Patience · Spiel 193 von 388 ♣
Großvaters Uhr
Zwölf Karten bilden ein Zifferblatt – bau jede in ihrer Farbe auf, bis jede Stunde die richtige Zeit zeigt.
- Spieler
- 1
- Dauer
- 10 Min.
- Alter
- ab 8
- Anspruch
- leicht
- Karten
- 52 Karten, ohne Joker
- Können – Glück
- KönnenGlück
- Jeder für sich – Viel Interaktion
- Jeder für sichViel Interaktion
- Einfach – Komplex
- EinfachKomplex
- Schnell – Lang
- SchnellLang
Stimmung entspanntin 5 Minuten gelernt
Sammlungen: Patiencen · Spiele für Kinder
Ausführliche Regeln
- Überblick
- Rangfolge
- Die Teile der Auslage
- Vorbereitung
- Die Zielstapel aufbauen
- Spielablauf
- Gewonnen oder verloren
- Tipps für Einsteiger
- Varianten
Überblick
Großvaters Uhr ist eine freundliche Patience (ein Kartenspiel für eine Person, auch Solitär genannt). Zwölf Karten liegen im Kreis wie die Stunden auf einem Zifferblatt. Auf jede davon baust du in ihrer Farbe weiter, bis die oberste Karte jeder „Stunde“ die richtige Zahl zeigt: ein Ass auf 1 Uhr, eine 2 auf 2 Uhr … eine Dame auf 12 Uhr. Alle Karten liegen offen, du kannst also planen – etwa drei von vier Spielen gehen auf.
- Spieler: 1
- Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten, ohne Joker, und Platz für ein Zifferblatt und acht Spalten.
Rangfolge
Von unten nach oben: A – 2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7 – 8 – 9 – 10 – B – D – K, und dann über Eck: Nach dem König kommt wieder das Ass. Auf der Uhr zählt das Ass als 1, der Bube als 11 und die Dame als 12.
Die Teile der Auslage
- Zielstapel (die Uhr): zwölf Stapel im Kreis, auf denen du die Karten der Reihe nach sammelst. Hier sollen am Ende alle Karten liegen.
- Auslage: acht Spalten unterhalb der Uhr, in denen du Karten umsortieren kannst. Die Karten einer Spalte liegen leicht nach unten versetzt, sodass du alle siehst; bewegen darfst du nur die unterste Karte jeder Spalte – die obenauf liegt.
Vorbereitung
- Uhrkarten heraussuchen: Nimm diese zwölf Karten aus dem Blatt: 2♥ 3♠ 4♦ 5♣ 6♥ 7♠ 8♦ 9♣ 10♥ B♠ D♦ K♣. (Die Farben wiederholen sich in der Folge ♥ ♠ ♦ ♣.)
- Die Uhr legen: Leg sie offen im Uhrzeigersinn im Kreis aus, mit der 9♣ auf 12 Uhr, der 10♥ auf 1 Uhr, dem B♠ auf 2 Uhr und so weiter bis zur 8♦ auf 11 Uhr. Das sind die zwölf Zielstapel.
- Die Auslage: Misch die übrigen 40 Karten und leg sie offen in fünf Reihen zu acht aus, jede Reihe leicht über die vorige. So entstehen acht Spalten zu fünf Karten. Es gibt keinen Vorrat – alle Karten sind von Anfang an im Spiel.
Die Zielstapel aufbauen
Jeder Zielstapel wird aufsteigend in derselben Farbe gebaut: auf die 9♣ kommt die 10♣, dann der B♣, dann die D♣. Nach dem König kommt das Ass, dann die 2. Ein Zielstapel ist fertig, wenn seine oberste Karte zu seiner Stunde passt; dann darf nichts mehr darauf.
| Stunde | Beginn | Ende | Stunde | Beginn | Ende |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 10♥ | A♥ | 7 | 4♦ | 7♦ |
| 2 | B♠ | 2♠ | 8 | 5♣ | 8♣ |
| 3 | D♦ | 3♦ | 9 | 6♥ | 9♥ |
| 4 | K♣ | 4♣ | 10 | 7♠ | 10♠ |
| 5 | 2♥ | 5♥ | 11 | 8♦ | B♦ |
| 6 | 3♠ | 6♠ | 12 | 9♣ | D♣ |
Die Zielstapel auf 1, 2, 3 und 4 Uhr brauchen je vier weitere Karten, alle anderen drei.
Spielablauf
Es gibt keine Runden – du machst einen Zug nach dem anderen, in beliebiger Reihenfolge:
- Auf einen Zielstapel: Die unterste Karte jeder Spalte darf auf den Zielstapel, auf den sie passt.
- In der Auslage: Du darfst die unterste Karte einer Spalte an die unterste Karte einer anderen Spalte legen, wenn sie einen Wert niedriger ist, egal welche Farbe – man sagt: absteigend ohne Rücksicht auf die Farbe anlegen. Eine 6 passt also auf jede 7.
- Nur einzeln: Du bewegst immer nur eine Karte, nie mehrere zusammen.
- Leere Spalte: Ist eine Spalte ganz leer, darfst du eine beliebige freie Karte hineinlegen.
Beispiel: Unten in Spalte 3 liegt die D♣, doch auf 12 Uhr liegt noch die 9♣. Die 10♣ liegt unten in Spalte 6: Sie kommt auf die 9♣. Der B♣ liegt in Spalte 1, nur von der D♥ verdeckt – leg die D♥ an den K♠ unten in Spalte 4, und der B♣ ist frei. Jetzt folgen B♣ und D♣, und 12 Uhr ist fertig.
Gewonnen oder verloren
Du hast gewonnen, wenn alle 52 Karten auf der Uhr liegen und jeder Zielstapel seine Stunde zeigt. Geht kein Zug mehr, ist die Patience nicht aufgegangen. Es gibt kein neues Austeilen.
Tipps für Einsteiger
- Schau voraus: Können zwei Karten denselben Zug machen, nimm die, unter der eine bald gebrauchte Karte liegt.
- Bau lange Folgen in der Auslage nur, wenn sie helfen – eine Karte unter einer langen Folge ist schwer zu erreichen.
- Eine leere Spalte ist wertvoll: Füll sie nur mit einer Karte, die etwas Wichtiges frei macht.
- Die Stunden 1 bis 4 brauchen die Karten über Eck (K, A, 2, 3) – behalte sie im Blick.
Varianten
Alles freiwillig – vorher absprechen.
- Ein freier Platz (leichter): Du darfst eine Karte neben der Auslage beiseitelegen. Die unterste Karte einer Spalte darf jederzeit dorthin; von dort darf sie nur auf einen Zielstapel, an eine Spalte oder in eine leere Spalte – und der Platz muss wieder frei sein, bevor du ihn für eine weitere Karte nutzt.
- Beide Richtungen (leichter): In der Auslage darf eine Karte an eine Karte gelegt werden, die einen Wert niedriger oder einen Wert höher ist, egal welche Farbe.
- Wechselnde Farben (schwerer): In der Auslage darf eine Karte nur an eine Karte gelegt werden, die einen Wert höher ist und eine andere Farbe hat (rot auf schwarz, schwarz auf rot).
Hintergrund & Geschichte
- Familie: Patience (ein Blatt; Zielstapel als Zifferblatt)
- Herkunft: unbekannt; in englischsprachigen Patience-Büchern mindestens seit 1949
- Auch bekannt als: englisch Grandfather’s Clock, Grandfather’s Clock Patience
- Ähnliche Spiele: Big Ben (die Fassung mit zwei Blättern), Uhr (reines Glücksspiel mit demselben Zifferblatt), Blumengarten, King Albert
Wer Großvaters Uhr erfunden hat, ist nicht bekannt. Die älteste Beschreibung, die wir gefunden haben, steht in Albert H. Morehead und Geoffrey Mott-Smiths Complete Book of Solitaire and Patience Games (1949), und zwar genau mit den Regeln von hier: die zwölf Uhrkarten von der 2♥ bis zum K♣ mit der 9♣ auf 12 Uhr, eine Auslage aus fünf Reihen zu acht, absteigend ohne Rücksicht auf die Farbe. Sie rechnen mit acht Minuten pro Spiel und einer Gewinnchance von drei zu vier.
Im selben Buch steht das Spiel neben der Uhr (Clock) und Watch, den Patiencen, bei denen jede aufgedeckte Karte zum nächsten Stapel schickt. Gemeinsam ist ihnen nur das Zifferblatt: Die Uhr kennt keine Entscheidungen und geht nur jedes dreizehnte Mal auf, bei Großvaters Uhr liegen dagegen alle Karten offen, und Vorausdenken wird belohnt. Morehead und Mott-Smith schreiben außerdem, sie hätten eine der „Uhren“ in Big Ben umgetauft – das Spiel mit zwei Blättern, das im Großen ganz ähnlich funktioniert.
Deshalb werden die Namen so leicht verwechselt: In älteren Büchern können „The Clock“ und „Grandfather’s Clock“ verschiedene Spiele meinen. Laut der englischen Wikipedia steht das Spiel auch in späteren Sammelbänden wie Philip D. Moreheads Hoyle’s Rules of Games (2001). Auf Deutsch heißt das Spiel in Computersammlungen wie Xolitaire meist wörtlich übersetzt Großvaters Uhr. Seine Regeln für die Auslage – absteigend, Farbe egal, immer nur eine Karte, in eine leere Spalte jede Karte – sind dieselben wie beim Blumengarten, nur ohne Reserve.
Quellen
- Großvaters Uhr (Grandfather’s Clock) – Xolitaire
- Albert H. Morehead & Geoffrey Mott-Smith: The Complete Book of Solitaire and Patience Games (1949) – Internet Archive (englisch)
- Grandfather’s Clock – Wikipedia (englisch)
- Grandfather’s Clock – BVS Solitaire (englisch)
- Big Ben (card game) – Wikipedia (englisch)