Kartenspielregeln

Patience · Spiel 190 von 388 ♠

Poker-Patience

25 Karten in ein Quadrat aus fünf mal fünf – jede Reihe und jede Spalte ist eine Pokerhand, und was liegt, bleibt liegen.

Spieler
1
Dauer
10 Min.
Alter
ab 10
Anspruch
mittel
Karten
52 Karten, ohne Joker
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung konzentriertin 5 Minuten gelernt

Platz 10 in Die besten Patiencen

Sammlungen: Patiencen

Kurzregeln

  • Ziel: möglichst viele Punkte aus 10 Pokerhänden – 5 Reihen und 5 Spalten.
  • Vorher amerikanische oder englische Wertung vereinbaren.
  • Vorrat Karte für Karte aufdecken.
  • Jede Karte offen irgendwo in ein 5 × 5-Quadrat legen; Lücken sind erlaubt.
  • Gelegte Karten bleiben liegen.
  • Nach 25 Karten jede Reihe und Spalte werten: nur die beste Hand zählt. Jede Karte zählt in einer Reihe und einer Spalte.
  • Straße: Ass hoch oder niedrig, nie um die Ecke (D-K-A-2-3 gilt nicht).
  • Gewonnen: ab 200 (amerikanisch) oder 70 (englisch).

Spickzettel

Punkte pro Reihe oder Spalte

Hand Amerik. Engl.
Royal Flush 100 30
Straight Flush 75 30
Vierling 50 16
Full House 25 10
Flush 20 5
Straße 15 12
Drilling 10 6
Zwei Paare / Paar 5 / 2 3 / 1

Tipps und Varianten

  • Paare kommen von selbst – plan die selteneren Hände.
  • 1–2 Spalten für Flushes freihalten, Reihen für Paare und Full Houses.
  • Plätze als Mülleimer für Karten freilassen, die nirgends passen.
  • Mehrere Spieler: jeder mit eigenem Blatt; einer ruft jede Karte aus, alle legen sie. Höchste Summe gewinnt.

Punkteblock

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Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Pokerhände
  3. Vorbereitung
  4. Spielablauf
  5. Wertung
  6. Gewonnen?
  7. Tipps für Einsteiger
  8. Varianten

Überblick

Poker-Patience ist eine Patience (ein Kartenspiel für eine Person, auch Solitär genannt) der besonderen Art: Sie kann nicht „aufgehen“ – stattdessen spielst du um Punkte. Du deckst 25 Karten nacheinander auf und legst jede in ein Quadrat aus fünf Reihen und fünf Spalten. Jede Reihe und jede Spalte zählt am Ende als Pokerhand aus fünf Karten, und je besser die Hände, desto mehr Punkte. Eine gelegte Karte bleibt, wo sie ist.

  • Spieler: 1 (oder mehrere, jeder mit eigenem Blatt – siehe Varianten)
  • Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten, ohne Joker, Platz für ein Quadrat aus 5 × 5 Karten und Stift und Papier (oder den Punkteblock).

Pokerhände

Eine Pokerhand besteht aus fünf Karten. Diese Kombinationen versuchst du in jeder Reihe und Spalte zu bilden, von der besten zur schwächsten. Das Ass zählt in einer Straße hoch (10-B-D-K-A) oder niedrig (A-2-3-4-5), aber eine Straße geht nicht „um die Ecke“ (D-K-A-2-3 ist keine Straße).

Hand Was sie ist Beispiel
Royal Flush A K D B 10 in einer Farbe A♠ K♠ D♠ B♠ 10♠
Straight Flush fünf in Folge, gleiche Farbe 9♥ 8♥ 7♥ 6♥ 5♥
Vierling vier gleiche Werte 7 7 7 7 K
Full House Drilling + Paar D D D 4 4
Flush fünf Karten einer Farbe K♦ B♦ 8♦ 5♦ 2♦
Straße fünf in Folge, gemischte Farben 10 9 8 7 6
Drilling drei gleiche Werte 5 5 5 K 2
Zwei Paare zwei verschiedene Paare B B 3 3 A
Ein Paar zwei gleiche Werte 10 10 A 7 4

Eine Hand, die nichts davon ist, bringt keine Punkte. Jede Reihe und Spalte zählt nur ihre beste Kombination – ein Full House zählt also nicht zusätzlich als Drilling und Paar.

Vorbereitung

Misch die Karten und leg sie verdeckt als Vorrat vor dich (der Stapel, von dem du aufdeckst). Lass Platz für ein Quadrat aus 5 × 5 Karten. Du brauchst nur 25 der 52 Karten; der Rest bleibt im Vorrat.

Spielablauf

  1. Deck die oberste Karte des Vorrats auf.
  2. Leg sie offen auf einen beliebigen freien Platz im Quadrat. Du darfst überall anfangen und Lücken lassen, die du später füllst – am Ende müssen es aber genau fünf Reihen mit je fünf Karten sein.
  3. Eine gelegte Karte darfst du nie mehr verschieben.
  4. So geht es weiter, bis alle 25 Plätze belegt sind.

Das Können steckt darin, jede Karte gut zu platzieren, ohne zu wissen, was noch kommt: eine Spalte für einen Flush freihalten, gleiche Werte in einer Reihe sammeln und Platz für die Paare lassen, die sicher noch kommen.

Wertung

Ist das Quadrat voll, wertest du alle fünf Reihen und fünf Spalten – zusammen zehn Hände – und zählst die Punkte zusammen. Üblich sind zwei Wertungen: Die amerikanische richtet sich danach, wie selten die Hände im echten Poker sind, die englische danach, wie schwer sie in diesem Spiel zu bauen sind (eine Straße ist hier schwerer als ein Flush). Legt vorher fest, welche gilt.

Hand Amerikanisch Englisch
Royal Flush 100 30
Straight Flush 75 30
Vierling 50 16
Full House 25 10
Flush 20 5
Straße 15 12
Drilling 10 6
Zwei Paare 5 3
Ein Paar 2 1

Jede Karte zählt gleichzeitig in einer Reihe und einer Spalte – eine gute Karte kann also zwei Händen helfen.

Beispiel: Deine oberste Reihe ist 7♠ 7♥ 7♦ K♣ K♠ – ein Full House: 25 Punkte (amerikanisch) oder 10 (englisch). In der ersten Spalte liegen 7♠ 6♠ 5♠ 3♠ 2♠ – ein Flush: 20 bzw. 5. Die zweite Spalte, 7♥ 8♣ 9♦ 10♥ B♠, ist eine Straße: 15 bzw. 12. Die übrigen sieben Hände zählst du genauso dazu.

7♠7♠♠7♥7♥♥7♦7♦♦K♣K♣KK♠K♠K6♠6♠♠8♣8♣♣5♠5♠♠9♦9♦♦3♠3♠♠10♥10♥♥2♠2♠♠B♠B♠B38Vorrat7♣7♣♣NächsteKarte
Poker-Patience – das Beispiel-Quadrat, teilweise gefüllt

Gewonnen?

Bei der Poker-Patience geht es um möglichst viele Punkte. Traditionell gilt sie als gewonnen, wenn du mit amerikanischer Wertung 200 Punkte oder mit englischer Wertung 70 Punkte erreichst. Schreib deine Ergebnisse auf und versuch, deinen Rekord zu brechen.

Tipps für Einsteiger

  • Paare und Drillinge kommen von selbst; plane lieber die selteneren Hände.
  • Halte eine oder zwei Spalten für Flushs frei: Dort sammelst du eine Farbe, in den Reihen dann Paare und Full Houses.
  • Bei englischer Wertung sind Straßen viel wert – versuch es aber nur, wenn die Werte nah beieinanderliegen.
  • Füll nicht zu früh eine Reihe ganz auf: Freie Plätze sind dein „Mülleimer“ für Karten, die nirgends passen.

Varianten

Alles freiwillig – vor dem Spiel festlegen.

  • Mehrere Spieler: Jeder hat ein eigenes Blatt. Einer mischt und sagt jede aufgedeckte Karte an; die anderen suchen dieselbe Karte aus ihrem Blatt und legen sie in ihr eigenes Quadrat. Die höchste Summe gewinnt. So wurde das Spiel schon 1909 beschrieben.
  • Nur neben eine Karte: In den ältesten Regeln muss jede Karte nach der ersten neben eine schon liegende Karte – darüber, darunter, daneben oder schräg.
  • Poker Shuffle: Alle 25 Karten liegen zuerst offen aus, dann ordnest du sie beliebig an. Gewonnen ist ab 310 Punkten (amerikanisch) oder 120 (englisch).

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Patience (Punkte-Patience mit Pokerhänden)
  • Herkunft: England, Anfang des 20. Jahrhunderts – 1909 als neue Mode beschrieben
  • Auch bekannt als: Pokerpatience, Poker-Solitär; englisch Poker Squares, Poker Solitaire, Poker Patience
  • Ähnliche Spiele: Serpent Poker Patience, Poker Shuffle, Cribbage Squares; Five-Card Draw und andere Pokerformen

Die älteste Beschreibung, die wir gefunden haben, steht in der überarbeiteten Ausgabe von Hoyle’s Games Modernized aus dem Jahr 1909, herausgegeben von Louis Hoffmann. Das neue Kapitel über Poker Patience sagt, das Spiel sei „neuerdings bei Kartenspielern in Mode gekommen“. Dort steht schon die englische Wertung (Straight Flush 30, Vierling 16, Straße 12 …) und eine Regel, die später verschwunden ist: Jede Karte nach der ersten musste neben eine schon liegende Karte. Dasselbe Kapitel beschreibt die Fassung für mehrere Spieler, bei der einer die Karten ansagt und jeder mit seinem eigenen Blatt ein eigenes Quadrat baut, sowie eine „Aufgaben“-Form namens Serpent Poker Patience, die auf den Bridge-Autor Ernest Bergholt zurückgeht.

In ihrem Complete Book of Solitaire and Patience Games (1949) nennen Albert H. Morehead und Geoffrey Mott-Smith das Spiel Poker Solitaire (Poker Squares) und stellen zwei Wertungen nebeneinander. Laut ihnen richtet sich die amerikanische danach, wie wahrscheinlich die Hände im normalen Poker sind, die englische danach, wie schwer sie in dieser Patience zu bilden sind. Von ihnen stammen auch die üblichen „Gewinn“-Marken von 200 und 70 Punkten. David Parlett nahm das Spiel in The Penguin Book of Patience (1979) auf.

Weil es um Punkte geht und nicht um eine fertige Auslage, taugt die Poker-Patience auch als Gesellschaftsspiel. Deutsche Online-Seiten wie 123patience.de bieten sie mit eigener Punktetabelle an, dort zählen zusätzlich die Diagonalen. Dieselbe Idee – ein Raster füllen und seine Linien als Hände werten – steckt auch in Cribbage Squares mit 4 × 4 Karten und Cribbage-Wertung.

Quellen