Patience · Spiel 197 von 388 ♣
Terrace
Elf Karten auf der Terrasse zeigen dir, was dich erwartet – wähl den richtigen Startwert, und diese Patience mit zwei Blättern belohnt kluges Planen.
- Spieler
- 1
- Dauer
- 15 Min.
- Alter
- ab 10
- Anspruch
- knifflig
- Karten
- 2 × 52 Karten, ohne Joker
- Können – Glück
- KönnenGlück
- Jeder für sich – Viel Interaktion
- Jeder für sichViel Interaktion
- Einfach – Komplex
- EinfachKomplex
- Schnell – Lang
- SchnellLang
Stimmung konzentriert
Sammlungen: Patiencen · Mit zwei Blättern
Ausführliche Regeln
- Überblick
- Rangfolge und Farben
- Die Teile der Auslage
- Vorbereitung
- Spielablauf
- Gewonnen oder verloren
- Tipps für Einsteiger
- Varianten
Überblick
Terrace („Terrasse“), auch Queen of Italy („Königin von Italien“) genannt, ist eine Patience mit zwei Blättern (ein Kartenspiel für eine Person, auch Solitär genannt). Du baust acht Stapel zu je dreizehn Karten auf, immer abwechselnd rot und schwarz. Den Startwert wählst du selbst – nachdem du dir die elf Karten der „Terrasse“ angesehen hast, einer Reihe, die du nur in fester Reihenfolge abspielen kannst. Je besser du um sie herum planst, desto öfter gewinnst du.
- Spieler: 1
- Du brauchst: zwei normale 52er-Blätter (104 Karten), ohne Joker, zusammengemischt, und einen großen Tisch.
- Dauer: etwa 15 Minuten pro Spiel.
Rangfolge und Farben
Die Werte folgen der üblichen Reihenfolge, aber ohne Ende: Nach dem König kommt wieder das Ass.
… – 9 – 10 – B – D – K – A – 2 – 3 – …
♥ Herz und ♦ Karo sind rot, ♠ Pik und ♣ Kreuz sind schwarz.
Die Teile der Auslage
- Reserve (die Terrasse): elf Karten in einer überlappenden Reihe. Spielbar ist nur die rechte Karte, die obenauf liegt, und zwar nur auf einen Zielstapel.
- Zielstapel: acht Stapel, die du aufwärts mit wechselnden Farben baust (rot auf schwarz, schwarz auf rot), jeder beginnt mit einer Karte des gewählten Werts. Jeder ist nach dreizehn Karten fertig.
- Auslage: neun Stapel unter den Zielstapeln, in denen du Karten ordnest.
- Vorrat: der verdeckte Rest der Karten.
- Abwurfstapel: ein offener Stapel, auf den du Karten aus dem Vorrat aufdeckst. Seine oberste Karte ist spielbar.
Vorbereitung
- Misch beide Blätter zusammen. Leg elf Karten offen in eine Reihe, jede überlappt die vorige: Das ist die Reserve.
- Leg darunter drei Karten offen in eine Reihe. Sieh dir die Reserve an und wähl dann eine der drei als ersten Zielstapel. Schieb sie nach oben in eine neue Reihe zwischen Reserve und Auslage.
- Schieb die anderen beiden Karten nach unten in eine dritte Reihe und leg sieben weitere Karten dazu: Diese neun Karten sind die Auslage. (Hat eine der beiden denselben Wert wie deine Wahl, wird sie ebenfalls Zielstapel, und die Lücke füllst du aus dem Vorrat.)
- Die übrigen Karten sind der Vorrat.
Beispiel: Die drei Karten sind 7♠, B♥ und 6♦. Du wählst die 6♦. Ab jetzt beginnen alle acht Sechsen einen Zielstapel; die 7♠ und der B♥ kommen in die Auslage.
Spielablauf
Zielstapel: Sobald eine weitere Karte des gewählten Werts frei ist, beginnt sie einen neuen Zielstapel. Jeder Zielstapel wächst aufwärts um je einen Wert, mit wechselnden Farben, vom König ohne Unterbrechung weiter zum Ass.
Beispiel: Auf die 6♦ (rot) kommt eine schwarze 7, dann eine rote 8, eine schwarze 9, eine rote 10, ein schwarzer B, eine rote D, ein schwarzer K, ein rotes A, eine schwarze 2, eine rote 3, eine schwarze 4 und zuletzt eine rote 5 – dreizehn Karten.
Reserve: Die oberste Karte der Reserve darf nur auf einen Zielstapel. Danach ist die nächste Karte frei.
Auslage: Die oberste Karte eines Stapels der Auslage darf auf einen Zielstapel oder an einen anderen Stapel der Auslage. In der Auslage legst du absteigend um je einen Wert mit wechselnden Farben an (eine rote 8 an eine schwarze 9, ein schwarzes A an eine rote 2, ein roter K an ein schwarzes A). Du bewegst immer nur eine Karte.
Lücken: Wird ein Stapel der Auslage leer, füllst du die Lücke sofort mit der obersten Karte des Abwurfstapels oder, wenn der leer ist, mit der obersten Karte des Vorrats – nie aus der Reserve oder der Auslage. Sind beide leer, bleibt die Lücke leer.
Vorrat: Deck die Karten des Vorrats einzeln auf. Leg jede auf einen Zielstapel oder an die Auslage oder offen auf den Abwurfstapel. Dessen oberste Karte darf jederzeit auf einen Zielstapel oder an die Auslage.
Es gibt keinen neuen Durchgang.
Gewonnen oder verloren
Du hast gewonnen, wenn alle 104 Karten auf den acht Zielstapeln liegen. Ist der Vorrat aufgebraucht und keine Karte kann mehr bewegt werden, ist die Patience nicht aufgegangen. Morehead und Mott-Smith hielten drei von vier Spielen für gewinnbar; Peter Arnold spricht von etwa der Hälfte.
Tipps für Einsteiger
- Wähl den Startwert mit Bedacht. Meide einen Wert, von dem mehrere Karten tief in der Reserve liegen.
- Achte auf verkehrte Paare in der Reserve: eine später gebrauchte Karte über einer früher gebrauchten. Ein gut gewählter Startwert kann solche Paare in die richtige Reihenfolge bringen.
- Bau die Zielstapel vor allem auf, um die gerade freie Reservekarte loszuwerden – nicht nur, weil es geht.
- Leg nicht ohne Grund an eine einzelne Karte der Auslage an: Ist sie zugedeckt, bekommst du dort nur eine Lücke, wenn du den ganzen Stapel abbaust. Halte bald gebrauchte Karten frei und möglichst verschiedene Werte verfügbar.
Varianten
Alles freiwillig – vor dem Spiel festlegen.
- Vier Karten zur Wahl: Leg in Schritt 2 vier statt drei Karten aus. Füll die Lücke deiner gewählten Karte aus dem Vorrat und leg dann fünf weitere Karten daneben, sodass die Auslage neun Stapel hat. So beschreiben es Wikipedia und einige Computerfassungen; Morehead und Mott-Smith (1949) legen drei aus.
- Freiere Lücken: Eine Lücke darf jederzeit auch mit einer Karte aus der Auslage oder vom Abwurfstapel gefüllt werden.
- Blondes and Brunettes: Leg nur zehn Karten in die Reserve, dann die neun Karten der Auslage; die nächste Karte ist der erste Zielstapel – ohne Wahl. Viel schwerer.
- General’s Patience: Die Zielstapel werden nach Farbe statt mit wechselnden Farben aufgebaut.
Hintergrund & Geschichte
- Familie: Patience – mit fester Reservereihe, die nur auf die Zielstapel gespielt werden darf
- Herkunft: unbekannt; 1949 von Morehead und Mott-Smith beschrieben
- Auch bekannt als: Queen of Italy
- Ähnliche Spiele: Blondes and Brunettes, Falling Star, General’s Patience, Redheads
Woher Terrace stammt, ist nicht belegt. Die früheste Beschreibung, die wir prüfen konnten, steht in Albert Morehead und Geoffrey Mott-Smiths Complete Book of Solitaire and Patience Games (1949): Dort heißt das Spiel Terrace, auch Queen of Italy („Königin von Italien“). Die Reihe aus elf überlappenden Karten oben heißt „Terrasse“; sie kann nur Karte für Karte auf die Zielstapel abgespielt werden. Morehead und Mott-Smith rechnen mit fünfzehn Minuten pro Spiel und drei gewonnenen von vier Spielen; Peter Arnold schreibt in The Complete Book of Card Games (2010), mit Sorgfalt gehe etwa die Hälfte der Spiele auf.
Ungewöhnlich an Terrace ist, dass man den Startwert der Zielstapel erst wählt, nachdem man die Reserve gesehen hat – die Karten, die das Spiel blockieren könnten, liegen also von Anfang an offen. Morehead und Mott-Smith widmen fast ihren ganzen Rat dieser Wahl: Meide einen Wert, der tief in der Reserve steckt, und wähl einen, der verkehrte Paare „teilt“, also eine später gebrauchte Karte unter eine früher gebrauchte bringt.
In den Einzelheiten weichen die Beschreibungen voneinander ab. Die englische Wikipedia legt vier statt drei Karten zur Wahl aus, und manche Computerfassungen führen Terrace und Queen of Italy als zwei Spiele, die sich nur darin unterscheiden, wie eine Lücke gefüllt werden darf. Morehead und Mott-Smith beschreiben außerdem Blondes and Brunettes, bei dem der Startwert ausgeteilt statt gewählt wird; weitere Verwandte sind General’s Patience mit Zielstapeln nach Farbe, Falling Star und Redheads.