Poker (Stud) · Spiel 132 von 388 ♦
Anaconda
Gib deinen Schrott weiter – drei, zwei, eine Karte –, deck Karte für Karte auf, und die beste hohe und niedrige Hand teilen sich den Pot.
- Spieler
- 3–7
- Dauer
- 60 Min.
- Alter
- ab 16
- Anspruch
- mittel
- Karten
- 52 Karten, ohne Joker, dazu Chips
- Können – Glück
- KönnenGlück
- Jeder für sich – Viel Interaktion
- Jeder für sichViel Interaktion
- Einfach – Komplex
- EinfachKomplex
- Schnell – Lang
- SchnellLang
Stimmung lebhaft
Sammlungen: Spiele für drei · Spiele für vier · Spiele für fünf · Spiele für sechs und mehr · Langer Abend
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Ausführliche Regeln
- Überblick
- Rangfolge der Hände
- Setzen in Kürze
- Vorbereitung
- Müll weitergeben
- Aufdecken
- Ansagen und Showdown
- Spielende
- Tipps für Einsteiger
- Varianten
Überblick
Anaconda – auch Pass the Trash („gib den Müll weiter“) – ist eine Pokervariante für den Spieleabend, bei der du deine Hand mit den Karten verbesserst, die deine Nachbarn loswerden wollen. Jeder bekommt sieben Karten verdeckt und gibt drei, dann zwei, dann eine Karte nach links weiter. Danach behältst du deine besten fünf Karten, legst sie verdeckt als Stapel vor dich und deckst sie einzeln auf, mit einer Setzrunde nach jeder Karte. Am Ende sagt jeder an, ob er um die höchste Hand, die niedrigste oder um beide spielt – die beste hohe und die beste niedrige Hand teilen sich den Pot, also alle Chips, die in diesem Spiel gesetzt wurden.
- Spieler: 3–7, jeder für sich; am besten 5–7.
- Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten ohne Joker und Chips (oder Spielmarken, Streichhölzer, Knöpfe) – für alle zu Beginn gleich viele, z. B. je 100. Gespielt wird um Chips, nicht um Geld.
Rangfolge der Hände
Hohe Hände. Die Karten zählen A K D B 10 9 8 7 6 5 4 3 2; das Ass darf auch unten in der Straße 5-4-3-2-A stehen. Alle Farben sind gleich viel wert. Deine Hand sind deine fünf Karten. Von der besten zur schwächsten:
| Hand | Beschreibung | Beispiel |
|---|---|---|
| Royal Flush | A K D B 10 in einer Farbe | A♠ K♠ D♠ B♠ 10♠ |
| Straight Flush | fünf in Folge, gleiche Farbe | 9♥ 8♥ 7♥ 6♥ 5♥ |
| Vierling | vier gleiche Werte | 7 7 7 7 K |
| Full House | Drilling + Paar | D D D 4 4 |
| Flush | fünf einer Farbe | K♦ B♦ 8♦ 5♦ 2♦ |
| Straße | fünf in Folge, gemischte Farben | 10 9 8 7 6 |
| Drilling | drei gleiche Werte | 5 5 5 K 2 |
| Zwei Paare | zwei verschiedene Paare | B B 4 4 A |
| Ein Paar | zwei gleiche Werte | 10 10 A 7 4 |
| Höchste Karte | nichts von alledem | A B 8 6 2 |
Jede Hand einer höheren Art schlägt jede niedrigere. Bei gleicher Art gewinnen die höheren Karten: zuerst die wichtigsten (Vierling, Drilling, höheres Paar …), dann die übrigen von oben. Sind alle fünf Werte gleich, herrscht Gleichstand.
Niedrige Hände. Meist zählt man sie nach „Ace-to-Five“: Das Ass ist immer niedrig, Straßen und Flushs zählen nicht. Die beste niedrige Hand ist 5-4-3-2-A. Verglichen wird zuerst die höchste Karte – die niedrigere gewinnt –, dann die nächste und so weiter: 7-5-4-3-2 schlägt 8-4-3-2-A. Jede Hand ohne Paar schlägt jede mit Paar, und ein Paar schlägt zwei Paare.
Setzen in Kürze
Alle gesetzten Chips kommen in den Pot in der Mitte. Vor jedem Geben zahlt jeder einen kleinen Grundeinsatz, das Ante (z. B. 1 Chip). Bist du in einer Setzrunde dran, kannst du:
- Checken (schieben) – nichts setzen, solange in dieser Runde noch niemand gesetzt hat.
- Setzen – Chips einzahlen.
- Mitgehen – so viel einzahlen, dass du mit dem höchsten Einsatz gleichziehst.
- Erhöhen – mitgehen und noch etwas drauflegen.
- Aussteigen (folden) – aufgeben: Du legst deine Karten verdeckt weg. Was du schon gesetzt hast, ist verloren.
Eine Setzrunde endet, wenn alle, die noch dabei sind, gleich viel eingezahlt haben. Legt vorher Grenzen fest, zum Beispiel: Einsätze und Erhöhungen von 1–5 Chips, höchstens drei Erhöhungen pro Runde.
Vorbereitung
- Alle bekommen gleich viele Chips. Bestimmt einen Geber; nach jedem Spiel gibt der linke Nachbar.
- Alle zahlen das Ante. Der Geber mischt und gibt reihum im Uhrzeigersinn, links beginnend, einzeln jedem sieben Karten verdeckt. Schau sie dir an, aber zeig sie niemandem.
Müll weitergeben
- Jeder sucht sich drei Karten aus und legt sie verdeckt neben seinen linken Nachbarn. Erst wenn alle weitergegeben haben, nimmst du die drei Karten auf, die du bekommen hast.
- Genauso gibt jeder zwei Karten nach links weiter.
- Zum Schluss gibt jeder eine Karte nach links weiter.
Gib weiter, was du nicht brauchst – aber denk daran, dass es deinem Nachbarn hilft.
Aufdecken
- Jeder legt zwei Karten verdeckt ab und behält fünf für seine Hand.
- Leg deine fünf Karten in beliebiger Reihenfolge als verdeckten Stapel vor dich. Die Reihenfolge darfst du später nicht mehr ändern.
- Alle decken gleichzeitig die oberste Karte ihres Stapels auf. Dann folgt eine Setzrunde; es beginnt, wer die beste hohe Hand offen zeigt (bei Gleichstand, wer links vom Geber am nächsten sitzt), dann geht es im Uhrzeigersinn weiter.
- Das wiederholt sich, bis von jedem Stapel vier Karten offen liegen – insgesamt vier Setzrunden.
Steigen alle bis auf einen aus, gewinnt dieser den Pot sofort.
Ansagen und Showdown
- Ansagen: Wer noch dabei ist, nimmt heimlich keinen Chip (niedrig), einen Chip (hoch) oder zwei Chips (beides) in die geschlossene Faust. Alle öffnen gleichzeitig.
- Showdown: Alle decken ihre letzte Karte auf. Die beste Hand unter den Hoch-Spielern gewinnt den halben Pot, die beste unter den Niedrig-Spielern die andere Hälfte. Haben alle dasselbe angesagt, bekommt die beste Hand dieser Art den ganzen Pot.
- Beides: Wer beides angesagt hat, muss in beide Richtungen gewinnen oder gleichziehen – also die beste (oder eine gleich gute) hohe und die beste (oder eine gleich gute) niedrige Hand haben. Sonst bekommt er nichts, und die Hälften gehen an die anderen. Bleibt dadurch für eine Hälfte niemand übrig, bekommt der Gewinner der anderen Hälfte den ganzen Pot.
- Gleich gute Hände teilen sich ihre Hälfte.
Beispiel: Im Pot liegen 30 Chips. Anna zeigt 9 9 9 5 und hat noch eine 5 darunter – ein Full House. Ben zeigt 6 4 3 A und versteckt eine 2: 6-4-3-2-A, eine sehr gute niedrige Hand. Carla zeigt K K D B mit einer 7 darunter (K K D B 7) und sagt hoch an – für niedrig hat sie nichts. Anna sagt hoch an, Ben niedrig. Annas Full House schlägt Carlas Königspaar: Anna und Ben bekommen je 15 Chips.
Spielende
Spielt so viele Runden, wie ihr wollt, oder bis zu einer vereinbarten Uhrzeit. Wer dann die meisten Chips hat, gewinnt; wer keine Chips mehr hat, scheidet aus.
Tipps für Einsteiger
- Entscheide früh, ob du hoch oder niedrig spielst, und gib weiter, was nicht passt.
- Achte darauf, was dein rechter Nachbar zu sammeln scheint – und gib deinem linken nicht, was er braucht.
- Die Reihenfolge deines Stapels ist eine Waffe: Starke Karten zuerst können andere vertreiben; versteckte sorgen für eine Überraschung.
- Beides anzusagen ist riskant: Eine bessere Hand in einer Richtung, und du gehst leer aus.
Varianten
Alles freiwillig – vorher absprechen.
- Mehr Setzrunden: eine Setzrunde vor dem ersten Weitergeben und nach jedem Weitergeben, wie in der englischen Wikipedia. Wer ausgestiegen ist, wird beim Weitergeben übersprungen.
- Nur hoch: Keine Ansage; die beste hohe Hand bekommt den ganzen Pot.
- Nur einmal weitergeben: Nach einer ersten Setzrunde gibt jeder drei Karten nach links, dann wird wieder gesetzt, zwei Karten abgelegt und aufgedeckt (so beschreibt es pagat.com).
- Andere Richtungen: z. B. drei nach links, zwei nach rechts, eine nach links; oder drei nach links, zwei an den übernächsten, eine an den dritten Spieler links.
- Sechs Karten: Jeder bekommt nur sechs Karten und legt eine ab.
- Howdy Doody: Hoch-Tief mit wilden Karten – 3er sind für hohe Hände wild, Könige für niedrige.
Hintergrund & Geschichte
- Familie: Poker (Stud) – Weitergebespiel mit sieben Karten, „Roll your own“-Stud, Hoch-Tief
- Herkunft: USA, Poker im privaten Kreis; Datum unbekannt
- Auch bekannt als: Pass the Trash, Pass the Garbage, Screw Your Neighbor, 3-2-1 Left, Oedipus
- Ähnliche Spiele: Seven-Card Stud, Howdy Doody, Follow the Queen, Baseball
Anaconda gehört zu den Dealer’s-Choice-Spielen der amerikanischen Pokerrunden zu Hause. Es übernimmt die sieben Karten von Seven-Card Stud, gibt aber alle verdeckt, und die Spieler verbessern ihre Hand, indem sie unerwünschte Karten – den „Müll“ – an ihre Nachbarn weitergeben. Danach wird „gerollt“: Jeder stapelt seine fünf Karten in selbst gewählter Reihenfolge und deckt sie nacheinander auf, mit einer Setzrunde nach jeder Karte. Die englische Wikipedia beschreibt es als Stud-Variante, Craig O’Briens Poker-Datenbank ordnet es bei den Aufdeckspielen ein.
Ein Erfinder oder ein Datum ist nicht bekannt, und die Einzelheiten gehen weit auseinander. Die Regeln hier folgen O’Briens Datenbank und Wikibooks: drei, zwei und eine Karte nach links, vier Aufdeckrunden mit Setzen und eine gleichzeitige Ansage – hoch, niedrig oder beides – mit Chips in der Faust. Die englische Wikipedia spielt nur um die hohe Hand und setzt zusätzlich vor und nach jedem Weitergeben; pagat.com beschreibt eine Fassung mit nur einmal drei Karten und merkt an, dass es oft Hoch-Tief gespielt wird. Bei Bicycle wechselt die Richtung, und The Poker Page (oinc.net) gibt die zweite Portion an den übernächsten Spieler links und die letzte Karte nach rechts.
Die Namen sind bunt – Pass the Garbage („gib den Abfall weiter“), Screw Your Neighbor („leg deinen Nachbarn rein“) und „3-2-1 Left“ beschreiben alle das Weitergeben. O’Brien listet viele Abkömmlinge, darunter Howdy Doody, bei dem 3er für hohe und Könige für niedrige Hände wild sind.