Patience · Spiel 200 von 388 ♥
Nestor
Zwei gleiche finden und weg damit – alle Karten liegen offen, und nur eine Frage bleibt: Welches Paar zuerst?
- Spieler
- 1
- Dauer
- 5 Min.
- Alter
- ab 6
- Anspruch
- leicht
- Karten
- 52 Karten, ohne Joker
- Können – Glück
- KönnenGlück
- Jeder für sich – Viel Interaktion
- Jeder für sichViel Interaktion
- Einfach – Komplex
- EinfachKomplex
- Schnell – Lang
- SchnellLang
Stimmung entspanntin 5 Minuten gelernt
Sammlungen: Patiencen · Spiele für Kinder
Ausführliche Regeln
- Überblick
- Die Teile der Auslage
- Vorbereitung
- Spielablauf
- Gewonnen oder verloren
- Tipps für Einsteiger
- Varianten
Überblick
Nestor ist eine einfache Patience (ein Kartenspiel für eine Person, auch Solitär genannt), die schon Kinder spielen können. Alle Karten liegen offen in acht Spalten. Du räumst sie in Paaren gleichen Werts ab – zwei Könige, zwei 7er –, bis mit etwas Glück keine mehr übrig ist. Die Farben spielen keine Rolle. Die einzige Kunst: das richtige Paar wählen, wenn es mehrere gibt.
- Spieler: 1
- Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten, ohne Joker.
- Dauer: etwa 5 Minuten pro Spiel.
Die Teile der Auslage
- Auslage: acht Spalten zu sechs Karten, nach unten aufgefächert, sodass du jede Karte siehst. Frei ist nur die oberste Karte jeder Spalte – die unterste im Fächer, die von keiner anderen Karte bedeckt ist.
- Reserve: vier zusätzliche Karten, offen in einer Reihe. Jede Reservekarte ist immer frei.
Vorbereitung
- Misch und leg sechs Reihen zu acht Karten offen und überlappend aus, sodass acht Spalten zu sechs entstehen.
- In einer Spalte dürfen nie zwei Karten desselben Werts liegen. Passt die nächste Karte zu einer Karte, die schon in dieser Spalte liegt, schieb sie unter das Blatt und leg stattdessen die nächste Karte hin.
- Die letzten vier Karten bilden die Reserve.
Beispiel: In Spalte 3 liegen schon 9♣, 4♥ und D♠. Die nächste Karte für Spalte 3 ist die 4♦ – eine zweite 4 in dieser Spalte. Schieb die 4♦ unter das Blatt und leg die nächste Karte in Spalte 3.
Spielablauf
Nimm zwei freie Karten desselben Werts weg – Farbe egal – und leg sie beiseite; sie kommen aus dem Spiel. Frei sind die obersten Karten der Spalten und die Reservekarten. Nimmst du eine Karte aus einer Spalte, wird die Karte darüber frei.
Du kannst zwei Karten aus der Auslage paaren, eine Karte aus der Auslage mit einer Reservekarte oder zwei Reservekarten.
Beispiel: Frei sind unter anderem 7♥, K♣, 2♦ und 7♠; in der Reserve liegt der K♦. Nimm die 7♥ und die 7♠ weg. Dann den K♣ zusammen mit dem K♦ aus der Reserve. Jetzt sind in den Spalten drei neue Karten frei: 5♥, 3♣ und B♥.
Gewonnen oder verloren
Du hast gewonnen, wenn alle 52 Karten paarweise weggeräumt sind. Haben keine zwei freien Karten denselben Wert, ist die Patience nicht aufgegangen.
Tipps für Einsteiger
- Kannst du zwischen mehreren Karten desselben Werts wählen, schau, was darunter liegt, und nimm das Paar, das die nützlichsten Karten freilegt.
- Heb dir die Reservekarten für den Notfall auf: Sie sind immer frei und können nicht zugedeckt werden.
- Räum möglichst zuerst die längsten Spalten ab – dort liegen die meisten Karten verborgen.
Varianten
Alles freiwillig – vor dem Spiel festlegen.
- Streng (Morehead und Mott-Smith): Die vier übrigen Karten liegen verdeckt als Vorrat. Erst wenn nichts mehr geht, deckst du die oberste auf: Passt sie zu einer freien Karte, kommen beide weg und du spielst weiter; passt sie nicht, ist die Patience verloren. Viel schwerer – etwa eines von 10 Spielen geht auf.
- Vertical: Leg sieben Spalten zu sechs Karten aus; die übrigen zehn Karten bilden die Reserve. Leichter.
- Doublets: Leg zwölf Spalten zu vier Karten aus; die letzten vier Karten bilden die Reserve.
Hintergrund & Geschichte
- Familie: Patience (Paar-Patience: alle Karten offen, Karten werden paarweise abgeräumt statt aufgebaut)
- Herkunft: 19. Jahrhundert; zuerst beschrieben in Dick’s Games of Patience (New York, 1883)
- Auch bekannt als: Matrimony
- Ähnliche Spiele: Vertical, Doublets, Monte Carlo, Pyramide
Die älteste Beschreibung, die wir gefunden haben, steht in Dick’s Games of Patience (New York, 1883) von William B. Dick, unter dem Namen Nestor. Die Regeln sind die heutigen: sechs Reihen zu acht Karten, die acht Spalten bilden, nie zwei gleiche Werte in einer Spalte – eine doppelte Karte wandert beim Austeilen unter den Stapel – und vier Reservekarten, von denen jede zum Bilden neuer Paare verwendet werden darf. Dick spielt sogar ein ganzes gewonnenes Spiel vor. Professor Hoffmann (Angelo Lewis) nahm die Patience mit derselben Auslage in The Illustrated Book of Patience Games (London, 1892) auf; auch er setzt die Reservekarten „eine nach der anderen, wenn sich die Gelegenheit ergibt“ ein, wenn in der Auslage kein Paar mehr liegt. Warum das Spiel nach Nestor heißt, dem alten König aus Homers Ilias, erklärt keines der beiden Bücher.
Albert Morehead und Geoffrey Mott-Smith (1949) führen das Spiel als Nestor, auch Matrimony („Ehe“), und machen es schwerer: Die vier übrigen Karten liegen verdeckt als Vorrat und werden erst aufgedeckt, wenn nichts mehr geht – eine nach der anderen; passt eine nicht, ist das Spiel verloren. Sie rechnen mit vier Minuten pro Spiel und einem Sieg in zehn Spielen und nennen die offene Reserve als andere Möglichkeit. Auch deutsche Patience-Seiten führen das Spiel als Nestor.
Nestor gehört zu den Paar-Patiencen, wie Monte Carlo, das ebenfalls Paare gleichen Werts abräumt, und Pyramide, bei der Paare mit der Summe dreizehn entfernt werden. Die Varianten Vertical (sieben Spalten und zehn Reservekarten) und Doublets (zwölf Spalten zu vier Karten) ändern nur die Auslage.
Quellen
- Nestor – Patiencen.org
- Nestor (solitaire) – Wikipedia (englisch)
- Dick’s Games of Patience (1883) – Internet Archive (englisch)
- Professor Hoffmann: The Illustrated Book of Patience Games (1892) – Internet Archive (englisch)
- Morehead & Mott-Smith: The Complete Book of Solitaire and Patience Games (1949) – Internet Archive (englisch)
- Nestor – BVS Solitaire (englisch)