Patience · Spiel 213 von 388 ♣
Royal Cotillion
Jede Farbe in Zweierschritten aufbauen – ungerade Karten auf die Asse, gerade auf die 2er –, bis jeder König neben seiner Dame zum Tanz bereitsteht.
- Spieler
- 1
- Dauer
- 15 Min.
- Alter
- ab 10
- Anspruch
- mittel
- Karten
- 2 × 52 Karten, ohne Joker
- Können – Glück
- KönnenGlück
- Jeder für sich – Viel Interaktion
- Jeder für sichViel Interaktion
- Einfach – Komplex
- EinfachKomplex
- Schnell – Lang
- SchnellLang
Stimmung konzentriert
Sammlungen: Patiencen · Mit zwei Blättern
Ausführliche Regeln
- Überblick
- Die Teile der Auslage
- Vorbereitung
- Die Zielstapel aufbauen
- Spielablauf
- Gewonnen oder verloren
- Tipps für Einsteiger
- Varianten
Überblick
Royal Cotillion („königlicher Kotillon“) ist eine Patience (ein Kartenspiel für eine Person, auch Solitär genannt) mit zwei Blättern, benannt nach einem alten Gesellschaftstanz. Du sammelst alle 104 Karten auf acht Zielstapeln: In jeder Farbe beginnt ein Stapel mit einem Ass und einer mit einer 2, und beide werden in Zweierschritten aufgebaut. Geht die Patience auf, endet jeder Stapel mit einem König oder einer Dame – jeder König steht neben seiner Dame, die Paare sind bereit zum Tanz. Zwei Kartengruppen, die Flügel, versorgen die Zielstapel: Der eine wird Karte für Karte aufgebraucht, der andere ständig nachgefüllt.
- Spieler: 1
- Du brauchst: zwei normale Blätter mit je 52 Karten ohne Joker (104 Karten), zusammengemischt.
- Dauer: etwa 15 Minuten pro Spiel.
Die Teile der Auslage
- Zielstapel: die acht Stapel, auf denen am Ende alle Karten liegen – je ein Ass und eine 2 jeder Farbe, in zwei Spalten in der Tischmitte, sobald sie ins Spiel kommen. Zu Beginn sind diese Plätze leer.
- Linker Flügel: 12 offene Karten links, in drei Reihen zu vier. Frei ist nur die unterste Karte jeder seiner vier Spalten (die dir am nächsten liegt); ist sie weg, wird die Karte darüber frei. Lücken werden hier nie aufgefüllt.
- Rechter Flügel: 16 offene Karten rechts, in vier Reihen zu vier. Jede Karte darin ist frei. Jede Lücke wird sofort aufgefüllt.
- Vorrat: der verdeckte Stapel mit den übrigen Karten.
- Abwurfstapel: der offene Stapel für Vorratskarten, die du nicht brauchen kannst. Seine oberste Karte ist frei.
Vorbereitung
- Misch beide Blätter zusammen.
- Leg 12 Karten offen in drei Reihen zu vier links aus: der linke Flügel.
- Lass in der Mitte Platz für zwei Spalten zu vier Karten.
- Leg 16 Karten offen in vier Reihen zu vier rechts aus: der rechte Flügel.
- Der Rest kommt verdeckt als Vorrat beiseite.
Asse und 2er kommen erst dorthin, wenn sie frei sind; die Reihenfolge der Farben ist egal.
Die Zielstapel aufbauen
Sobald ein freies Ass oder eine freie 2 auftaucht, darfst du damit einen Zielstapel eröffnen – ein Ass und eine 2 pro Farbe. Das zweite Ass und die zweite 2 jeder Farbe werden später wie jede andere Karte angelegt.
Aufgebaut wird in derselben Farbe, in Zweierschritten aufwärts. Nach dem König geht es mit den niedrigsten noch fehlenden Karten weiter:
| Zielstapel | Reihenfolge |
|---|---|
| Ass | A 3 5 7 9 B K 2 4 6 8 10 D |
| 2 | 2 4 6 8 10 D A 3 5 7 9 B K |
Jeder Ass-Stapel endet also mit einer Dame, jeder 2er-Stapel mit einem König.
Spielablauf
Karten wandern nur auf die Zielstapel – nie von einem Flügel zum anderen oder innerhalb eines Flügels. Spielen darfst du:
- die unterste Karte jeder Spalte des linken Flügels,
- jede Karte des rechten Flügels,
- die oberste Karte des Abwurfstapels.
Verlässt eine Karte den rechten Flügel, füllst du die Lücke sofort mit der obersten Karte des Abwurfstapels auf oder, solange es noch keinen gibt, mit der obersten Karte des Vorrats.
Kannst oder willst du nichts mehr spielen, deckst du die oberste Karte des Vorrats auf. Passt sie auf einen Zielstapel, leg sie dorthin, sonst offen auf den Abwurfstapel. Du gehst nur einmal durch den Vorrat – neu verteilt wird nicht.
Beispiel: Auf den Zielstapeln liegen die 5♥ (auf einem Ass) und die 4♥ (auf einer 2). Oben auf dem Abwurfstapel liegt die 6♥, im rechten Flügel die 7♥. Leg die 6♥ auf die 4♥ und die 7♥ auf die 5♥. Die Lücke im rechten Flügel füllst du mit der neuen obersten Karte des Abwurfstapels.
Gewonnen oder verloren
Du hast gewonnen, wenn alle 104 Karten auf den Zielstapeln liegen, jeder König neben der Dame seiner Farbe. Ist der Vorrat aufgebraucht und passt keine Karte mehr, ist die Patience nicht aufgegangen. Morehead und Mott-Smith schätzen, dass etwa jedes fünfte Spiel aufgeht.
Tipps für Einsteiger
- Spiel aus dem linken Flügel, wann immer das eine weitere Karte freilegt – diese Karten können nur über die Zielstapel verschwinden.
- Achte auf Sperren im linken Flügel: eine Karte, die früh gebraucht wird, unter einer Karte derselben Farbe, die erst viel später an der Reihe ist.
- Spiel nicht aus dem rechten Flügel, nur weil es geht. Eine Lücke dort wird vom Abwurfstapel gefüllt – warte, bis dort eine Karte liegt, die du in Sicherheit bringen willst.
Varianten
Alles freiwillig – vor dem Spiel festlegen.
- Gavotte: Leg für beide Flügel 16 Karten aus. Du entscheidest, welcher Flügel ganz frei ist und bei welchem nur von unten gespielt wird. Außerdem wählst du die beiden Werte, mit denen die Zielstapel beginnen (etwa 6er und 7er), und baust in Zweierschritten auf, bis jeder Stapel 13 Karten hat.
Hintergrund & Geschichte
- Familie: Patience – zwei Blätter mit Reserve; Zielstapel in Zweierschritten aufgebaut
- Herkunft: 19. Jahrhundert; beschrieben in Dick’s Games of Patience (New York, 1883)
- Auch bekannt als: Lords and Ladies
- Ähnliche Spiele: Gavotte, Odd and Even, Cotillion (Contradance), Quadrille (Captured Queens)
Royal Cotillion ist ein Klassiker des 19. Jahrhunderts. Beschrieben wird es in Dick’s Games of Patience, 1883 bei Dick & Fitzgerald in New York erschienen. Schon dort wird der Name erklärt: Auf den Assen liegen die „Königsstapel“, auf den 2ern die „Damenstapel“, und jede 2 wird neben ihr Ass gelegt, damit am Ende jeder König, wenn die Paare des Kotillons gebildet sind, seine Dame an seiner rechten Hand findet. Der Kotillon (englisch cotillion) war ein beliebter Gesellschaftstanz des 18. und 19. Jahrhunderts. Die englische Wikipedia nennt außerdem den wenig bekannten Namen Lords and Ladies („Herren und Damen“) aus Sloane Lees und Gabriel Packards 100 Best Solitaire Games.
Das Aufbauen in Zweierschritten – erst die ungeraden, dann die geraden Karten – teilt das Spiel mit Odd and Even, das mit einer kleineren Reserve auskommt, und mit Cotillion und Quadrille, die ganz ohne Reserve fast nur vom Glück abhängen. Bei Royal Cotillion geben die beiden Flügel dir echte Entscheidungen: Der linke wird langsam aufgebraucht, der rechte wirkt wie eine Reserve, die der Abwurfstapel immer wieder auffüllt.
Albert Morehead und Geoffrey Mott-Smith (The Complete Book of Solitaire and Patience Games, 1949) rechnen mit etwa 15 Minuten und schätzen, dass jedes fünfte Spiel aufgeht. Sie beschreiben auch Gavotte, eine Variante mit zwei gleich großen Flügeln, bei der du die Anfangswerte selbst wählst.
Quellen
- Albert H. Morehead, Geoffrey Mott-Smith: The Complete Book of Solitaire and Patience Games (1949) – Internet Archive (englisch)
- Dick’s Games of Patience (Dick & Fitzgerald, New York, 1883) – Internet Archive (englisch)
- Royal Cotillion – Wikipedia (englisch)
- Royal Cotillion – BVS Solitaire (englisch)
- Royal Cotillion – PySolFC (englisch)