Kartenspielregeln

Stichspiel · Spiel 349 von 388 ♣

Trigami

Bugami zu dritt, nur schärfer – wähl deine böse Farbe oder setz auf die verdeckte Karte oder eine blütenweiße Weste für doppelte Punkte.

Spieler
3
Dauer
60 Min.
Alter
ab 10
Anspruch
mittel
Karten
52 Karten, ohne Joker (12 davon als Bietkarten)
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung konzentriert

Sammlungen: Spiele für drei · Langer Abend

Kurzregeln

  • Ziel: Stiche holen – ohne Karten deiner bösen Farbe. Partie bis 500.
  • Karten: 9er, 8er, 7er = Bietkarten, ein Rang je Spieler. Spiel mit 40, A hoch, kein Trumpf.
  • Geben: je 3, je 4, 1 verdeckt in die Mitte (die Turnip), je 3, je 3.
  • Bieten: Bietkarte der bösen Farbe verdeckt hinlegen, alle decken gleichzeitig auf. Oder Turnip (alle verdeckt: Farbe der Turnip = deine böse) oder Doublets (beim Aufdecken ansagen: keine böse Karte). Beide doppelt.
  • Turnip aufdecken; sie kommt zum letzten Stich.
  • Links vom Geber spielt aus. Bedienen, sonst beliebig; wer sticht, spielt aus.
  • Punkte: 10 je Stich ÷ böse Karten.

Spickzettel

Wertung

Ergebnis Normal Turnip / Doublets
Stiche mit bösen Karten 10 je Stich ÷ böse ×2 / 0
Stiche ohne böse Karte 20 je Stich 40 je Stich
Kein Stich 50 100
Alle Stiche 100 200
  • Nach dem Teilen abrunden. Turnip: erst teilen, dann verdoppeln.
  • Alle Stiche: Beide Gegner bekommen 0, egal was sie geboten haben.
  • Beispiel: Turnip, 4 Stiche, 1 böse = 80. Doublets, 5 saubere Stiche = 200. Normal, 4 Stiche, 3 böse = 13.
  • Ende: zuerst 500; zwei im selben Spiel – der höhere Stand gewinnt.
  • Nicht vergessen: Die Turnip zählt für den Gewinner des letzten Stichs nur, wenn sie seine böse Farbe hat – überleg dir den letzten Stich gut.

Punkteblock

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Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Die Karten
  3. Vorbereitung
  4. Bieten
  5. Das Spiel
  6. Abrechnung
  7. Spielende
  8. Tipps für Einsteiger
  9. Varianten

Überblick

Trigami ist die Fassung von Bugami für drei Spieler, erfunden von David Parlett. Es ist ein Stichspiel: Ein Stich besteht aus je einer Karte aller Spieler, und die höchste Karte der ausgespielten Farbe gewinnt ihn. Für jeden Stich bekommst du Punkte, aber vorher wählt jeder eine böse Farbe – eine Farbe, die er nicht bekommen will –, und jede Karte davon in seinen Stichen drückt seine Punkte. Trigami bringt zwei mutigere Gebote dazu: Turnip, bei dem die Farbe einer verdeckten Karte deine böse Farbe wird, und Doublets, bei dem du versprichst, gar keine böse Karte zu bekommen. Beide verdoppeln deine Punkte.

  • Spieler: 3.
  • Du brauchst: ein normales 52er-Blatt ohne Joker, Papier und Stift.

Erfunden von David Parlett – Originalregeln: Trigami (englisch).

Die Karten

  1. Nehmt drei ganze Ränge heraus – Parlett schlägt Neuner, Achter und Siebener vor. Diese 12 Karten sind die Bietkarten. Jeder nimmt alle vier Karten eines Rangs und hat so von jeder Farbe eine Bietkarte.
  2. Mit den übrigen 40 Karten wird gespielt. In jeder Farbe gilt von hoch nach niedrig: A K D B 10 6 5 4 3 2. Es gibt keinen Trumpf.

Vorbereitung

  1. Der erste Geber wird ausgelost, danach gibt reihum der linke Nachbar.
  2. Die 40 Spielkarten mischen und im Uhrzeigersinn in Päckchen verteilen: - je 3 Karten an jeden, - dann je 4 Karten an jeden, - dann 1 Karte verdeckt in die Tischmitte, - dann je 3 Karten an jeden, - dann noch einmal je 3 Karten an jeden.
  3. Jeder hat 13 Karten. Die Karte in der Mitte ist die Turnip (englisch „Rübe“); keiner darf sie schon ansehen.

Bieten

Schau dir deine Hand an und entscheide, welche Farbe du am wenigsten bekommen willst. Das ist deine böse Farbe, ihre Karten sind deine bösen Karten. Leg die Bietkarte dieser Farbe verdeckt vor dich. Sind alle so weit, deckt ihr die gewählten Bietkarten gleichzeitig auf.

Statt eines normalen Gebots gibt es zwei besondere:

  • Turnip: Sag „Turnip“ und lass alle deine Bietkarten verdeckt. Deine böse Farbe ist die Farbe der Turnip-Karte, egal welche es ist. Deine Punkte zählen doppelt.
  • Doublets („doppelt oder nichts“): Sag „Doublets“, während du deine Bietkarte aufdeckst. Du versprichst, keine einzige Karte deiner bösen Farbe zu bekommen. Klappt das, zählen deine Punkte doppelt; bekommst du auch nur eine böse Karte, gibt es nichts.

Nach dem Bieten wird die Turnip aufgedeckt und bleibt zur Erinnerung offen in der Mitte liegen. Sie kommt zum letzten Stich und geht an dessen Gewinner – sie zählt nur, wenn sie seine böse Farbe hat.

Das Spiel

  1. Der Spieler links vom Geber spielt aus – legt die erste Karte des ersten Stichs.
  2. Die anderen legen reihum im Uhrzeigersinn je eine Karte dazu. Es gilt Bedienpflicht: Du musst die ausgespielte Farbe legen, wenn du kannst. Kannst du nicht, darfst du jede Karte legen – jetzt kannst du einem Gegner seine böse Farbe in einen Stich abwerfen, den er gleich gewinnt.
  3. Die höchste Karte der ausgespielten Farbe gewinnt den Stich. Der Gewinner legt ihn verdeckt vor sich und spielt zum nächsten Stich aus.
  4. Nach 13 Stichen kommt die Turnip zum letzten Stich.

Abrechnung

Am Ende des Spiels zählst du deine Stiche und deine bösen Karten:

  • Normal: 10 Punkte je Stich, geteilt durch die Zahl deiner bösen Karten; Nachkommastellen fallen weg. Vier Stiche mit 1 böser Karte bringen 40, mit 2 bösen 20, mit 3 bösen 13.
  • Saubere Stiche: Hast du Stiche, aber keine böse Karte, zählt jeder Stich 20.
  • Kein Stich: 50 Punkte.
  • Alle Stiche: Hast du alle 13 Stiche gemacht, bekommst du 100 ohne Teilen, und beide Gegner bekommen 0, egal, was sie geboten haben.
  • Turnip: Rechne deine Punkte wie oben aus und verdopple sie dann (nie erst verdoppeln und danach teilen).
  • Doublets: Ohne böse Karte bekommst du 40 je Stich (100 ohne Stich); mit einer oder mehr bösen Karten bekommst du 0.
  • Alle Stiche nach einem Turnip- oder Doublets-Gebot bringen 200.
Ergebnis Normal Turnip Doublets
Stiche mit bösen Karten 10 je Stich ÷ böse Karten doppelt 0
Stiche ohne böse Karte 20 je Stich 40 je Stich 40 je Stich
Kein Stich 50 100 100
Alle Stiche 100 200 200

Beispiel: Die Turnip liegt verdeckt in der Mitte. Anna bietet Turnip, Ben deckt Pik auf und sagt Doublets, Carla deckt Herz auf. Die Turnip wird umgedreht: Karo-5 – Annas böse Farbe ist also Karo. Anna macht 4 Stiche mit 1 Karo: 40 ÷ 1 = 40, verdoppelt 80. Ben macht 5 Stiche ohne ein einziges Pik: 5 × 40 = 200. Carla macht 4 Stiche mit 3 Herzen: 40 ÷ 3 = 13,3, also 13.

Spielende

Die Punkte werden von Spiel zu Spiel addiert. Wer zuerst 500 Punkte erreicht, gewinnt; das dauert meist etwa zehn Spiele. Kommen zwei im selben Spiel über 500, gewinnt der höhere Stand.

Tipps für Einsteiger

  • Zähl mit: Jede Farbe hat genau zehn Karten, und sobald die Turnip offen liegt, steckt jede andere Karte in einer der drei Hände.
  • Wähl eine böse Farbe, von der du wenig hast; bist du darin blank (hast keine Karte davon), kannst du jedes Mal abwerfen, wenn sie ausgespielt wird.
  • Doublets nur mit einer sehr sicheren Hand – wenige oder keine Karten deiner bösen Farbe und keine Gefahr, einen Stich voller böser Karten gewinnen zu müssen.
  • Turnip ist ein Glücksspiel. Die verdeckte Karte hat eher eine Farbe, von der du wenig hast – am besten lohnt es sich also, wenn du in zwei oder drei Farben kurz bist.
  • Ist die Turnip in deiner bösen Farbe, überleg dir gut, ob du den letzten Stich wirklich gewinnen willst.

Varianten

  • Andere Bietkarten: Drei beliebige Ränge taugen als Bietkarten; Parlett schlägt nur 9, 8 und 7 vor.
  • Einfaches Bugami zu dritt: Spielt Bugami mit allen 52 Karten, je 17, Bietkarten aus einem zweiten Blatt und ohne Turnip und Doublets.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Stichspiel (Hearts-Art, jeder wählt seine eigene Straffarbe)
  • Herkunft: England – ein modernes Spiel von David Parlett
  • Auch bekannt als: –
  • Ähnliche Spiele: Bugami, Hearts, Sticheln

Trigami ist der Dreier-Ableger von Bugami, einem der eigenen Kartenspiele von David Parlett (geboren 1939 in London), dem britischen Spielehistoriker und Autor von The Oxford Dictionary of Card Games. Die Regeln seiner Spiele stellt er kostenlos auf seine Website; die Regeln auf dieser Website sind in eigenen Worten geschrieben.

Parlett schreibt, er habe beim Erfinden von Bugami erwartet, dass es mit vier bis sechs Spielern am besten funktioniert. Dann aber spielte er es mit zwei anderen jahrelang intensiv zu dritt und fand es so „am schärfsten und anspruchsvollsten“. Dabei kamen zwei Gebote dazu – Turnip, eine Wette auf die Farbe einer verdeckten Karte, und Doublets, „doppelt oder nichts“ –, und das Dreierspiel wurde ein eigenes Spiel. Weil drei Ränge des Blatts als Bietkarten dienen, braucht Trigami anders als Bugami nur ein Kartenspiel.

Parlett empfiehlt, dasselbe verkürzte Blatt – zusätzlich ohne Zehner – auch für ein anderes seiner Dreierspiele zu verwenden, Tantony. Auf seiner Neuigkeiten-Seite zitiert er einen Leser, der Trigami nach Parletts Ninety-Nine mit Frau und Sohn ausprobierte und es dann „den Rest des Urlaubs“ spielte.

Quellen