Patience · Spiel 299 von 388 ♦
Captive Queens
Deck Karte für Karte auf und bau acht Stapel rund um die vier Damen, bis Könige und Buben neben ihnen Wache halten.
- Spieler
- 1
- Dauer
- 5 Min.
- Alter
- ab 7
- Anspruch
- leicht
- Karten
- 52 Karten, ohne Joker
- Können – Glück
- KönnenGlück
- Jeder für sich – Viel Interaktion
- Jeder für sichViel Interaktion
- Einfach – Komplex
- EinfachKomplex
- Schnell – Lang
- SchnellLang
Stimmung entspanntin 5 Minuten gelernt
Sammlungen: Patiencen · Spiele für Kinder
Ausführliche Regeln
Überblick
Captive Queens („gefangene Damen“) ist eine gemütliche Patience (ein Kartenspiel für eine Person, auch Solitär genannt) mit einem hübschen Schlussbild. Du deckst die Karten eine nach der anderen auf und sortierst sie auf acht Stapel: Auf jeder 6 baust du aufwärts bis zum Buben, auf jeder 5 abwärts bis zum Ass und dann zum König. Die vier Damen spielen nicht mit – sie sitzen „gefangen“ in der Mitte, und geht die Patience auf, hat jede einen König und einen Buben ihrer Farbe neben sich. Echte Entscheidungen gibt es keine: reines Glück und sehr entspannend. Das Spiel heißt auch Quadrille.
- Spieler: 1
- Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten, ohne Joker.
- Dauer: etwa 5 Minuten pro Spiel.
Begriffe
- Vorrat: das verdeckte Blatt, das du in der Hand hältst oder vor dich legst.
- Abwurfstapel: ein offener Stapel für Karten, die du noch nicht brauchen kannst. Nur seine oberste Karte ist spielbar.
- Zielstapel: die acht Stapel, die du aufbaust. Jeder gehört zu einer Farbe.
- Aufwärts / abwärts in Farbe bauen: eine Karte auf eine Karte derselben Farbe legen, die einen Rang niedriger (aufwärts) oder höher (abwärts) ist.
- Neu auflegen: den Abwurfstapel umdrehen und als neuen Vorrat nehmen, ohne zu mischen.
Vorbereitung
Misch das Blatt und nimm es verdeckt als Vorrat in die Hand. Eine Auslage gibt es zu Beginn nicht – die Zielstapel entstehen während des Spiels. Lass in der Mitte des Tisches Platz: Traditionell liegen die Damen in der Mitte und die Fünfen und Sechsen im Kreis darum, übersichtlicher sind aber zwei Reihen – oben die Sechsen, unten die Fünfen, dazwischen die Damen.
Spielablauf
Deck die oberste Karte des Vorrats auf, eine nach der anderen, und schau sie an:
- Eine Dame kommt in die Mitte. Mehr tut sie nicht.
- Eine 6 oder eine 5 eröffnet einen neuen Zielstapel.
- Eine Karte, die auf einen Zielstapel passt, kommt sofort dorthin: - auf eine 6 baust du aufwärts in Farbe: 7, 8, 9, 10, B; - auf eine 5 baust du abwärts in Farbe: 4, 3, 2, A – und auf das Ass dann den König.
- Jede andere Karte kommt offen auf den Abwurfstapel.
Passt die oberste Karte des Abwurfstapels auf einen Zielstapel, spielst du sie; die Karte darunter wird dann die oberste und passt vielleicht auch.
Ist der Vorrat aufgebraucht, drehst du den Abwurfstapel als neuen Vorrat um und gehst ihn noch einmal durch. Das darfst du zweimal (zweimal neu auflegen), du gehst also insgesamt dreimal durch die Karten.
Beispiel: Die Zielstapel liegen wie im Bild, und oben auf dem Abwurfstapel liegt die 10♦. Sie muss warten, denn die Karo-6 ist noch nicht da. Du deckst die 2♠ auf – sie kommt auf die 3♠. Dann kommt der K♥ und geht auf das A♥: Der Herz-Stapel der Fünfen ist fertig. Danach eröffnet die 6♦ den letzten freien Platz in der oberen Reihe. Die 10♦ wartet noch auf 7♦, 8♦ und 9♦.
Gewonnen oder verloren
Du hast gewonnen, wenn alle 48 Karten auf den Zielstapeln liegen: auf jedem Sechser-Stapel oben ein Bube, auf jedem Fünfer-Stapel ein König, dazwischen die vier Damen. Liegen nach dem dritten Durchgang noch Karten übrig, ist die Patience nicht aufgegangen. Etwa drei von fünf Spielen gehen auf – Computerläufe von Jan Wolter und Mark Masten ergeben 59 %.
Tipps für Einsteiger
- Spiel eine Karte vom Abwurfstapel immer sofort, wenn sie passt – Warten bringt nichts.
- Vor dem Neuauflegen nicht mischen: Die Reihenfolge des Abwurfstapels bleibt erhalten, und es kommt darauf an, welche Karten jetzt oben liegen.
- Behalte den Abwurfstapel im Auge: Der häufigste Fehler ist, zu übersehen, dass seine oberste Karte spielbar geworden ist, weil ein Zielstapel gewachsen ist.
Varianten
Alles freiwillig – vor dem Spiel festlegen.
- Leichter Start: Nimm vor Spielbeginn die vier Damen, Fünfen und Sechsen aus dem Blatt und leg sie als Zielstapel aus. David Parlett spielt so und erlaubt dreimal neu auflegen. Jan Wolter fand heraus, dass mit vorab ausgelegten Fünfen und Sechsen etwa 97 % der Spiele in drei Durchgängen aufgehen.
Hintergrund & Geschichte
- Familie: Patience (einfache Aufbau-Patience: nur Zielstapel, von den Sechsen aufwärts, von den Fünfen abwärts)
- Herkunft: unbekannt; zuerst beschrieben in Dick’s Games of Patience (New York, 1883)
- Auch bekannt als: Quadrille, The Quadrille
- Ähnliche Spiele: Royal Quadrille (La Française), Contradance (Cotillion), Royal Cotillion
Die älteste Beschreibung, die wir gefunden haben, steht in Dick’s Games of Patience (New York, 1883) unter dem Namen The Quadrille: Die Damen werden beim Aufdecken in ein Muster gelegt, die Fünfen und Sechsen werden zu Zielstapeln, und man darf zweimal neu auflegen. Professor Hoffmann beschrieb dasselbe Spiel 1892 in London, ebenfalls als Quadrille, mit den Zielstapeln als Stern um die Damen. Laut Wikipedia taucht der Name Captive Queens zuerst in Helen Coops’ 100 Games of Solitaire (1939) auf und wurde von Morehead und Mott-Smith (1949) übernommen, die vier Minuten pro Spiel und eine Gewinnchance von eins zu zwei schätzten. Peter Arnold (2011) nennt sechs Minuten und zwei zu fünf.
Der Name Quadrille – nach dem Tanz im Karree, der im 18. und 19. Jahrhundert Mode war – sorgt für Verwirrung: Mary Whitmore Jones veröffentlichte 1890 eine andere „Quadrille Patience“, auch La Française genannt, die auf Assen und Zweien aufbaut und mit Königen und Damen endet, die paarweise wie Tänzer stehen. Sie schrieb, man habe sie schon vor 1790 in Frankreich gespielt. David Parlett nennt Captive Queens laut Wikipedia „ein hübsches kleines Bild, das man als Tanz des Hofstaats aus Pappe sehen kann“.
2013 testete Jan Wolter das Spiel auf seiner Website Politaire mit dem Computer: 59 % der gut gemischten Spiele gehen auf. Er zeigte auch, wie viel das Mischen ausmacht – ein Blatt, das nach einer fertigen Patience eingesammelt und nur siebenmal amerikanisch gemischt wurde, ging in 66 % der Fälle auf. Eine Fassung mit zwei Blättern heißt Contradance oder Cotillion.
Quellen
- Quadrille (patience) – englische Wikipedia
- Dick’s Games of Patience (1883) – Internet Archive
- Professor Hoffmann: The Illustrated Book of Patience Games (1892) – Internet Archive
- Morehead & Mott-Smith: The Complete Book of Solitaire and Patience Games (1949) – Internet Archive
- Experimental Analysis of Captive Queens Solitaire – Politaire (Jan Wolter, englisch)
- Captive Queens – Solitaire Win Rates (Mark Masten, englisch)