Kartenspielregeln

Stichspiel · Spiel 378 von 388 ♠

Mauscheln

Vier Karten, ein Trumpf und ein Pot voller Chips – sag „Ich mauschle!“, wenn du dir zwei Stiche zutraust, und hoffe, dass niemand mitgeht.

Spieler
3–7
Dauer
20 Min.
Alter
ab 16
Anspruch
leicht
Karten
32 Karten (7–A), dazu Chips; 52 Karten für 6–7 Spieler
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung lebhaftin 5 Minuten gelernt

Sammlungen: Spiele für drei · Spiele für vier · Spiele für fünf · Spiele für sechs und mehr

Kurzregeln

  • Ziel: Stiche machen – jeder bringt ¼ des Pots.
  • Geben: Geber legt 4 Chips in den Pot, gibt 2 + 2 Karten, dazwischen wird Trumpf aufgedeckt.
  • „Ich mauschle!“ (ab links vom Geber) = mindestens 2 Stiche. Die anderen passen oder gehen mit. Alle passen: Mauschler nimmt den Pot. Niemand mauschelt: zusammenwerfen, der Nächste legt 4 ein.
  • Mauschler und Mitgeher tauschen 0–4 Karten einmal.
  • 4 Stiche: bedienen, sonst trumpfen, und wenn möglich überbieten. Mauschler spielt aus.
  • Bête in den Pot: Mitgeher mit 0 Stichen zahlt den Pot; Mauschler mit 1 zahlt den Pot, mit 0 doppelt.

Spickzettel

Abrechnung (Pot = P vor der Zahlung)

Ergebnis Du zahlst / bekommst
Jeder Stich bekommst ¼ P
Mitgegangen, 0 Stiche zahlst P in den Pot (Bête)
Mauschler, 1 Stich zahlst P
Mauschler, 0 Stiche zahlst 2 × P
  • Rangfolge: A K D B 10 9 8 7 (52 Karten: bis zur 2).
  • In jedem Spiel legt der Geber 4 Chips in den Pot. Bêten bleiben im Pot.
  • Der Mauschler verspricht zwei Stiche.

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Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Rangfolge
  3. Vorbereitung
  4. Wer spielt?
  5. Karten tauschen
  6. Die Stiche
  7. Abrechnung
  8. Das Spielende
  9. Tipps für Einsteiger
  10. Varianten

Überblick

Mauscheln (auch Maus, Vierblatt oder Frische Vier) ist ein schnelles Stichspiel um Chips, beliebt in Österreich und Deutschland. Jeder bekommt vier Karten, und eine Trumpffarbe wird aufgedeckt. Links vom Geber beginnend darf ein Spieler „Ich mauschle“ sagen – das heißt, er verspricht, mindestens zwei der vier Stiche zu machen. Die anderen dürfen mitgehen oder aussteigen. Der Pot wird auf die Stiche verteilt: Jeder Stich, den du machst, bringt dir ein Viertel des Pots. Bist du dabei und machst keinen Stich, zahlst du eine Bête (eine Strafe) in den Pot – der Pot wächst, und das nächste Spiel wird noch verlockender.

  • Spieler: 3 bis 5 mit 32 Karten; 6 bis 7 Spieler mit allen 52 Karten.
  • Du brauchst: ein 32er-Blatt (7–A), Chips (oder Spielmarken) und eine Schale für den Pot. Spielt um Chips, nicht um Geld.

Rangfolge

Ass (höchste), König, Dame, Bube, 10, 9, 8, 7 (niedrigste). Mit 52 Karten folgen 6, 5, 4, 3 und 2 unter der 7.

Vorbereitung

  1. Der erste Geber wird ausgelost. Nach jedem Spiel wandert das Geben im Uhrzeigersinn weiter.
  2. Jeder bekommt zu Beginn gleich viele Chips (z. B. 40). Die Schale in der Mitte ist der Pot.
  3. Der Geber legt 4 Chips in den Pot. Das ist der Stamm (er muss durch vier teilbar sein).
  4. Der Geber gibt jedem zwei Karten, einzeln und verdeckt. Dann deckt er die nächste Karte auf: Ihre Farbe ist in diesem Spiel Trumpf. Danach gibt er jedem noch zwei Karten (insgesamt vier).
  5. Die übrigen Karten liegen verdeckt als Ziehstapel da. Die aufgedeckte Trumpfkarte bleibt daneben liegen.

Wer spielt?

Links vom Geber beginnend muss jeder entweder „Ich mauschle!“ sagen oder „Weiter“.

  • Wer als Erster „Ich mauschle“ sagt, wird der Mauschler und verpflichtet sich, mindestens zwei Stiche zu machen. Wer danach sitzt, wird nicht mehr gefragt.
  • Alle anderen – auch die, die vorher gepasst haben – entscheiden dann der Reihe nach, links vom Mauschler beginnend: passen (Karten weglegen, dieses Spiel setzt du aus) oder mitgehen („Ich gehe mit“). Nur der Mauschler und die Mitgeher spielen die vier Stiche.
  • Sagt niemand „Ich mauschle“, werden die Karten zusammengeworfen. Der Nächste gibt, legt noch einmal 4 Chips in den Pot, und alles beginnt von vorn. Der Pot bleibt liegen.
  • Passen alle anderen, nimmt der Mauschler den ganzen Pot – ohne zu spielen. Der Nächste gibt und legt 4 Chips ein.

Karten tauschen

Ist mindestens ein Spieler mitgegangen, dürfen der Mauschler und die Mitgeher tauschen, jeder einmal. Ab dem Mauschler im Uhrzeigersinn legst du beliebig viele Karten (0 bis 4) verdeckt beiseite und bekommst gleich viele von oben vom Ziehstapel. Reicht der Ziehstapel nicht, bekommst du, was noch da ist; wer danach tauscht, bekommt entsprechend weniger oder keine.

Die Stiche

Der Mauschler spielt zum ersten Stich aus; danach spielt der Sieger eines Stichs zum nächsten aus. Es gibt vier Stiche. Du musst:

  1. Farbe bedienen, wenn du kannst;
  2. sonst trumpfen, wenn du Trumpf hast;
  3. und wenn möglich die bisher höchste Karte überbieten (mit einer höheren Karte der Farbe oder einem höheren Trumpf).

Kannst du nichts davon, spielst du eine beliebige Karte. Den Stich gewinnt der höchste Trumpf – ohne Trumpf die höchste Karte der ausgespielten Farbe.

Beispiel: Pik ist Trumpf. Ben spielt K♥ aus. Carla hat 7♥ und A♥: Sie muss bedienen und den König überbieten, also den A♥ legen. Dan hat kein Herz, aber die 9♠: Er muss trumpfen.

Abrechnung

Zähl die Stiche. Der Pot vor jeder Zahlung sei P Chips.

  • Jeder Stich, den du gewinnst, bringt dir ein Viertel von P aus dem Pot.
  • Bist du mitgegangen und hast keinen Stich gemacht, zahlst du eine Bête in den Pot: so viele Chips, wie P enthielt.
  • Bist du der Mauschler und hast nur einen Stich gemacht, zahlst du ebenfalls eine Bête von P.
  • Bist du der Mauschler und hast keinen Stich gemacht, zahlst du die doppelte Bête: 2 × P.

Alles, was du einzahlst, bleibt für das nächste Spiel im Pot. Der nächste Geber legt einen neuen Stamm von 4 Chips dazu.

Beispiel: Im Pot liegen 8 Chips (ein Stamm von 4 und 4 Chips aus einer früheren Bête), also ist jeder Stich 2 wert. Ben ist Mauschler, Carla geht mit. Ben macht 3 Stiche und nimmt 6 Chips, Carla macht 1 und nimmt 2. Der Pot ist leer; der nächste Geber beginnt mit 4 neuen Chips.

Ein anderes Spiel mit demselben Pot von 8: Ben macht nur 1 Stich und nimmt 2 Chips – muss aber 8 Chips Bête in den Pot zahlen. Carla macht 3 Stiche und nimmt 6 Chips. Der Pot war leer, aber Bens Bête füllt ihn wieder: Er enthält 8, und der nächste Geber legt 4 dazu.

Das Spielende

Spielt, solange ihr wollt. Wer am Ende die meisten Chips hat, gewinnt. Wer keine Chips mehr hat, scheidet aus; kannst du eine Bête nicht ganz zahlen, zahl, was du hast.

Tipps für Einsteiger

  • Sag „Ich mauschle“ nur mit einem Trumpf-Ass, einem Trumpf-König, zwei hohen Trümpfen oder mehreren hohen Karten einer Farbe.
  • Liegt eine Bête im Pot, ist Mitgehen riskanter – aber der Gewinn ist auch größer.
  • Steig aus, wenn du keinen Trumpf und kein Ass hast.
  • Beim Tauschen behältst du Trümpfe und Asse und tauschst den Rest.

Varianten

  • Klopfen: Ist der aufgedeckte Trumpf hoch (z. B. ein Ass), darf der Geber klopfen, bevor er seine Karten ansieht. Er wird dann Mauschler und nimmt die Trumpfkarte auf die Hand, wobei er beliebig viele Karten ablegt.
  • Vierling: Wer vier Karten gleichen Werts bekommt, muss sie ablegen, einen Stamm von 4 Chips zahlen und bekommt eine neue Hand.
  • Belli: Die 7♦ (oder die Trumpf-7) ist der dauerhaft zweithöchste Trumpf und kann eine Strafe kosten, wenn sie ans Ass geht. Die Einzelheiten unterscheiden sich von Tisch zu Tisch.
  • Weli: Die 6 kommt als 33. Karte ins Spiel und ist der dauerhaft zweithöchste Trumpf.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Stichspiel (Tippen-Gruppe)
  • Herkunft: Österreich-Ungarn und Deutschland, frühes 19. Jahrhundert
  • Auch bekannt als: Maus, Vierblatt, Frische Vier, Angehen, Anschlagen (Tirol), Polnische Bank, Panczok
  • Ähnliche Spiele: Tippen, Dreiblatt, L’Hombre, Boston

Mauscheln ist ein Glücksspiel für drei bis fünf Spieler, dem Dreikartenspiel Tippen (Dreiblatt) sehr ähnlich. Laut englischer Wikipedia war es schon im frühen 19. Jahrhundert verbreitet: Ein österreichisches Gesetz von 1832 verbot es als Glücksspiel und beschrieb es als in der Steiermark beliebt und dem verbotenen Spiel Zwicken oder Laubiren sehr ähnlich. Die Regeln erschienen erstmals gegen Ende des 19. Jahrhunderts im Druck. Nach derselben Quelle war es zunächst in jüdischen Handelskreisen sehr beliebt; 1890 beschrieb Ulmann das Angehen als „in Damenkreisen sehr beliebt“, und im Ersten Weltkrieg blühte es unter den deutschen Soldaten. Heute gehört es zu den beliebtesten Kartenspielen Österreichs.

Der Name soll vom hebräischen Namen Moses (Mausche) kommen und war einst ein Spottname; im älteren Deutsch bedeutete mauscheln etwa „schachern“. Heute steht das Wort für „kungeln“ oder „mogeln“. Diese Seite nutzt die Chip-Abrechnung aus der deutschen und englischen Wikipedia, bei der der Pot auf die Stiche verteilt wird und Bêten darin bleiben – das macht das Spiel so spannend. Es gibt viele örtliche Varianten – mit der Karo-7 oder einer 33. Karte als ständigem Trumpf oder mit Klopfen.

Quellen