Stoppspiel · Spiel 145 von 388 ♣
Boodle
Spiel die Farben aufwärts durch, kassier die Chips auf den Boodle-Karten und sei als Erster alle Karten los.
- Spieler
- 3–8
- Dauer
- 30 Min.
- Alter
- ab 8
- Anspruch
- leicht
- Karten
- 52 Karten, ohne Joker, dazu Chips
- Können – Glück
- KönnenGlück
- Jeder für sich – Viel Interaktion
- Jeder für sichViel Interaktion
- Einfach – Komplex
- EinfachKomplex
- Schnell – Lang
- SchnellLang
Stimmung lebhaftin 5 Minuten gelernt
Sammlungen: Spiele für drei · Spiele für vier · Spiele für fünf · Spiele für sechs und mehr · Spiele für Kinder
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Ausführliche Regeln
- Überblick
- Reihenfolge der Karten
- Die Boodle-Karten
- Vorbereitung
- Spielablauf
- Ende einer Runde
- Wer gewinnt?
- Tipps für Einsteiger
- Varianten
Überblick
Boodle – auch Michigan oder in Großbritannien Newmarket genannt – ist ein gemütliches Familienspiel um Chips. Reihum wird eine Farbe Karte für Karte aufwärts gespielt, bis die Folge hängen bleibt (ein „Stopp“). Du versuchst, als Erster alle Karten loszuwerden und unterwegs eine der vier Boodle-Karten zu spielen – wer das schafft, kassiert die Chips, die darauf liegen.
- Spieler: 3 bis 8, jeder spielt für sich.
- Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten, ohne Joker, und Chips – Spielmarken, Bohnen, Knöpfe oder Streichhölzer, etwa 20–30 pro Spieler.
- Für die Auslage: vier Felder auf dem Tisch für die Boodle-Karten. Nehmt dafür die vier Karten aus einem zweiten Kartenspiel oder schreibt sie einfach auf Zettel.
Reihenfolge der Karten
In jeder Farbe von niedrig nach hoch: 2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7 – 8 – 9 – 10 – B – D – K – A.
Die Boodle-Karten
Vier Karten sind Boodle-Karten (auch Zahlkarten). Legt für jede ein Feld in die Tischmitte:
Herz-Ass · Kreuz-König · Karo-Dame · Pik-Bube
Vorbereitung
- Einsätze: Vor jedem Geben legt der Geber 2 Chips auf jede Boodle-Karte, jeder andere Spieler 1 Chip auf jede.
- Geben: Der Geber verteilt alle 52 Karten einzeln und verdeckt im Uhrzeigersinn – an jeden Spieler und an eine Extrahand, als säße dort ein weiterer Spieler. Manche bekommen eine Karte mehr als andere; das macht nichts.
- Die Extrahand bleibt verdeckt liegen und wird nicht gespielt – niemand schaut sie an. Ihre Karten fehlen im Spiel, und genau dadurch entstehen die meisten Stopps.
- Nimm deine Karten auf und sortiere sie nach Farben.
Spielablauf
Jeder legt seine Karten offen vor sich auf den Tisch, damit man sieht, wer was gespielt hat.
- Anfangen: Der linke Nachbar des Gebers beginnt. Er wählt eine beliebige Farbe, muss darin aber seine niedrigste Karte spielen.
- Weiterspielen: Wer die nächsthöhere Karte derselben Farbe hat, legt sie – egal, wo er sitzt. Dann legt, wer die nächste hat, und so weiter. Sagt ruhig an, welche Karte gebraucht wird („Pik-7?“).
- Stopp: Die Folge endet, wenn das Ass gelegt ist oder niemand die nächste Karte hat – sie steckt in der Extrahand oder ist schon gespielt. Die zuletzt gelegte Karte heißt Stoppkarte.
- Neu anfangen: Wer die Stoppkarte (oder das Ass) gelegt hat, beginnt eine neue Folge: wieder beliebige Farbe, wieder seine niedrigste Karte darin.
Boodle-Karten: Wer eine der vier Boodle-Karten legt, kassiert sofort alle Chips darauf.
Beispiel: Anna beginnt mit ihrem niedrigsten Pik, der Pik-5. Ben hat die Pik-6, Carla Pik-7 und Pik-8, Ben die Pik-9, Anna die Pik-10. Den Pik-Buben hat niemand – er steckt in der Extrahand. Die Pik-10 ist also ein Stopp, und die Chips auf dem Pik-Buben bleiben liegen. Anna beginnt neu mit ihrem niedrigsten Karo, der Karo-9. Carla legt Karo-10 und Karo-Bube, Dan die Karo-Dame und kassiert alle Chips darauf.
Ende einer Runde
Die Runde endet, sobald jemand seine letzte Karte gelegt hat. Alle anderen zahlen ihm einen Chip für jede Karte, die sie noch auf der Hand haben.
Chips auf Boodle-Karten, die niemand gespielt hat, bleiben liegen für die nächste Runde – so können die Töpfe ordentlich wachsen. Der linke Nachbar gibt als Nächster.
Beispiel: Carla ist fertig. Anna hat noch 3 Karten, Ben 1 und Dan 5 – Carla bekommt 3 + 1 + 5 = 9 Chips.
Wer gewinnt?
Legt vorher fest, wie lange ihr spielt – zum Beispiel eine feste Zahl von Runden, sodass jeder gleich oft gibt. Wer am Ende die meisten Chips hat, gewinnt.
Tipps für Einsteiger
- Fang mit einer Farbe an, in der du viele aufeinanderfolgende Karten hast – dann kommst du wahrscheinlich wieder dran.
- Merk dir, welche Karten Stopps sind: Mit ihnen kommst du ans Anfangen. Heb sie auf, bis du das brauchst.
- Hast du eine Boodle-Karte? Beginne Folgen in ihrer Farbe weit unten, damit sie bis zu ihr laufen.
- Wenn du nach einem Stopp anfangen darfst, wähl eine Farbe, die du bis zum Ende durchspielen kannst.
Varianten
Alles freiwillig – vorher absprechen.
- Freie Einsätze: Jeder verteilt vor dem Geben eine feste Zahl Chips (etwa 6) beliebig auf die Boodle-Karten.
- Extrahand tauschen oder versteigern: Nachdem er seine Karten angesehen hat, darf der Geber sie gegen die ungesehene Extrahand tauschen. Tut er das nicht, darf er sie versteigern: Wer am meisten bietet, zahlt dem Geber, legt seine eigenen Karten verdeckt weg und nimmt die Extrahand.
- Farbwechsel: Nach einem Stopp musst du, wenn möglich, eine andere Farbe beginnen. Geht das nicht, darfst du entweder doch dieselbe Farbe spielen, oder der Nächste links ist dran; hat niemand eine andere Farbe, endet die Runde ohne Zahlungen für Restkarten.
Hintergrund & Geschichte
- Familie: Stoppspiel (Karten werden aufsteigend gelegt, bis eine fehlt)
- Herkunft: England, 19. Jahrhundert (als Newmarket); Michigan entstand in den 1920er-Jahren in den USA
- Auch bekannt als: Michigan, Newmarket (Großbritannien), Stops
- Ähnliche Spiele: Pope Joan, Comet, Poch, Snip Snap Snorum, Three in One
Boodle gehört zu den Stoppspielen: Die Karten einer Farbe werden aufsteigend gelegt, und zwar nicht reihum, sondern von dem, der die nächste Karte hat – bis eine Karte fehlt, der Stopp. Laut pagat.com stammt diese Gruppe sehr wahrscheinlich vom Poch ab, einem europäischen Kartenspiel, das seit dem 15. Jahrhundert oder früher bekannt ist und aus drei Teilen bestand: Einsätze für bestimmte Karten, ein Vergleich der Hände mit Bieten und zum Schluss ein Stoppspiel. Poker ist wahrscheinlich aus dem mittleren Teil hervorgegangen, die Stoppspiele aus dem letzten. Das Pochspiel wird in Deutschland bis heute gespielt.
Laut der englischen Wikipedia entstand das englische Newmarket als Verbesserung des älteren Glücksspiels Pope Joan, das seinerseits auf die Spiele Hoc (16. Jahrhundert) und Comet (17. Jahrhundert) zurückgeht. Newmarket wird schon 1820 erwähnt, die ersten Regeln erschienen in den 1850er-Jahren, und 1981 war es noch immer das sechstbeliebteste Kartenspiel Großbritanniens. In Amerika hieß es bald Stops oder Boodle – so nannte man die Einsatzkarten – und entwickelte sich in den 1920er-Jahren zu Michigan, bei dem das Ass hoch ist.
Welche vier Karten die Einsätze tragen, unterscheidet sich von Buch zu Buch: Dicks Regeln von 1885 nannten A♠ K♥ D♣ B♦, die hier verwendeten Regeln von pagat.com A♥ K♣ D♦ B♠. Einen gebräuchlichen deutschen Namen nennen die hier genutzten Quellen nicht.