vier beginnen mit demselben Wert – dem Wert der ersten ausgeteilten Zielstapel-Karte – und jeder sammelt eine Farbe.
  • Vorrat: der verdeckte Rest des Blatts, den du in der Hand hältst.
  • Abwurfstapel: ein offener Stapel, auf den du Karten aus dem Vorrat legst, die du nicht brauchen kannst. Seine oberste Karte ist spielbar.

Rangfolge

Die Karten laufen A – 2 – 3 … 10 – B – D – K, und zwar über Eck: Nach dem König kommt wieder das Ass, dann die 2. Dame, König, Ass, 2 ist also eine richtige Folge. (Beginnen die Zielstapel mit Assen, laufen sie einfach vom Ass bis zum König.)

Vorbereitung

  1. Misch und leg fünf Karten offen als Kreuz aus: drei nebeneinander in der Mitte, dazu je eine über und unter der mittleren Karte.
  2. Leg die sechste Karte offen in die linke obere Ecke des Kreuzes. Sie eröffnet den ersten Zielstapel, und ihr Wert ist der Startwert für alle vier Zielstapel.
  3. Die übrigen 46 Karten hältst du verdeckt als Vorrat in der Hand.
6♦6♦♦9♣9♣♣64♠4♠♠K♥K♥K5♥5♥♥67♦7♦♦646VorratAbwurfstapel
Vier Jahreszeiten – das Kreuz; die Ecken sind die Zielstapel

In diesem Beispiel eröffnet die 6♦ den ersten Zielstapel, die anderen drei Ecken bekommen also die übrigen drei 6er.

Spielablauf

Du machst einen Zug nach dem anderen, in beliebiger Reihenfolge, und bewegst dabei immer nur eine Karte. Diese Züge sind erlaubt:

  1. Zielstapel eröffnen: Sobald eine weitere Karte mit dem Startwert frei wird, kommt sie in eine leere Ecke.
  2. Auf einen Zielstapel: Leg eine Karte auf den Zielstapel ihrer Farbe, wenn sie einen Wert höher ist als die oberste Karte dort, über Eck – mit 6er als Startkarten läuft der Karo-Stapel 6♦ 7♦ 8♦ 9♦ 10♦ B♦ D♦ K♦ A♦ 2♦ 3♦ 4♦ 5♦.
  3. Im Kreuz: Leg die oberste Karte eines Kreuzstapels auf die oberste Karte eines anderen, wenn sie einen Wert niedriger ist – Farbe egal. Man sagt: absteigend anlegen. Über Eck darf ein König auf ein Ass (außer wenn die Asse die Zielstapel sind).
  4. Leere Plätze: Ist ein Kreuzstapel leer, füllst du ihn mit irgendeiner freien Karte: der obersten Karte eines anderen Kreuzstapels, der obersten Karte des Abwurfstapels oder der nächsten Karte aus dem Vorrat.
  5. Vorrat: Wenn du nicht weiterkommst (oder wann immer du willst), deckst du die oberste Karte des Vorrats auf. Passt sie auf einen Zielstapel oder ins Kreuz, leg sie dorthin, sonst auf den Abwurfstapel. Dessen oberste Karte darfst du jederzeit spielen.

Frei sind die obersten Karten der Kreuzstapel, die oberste Karte des Abwurfstapels und die gerade aufgedeckte Karte aus dem Vorrat.

Beispiel: Im Bild oben kommt die 7♦ sofort auf die 6♦. Die 4♠ kommt auf die 5♥ (eins niedriger, Farbe egal). Damit sind zwei Plätze im Kreuz leer. Du kannst sie mit den nächsten Karten aus dem Vorrat füllen – oder einen frei lassen, bis eine nützliche Karte kommt.

Gewonnen oder verloren

Du gehst nur einmal durch den Vorrat – kein neuer Durchgang. Du hast gewonnen, wenn alle 52 Karten auf den vier Zielstapeln liegen, 13 auf jedem. Ist der Vorrat aufgebraucht und kein Zug mehr möglich, ist die Patience nicht aufgegangen. Morehead und Mott-Smith schätzten, dass etwa jedes zehnte Spiel aufgeht.

Tipps für Einsteiger

  • Füll einen leeren Platz nicht sofort – ein leerer Stapel ist dein wertvollstes Werkzeug. Warte auf eine Karte, die hilft.
  • Leg im Kreuz, wenn möglich, Karten derselben Farbe aufeinander: Sie wandern später zusammen auf die Zielstapel.
  • Behalt die Karten mit dem Startwert im Auge: Solange nicht alle vier in den Ecken liegen, kommst du mit ihren Farben gar nicht voran.

Varianten

Alles freiwillig – vor dem Spiel festlegen.

  • Folgen verschieben: Wie in den ältesten Regeln (Dick, 1883) darfst du eine ganze angelegte Folge von einem Kreuzstapel auf einen anderen legen, wenn ihre oberste Karte dort passt.
  • Czarina: Leere Plätze im Kreuz werden sofort gefüllt, und zwar nur aus dem Vorrat.
  • Simplicity: Statt des Kreuzes legst du zwölf Karten in zwei Reihen zu sechs aus; die dreizehnte eröffnet den ersten Zielstapel. In der Auslage legst du absteigend in wechselnden Farben an (rot auf schwarz, schwarz auf rot). Viel leichter – laut Morehead und Mott-Smith gehen neun von zehn Spielen auf.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Patience (kleine Auslage, absteigend ohne Rücksicht auf die Farbe anlegen, Zielstapel ab einem ausgeteilten Startwert)
  • Herkunft: erstmals 1883 in den USA von William B. Dick beschrieben
  • Auch bekannt als: Four Seasons, Corner Card, Vanishing Cross, Cross Currents; Czarina (eine enge Variante)
  • Ähnliche Spiele: Czarina, Simplicity, Canfield, Corners

Die älteste bekannte Beschreibung steht in Dick’s Games of Patience (New York, 1883) unter dem Namen „The Four Seasons“. Laut der englischen Wikipedia legte Dick die Karten in ein Quadrat aus drei mal drei Plätzen: Die vier Ecken waren die Zielstapel, die fünf Plätze dazwischen bildeten das Kreuz. Die erste ausgeteilte Karte kam in die linke obere Ecke und bestimmte den Startwert. Dick riet, im Kreuz möglichst in derselben Farbe anzulegen, um „vorteilhafte Züge auf die Zielstapel vorzubereiten“, und erlaubte, Folgen „nach Belieben“ zwischen den Kreuzstapeln zu verschieben.

1898 veröffentlichte Mary Whitmore Jones in England im Wesentlichen dasselbe Spiel als Czarina Patience, mit Eckkarten, die vom Kreuz abgerückt liegen. Morehead und Mott-Smith (1949) beschreiben Four Seasons mit den heutigen Regeln – immer nur eine Karte, leere Plätze aus dem Kreuz, dem Abwurfstapel oder dem Vorrat füllen –, rechnen mit etwa fünf Minuten pro Spiel und schätzen, dass jedes zehnte Spiel aufgeht. Im selben Kapitel steht Simplicity, eine viel leichtere Verwandte mit zwölf Karten in der Auslage und wechselnden Farben.

David Parlett hält laut Wikipedia Vanishing Cross („verschwindendes Kreuz“) für den besten Namen, weil das Kreuz verschwindet, wenn die Patience aufgeht. Nicht verwechseln sollte man das Spiel mit Fortune’s Favor, das früher ebenfalls The Four Seasons hieß. Die deutsche Ausgabe der BVS-Solitaire-Sammlung nennt es „Vier Jahreszeiten“; die Patience „Jahreszeiten“ auf Patiencen.org ist dagegen ein anderes Spiel.

Quellen