Kartenspielregeln

Poker (Stud) · Spiel 131 von 388 ♥

Follow the Queen

Seven-Card Stud mit wilden Damen – wild ist auch die Karte, die offen nach der letzten Dame kommt, bis die nächste Dame alles ändert.

Spieler
3–7
Dauer
60 Min.
Alter
ab 16
Anspruch
mittel
Karten
52 Karten, ohne Joker, dazu Chips
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung lebhaft

Platz 7 in Pokerabend

Sammlungen: Spiele für drei · Spiele für vier · Spiele für fünf · Spiele für sechs und mehr · Langer Abend

Kurzregeln

  • Ziel: den Pot gewinnen – mit der besten Fünferhand, oder alle steigen aus.
  • Ante, dann 2 verdeckt, 1 offen. Danach 3 weitere offen und 1 verdeckt – nach jeder Karte eine Setzrunde.
  • Die beste offene Hand eröffnet jede Runde.
  • Damen sind immer wild, offen wie verdeckt.
  • Die nächste offene Karte nach einer offenen Dame ist für alle wild, mit ihrem ganzen Wert. Eine neue offene Dame streicht sie.
  • Letzte offene Karte eine Dame, oder keine offen: nur Damen wild.
  • Showdown: die besten 5 aus 7 gewinnen; Gleichstand teilt.
  • Geben wandert nach links.

Spickzettel

Rangfolge der Hände (beste zuerst)

Hand Beispiel
Fünfling 8 8 8 D D
Royal / Straight Flush A♠ K♠ D♠ B♠ 10♠ / 9♥ 8♥ 7♥ 6♥ 5♥
Vierling 7 7 7 7 K
Full House / Flush B B B 4 4 / K♦ B♦ 8♦ 5♦ 2♦
Straße 10 9 8 7 6 (A-2-3-4-5 niedrigste)
Drilling 5 5 5 K 2
Zwei Paare / ein Paar B B 4 4 A / 10 10 A 7 4
Höchste Karte A B 8 6 2

Wild: alle Damen + der Wert nach der letzten offenen Dame – auch wenn diese Karte erst in der nächsten Runde kommt. Verdeckte Karten folgen nie. Wilde Karten ersetzen keine Karte, die du schon hast (außer beim Fünfling). Farben zählen nie.

Sicher wild sind nur die Damen – eine Hand mit dem anderen wilden Wert kann bis zur letzten offenen Karte zerfallen. Oft gewinnt erst ein Vierling.

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Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Rangfolge der Hände
  3. Setzen in Kürze
  4. Vorbereitung
  5. Ablauf eines Spiels
  6. Die wilden Karten
  7. Spielende
  8. Tipps für Einsteiger
  9. Varianten

Überblick

Follow the Queen („folge der Dame“) ist eine Pokervariante für den Spieleabend, aufgebaut auf Seven-Card Stud: Jeder bekommt einige Karten verdeckt (nur du siehst sie) und einige offen (alle sehen sie), nach jeder neuen Karte wird gesetzt. Damen sind wild, und wild ist auch der Wert der Karte, die direkt nach einer offenen Dame offen gegeben wird. Jede neue offene Dame ändert diesen zweiten wilden Wert – bis die letzte offene Karte liegt, weiß also niemand genau, was wild ist. Die beste Pokerhand aus fünf Karten gewinnt den Pot – alle Chips, die in diesem Spiel gesetzt wurden.

  • Spieler: 3–7, jeder für sich; am besten 5–7.
  • Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten ohne Joker und Chips (oder Spielmarken, Streichhölzer, Knöpfe) – für alle zu Beginn gleich viele, z. B. je 100. Gespielt wird um Chips, nicht um Geld.

Rangfolge der Hände

Die Karten zählen A K D B 10 9 8 7 6 5 4 3 2; das Ass darf auch unten in der Straße 5-4-3-2-A stehen. Alle Farben sind gleich viel wert. Am Ende bildest du aus deinen sieben Karten die beste Hand aus genau fünf Karten. Von der besten zur schwächsten:

Hand Beschreibung Beispiel
Fünfling fünf gleiche Werte (nur mit wilden Karten) 8 8 8 D D
Royal Flush A K D B 10 in einer Farbe A♠ K♠ D♠ B♠ 10♠
Straight Flush fünf in Folge, gleiche Farbe 9♥ 8♥ 7♥ 6♥ 5♥
Vierling vier gleiche Werte 7 7 7 7 K
Full House Drilling + Paar B B B 4 4
Flush fünf einer Farbe K♦ B♦ 8♦ 5♦ 2♦
Straße fünf in Folge, gemischte Farben 10 9 8 7 6
Drilling drei gleiche Werte 5 5 5 K 2
Zwei Paare zwei verschiedene Paare B B 4 4 A
Ein Paar zwei gleiche Werte 10 10 A 7 4
Höchste Karte nichts von alledem A B 8 6 2

Jede Hand einer höheren Art schlägt jede niedrigere. Bei gleicher Art gewinnen die höheren Karten: zuerst die wichtigsten (Vierling, Drilling, höheres Paar …), dann die übrigen von oben. Sind alle fünf Werte gleich, herrscht Gleichstand und der Pot wird geteilt.

Eine wilde Karte darf jede beliebige Karte vertreten. Sie darf aber keine Karte ersetzen, die du schon hast (also kein zweites Herz-Ass), außer für einen Fünfling: 8 8 8 D D sind fünf Achten – bei acht und mehr wilden Karten im Spiel sind große Hände normal.

Setzen in Kürze

Alle gesetzten Chips kommen in den Pot in der Mitte. Vor jedem Geben zahlt jeder einen kleinen Grundeinsatz, das Ante (z. B. 1 Chip). Bist du in einer Setzrunde dran, kannst du:

  • Checken (schieben) – nichts setzen, solange in dieser Runde noch niemand gesetzt hat.
  • Setzen – Chips einzahlen.
  • Mitgehen – so viel einzahlen, dass du mit dem höchsten Einsatz gleichziehst.
  • Erhöhen – mitgehen und noch etwas drauflegen.
  • Aussteigen (folden) – aufgeben: Du legst deine Karten verdeckt weg. Was du schon gesetzt hast, ist verloren.

Eine Setzrunde endet, wenn alle, die noch dabei sind, gleich viel eingezahlt haben. Legt vorher Grenzen fest, zum Beispiel: Einsätze und Erhöhungen von 1–5 Chips, höchstens drei Erhöhungen pro Runde.

Vorbereitung

  1. Alle bekommen gleich viele Chips. Bestimmt einen Geber; nach jedem Spiel gibt der linke Nachbar.
  2. Alle zahlen das Ante. Der Geber mischt und gibt reihum im Uhrzeigersinn, links beginnend, einzeln jedem zwei Karten verdeckt und eine Karte offen. Die verdeckten Karten schaust du dir an, zeigst sie aber niemandem.

Ablauf eines Spiels

  1. Erste Setzrunde. Es beginnt, wer mit seinen offenen Karten die beste Pokerkombination zeigt (wilde Karten zählen mit); bei Gleichstand der, der links vom Geber am nächsten sitzt. Dann geht es im Uhrzeigersinn weiter.
  2. 4., 5. und 6. Karte: Wer noch dabei ist, bekommt jeweils eine weitere Karte offen, danach jedes Mal eine Setzrunde.
  3. 7. Karte: Jeder bekommt eine letzte Karte verdeckt, dann folgt die letzte Setzrunde.
  4. Showdown: Wer noch dabei ist, deckt alle Karten auf und sucht sich die besten fünf aus. Die beste Hand gewinnt den Pot, gleich gute Hände teilen ihn.

Jede Setzrunde eröffnet, wer gerade die beste offene Hand hat. Steigen alle bis auf einen aus, gewinnt dieser den Pot sofort, ohne seine Karten zu zeigen.

Die wilden Karten

  • Alle vier Damen sind immer wild – offen wie verdeckt.
  • Kommt eine Dame offen, bestimmt die nächste offen gegebene Karte den zweiten wilden Wert – egal, wer sie bekommt, auch wenn sie erst in der nächsten Runde kommt: Diese Karte und alle Karten desselben Werts sind wild.
  • Kommt wieder eine Dame offen, ist der alte wilde Wert gestrichen, und die offene Karte nach der neuen Dame bestimmt den neuen.
  • Am Ende ist also neben den Damen nur der Wert wild, der nach der letzten offenen Dame kam.
  • Ist die letzte offene Karte des Spiels eine Dame oder kommt gar keine Dame offen, sind nur die Damen wild.
  • Verdeckte Karten folgen nie: Es zählt nur die Reihenfolge der offenen Karten.

Beispiel: Als 4. Karte bekommt Anna die D♥ offen, Ben neben ihr die 6♣ – jetzt sind Damen und Sechsen wild. Carla hat 6♦ 6♠ verdeckt und setzt fröhlich. Doch bei der 6. Karte bekommt Dan die D♠, und der nächste, Emil, den B♦: Die Sechsen sind nicht mehr wild, dafür die Buben. Im Showdown hat Carla nur zwei Paare (K K 6 6). Emil hat B♦ B♠ D♣ 9♥ 9♣ K♠ 2♦ – drei wilde Karten plus zwei Neunen ergeben fünf Neunen, er gewinnt.

Spielende

Spielt so viele Runden, wie ihr wollt, oder bis zu einer vereinbarten Uhrzeit. Wer dann die meisten Chips hat, gewinnt; wer keine Chips mehr hat, scheidet aus.

Tipps für Einsteiger

  • Bis zur letzten offenen Karte kann eine Hand, die auf dem aktuellen wilden Wert aufbaut, zerfallen. Sicher wild sind nur die Damen.
  • Zähl die Damen und wilden Karten auf dem Tisch, um einzuschätzen, was die anderen haben könnten.
  • Oft gewinnt erst ein Vierling oder mehr; Straße und Flush reichen selten.
  • Folgt die offene Karte eines anderen auf eine Dame, bekommst du vielleicht gratis wilde Karten verdeckt dazu – oder verlierst sie mit der nächsten Dame.

Varianten

Alles freiwillig – vorher absprechen.

  • Damen nicht wild: Nur der Wert nach der letzten offenen Dame ist wild; ist die letzte offene Karte eine Dame, gibt es keine wilden Karten (so beschreibt es pagat.com). Manche lassen verdeckte Damen trotzdem wild sein.
  • Ohne Streichen: Jeder Wert, der je einer offenen Dame folgt, bleibt wild.
  • Extrakarte am Ende: Ist die letzte offene Karte eine Dame, deckt der Geber noch eine Karte für niemanden auf; ihr Wert ist wild.
  • Neu geben: Kommt keine Dame offen, wird für die Spieler, die noch dabei sind, neu gegeben.
  • Wilde Karten bezahlen: Wer eine wilde Karte offen bekommt, zahlt ein zusätzliches Ante in den Pot (für eine Dame zwei).

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Poker (Stud) – Seven-Card Stud mit wechselnden wilden Karten
  • Herkunft: USA, Poker im privaten Kreis; Datum unbekannt
  • Auch bekannt als: Chase the Lady, Queens and After
  • Ähnliche Spiele: Seven-Card Stud, Baseball, Low Chicago, No-Peek Baseball

Follow the Queen ist ein Klassiker der amerikanischen Dealer’s-Choice-Runden, in denen jeder Geber die Variante für sein Spiel bestimmt. Es nimmt normales Seven-Card Stud und fügt eine wilde Karte hinzu, die ständig wechselt: Die offene Karte nach einer offenen Dame wird mit ihrem ganzen Wert wild, bis die nächste offene Dame sie ablöst. Die englische Wikipedia führt es im Artikel über Seven-Card Stud (als „Follow the Queen“ oder „Queens and After“) unter den Stud-Varianten, die zu Hause gespielt werden, aber kaum im Casino.

Ein Erfinder oder ein Datum ist nicht bekannt, und die Quellen sind sich nicht in allen Einzelheiten einig. Wikipedia und Wikibooks lassen auch die Damen selbst wild sein, wie in den Regeln hier. Die Seite pagat.com, wo es neben Chicago und Low Chicago steht, und Craig O’Briens Poker-Datenbank, die auch den Namen Chase the Lady nennt, machen nur den Wert nach der Dame wild; eine Dame als letzte offene Karte bedeutet dann gar keine wilden Karten. Laut pagat.com gibt es außerdem Hausregeln, die in diesem Fall eine Extrakarte aufdecken, bei fehlender Dame neu geben oder – in einer Fassung von Arthur Buderick – alle Damen wild machen und für jede offen gegebene wilde Karte ein zusätzliches Ante verlangen.

Wie Baseball lebt Follow the Queen mehr von Action als von Können: Bei acht oder mehr wilden Karten ist ein Vierling eine ganz normale Hand. O’Briens Datenbank listet mehrere Abkömmlinge, etwa Follow the Queen ohne Streichen und Follow the Red.

Quellen