Kartenspielregeln

Setzspiel · Spiel 128 von 388 ♦

Teen Patti

Indiens Drei-Karten-Poker – setz blind oder schau in deine Karten und zahl doppelt, und verlang die Aufdeckung, wenn nur zwei übrig sind.

Spieler
3–7
Dauer
45 Min.
Alter
ab 16
Anspruch
mittel
Karten
52 Karten, ohne Joker, dazu Chips
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung lebhaft

Sammlungen: Spiele für drei · Spiele für vier · Spiele für fünf · Spiele für sechs und mehr

Kurzregeln

  • Ziel: den Pot gewinnen – beste Drei-Karten-Hand, oder alle anderen packen.
  • Boot je 1 Chip = Einsatz. Je 3 Karten verdeckt.
  • Links vom Geber beginnt, reihum: setzen oder packen (aussteigen).
  • Blind: 1–2× den Einsatz setzen = neuer Einsatz.
  • Sehend (geschaut – in jedem Zug erlaubt): 2–4×; die Hälfte ist der neue Einsatz.
  • Aufdeckung (nur zu zweit): blind 1×; sehend 2×, nicht gegen Blinde. Gleichstand: wer nicht zahlte, gewinnt.
  • Seitenvergleich (alle sehend): nach dem Setzen heimlich mit dem Vorgänger; schlechtere Hand packt.
  • Geben wandert nach links. Ohne Chips: raus.

Spickzettel

Hände (beste zuerst)

Hand Beispiel
Trail (drei gleiche) A A A … 2 2 2
Reine Folge D♥ K♥ A♥
Folge A-2-3, A-K-D, K-D-B … 4-3-2
Colour (eine Farbe) A♦ 9♦ 4♦
Paar D D 8
Höchste Karte K 10 3

Bessere Art schlägt schwächere. Gleiche Art: höhere Karten gewinnen, höchste zuerst (Paare: erst Paar, dann dritte Karte). K-A-2 ist keine Folge. Manche werten A-K-D über A-2-3 – absprechen.

Aufdeckung und Seitenvergleich

  • Aufdeckung: Blinde dürfen sie immer verlangen und schauen erst nach dem Zahlen.
  • Seitenvergleich: nur direkt nach dem Mindesteinsatz (2×). Der Vorgänger darf ablehnen; Gleichstand: Der Fragende packt.
  • Ein Paar ist schon gut – meist hat man nur höchste Karte.

Punkteblock

Partien werden in diesem Browser auf diesem Gerät gespeichert.

Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Kartenwerte und Hände
  3. Setzen in Kürze
  4. Vorbereitung
  5. Eine Runde Schritt für Schritt
  6. Aufdeckung („Show“)
  7. Seitenvergleich („Side Show“)
  8. Spielende
  9. Tipps für Einsteiger
  10. Varianten

Überblick

Teen Patti („drei Karten“) ist Indiens liebstes Poker-Spiel. Jeder bekommt nur drei Karten und setzt darauf, die beste Hand zu haben – oder tut so. Der Clou: Du darfst blind setzen, ohne deine Karten anzusehen, das ist billiger – oder du schaust nach und spielst sehend, dann kostet es doppelt so viel. Den Pot (alle gesetzten Chips) gewinnt, wer als Letzter übrig bleibt, oder bei der Aufdeckung der letzten beiden die bessere Hand.

  • Spieler: am besten 3–7, jeder für sich.
  • Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten ohne Joker und Chips (oder Spielmarken, Streichhölzer, Knöpfe) – für alle gleich viele, z. B. je 100. Gespielt wird um Chips, nicht um Geld.

Kartenwerte und Hände

Die Karten zählen A K D B 10 9 8 7 6 5 4 3 2; alle Farben sind gleich viel wert. Deine drei Karten bilden eine dieser Hände, von der besten zur schwächsten:

Hand Beschreibung Beispiel
Trail (Drilling) drei gleiche Werte 7♠ 7♥ 7♦
Reine Folge drei in Folge, gleiche Farbe 9♥ 10♥ B♥
Folge drei in Folge, gemischte Farben 4♣ 5♦ 6♠
Colour (Farbe) drei einer Farbe A♦ 9♦ 4♦
Paar zwei gleiche Werte + eine andere Karte D♠ D♣ 8♥
Höchste Karte nichts von alledem K♣ 10♥ 3♠

Jede Hand einer besseren Art schlägt jede Hand einer schwächeren – die niedrigste Folge schlägt die beste Colour. Bei gleicher Art gilt:

  • Trails: Der höhere Wert gewinnt; A-A-A ist die beste Hand überhaupt.
  • Folgen (reine und gemischte): A-2-3 ist die höchste, dann A-K-D, dann K-D-B, D-B-10 … bis 4-3-2. (K-A-2 ist keine Folge.) Hier gibt es verschiedene Hausregeln – manche werten A-K-D über A-2-3 (siehe Varianten), also sprecht das vorher ab.
  • Colours und höchste Karte: Vergleicht die höchsten Karten; sind sie gleich, die zweithöchsten, dann die niedrigsten.
  • Paare: Das höhere Paar gewinnt; bei gleichem Paar entscheidet die dritte Karte.

Setzen in Kürze

Alle gesetzten Chips kommen in den Pot in der Mitte. Statt Mitgehen und Erhöhen wie bei anderen Pokerspielen gibt es bei Teen Patti den aktuellen Einsatz – so viel muss der Nächste mindestens setzen –, und er ändert sich mit jedem Einsatz:

  • Blinder Spieler (hat nicht in seine Karten geschaut): setzt das 1- bis 2-Fache des aktuellen Einsatzes. Der neue aktuelle Einsatz ist das, was er gesetzt hat.
  • Sehender Spieler (hat geschaut): setzt das 2- bis 4-Fache des aktuellen Einsatzes. Der neue aktuelle Einsatz ist die Hälfte davon.
  • Packen (aussteigen): aufgeben. Du legst deine Karten verdeckt weg; was du gesetzt hast, ist verloren, und du spielst in dieser Runde nicht mehr mit.

Du darfst jederzeit, wenn du dran bist, in deine Karten schauen – ab dann bist du sehender Spieler.

Vorbereitung

  1. Alle bekommen gleich viele Chips. Bestimmt einen ersten Geber; nach jeder Runde gibt der linke Nachbar.
  2. Jeder zahlt den Boot – einen kleinen festen Einsatz, hier 1 Chip. Damit beginnt der Pot. Der aktuelle Einsatz ist jetzt 1 Chip.
  3. Der Geber mischt und gibt jedem einzeln, links beginnend, drei Karten verdeckt. Lasst sie vorerst verdeckt vor euch liegen.

Eine Runde Schritt für Schritt

  1. Es beginnt der Spieler links vom Geber, dann geht es im Uhrzeigersinn weiter. Wer dran ist, setzt (als blinder oder sehender Spieler, siehe oben) oder packt. Vorher darfst du in deine Karten schauen.
  2. Gesetzt wird immer weiter reihum – eine feste Zahl von Setzrunden gibt es nicht –, bis eines davon passiert: - Alle bis auf einen packen. Der Letzte gewinnt den ganzen Pot, ohne seine Karten zu zeigen. - Aufdeckung: Nur noch zwei sind übrig, und einer verlangt die Aufdeckung (siehe unten).

Beispiel: Vier Spieler zahlen je 1 Chip Boot, der Pot hat 4, der aktuelle Einsatz ist 1. Anna spielt blind und setzt 1 (Einsatz bleibt 1). Ben schaut in seine Karten und setzt 2 (sehend: 2- bis 4-mal 1; neuer Einsatz ist die Hälfte, 1). Carla schaut und setzt 4 (neuer Einsatz 2). Dan schaut und packt. Anna, weiter blind, setzt 2 (Einsatz 2). Ben muss als Sehender 4 bis 8 setzen; er setzt 4 …

Aufdeckung („Show“)

Eine Aufdeckung gibt es nur, wenn nur noch zwei Spieler übrig sind.

  • Bist du blind, darfst du, wenn du dran bist, die Aufdeckung verlangen und zahlst dafür den aktuellen Einsatz in den Pot – egal, ob dein Gegner blind oder sehend ist. In deine Karten schaust du erst nach dem Bezahlen.
  • Bist du sehend und dein Gegner blind, darfst du keine Aufdeckung verlangen: Du kannst nur weitersetzen oder packen.
  • Sind beide sehend, darf jeder, wenn er dran ist, für den doppelten aktuellen Einsatz aufdecken lassen.

Beide decken ihre Karten auf, die bessere Hand gewinnt den Pot. Sind die Hände genau gleich, gewinnt, wer die Aufdeckung nicht bezahlt hat.

Seitenvergleich („Side Show“)

Sind alle noch Beteiligten sehend, darfst du, wenn du dran bist, direkt nach dem Mindesteinsatz (doppelter aktueller Einsatz) einen Seitenvergleich verlangen – mit dem Spieler, der direkt vor dir gesetzt hat:

  • Er darf ablehnen – dann wird einfach weitergesetzt.
  • Nimmt er an, vergleicht ihr eure Karten heimlich. Wer die schlechtere Hand hat, muss sofort packen. Bei gleichen Händen packt, wer gefragt hat.

Spielende

Wer keine Chips mehr hat, scheidet aus. Spielt, bis einer alle Chips hat, oder hört zu einer vereinbarten Zeit auf – dann gewinnt, wer die meisten Chips hat.

Tipps für Einsteiger

  • Blind spielen ist billig und setzt die Sehenden unter Druck, die doppelt so viel zahlen müssen.
  • Ein Paar ist bei Teen Patti schon eine gute Hand – die meisten Drei-Karten-Hände sind nur „höchste Karte“.
  • Mit einer schwachen Hand: früh packen. Was du gesetzt hast, ist sowieso weg.
  • Achte darauf, wer in seine Karten schaut und wie er danach setzt.
  • Legt vorher einen Höchsteinsatz oder ein Pot-Limit fest, damit eine einzelne Runde nicht ausufert.

Varianten

Teen Patti hat unzählige Hausregeln – sprecht sie vorher ab.

  • A-K-D am höchsten: An manchen Tischen (und im Wikipedia-Artikel) ist A-K-D die höchste Folge, dann A-2-3, dann K-D-B. Die Hauptregel oben folgt pagat.com.
  • Höhere Grenzen: Blinde dürfen mehr als das Doppelte, Sehende mehr als das Vierfache des aktuellen Einsatzes setzen.
  • Blind-Grenze: Blind spielen darfst du nur eine bestimmte Zahl von Zügen (z. B. drei), dann musst du schauen.
  • Pot-Limit: Kein Einsatz darf größer sein als der Pot.
  • Muflis (Lowball): Die Rangfolge ist umgedreht – die schwächste Hand gewinnt.
  • Joker / wilde Karten: An manchen Tischen stehen Joker oder andere Karten für jede beliebige Karte.
  • Vier Karten: Jeder bekommt vier Karten und nutzt die besten drei.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Setzspiel (drei Karten, Brag-Familie)
  • Herkunft: Indien / Südasien; laut Wikipedia aus dem Punjab
  • Auch bekannt als: Teen Pathi, 3 Patti, तीन पत्ती, Flush, Flash
  • Ähnliche Spiele: Three-Card Brag, Poker, Guts

Teen Patti heißt auf Hindi „drei Karten“. Laut pagat.com ist es ein indisches Glücksspiel, auch Flush oder Flash genannt, das dem britischen Three-Card Brag „fast gleicht“. Wie Brag und Poker ist es ein Setzspiel: Die Spieler wetten darauf, wer die beste Hand hat, und Bluffen gehört dazu. Das Besondere ist die Wahl zwischen blindem und sehendem Setzen.

Woher es genau stammt, ist unklar. Die englische Wikipedia schreibt, es sei in ganz Südasien beliebt, stamme aus dem Punjab und gehe auf das englische Three-Card Brag zurück, mit Einflüssen aus dem Poker; der Hindi-Artikel behauptet dagegen, Teen Patti habe Brag beeinflusst. Sicher ist, dass beide Spiele dieselben Hände und dieselbe Grundidee des Blindspielens teilen.

Beide Wikipedias erwähnen eine kulturelle Verbindung zu Janmashtami, dem Fest von Krishnas Geburt; der Hindi-Artikel beschreibt außerdem die vielen digitalen Fassungen, die heute gespielt werden. Örtliche Varianten gibt es unzählige – pagat.com nennt höhere Setzgrenzen und Grenzen dafür, wie lange man blind spielen darf, Wikipedia unter anderem Lowball (Muflis), Joker- und Vier-Karten-Varianten.

Quellen