Patience (Spider-Familie) · Spiel 176 von 388 ♠
Spider
Zwei Blätter, zehn Spalten, acht lange Folgen vom König bis zum Ass – die große Patience für lange Abende, mit leichter Stufe.
- Spieler
- 1
- Dauer
- 30 Min.
- Alter
- ab 10
- Anspruch
- knifflig
- Karten
- 2 × 52 Karten, ohne Joker
- Können – Glück
- KönnenGlück
- Jeder für sich – Viel Interaktion
- Jeder für sichViel Interaktion
- Einfach – Komplex
- EinfachKomplex
- Schnell – Lang
- SchnellLang
Stimmung konzentriertin 5 Minuten gelernt
Sammlungen: Patiencen · Mit zwei Blättern
Ausführliche Regeln
Überblick
Spider ist eine Patience (ein Kartenspiel für eine Person, auch Solitär genannt), die mit zwei Blättern gespielt wird; manchmal heißt sie auf Deutsch auch Spinne. Du schiebst Karten zwischen zehn Spalten hin und her, bis jede Farbe als lange Folge vom König bis zum Ass daliegt. Jede fertige Folge kommt aus dem Spiel – schaffst du alle acht, hast du gewonnen. Spider gilt als schwer: Mit allen vier Farben gewinnen auch gute Spieler nur etwa jedes dritte Spiel. Es gibt aber leichtere Stufen (siehe Schwierigkeitsstufen).
- Spieler: 1
- Du brauchst: zwei normale Blätter mit je 52 Karten ohne Joker (104 Karten), zusammengemischt, und Platz für zehn Spalten.
- Dauer: etwa 20–30 Minuten pro Spiel.
Begriffe
- Rang: der Wert einer Karte. Von niedrig nach hoch: A, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, B, D, K. Das Ass ist immer die niedrigste Karte.
- Spalte: Karten, die untereinander liegen, jede leicht versetzt über der vorigen, sodass du alle offenen Karten sehen kannst.
- Auslage: alle zehn Spalten zusammen.
- Letzte Karte: die Karte am Ende einer Spalte – die dir am nächsten liegt und von keiner anderen Karte bedeckt ist.
- Abwärts anlegen: eine Karte auf eine Karte legen, die genau einen Rang höher ist – etwa eine 7 auf eine 8.
- Farbfolge: Karten am Ende einer Spalte, die jeweils um einen Rang absteigen und alle dieselbe Farbe haben, zum Beispiel 9♥ 8♥ 7♥.
- Vorrat: der verdeckte Stapel mit den Karten, die noch nicht ausgeteilt sind.
- Zielstapel: der Platz neben der Auslage, auf den fertige Folgen aus 13 Karten (K bis A einer Farbe) beiseitegelegt werden.
Vorbereitung
- Misch beide Blätter zusammen.
- Teil 54 Karten reihenweise von links nach rechts auf zehn Spalten aus: Die Spalten 1–4 bekommen je 6 Karten, die Spalten 5–10 je 5 Karten. Nur die letzte Karte jeder Spalte liegt offen, die anderen verdeckt.
- Die übrigen 50 Karten legst du verdeckt als Vorrat beiseite.
Spielablauf
Es gibt keine Runden – du machst einfach einen Zug nach dem anderen, in beliebiger Reihenfolge. Du darfst:
- Eine letzte Karte verschieben – auf die letzte Karte einer anderen Spalte, die einen Rang höher ist. Die Farbe ist egal: Eine 6♦ darf auf jede 7. Auf ein Ass darf nichts (auch kein König).
- Eine Farbfolge verschieben – als Ganzes auf eine Karte, die einen Rang höher ist als die höchste Karte der Folge. 9♥ 8♥ 7♥ darf also auf jede 10. Karten gemischter Farben dürfen nicht zusammen wandern, sondern nur einzeln. Du darfst auch nur den unteren Teil einer Farbfolge verschieben.
- Aufdecken: Ist die letzte offene Karte einer Spalte weg, drehst du die verdeckte Karte darunter um. Sie ist jetzt im Spiel.
- Eine leere Spalte füllen – mit einer beliebigen letzten Karte oder Farbfolge (nicht nur mit einem König).
- Eine fertige Folge ablegen: Endet eine Spalte mit allen 13 Karten einer Farbe in der richtigen Reihenfolge – K, D, B, 10 … 2, A –, nimmst du die ganze Folge heraus und legst sie auf den Zielstapel. Du musst das nicht sofort tun.
- Vom Vorrat austeilen: Wenn du nicht weiterkommst (oder wann immer du willst), legst du auf jede Spalte eine Karte offen – zehn Karten, von links nach rechts. Vorher muss jede leere Spalte gefüllt sein. Der Vorrat reicht für fünf solche Runden.
Beispiel: Spalte 3 endet mit der 8♠, in Spalte 9 liegt nur noch eine 7♠, Spalte 6 endet mit 7♣ 6♦. Du legst die 7♠ auf die 8♠: Das ergibt die Farbfolge 8♠ 7♠, und Spalte 9 ist leer. Dort parkst du kurz die 6♦ – jetzt ist die 7♣ in Spalte 6 frei für eine 6♣, also eine weitere Farbfolge.
Spielende
- Gewonnen, wenn alle acht Folgen (jede Farbe zweimal) abgelegt sind.
- Verloren, wenn der Vorrat leer ist und kein sinnvoller Zug mehr geht.
Schwierigkeitsstufen
Computerversionen bieten drei Stufen, und alle lassen sich mit echten Karten spielen. Auslegen und Regeln bleiben gleich; es ändert sich nur, was als „dieselbe Farbe“ gilt:
- Vier Farben (normal): wie oben beschrieben.
- Zwei Farben (mittel): Rot und Schwarz gelten als die beiden Farben. Alle roten Karten zählen als eine Farbe, alle schwarzen als die andere. 9♥ 8♦ 7♥ ist also eine Folge, die am Stück wandert, und eine fertige Folge darf Herz und Karo mischen.
- Eine Farbe (leicht): Farben spielen gar keine Rolle. Jede absteigende Folge wandert am Stück, und jede Folge aus 13 Karten von K bis A darf abgelegt werden. Gut zum Lernen.
(Am Computer spielt man diese Stufen mit 104 Karten aus nur einer oder zwei Farben; mit den Regeln oben ergibt sich mit zwei normalen Blättern genau dasselbe Spiel.)
Tipps für Einsteiger
- Leg möglichst in Farbe an – gemischte Spalten lassen sich nur Karte für Karte abbauen.
- Mach zuerst Züge, die du später wieder rückgängig machen kannst: Legst du eine 5 auf eine von zwei 6er, bleibst du beweglich.
- Mach früh eine Spalte leer. Mit einer leeren Spalte kannst du gemischte Gruppen zu Farbfolgen umsortieren.
- Bevor du vom Vorrat austeilst, sortiere so viel wie möglich – die neuen Karten decken alles zu.
- Verdeckte Karten aufzudecken ist wichtiger als ordentliche Spalten.
Varianten
Alles freiwillig:
- Lockeres Spider: Du darfst auch dann vom Vorrat austeilen, wenn eine Spalte leer ist.
- Spiderette: Spider mit einem Blatt – 28 Karten wie bei Klondike auf sieben Spalten verteilen (1 bis 7 Karten, nur die letzte offen), dann immer sieben Karten vom Vorrat austeilen; die letzten drei kommen auf die ersten drei Spalten.
Hintergrund & Geschichte
- Familie: Patience (Spider-Familie: abwärts ohne Rücksicht auf die Farbe anlegen, nur Farbfolgen am Stück bewegen, fertige Farben ablegen)
- Herkunft: unbekannt; in England spätestens 1930 bekannt
- Auch bekannt als: Spinne, Spider Solitär (Windows)
- Ähnliche Spiele: Spiderette, Will o’ the Wisp, Simple Simon, Scorpion, Mrs. Mop
Wer Spider erfunden hat, weiß niemand. Die englische Wikipedia nennt ohne Beleg 1949 als Entstehungsjahr – doch das Spiel ist älter: In The Complete Book of Solitaire and Patience Games (1949) zitieren Albert Morehead und Geoffrey Mott-Smith das Reisebuch The Gentleman in the Parlour (1930) von W. Somerset Maugham, in dem der Autor gesteht: „Ich versuchte es mit Spider und brachte sie nie auch nur ein einziges Mal heraus.“ Dasselbe Buch berichtet, dass US-Präsident Franklin D. Roosevelt ein großer Freund von Spider war und sich in Krisenzeiten mit Patiencen entspannte. Morehead und Mott-Smith schätzten die Dauer auf etwa 20 Minuten und die Gewinnchance auf eins zu drei.
Den Namen erklärt man meist mit den acht Beinen einer Spinne, passend zu den acht Folgen, die man bilden muss – eine hübsche Geschichte, für die es aber keine alte Quelle gibt. Morehead und Mott-Smith wählten Namen wie Spiderette und Scorpion auch, um diese „Spinnentier“-Familie kenntlich zu machen, und merkten an, dass Little Spider trotz seines Namens zu einer ganz anderen Familie gehört.
Zum Klassiker wurde Spider am Computer. Laut Wikipedia entstand um 1989 eine frühe Fassung bei Sun Microsystems, 1991 schrieb John A. Junod eine für Windows 3.x. Microsoft brachte Spider Solitär 1998 im Zusatzpaket Plus! 98 heraus und lieferte es danach mit Windows ME, XP, Vista und 7 aus. Mit dem Computer kamen die Stufen mit einer, zwei und vier Farben auf – laut Wikipedia dasselbe, als würde man die Farben innerhalb von Rot und Schwarz oder ganz übersehen.