Mariage-Spiel · Spiel 52 von 388 ♦
Tute
Spaniens Partnerspiel der Ehen – Überstechen ist Pflicht, und wer einen Stich macht, darf „Vierzig“ mit König und Dame in Trumpf melden.
- Spieler
- 4
- Dauer
- 30 Min.
- Alter
- ab 10
- Anspruch
- mittel
- Karten
- 40 Karten (ohne 8–10)
- Können – Glück
- KönnenGlück
- Jeder für sich – Viel Interaktion
- Jeder für sichViel Interaktion
- Einfach – Komplex
- EinfachKomplex
- Schnell – Lang
- SchnellLang
Stimmung lebhaft
Sammlungen: Spiele für vier · Partnerspiele
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Ausführliche Regeln
- Überblick
- Die Karten
- Vorbereitung
- Die Stiche
- Zwanzig und Vierzig melden
- Abrechnung
- Spielende
- Tipps für Einsteiger
- Varianten
Überblick
Tute gehört zu den beliebtesten Kartenspielen Spaniens. Hier geht es um die klassische Form für vier: Zwei Parteien versuchen, Stiche mit wertvollen Karten zu gewinnen – vor allem Asse und Dreier. Wer einen Stich gewinnt, darf außerdem melden („singen“): König und Dame einer Farbe von der Hand zeigen, für 20 oder 40 Zusatzpunkte. Sind alle Karten gespielt, gewinnt die Partei mit mehr Punkten das Spiel.
- Spieler: genau 4 in zwei Parteien; Partner sitzen sich gegenüber.
- Du brauchst: ein 52er-Blatt sowie Stift und Zettel, um die gewonnenen Spiele zu zählen.
Die Karten
Nimm alle 8er, 9er und 10er sowie die Joker heraus. Gespielt wird mit 40 Karten: A, 3, K, D, B, 7, 6, 5, 4, 2 in jeder Farbe.
Achtung: Die 3 steht direkt unter dem Ass. Von hoch nach niedrig:
| Karte | Punkte |
|---|---|
| A | 11 |
| 3 | 10 |
| K | 4 |
| D | 3 |
| B | 2 |
| 7, 6, 5, 4, 2 | 0 |
Die Karten zählen zusammen 120 Punkte; 10 weitere bekommt, wer den letzten Stich macht – zusammen 130, dazu kommen die Meldungen.
Vorbereitung
Gegeben und gespielt wird gegen den Uhrzeigersinn (nach rechts).
- Geber: Lost den ersten Geber aus; nach jedem Spiel gibt der rechte Nachbar.
- Austeilen: Der Geber mischt, sein linker Nachbar hebt ab. Der Geber verteilt alle Karten einzeln und verdeckt, beginnend bei seinem rechten Nachbarn – jeder bekommt 10 Karten.
- Trumpf: Die letzte Karte des Stapels (die letzte Karte des Gebers) wird für alle sichtbar aufgedeckt. Ihre Farbe ist in diesem Spiel Trumpf: Jeder Trumpf schlägt jede Karte einer anderen Farbe. Die Karte gehört zum Blatt des Gebers.
Die Stiche
Ein Stich ist eine Runde, in der jeder eine Karte offen hinlegt; die beste Karte gewinnt alle vier. Der Spieler rechts vom Geber spielt zum ersten Stich aus (legt die erste Karte); danach spielt immer der Gewinner des letzten Stichs aus.
Beim Tute gelten strenge Regeln – du musst immer versuchen, den Stich zu gewinnen, sogar gegen deinen Partner:
- Bedienen (eine Karte der ausgespielten Farbe legen), wenn du kannst – und solange niemand getrumpft hat, musst du die beste Karte im Stich überstechen, wenn du kannst.
- Wurde der Stich schon getrumpft, musst du zwar bedienen, darfst aber jede Karte dieser Farbe legen.
- Wird Trumpf ausgespielt, musst du einen höheren Trumpf legen als den höchsten im Stich, wenn du kannst; sonst irgendeinen Trumpf.
- Kannst du nicht bedienen, musst du trumpfen. Hat schon jemand getrumpft, musst du übertrumpfen, wenn du kannst.
- Hast du weder die ausgespielte Farbe noch einen Trumpf, der gewinnen könnte, darfst du jede Karte legen.
Wer gewinnt: der höchste Trumpf, sonst die höchste Karte der ausgespielten Farbe.
Beispiel: Kreuz ist Trumpf. Anna spielt K♥ aus. Ben hat A♥ und 5♥ – er muss das A♥ legen, weil es den König schlägt. Carla hat kein Herz, also muss sie trumpfen: Sie legt die 2♣. Dan hat auch kein Herz; er hat 7♣ und 3♣ und muss die 2♣ überstechen, also legt er eine der beiden.
Zwanzig und Vierzig melden
Wer König und Dame derselben Farbe auf der Hand hat, darf sie melden („singen“): beide Karten zeigen und Zusatzpunkte für seine Partei schreiben.
- 40 (las cuarenta) für König und Dame in Trumpf,
- 20 (las veinte) für König und Dame einer anderen Farbe.
Melden darfst du nur direkt nach einem gewonnenen Stich, bevor du wieder ausspielst, und immer nur ein Paar. Für ein weiteres Paar musst du erst wieder einen Stich gewinnen. Willst du eine Vierzig und eine Zwanzig melden, kommt die Vierzig zuerst. Die gemeldeten Karten nimmst du zurück auf die Hand und spielst sie später ganz normal.
Tute: Alle vier Könige oder alle vier Damen auf einer Hand heißen Tute. Manche spielen, dass, wer ein Tute direkt nach einem gewonnenen Stich zeigt, das Spiel sofort gewinnt; andere zählen es als zwei gewonnene Spiele. Einigt euch vorher.
Abrechnung
Nach allen 10 Stichen zählt jede Partei zusammen:
- die Kartenpunkte in ihren Stichen,
- 10 für den letzten Stich (diez de últimas),
- ihre Zwanziger und Vierziger.
Die Partei mit mehr Punkten gewinnt das Spiel. Bei Gleichstand gewinnt die Partei mit dem letzten Stich.
Beispiel: Herz ist Trumpf. Anna und Carla holen 68 Kartenpunkte und haben eine Zwanzig gemeldet: 88. Ben und Dan holen 52 Kartenpunkte, den letzten Stich (10) und haben die Vierzig gemeldet: 102. Ben und Dan gewinnen das Spiel.
Spielende
Vereinbart eine Serie – etwa 6 oder 8 Spiele. Die Partei, die mehr Spiele gewinnt, gewinnt die Partie; bei Gleichstand spielt ihr ein Spiel mehr (und traditionell zahlen die Verlierer die Getränke).
Tipps für Einsteiger
- Spiel keine 3 aus, solange ihr Ass draußen ist. Jeder muss deine Karte überstechen, wenn er kann – wer das Ass hat, holt sich deine 10 Punkte.
- Stiche gewinnen, um zu melden. Ein König-Dame-Paar bringt nichts, solange du keinen Stich machst – und melden darf nur, wer den Stich gewinnt.
- Achte auf die Dreier. Eine 3 zählt 10, und nur das Ass schlägt sie.
- Heb einen Trumpf für den Schluss auf. Der letzte Stich bringt 10.
- Zähl die Trümpfe. Es gibt 10; wer weiß, wie viele noch fehlen, weiß, wann seine Asse sicher sind.
Varianten
- Zwei Spiele ab 101: Manche schreiben einer Partei mit 101 oder mehr Punkten zwei Spiele gut.
- Partner meldet mit: Manche erlauben auch dem Partner des Stichgewinners zu melden – jeder ein Paar.
- Regelverstoß: Wer nicht bedient, nicht übersticht oder nicht trumpft, obwohl er könnte, begeht einen renuncio; seine Partei verliert das Spiel.
- Tute zu zweit (Tute corriente): je 6 Karten, die nächste Karte wird als Trumpf aufgedeckt, der Rest ist der Ziehstapel. Solange er reicht, darfst du jede Karte spielen; nach jedem Stich ziehen beide nach. Ist er leer, musst du bedienen und überstechen oder trumpfen. Zum Sieg brauchst du 101 Punkte.
- Guiñote (Aragonien): Bube und Dame tauschen Rang und Wert, gemeldet wird mit König und Bube.
Hintergrund & Geschichte
- Familie: Mariage-Spiel (Augenspiel mit Zwanzig und Vierzig, Ass-Zehn-Familie)
- Herkunft: Italien, spätes 18. Jahrhundert (laut spanischer Wikipedia); in Spanien seit dem 19. Jahrhundert beliebt
- Auch bekannt als: Tute por parejas (das Partnerspiel)
- Ähnliche Spiele: Tute corriente, Tute habanero, Tute subastado, Tute cabrero, Guiñote, Briscola, Sechsundsechzig
Laut pagat.com gehört Tute zu den beliebtesten Kartenspielen Spaniens und wird auch in mehreren Ländern Lateinamerikas gespielt. Die spanische Wikipedia berichtet, das Spiel sei im späten 18. Jahrhundert in Italien entstanden; der Name komme vom italienischen tutti, „alle“ – gemeint sind alle vier Könige oder alle vier Reiter auf einer Hand. Aus Italien kam es in die spanischen Städte, wo es die ältere malilla als beliebtestes Stichspiel verdrängte, und von dort nach Kuba, Mexiko, Kolumbien, Peru, Argentinien, Marokko und Algerien. Laut englischer Wikipedia brachten es spanische Soldaten im 19. Jahrhundert aus Italien mit.
Tute ist ein Mariage-Spiel: Neben den Kartenpunkten in den Stichen zählt die „Ehe“ (mariage) von König und Dame einer Farbe – wie beim Sechsundsechzig oder Bézique. Die Kartenwerte (Ass 11, Drei 10) entsprechen denen der Briscola. Laut pagat.com gilt das Zweierspiel Tute corriente in der Literatur als älteste Form; heute gibt es Varianten für zwei bis sechs Spieler, etwa das Reizspiel Tute subastado für drei und den Tute cabrero aus Argentinien und Uruguay. In Aragonien spielt man den eng verwandten Guiñote.
Traditionell spielt man Tute mit dem spanischen Blatt zu 40 Karten in den Farben Kelche, Münzen, Schwerter und Stäbe (copas, oros, espadas, bastos), das keine 8er, 9er und 10er hat. Seine Bildkarten heißen sota (Bube), caballo (Reiter) und rey (König); mit einem 52er-Blatt werden daraus Bube, Dame und König. Auf Spanisch meldet man also rey und caballo.