Patience (Montana-Familie) · Spiel 189 von 388 ♥
Montana
Alle 52 Karten offen, vier Lücken zum Rangieren – sortier jede Farbe in ihre eigene Reihe, von der 2 bis zum König.
- Spieler
- 1
- Dauer
- 10 Min.
- Alter
- ab 8
- Anspruch
- mittel
- Karten
- 52 Karten, ohne Joker
- Können – Glück
- KönnenGlück
- Jeder für sich – Viel Interaktion
- Jeder für sichViel Interaktion
- Einfach – Komplex
- EinfachKomplex
- Schnell – Lang
- SchnellLang
Stimmung konzentriertin 5 Minuten gelernt
Sammlungen: Patiencen · Spiele für Kinder
Ausführliche Regeln
- Überblick
- Rangfolge
- Vorbereitung
- Spielablauf
- Neu verteilen
- Gewonnen oder verloren
- Tipps für Einsteiger
- Varianten
Überblick
Montana, auf Englisch auch Gaps („Lücken“) genannt, ist eine Patience (ein Kartenspiel für eine Person, auch Solitär genannt), bei der alle Karten offen in einem großen Raster liegen. Du nimmst die vier Asse heraus, und die vier Lücken, die sie hinterlassen, sind alles, was du zum Umsortieren hast. Du versuchst, die Karten so zu ordnen, dass jede der vier Reihen eine Farbe enthält, der Reihe nach von der 2 links bis zum König rechts.
- Spieler: 1
- Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten, ohne Joker, und einen Tisch mit Platz für vier Reihen zu dreizehn Karten.
- Dauer: etwa 10 Minuten pro Spiel.
Rangfolge
Die Asse fliegen raus, also läuft jede Reihe von der 2 (niedrigste) bis zum König (höchste):
2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7 – 8 – 9 – 10 – B – D – K
Vorbereitung
- Misch und leg alle 52 Karten offen in vier Reihen zu dreizehn aus, nebeneinander, ohne Überlappung. Dieses Raster ist die Auslage.
- Nimm die vier Asse heraus und leg sie beiseite – sie spielen nicht mehr mit. So entstehen vier Lücken (leere Plätze) in der Auslage.
Spielablauf
Es gibt nur einen Zug: eine Lücke füllen. In eine Lücke darfst du die Karte legen, die einen Wert höher und von derselben Farbe ist wie die Karte direkt links neben der Lücke.
- Lücke am linken Rand einer Reihe: Dorthin kommt irgendeine 2.
- Lücke rechts neben einem König: gesperrt – höher als der König geht nichts, also darf dort keine Karte hin.
- Lücke rechts neben einer anderen Lücke: Dorthin darf nichts, solange die Lücke links davon leer ist.
- Jede Karte, die du bewegst, hinterlässt an ihrem alten Platz eine neue Lücke, die du wiederum füllen kannst.
Beispiel: Irgendwo in der Auslage liegt eine Lücke direkt hinter der 7♣. Du legst die 8♣ in diese Lücke. Wo die 8♣ lag, ist jetzt eine Lücke; links davon liegt die 5♦, also kann als Nächstes die 6♦ dorthin – und so weiter.
Welche Farbe in welche Reihe kommt, entscheidest du selbst: Die 2, die du an den linken Rand einer Reihe legst, bestimmt ihre Farbe.
Neu verteilen
Früher oder später liegen alle vier Lücken rechts neben Königen, und nichts geht mehr. Dann darfst du neu verteilen:
- Lass in jeder Reihe die Karten liegen, die schon von einer 2 am linken Rand an in einer Farbe der Reihe nach liegen (zum Beispiel 2♠ 3♠ 4♠ 5♠). Beginnt eine Reihe nicht mit einer 2, bleibt dort nichts liegen.
- Sammel alle anderen Karten ein, misch sie und leg sie offen aus, bis die Reihen wieder voll sind – lass dabei in jeder Reihe eine Lücke direkt rechts neben den liegen gebliebenen Karten (am linken Rand, wenn in der Reihe nichts liegen blieb).
- Spiel weiter wie bisher.
Du darfst zweimal neu verteilen, hast also insgesamt drei Durchgänge.
Gewonnen oder verloren
Du hast gewonnen, wenn jede Reihe eine Farbe von der 2 bis zum König enthält, mit der Lücke am rechten Ende. Kommst du nach dem zweiten Neuverteilen nicht mehr weiter, ist die Patience nicht aufgegangen. Morehead und Mott-Smith schätzten, dass etwa jedes zwanzigste Spiel aufgeht.
Tipps für Einsteiger
- Denk vor jedem Zug voraus: Jeder Zug öffnet eine neue Lücke, und die Karte links davon bestimmt, was folgen kann. Such nach Zügen, die eine lange Kette auslösen.
- Eine Lücke hinter einem König ist für den Rest des Durchgangs verloren. Füll zuerst die Lücken, die sonst dort landen würden.
- Wähl die Farbe für eine Reihe danach, wo ihre 2 und 3 schon liegen – eine Reihe mit einer guten Folge lohnt sich.
- Ein König ganz rechts in einer Reihe liegt genau richtig; Könige mitten in einer Reihe sind ein Problem.
Varianten
Alles freiwillig – vor dem Spiel festlegen.
- Asse beim Neuverteilen (oft bei Montana und Addiction): Misch beim Neuverteilen die Asse wieder unter die eingesammelten Karten, leg alle aus, bis die Reihen voll sind, und nimm die Asse dann wieder heraus. Die Lücken liegen so an zufälligen Stellen statt direkt hinter den fertigen Folgen.
- Ohne Mischen: Beim Neuverteilen legst du die Karten in der Reihenfolge aus, in der du sie eingesammelt hast. Leichter – laut der englischen Wikipedia gewinnt man etwa jedes siebte Spiel.
- Beliebig oft neu verteilen: Mit Mischen ist der Sieg dann nur eine Frage der Zeit.
Hintergrund & Geschichte
- Familie: Patience (Montana-Familie: alle Karten offen im Raster, Karten wandern in Lücken, keine Zielstapel)
- Herkunft: unbekannt; eine Vorform mit 40 Karten steht ab 1905 in englischen Büchern
- Auch bekannt als: Gaps, Addiction, Spaces, Vacancies, Clown Solitaire, Blue Moon (teils mit leicht abweichenden Regeln); Rangierbahnhof
- Ähnliche Spiele: House of Commons, Paganini (Doppel-Montana), Maze
Woher Montana stammt, ist nicht bekannt. Laut Solitaire Laboratory steht eine kleinere Fassung mit nur 40 Karten (Ass bis 10), House of Commons, in der zweiten Auflage von Tarbarts Patience Games (1905) und in Mary Whitmore Jones’ New Games of Patience (1911); David Parlett nahm sie 1979 in sein Penguin Book of Patience auf. Morehead und Mott-Smith beschreiben das volle Spiel 1949 als Gaps, mit zweimal Neuverteilen nach dem Mischen, etwa zehn Minuten pro Spiel und einem Sieg in zwanzig Spielen.
Das Spiel hat viele Namen, und nicht alle meinen genau dieselben Regeln. Die englische Wikipedia nennt für die Familie Montana, Addiction, Spaces, Vacancies, Clown Solitaire und Blue Moon: Bei manchen Fassungen werden die Asse beim Neuverteilen wieder untergemischt, sodass die Lücken zufällig fallen, bei anderen wird gar nicht gemischt, manche erlauben drei oder beliebig viele Durchgänge. Die Fassung mit zwei Blättern und acht Reihen heißt Double Montana oder Paganini. Deutsche Online-Sammlungen führen das Spiel meist als Montana, kartenspielen.de nennt es auch „Rangierbahnhof“.
Auch wenn Menschen selten gewinnen, ist das Spiel meist lösbar. Laut Solitaire Laboratory löst das Computerprogramm von Mark Masten über 85 % der Spiele schon im ersten Durchgang, wenn man frei wählen darf, welche Farbe in welche Reihe kommt – ist die Farbe jeder Reihe vorher festgelegt, knapp ein Viertel.