Kartenspielregeln

Stichspiel · Spiel 348 von 388 ♠

Bugami

Wie Hearts, nur sucht sich jeder sein eigenes Gift aus – wähl die Farbe, die du nicht bekommen darfst, und schieb den anderen ihre unter.

Spieler
3–7
Dauer
45 Min.
Alter
ab 10
Anspruch
mittel
Karten
52 Karten, ohne Joker, dazu 4 Bietkarten je Spieler (zweites Blatt)
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung konzentriertin 5 Minuten gelernt

Sammlungen: Spiele für drei · Spiele für vier · Spiele für fünf · Spiele für sechs und mehr

Kurzregeln

  • Ziel: Stiche holen – ohne Karten deiner bösen Farbe. Partie bis 250.
  • Alle Karten gleichmäßig verteilen (zu 3: je 17, 4: 13, 5: 10, 6: 8, 7: 7); Rest kommt zum letzten Stich.
  • Bieten: Jeder legt die Bietkarte seiner bösen Farbe verdeckt hin, alle decken gleichzeitig auf. Alle verdeckt lassen = Null (kein Stich). Doppelte Farben sind erlaubt.
  • Links vom Geber spielt aus. Bedienen, sonst beliebig. Kein Trumpf: Die höchste Karte der Farbe sticht und spielt aus.
  • Farbe fehlt? Anderen ihre böse Farbe abwerfen.
  • Punkte: 10 je Stich ÷ böse Karten; ohne böse Karte 20 je Stich.

Spickzettel

Wertung

Ergebnis Punkte
Stiche mit bösen Karten 10 je Stich ÷ böse Karten (abrunden)
Stiche ohne böse Karte 20 je Stich
Kein Stich (ohne Null) 30
Alle Stiche 100, egal was drin ist
Null, kein Stich 100
Null verloren 0
  • Alle Stiche: Alle anderen bekommen 0 – außer einem erfolgreichen Null-Spieler.
  • Beispiel: 5 Stiche, 2 böse = 25; 4 Stiche, 3 böse = 40 ÷ 3 = 13; 4 saubere Stiche = 80.
  • Ende: zuerst am Ziel (z. B. 250); mehrere im selben Spiel – der höchste Stand gewinnt.
  • Tipp: Wähl eine böse Farbe, von der du wenige hast – ist sie weg, kannst du frei abwerfen. Zwei saubere Stiche (40) schlagen fünf Stiche mit zwei bösen (25).

Punkteblock

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Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Die Karten
  3. Vorbereitung
  4. Die böse Farbe wählen
  5. Das Spiel
  6. Abrechnung
  7. Spielende
  8. Tipps für Einsteiger
  9. Varianten

Überblick

Bugami ist ein Stichspiel im Geist von Hearts, erfunden von David Parlett. Ein Stich besteht aus je einer Karte aller Spieler; die höchste Karte der ausgespielten Farbe gewinnt ihn. Für jeden Stich bekommst du Punkte – aber jeder wählt heimlich eine Farbe als seine böse Farbe, und jede Karte dieser Farbe in deinen Stichen drückt deine Punkte. Sind die bösen Farben aufgedeckt, geht es darum, jedem seine eigene Farbe in die Stiche zu schieben und die eigene fernzuhalten. Du kannst auch darauf bieten, gar keinen Stich zu machen.

  • Spieler: 3 bis 7, am besten 4 oder 5. Jeder spielt für sich.
  • Du brauchst: ein normales 52er-Blatt ohne Joker zum Spielen; aus einem zweiten Blatt (ein altes oder unvollständiges reicht) vier Bietkarten je Spieler – eine von jeder Farbe. Papier und Stift für die Punkte.

Erfunden von David Parlett – Originalregeln: Bugami (englisch), deutsche Übersetzung: Bugami. Für drei Spieler gibt es auch das schärfere Trigami.

Die Karten

In jeder Farbe gilt von hoch nach niedrig: A K D B 10 9 8 7 6 5 4 3 2. Es gibt keinen Trumpf.

Die Bietkarten zeigen nur deine Wahl an. Jeder bekommt aus dem zweiten Blatt je eine Karte jeder Farbe (♠ ♥ ♦ ♣); der Rang ist egal. Habt ihr kein zweites Blatt, schreibt jeder sein Gebot stattdessen auf einen Zettel.

Vorbereitung

  1. Der erste Geber wird ausgelost, danach gibt reihum der linke Nachbar.
  2. Das Spielblatt mischen und einzeln im Uhrzeigersinn verteilen, bis jeder gleich viele Karten hat. Übrige Karten kommen verdeckt beiseite; sie gehen an den Gewinner des letzten Stichs.
Spieler Karten je Übrig
3 17 1
4 13 0
5 10 2
6 8 4
7 7 3

Die böse Farbe wählen

Schau dir deine Hand an und entscheide, welche Farbe du am wenigsten bekommen willst. Das ist deine böse Farbe. Leg die Bietkarte dieser Farbe verdeckt vor dich. Sind alle so weit, deckt ihr die gewählten Bietkarten gleichzeitig auf. Sie bleiben offen liegen, damit jeder die böse Farbe jedes anderen kennt.

Null: Statt eine Farbe zu wählen, kannst du darauf bieten, keinen einzigen Stich zu machen. Dazu lässt du alle deine Bietkarten verdeckt, wenn die anderen aufdecken.

Mehrere Spieler dürfen dieselbe böse Farbe wählen.

Das Spiel

  1. Der Spieler links vom Geber spielt aus – legt die erste Karte des ersten Stichs.
  2. Die anderen legen reihum im Uhrzeigersinn je eine Karte dazu. Es gilt Bedienpflicht: Du musst die ausgespielte Farbe legen, wenn du kannst. Kannst du nicht, darfst du jede Karte legen – jetzt kannst du einem anderen seine böse Farbe in den Stich abwerfen.
  3. Die höchste Karte der ausgespielten Farbe gewinnt den Stich. Der Gewinner legt ihn verdeckt vor sich und spielt zum nächsten Stich aus.
  4. Übrige Karten vom Geben kommen zum letzten Stich und gehen an dessen Gewinner.

Beispiel: Annas böse Farbe ist Herz, Bens ist Pik. Carla spielt Karo-7 aus, Dan legt Karo-3. Anna muss bedienen und legt Karo-König – die bisher höchste Karte. Ben hat kein Karo und wirft Herz-Dame ab. Anna gewinnt den Stich – und hat eine Karte ihrer eigenen bösen Farbe kassiert.

Abrechnung

Am Ende des Spiels zählst du deine Stiche und die Karten deiner bösen Farbe darin:

  • Normal: 10 Punkte je Stich, geteilt durch die Zahl der Karten deiner bösen Farbe; Nachkommastellen fallen weg. Vier Stiche mit 1 bösen Karte bringen 40, mit 2 bösen 20, mit 3 bösen 13.
  • Saubere Stiche: Hast du Stiche, aber keine Karte deiner bösen Farbe, zählt jeder Stich 20 statt 10 (vier saubere Stiche = 80).
  • Kein Stich: Hast du keinen Stich gemacht (ohne Null geboten zu haben), bekommst du 30.
  • Alle Stiche: Hast du jeden Stich gemacht, bekommst du 100, egal, was drin ist. Alle anderen bekommen nichts – außer einem erfolgreichen Null-Spieler.
  • Null: Hast du Null geboten und keinen Stich gemacht, bekommst du 100; schon ein Stich, und du bekommst nichts.

Beispiel (4 Spieler): Anna (Herz) hat 5 Stiche mit 2 Herzen: 50 ÷ 2 = 25. Ben (Pik) hat 4 Stiche ohne Pik: 4 × 20 = 80. Carla (Karo) hat 4 Stiche mit 3 Karo: 40 ÷ 3 = 13,3, also 13. Dan hat Null geboten und keinen Stich gemacht: 100.

Spielende

Die Punkte werden von Spiel zu Spiel addiert. Wer zuerst ein vereinbartes Ziel erreicht – zum Beispiel 250 Punkte –, gewinnt; schaffen es mehrere im selben Spiel, gewinnt der höchste Stand.

Tipps für Einsteiger

  • Wähl eine böse Farbe, von der du wenige oder gar keine Karten hast. Dann musst du keine Stiche mit deinen eigenen bösen Karten gewinnen, und ist die Farbe weg, kannst du andere abwerfen.
  • Behalte die bösen Farben der anderen im Blick: Kannst du nicht bedienen, wirf eine Karte ihrer bösen Farbe auf einen Stich, den sie gleich gewinnen.
  • Ein paar saubere Stiche sind viel wert: Zwei saubere Stiche (40) schlagen fünf Stiche mit zwei bösen Karten (25).
  • Null lohnt sich mit vielen niedrigen Karten – aber eine hohe Karte, die du nicht loswirst, kann alles verderben.

Varianten

  • Joker: Mischt einen oder mehrere Joker ins Blatt. Ein Joker zählt für jeden, der ihn bekommt, als Karte der bösen Farbe. Abwerfen darfst du einen Joker nur, wenn du nicht bedienen kannst. Spielst du einen Joker aus, gewinnt er den Stich, und die anderen dürfen beliebig zugeben.
  • Zwangshochzeit: Wer dieselbe böse Farbe gewählt hat, spielt in diesem Spiel automatisch zusammen. Die Partner legen ihre Stiche zusammen, und jeder bekommt die Punkte, die sie gemeinsam erzielen. Null-Spieler spielen und zählen immer allein.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Stichspiel (Hearts-Art, jeder wählt seine eigene Straffarbe)
  • Herkunft: England – ein modernes Spiel von David Parlett
  • Auch bekannt als: Bleeding Hearts
  • Ähnliche Spiele: Hearts, Trigami, Sticheln, Collusion

Bugami ist eines der eigenen Kartenspiele von David Parlett (geboren 1939 in London), dem britischen Spielehistoriker und Autor von The Oxford Dictionary of Card Games und The Penguin Book of Card Games. Die Regeln seiner Spiele stellt er kostenlos auf seine Website, alle für ein normales 52er-Blatt; die Regeln auf dieser Website sind in eigenen Worten geschrieben. Parletts zweiter Name für das Spiel, Bleeding Hearts („blutende Herzen“), verrät das Vorbild: Bei Hearts steht die Straffarbe fest, bei Bugami sagt jeder vor dem Spiel an, welche Farbe er meiden will.

Parlett zitiert Ron Hale-Evans über einen Testabend der Seattle Cosmic Game Night: Alle – sogar ein Mitspieler, der Kartenspiele nicht mag – waren sich einig, dass es eines der besten Stichspiele sei, die sie je gespielt hätten, und dass die Regeln auf eine einzige Seite passen. In Parletts eigener Liste steht es als Spiel für drei bis fünf; die Regelseite erlaubt bis zu sieben, und in einem Interview von 2023 nannte er es „gut für jede Zahl von 3 bis 6“. Die Fassung für drei bekam eigene Zusatzgebote und wurde zu einem eigenen Spiel, Trigami. Eine deutsche Übersetzung von Diethart Bischof und eine französische stehen auf Parletts Website.

Eine ähnliche Idee hat das deutsche Verlagsspiel Sticheln von Klaus Palesch (Amigo, 1993): Dort wählt jeder aus seinen Handkarten eine persönliche „Ärgerfarbe“.

Quellen