Kartenspielregeln

Patience (Golf-Familie) · Spiel 201 von 388 ♠

Black Hole

Siebzehn Fächer kreisen um das Pik-Ass – lass sie alle im Schwarzen Loch verschwinden, immer einen Wert höher oder tiefer, und plane jeden Schritt.

Spieler
1
Dauer
5 Min.
Alter
ab 8
Anspruch
mittel
Karten
52 Karten, ohne Joker
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung konzentriertin 5 Minuten gelernt

Sammlungen: Patiencen · Spiele für Kinder

Kurzregeln

  • Ziel: alle 52 Karten ins Schwarze Loch.
  • A♠ offen in die Mitte = Schwarzes Loch. Übrige 51 mischen und offen in 17 Fächern zu 3 drumherum legen.
  • Frei ist nur die oberste Karte jedes Fächers; ist sie weg, die darunter.
  • Freie Karte aufs Schwarze Loch, wenn eins höher oder tiefer; Farbe egal. K und A sind Nachbarn (D-K-A-2).
  • Richtung wechseln, wann du willst: Nach 5-6 kommt eine 7 oder eine 5.
  • Kein Vorrat, kein Neuverteilen, keine Züge zwischen Fächern; ein leerer Fächer bleibt leer.
  • Nichts passt: verloren.

Spickzettel

Der einzige Zug

Schwarzes Loch zeigt Du darfst legen
A 2 oder K
2 … D eins höher oder tiefer
K A oder D
Farbe spielt nie eine Rolle

Hinweise

  • Rund 87 % der Spiele sind bei perfektem Spiel zu gewinnen – ein verlorenes Spiel ist meist ein Planungsfehler.
  • Zähl vor jeder Karte, wie viele Karten jeder Weg abräumt.
  • Vorsicht bei Fächern, in denen gleiche oder benachbarte Werte übereinanderliegen.
  • Parlett rät: nicht zu oft zwischen auf- und absteigend wechseln.
  • Alle vier Karten eines Werts weg: kein Weg mehr darüber (alle 7er weg – von 6 nicht mehr zu 8).

Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Rangfolge
  3. Vorbereitung
  4. Spielablauf
  5. Gewonnen oder verloren
  6. Tipps für Einsteiger
  7. Varianten

Überblick

Black Hole („Schwarzes Loch“) ist eine schnelle Patience (ein Kartenspiel für eine Person, auch Solitär genannt), erfunden vom britischen Spieleautor David Parlett. Das Pik-Ass liegt als „Schwarzes Loch“ in der Mitte, der Rest des Blatts in kleinen Fächern drumherum. Du versuchst, alle Karten nacheinander im Schwarzen Loch verschwinden zu lassen – jede einen Wert höher oder tiefer als die vorige. Alle Karten liegen von Anfang an offen, vorausplanen lohnt sich also.

  • Spieler: 1
  • Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten, ohne Joker.
  • Dauer: etwa 5 Minuten pro Spiel.

Rangfolge

Die Werte laufen A – 2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7 – 8 – 9 – 10 – B – D – K und gehen „um die Ecke“: König und Ass gelten als Nachbarn. Auf ein Ass darf also ein König folgen und auf einen König ein Ass (D-K-A-2 ist eine gültige Folge). Farben spielen keine Rolle.

Vorbereitung

  1. Such das A♠ heraus und leg es offen in die Tischmitte. Dieser eine Stapel ist das Schwarze Loch – der einzige Zielstapel (der Stapel, auf dem am Ende alle Karten liegen).
  2. Misch die übrigen 51 Karten und leg sie offen in 17 Fächern zu je 3 Karten rund um das Schwarze Loch. In jedem Fächer liegen die Karten leicht versetzt übereinander, sodass du alle drei siehst. Alle Fächer zusammen bilden die Auslage.

Spielbar ist nur die oberste Karte jedes Fächers – die zuletzt gelegte, die ganz frei liegt. Ist sie weg, wird die Karte darunter zur obersten.

K♥A♣4♥4♥♥5♥6♥2♦2♦♦K♠B♣B♦B♦BA♥7♥8♣8♣♣10♣5♦3♣3♣♣5♣9♣K♣K♣K10♦10♠A♦A♦♦2♠D♥8♠8♠♠10♥2♥K♦K♦KA♠A♠♠SchwarzesLoch3♦4♣6♠6♠♠D♣7♦3♥3♥♥2♣9♥5♠5♠♠3♠9♦7♣7♣♣8♥8♦4♦4♦♦9♠D♦D♠D♠D6♣6♦B♠B♠B7♠4♠B♥B♥B
Black Hole – 17 Fächer rund um das A♠

Spielablauf

Es gibt nur einen Zug: Leg die oberste Karte eines beliebigen Fächers auf das Schwarze Loch, wenn sie einen Wert höher oder einen Wert tiefer ist als dessen oberste Karte. Die Farbe ist egal.

  • Du darfst die Richtung wechseln, wann du willst: Nach 5-6 kannst du mit einer 7 weitermachen oder wieder eine 5 legen.
  • Karten wandern nie von Fächer zu Fächer, und ein leerer Fächer bleibt leer.
  • Es gibt keinen Vorrat und kein Neuverteilen: Alle 51 Karten liegen von Anfang an aus.

Beispiel: Im Schwarzen Loch liegt das A♠. Oben auf den Fächern liegen unter anderem 2♦, K♣, 3♥ und D♠. Du könntest die 2♦ (eins höher) und danach die 3♥ legen – oder den K♣ (eins tiefer, um die Ecke) und danach die D♠. Schau vorher nach, was unter diesen Karten liegt: Besser ist der Weg, der Karten freilegt, die du als Nächstes brauchen kannst.

Gewonnen oder verloren

Du hast gewonnen, wenn alle 52 Karten im Schwarzen Loch liegen. Passt keine oberste Karte mehr – weder eins höher noch eins tiefer –, ist die Patience nicht aufgegangen. Laut einer Computeranalyse von Shlomi Fish sind rund 87 % aller Spiele bei perfektem Spiel zu gewinnen – ein verlorenes Spiel ist also meist ein Planungsfehler.

Tipps für Einsteiger

  • Denk vor jeder Karte mehrere Züge voraus. Zähl, wie viele Karten jeder mögliche Weg abräumt.
  • Vorsicht bei Fächern, in denen gleiche oder benachbarte Werte übereinanderliegen – die brauchen Planung.
  • Parlett rät, nicht zu oft zwischen auf- und absteigend hin und her zu wechseln.
  • Behalt jeden Wert im Blick: Sind alle vier 7er im Schwarzen Loch, kommst du von den 6ern nicht mehr zu den 8ern.

Varianten

Alles freiwillig – vor dem Spiel festlegen.

  • Beliebige Karte als Schwarzes Loch: Misch alle 52 Karten, leg 17 Fächer zu 3 aus und nimm die letzte Karte als Schwarzes Loch.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Patience (Golf-Familie: offene Patience, alle Karten sichtbar, auf einen Stapel eins höher oder tiefer legen)
  • Herkunft: England, 20. Jahrhundert; erfunden von David Parlett
  • Auch bekannt als: Black Hole Solitaire, Schwarzes Loch
  • Ähnliche Spiele: Golf-Patience, TriPeaks, La Belle Lucie (gleiche Fächer-Auslage), All in a Row

Black Hole gehört zu den wenigen Patiencen mit bekanntem Erfinder. Es stammt von David Parlett, dem britischen Spielehistoriker und Spieleautor, der vor allem durch das Brettspiel Hase und Igel und seine Standardwerke über Kartenspiele bekannt ist. Auf seiner Website führt Parlett es unter seinen eigenen Patiencen, mit dem Untertitel „Cosmic golf for one player“ („kosmisches Golf für eine Person“). Die englische Wikipedia nennt außerdem sein Penguin Book of Patience (1979) als Quelle; in welchem Jahr er das Spiel erfunden hat, geht aus den hier genutzten Quellen nicht hervor.

Der Name beschreibt das Spiel: Das Pik-Ass liegt in der Mitte, und die übrigen Karten „umkreisen“ es in siebzehn Fächern zu drei, bis sie eine nach der anderen hineingezogen werden. Wie Parletts Untertitel andeutet, ähnelt das Spiel der Golf-Patience, bei der man ebenfalls Karten eins höher oder tiefer auf einen einzigen Stapel legt; die Fächer erinnern an La Belle Lucie. Anders als bei Golf gibt es keinen Vorrat – das ganze Spiel liegt vom ersten Zug an offen.

Black Hole ist heute fester Bestandteil vieler Solitär-Programme und beschäftigt auch Informatiker. Shlomi Fish ließ 2010 die erste Million Spiele von PySolFC durchrechnen: 869.413 waren lösbar, eine Gewinnquote von rund 87 %. Eine Forschungsarbeit von Ian Gent und Kollegen (2007) zeigte, dass eine verallgemeinerte Form des Spiels NP-vollständig ist – es gibt also kein bekanntes schnelles Verfahren, um für jede Verteilung zu entscheiden, ob sie aufgeht.

Quellen