Solo-Knobelspiel · Spiel 321 von 388 ♠
Gridcannon
Zwölf Bildkarten umzingeln ein Raster aus Zahlenkarten – bring die richtigen zwei Karten in Stellung und schieß jede einzelne ab.
- Spieler
- 1
- Dauer
- 15 Min.
- Alter
- ab 10
- Anspruch
- mittel
- Karten
- 52 Karten + 2 Joker
- Können – Glück
- KönnenGlück
- Jeder für sich – Viel Interaktion
- Jeder für sichViel Interaktion
- Einfach – Komplex
- EinfachKomplex
- Schnell – Lang
- SchnellLang
Stimmung konzentriertin 5 Minuten gelernt
Sammlungen: Patiencen
Ausführliche Regeln
- Überblick
- Die Karten
- Vorbereitung
- Einen Adligen aufstellen
- Ein Zug
- Einen Adligen angreifen
- Tricks
- Karten, die nicht passen: Rüstung
- Kein Adliger auf dem Tisch
- Spielende
- Punkte
- Tipps für Einsteiger
- Varianten
Überblick
Gridcannon ist ein Kartenspiel für eine Person über eine Revolution. Du legst ein Raster aus 3×3 Zahlenkarten aus. Die Adligen – Buben, Damen und Könige – tauchen nach und nach auf und stellen sich rund um das Raster auf. Um einen Adligen zu stürzen, legst du eine Karte ans andere Ende seiner Reihe oder Spalte: Die beiden Karten dazwischen feuern auf ihn, und reicht ihre Summe an seine Lebenspunkte heran, fällt er. Hast du alle zwölf Adligen gestürzt, hast du gewonnen.
- Spieler: 1.
- Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit beiden Jokern (54 Karten) und Platz für ein Quadrat aus 5×5 Karten.
Entworfen von Tom Francis, die Rüstungsregel stammt von Chris Thursten (2019) – Originalregeln: Gridcannon (Blogbeitrag, englisch). Unser Text folgt der überarbeiteten Version 2.
Die Karten
| Karten | Rolle |
|---|---|
| 2–10 | Zahlenkarten: Sie bilden das Raster. Wert = Zahl. |
| B, D, K | Adlige: deine Ziele. |
| A | Abzug (ein Trick – siehe unten) |
| Joker | Versetzung (ein Trick – siehe unten) |
Vorbereitung
- Misch alle 54 Karten und halt sie verdeckt: Das ist der Ziehstapel.
- Deck Karte für Karte auf und leg sie offen als Raster aus 3×3 aus – drei Reihen zu drei Karten, von links nach rechts und von oben nach unten. Jeden Adligen, jedes Ass und jeden Joker legst du stattdessen beiseite; deck weiter auf, bis im Raster neun Zahlenkarten liegen.
- Stell die beiseitegelegten Adligen rund um das Raster auf (siehe Einen Adligen aufstellen).
- Die beiseitegelegten Asse und Joker sind deine ersten Tricks: Leg sie offen neben dich.
- Wenn du willst, tausch eine Rasterkarte aus: Schieb sie unter den Ziehstapel und füll ihren Platz mit der nächsten Karte (Adlige, Asse und Joker behandelst du wie im Spiel und deckst eine weitere Karte auf).
Rund um das Raster gibt es 12 Plätze für Adlige: drei an jeder Seite, einen neben jeder äußeren Rasterkarte. Eine Eckkarte des Rasters grenzt an zwei dieser Plätze, einen auf jeder Seite.
Einen Adligen aufstellen
Ein Adliger kommt auf einen freien Platz neben die Rasterkarte, der er am ähnlichsten ist. Es zählt nur die oberste Karte jedes Stapels im Raster:
- die höchste Rasterkarte derselben Farbe (Herz, Karo, Pik, Kreuz);
- gibt es keine: die höchste Karte derselben Kartenfarbe (rot oder schwarz);
- gibt es auch die nicht: die höchste Karte überhaupt.
Sind zwei Karten gleich ähnlich oder ist die ähnlichste Karte eine Ecke (die an zwei Plätze grenzt), wählst du. Ein Platz mit einem gestürzten Adligen ist nicht frei – dort kann nie wieder ein Adliger stehen. Was geschieht, wenn alle Plätze neben der ähnlichsten Karte besetzt sind, sagen die Regeln nicht; wir schlagen vor, dann die nächstähnliche Karte zu nehmen.
Beispiel: Im Bild steht der K♥ neben der 9♥ – der höchsten Herzkarte. Die 9♥ ist eine Ecke, er hätte also auch über ihr stehen können. Die D♠ steht neben der 6♠, der höchsten Pikkarte.
Ein Zug
Deck die oberste Karte des Ziehstapels auf:
- Ein Adliger: Stell ihn wie oben beschrieben auf.
- Eine Zahlenkarte (2–10): Du musst sie ins Raster legen, und zwar auf einen beliebigen Stapel, dessen oberste Karte gleich hoch oder niedriger ist – die Farbe spielt keine Rolle. Die Stapel wachsen im Lauf des Spiels; es zählt immer nur die oberste Karte.
- Ein Ass oder ein Joker: Leg es offen zu deinen Tricks.
Einen Adligen angreifen
Legst du eine Zahlenkarte so ins Raster, dass am anderen Ende derselben Reihe oder Spalte ein lebender Adliger steht – mit genau zwei Rasterkarten dazwischen –, dann greifen diese beiden Karten ihn an. Die gerade gelegte Karte zählt nicht mit; sie löst den Schuss nur aus. Zähl die Werte der beiden (obersten) Karten zusammen:
| Adliger | Lebenspunkte | Welche Karten zählen |
|---|---|---|
| Bube | 11 | jede Farbe |
| Dame | 12 | nur Karten ihrer Kartenfarbe (rot/schwarz) |
| König | 13 | nur Karten seiner Farbe |
Ist die Summe mindestens so hoch wie seine Lebenspunkte, ist der Adlige gestürzt: Dreh ihn um, lass ihn aber auf seinem Platz liegen. Sonst passiert nichts (die Karte bleibt trotzdem liegen).
Eine Karte in einer Ecke kann gleichzeitig entlang ihrer Reihe und ihrer Spalte feuern. Eine Karte in der Mitte feuert nie – kein Adliger steht zwei Karten von ihr entfernt.
Beispiel: Du deckst die 5♣ auf. Sie darf auf die 4♣, die 3♠, die 2♦ oder die 5♥. Du legst sie auf die 3♠: Am anderen Ende dieser Reihe steht der K♥, dazwischen liegen 9♥ und 7♥ – beide Herz, zusammen 16, also mindestens 13. Der König ist gestürzt.
Die D♠ ist schwieriger: Legst du eine Karte auf die 4♣, greifen 10♦ und 6♠ an, aber nur die schwarze 6♠ zählt – 6 reicht nicht. Leg erst eine schwarze 10 auf die 10♦, dann feuert die nächste Karte auf der 4♣ mit 10 + 6 = 16 auf die Dame.
Tricks
Einen Trick darfst du jederzeit einsetzen – auch nachdem du eine Karte aufgedeckt, aber noch nicht gelegt hast. Einen benutzten Trick drehst du um; jeder wirkt nur einmal.
- Abzug (Ass): Nimm einen ganzen Stapel aus dem Raster und schieb ihn verdeckt unter den Ziehstapel. Sein Platz ist jetzt leer. Was ein leerer Platz zählt, sagen die Regeln nicht; in der ersten Fassung des Spiels zählte er 0 – jede Zahlenkarte darf also dorthin, und bei einem Angriff trägt er nichts bei.
- Versetzung (Joker): Versetz die oberste Karte eines Stapels auf einen anderen Stapel, auf den sie regulär gelegt werden dürfte (gleich hohe oder niedrigere Karte oben). Das kann wie ein normales Legen einen Angriff auslösen.
Karten, die nicht passen: Rüstung
Passt eine Zahlenkarte nirgends hin und hast du keinen Trick mehr (oder keinen, der hilft), wird sie zur Rüstung: Leg sie neben den lebenden Adligen, dem sie am ähnlichsten ist – den niedrigsten Adligen derselben Farbe, sonst den niedrigsten derselben Kartenfarbe, sonst den niedrigsten überhaupt. Rüstung erhöht seine Lebenspunkte um ihren Wert, und Rüstungen addieren sich.
Beispiel: Ein Herz-König mit einer 3 als Rüstung hat 13 + 3 = 16 Lebenspunkte.
Hat ein Bube oder eine Dame 20 oder mehr Lebenspunkte oder ein König 19 oder mehr, zählt der Autor das Spiel als verloren: Zwei Karten können ihn kaum noch stürzen (eine Dame bräuchte zwei 10er ihrer Kartenfarbe, ein König die 10 und die 9 seiner Farbe, genau richtig aufgereiht).
Kein Adliger auf dem Tisch
Sind alle Adligen auf dem Tisch gestürzt, aber noch keine zwölf erschienen, deck Karten auf einen offenen Stapel auf, bis ein Adliger kommt. Stell ihn auf, schieb die aufgedeckten Karten unter den Ziehstapel und spiel weiter.
Spielende
- Du gewinnst, sobald auf allen 12 Plätzen rund um das Raster ein gestürzter Adliger liegt.
- Ist der Ziehstapel vorher leer, setz deine restlichen Tricks ein, um die Lage zu retten (ein Abzug bringt Karten zurück in den Ziehstapel). Hast du weder Karten noch Tricks übrig, hast du verloren.
- Verloren hast du auch, wenn die Rüstung einen Adligen unbesiegbar macht (siehe oben).
Punkte
Gewinnst du, sind deine Punkte die Zahl der Tricks, die du nicht benutzt hast. Das Höchste sind 6 Punkte (vier Asse und zwei Joker).
Tipps für Einsteiger
- Linien bauen, nicht Stapel. Schau vor jedem Legen, welche Reihen und Spalten auf einen lebenden Adligen zeigen und welche zwei Karten feuern würden.
- Auf die Farben achten. Damen und Könige ignorieren Karten der falschen Kartenfarbe oder Farbe – leg hohe Karten der passenden Farbe in die Mitte ihrer Linien.
- Kleine Karten brauchen Platz. Liegen überall hohe Karten oben, findet eine kleine Karte keinen Platz und wird zur Rüstung. Halt ein oder zwei niedrige Stapel offen.
- Tricks sparen. Sie sind deine Punkte und dein Notausgang; ein früher Abzug kostet oft das perfekte Spiel.
- Vorausdenken, wo Adlige landen. Eine hohe Karte einer Farbe zieht die Adligen dieser Farbe auf ihre Seite des Rasters.
Varianten
Alles optional.
- Leere Mitte (die ursprüngliche Vorbereitung): Leg nur die acht äußeren Rasterkarten aus und lass die Mitte frei; dorthin darf jede Zahlenkarte als Erste. Das schützt vor einer unglücklichen Auslage – genau dafür hatte der Autor die Regel in der ersten Fassung eingeführt.
Hintergrund & Geschichte
- Familie: Solo-Knobelspiel (Raster-Patience)
- Herkunft: August 2019 – von Tom Francis, mit Chris Thursten; veröffentlicht in seinem Blog
- Auch bekannt als: –
- Ähnliche Spiele: Scoundrel, Regicide, Poker Squares, Monte Carlo
Gridcannon ist ein modernes Spiel, kein traditionelles. Sein Autor Tom Francis ist Videospielentwickler und war Ressortleiter beim Magazin PC Gamer UK; bekannt ist er für Gunpoint, Heat Signature und Tactical Breach Wizards. Am 20. August 2019 veröffentlichte er die Regeln in seinem Blog, zusammen mit einem Video einer ganzen Partie. Er wollte, so schreibt er, eine „interessante Design-Herausforderung“ lösen: ein Spiel für eine Person mit einem ganz normalen Kartenspiel. Sein erster Versuch einen Monat zuvor „funktionierte nicht“; aus dem zweiten wurde Gridcannon. Die Rüstungsregel steuerte sein Freund Chris Thursten bei, die Idee mit der leeren Mitte Francis selbst.
Kurz darauf überarbeitete Francis das Spiel: Die Asse und Joker, die in der ersten Fassung einen Stapel zurücksetzten, wenn man sie darauf legte, wurden zu aufbewahrten Tricks, die Mitte wurde von Anfang an ausgelegt, und statt eines „Schandstapels“ unspielbarer Karten zählen nun die unbenutzten Tricks. Die Regeln auf dieser Seite folgen dieser zweiten Fassung, in eigenen Worten.
Francis lud ausdrücklich dazu ein, auf dem Spiel aufzubauen – er bat nur um einen Hinweis („Based on Gridcannon by Tom Francis“) und darum, ein abgeleitetes Spiel nicht einfach „Gridcannon“ zu nennen. So entstanden unter anderem eine Browserversion von Jonas Schill, die er in seinem Blog erwähnt, und mehrere Fan-Umsetzungen für Computer und Handy. Wie Regicide macht das Spiel die Bildkarten eines normalen Kartenspiels zu Gegnern; das Raster erinnert an klassische Auslagen wie Poker Squares.