Kartenspielregeln

Anlegespiel · Spiel 3 von 388 ♠

Kings in the Corner

Patience für die ganze Runde – absteigend in wechselnden Farben anlegen, Könige in die Ecken und als Erster die Hand leeren.

Spieler
2–4
Dauer
15 Min.
Alter
ab 6
Anspruch
leicht
Karten
52 Karten, ohne Joker
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung entspanntin 5 Minuten gelernt

Platz 4 in Gemütlich spielenPlatz 9 in Für Kinder

Sammlungen: Spiele für zwei · Spiele für drei · Spiele für vier · Spiele für Kinder

Kurzregeln

  • Ziel: als Erster alle Karten anlegen.
  • Je 7 Karten. Ziehstapel in die Mitte, 4 Karten offen an seine Seiten; Ecken frei. Links vom Geber beginnt.
  • Zug: beliebig viele Züge, dann 1 Karte ziehen (Stapel leer: nicht ziehen):
  • Anlegen: einen Wert niedriger, andere Farbe (rote 7 auf schwarze 8). Auf ein Ass nichts.
  • König aus der Hand in eine freie Ecke.
  • Ganzen Stapel verschieben, wenn seine unterste Karte auf einen anderen passt.
  • Freier Seitenplatz: mit beliebiger Karte füllen.
  • Spielende, wenn jemand seine letzte Karte anlegt (er gewinnt) – oder der Ziehstapel leer ist und keiner mehr anlegt.

Spickzettel

Strafpunkte

Restkarte auf der Hand Strafpunkte
König 10
jede andere Karte 1
  • Einzelnes Spiel: Wer zuerst alle Karten los ist, gewinnt.
  • Längere Partie: Erreicht jemand die vereinbarte Grenze (meist 25 oder 50), gewinnt, wer die wenigsten Punkte hat.

Oft vergessen

  • Startauslage: Der erste Spieler darf einen König von der Seite in eine Ecke legen oder eine Seitenkarte auf eine passende, dann die Lücke aus der Hand füllen.
  • In die Ecken nur Könige; auf einen freien Seitenplatz jede Karte.
  • Erst nach den Zügen ziehen; das beendet den Zug.
  • Könige früh loswerden – je 10 Punkte, und sie passen nur in eine Ecke.

Punkteblock

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Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Reihenfolge und Farben
  3. Vorbereitung
  4. Spielablauf
  5. Wenn der Ziehstapel leer ist
  6. Ende eines Spiels
  7. Punkte
  8. Wer gewinnt?
  9. Tipps für Einsteiger
  10. Varianten

Überblick

Kings in the Corner („Könige in die Ecke“) ist wie eine Patience, die die ganze Runde zusammen legt. Alle legen Karten aus ihrer Hand an gemeinsame Stapel rund um den Ziehstapel an, und zwar immer absteigend in wechselnden Farben – eine rote 7 auf eine schwarze 8, eine schwarze 6 auf eine rote 7. Könige kommen in die vier Ecken. Wer zuerst alle Karten los ist, gewinnt.

  • Spieler: 2–4 (am besten 4), jeder spielt für sich.
  • Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten, ohne Joker, und Papier und Stift, wenn ihr Punkte zählen wollt.

Reihenfolge und Farben

Auf jedem Stapel geht es abwärts: K – D – B – 10 – 9 – 8 – 7 – 6 – 5 – 4 – 3 – 2 – A. Der König ist die höchste Karte, das Ass die niedrigste – auf ein Ass kann man nichts mehr legen.

♥ Herz und ♦ Karo sind rot, ♠ Pik und ♣ Kreuz sind schwarz. Jede Karte, die du anlegst, muss einen Wert niedriger sein als die Karte darunter und die andere Farbe (rot/schwarz) haben.

Vorbereitung

  1. Geben: Bestimmt einen Geber. Er mischt und gibt jedem einzeln und verdeckt 7 Karten. Das ist deine Hand – die anderen dürfen sie nicht sehen.
  2. Ziehstapel: Die übrigen Karten kommen verdeckt als Ziehstapel in die Tischmitte.
  3. Auslage: Der Geber deckt vier Karten vom Ziehstapel auf und legt sie an die vier Seiten des Stapels (oben, rechts, unten, links). Das sind die vier Seitenstapel. Die vier Ecken bleiben vorerst frei.
K9♠9♠♠K5♥5♥♥ZiehstapelD♦D♦DK4♣4♣♣K
Kings in the Corner – die Auslage zu Beginn; vier Seitenstapel um den Ziehstapel, die Ecken bleiben für Könige frei

Der Spieler links vom Geber beginnt, dann geht es im Uhrzeigersinn weiter.

Spielablauf

Wenn du dran bist, darfst du beliebig viele Züge in beliebiger Reihenfolge machen:

  1. Karte anlegen: Leg eine Karte aus deiner Hand auf einen Stapel, wenn sie einen Wert niedriger ist und die andere Farbe hat als die oberste Karte.
  2. Ecke eröffnen: Leg einen König aus deiner Hand in eine freie Ecke. Auf ihm wird ganz normal weitergebaut (eine rote Dame auf einen schwarzen König usw.).
  3. Ganzen Stapel verschieben: Passt die unterste Karte eines Stapels (die höchste, mit der er begonnen wurde; einen Wert niedriger, andere Farbe) auf die oberste Karte eines anderen Stapels, darfst du den ganzen Stapel daraufsetzen.
  4. Lücke füllen: Wird ein Seitenplatz frei (weil sein Stapel verschoben wurde), darfst du eine beliebige Karte aus deiner Hand dorthin legen und so einen neuen Stapel beginnen. In die Ecken kommen nur Könige.

Bist du fertig – oder kannst oder willst du nichts legen –, ziehst du eine Karte vom Ziehstapel. Damit endet dein Zug.

Beispiel: Auf den Seitenstapeln liegen Pik-9, Herz-5, Karo-Dame und Kreuz-4. Anna hat Herz-8, Kreuz-7, Pik-4, Pik-Bube, Herz-König und Karo-2. Sie legt die Herz-8 auf die Pik-9 und die Kreuz-7 darauf, die Pik-4 auf die Herz-5 und den Pik-Buben auf die Karo-Dame. Den Herz-König legt sie in eine freie Ecke. Die Karo-2 passt nirgends (sie bräuchte eine schwarze 3), also zieht Anna eine Karte, und ihr Zug ist vorbei.

Könige in der Startauslage: Ist eine der vier Seitenkarten ein König, darf der erste Spieler ihn in eine Ecke setzen. Passen zwei Seitenkarten schon aufeinander, darf er die eine auf die andere legen. In beiden Fällen kann er den frei gewordenen Seitenplatz wie üblich aus seiner Hand füllen.

Beispiel (Stapel verschieben): In einer Ecke liegt der Pik-König. Ein Seitenstapel hat unten die Herz-Dame, darauf Pik-Bube und Karo-10. Du setzt den ganzen Stapel Herz-Dame–Pik-Bube–Karo-10 auf den Pik-König. Der Seitenplatz ist jetzt frei, und du legst deine Kreuz-8 dorthin.

Wenn der Ziehstapel leer ist

Dann wird einfach ohne Ziehen weitergespielt.

Ende eines Spiels

Ein Spiel endet, sobald jemand seine letzte Karte anlegt – er gewinnt. Es endet auch, wenn der Ziehstapel leer ist und niemand mehr etwas anlegen kann oder will.

Punkte

Jeder bekommt Strafpunkte für die Karten, die er noch auf der Hand hat:

Karte Strafpunkte
jeder König 10
jede andere Karte 1

Beispiel: Ben ist alle Karten los. Carla hat noch Kreuz-König, Karo-7 und Pik-2 = 10 + 1 + 1 = 12 Punkte. Dan hat die Herz-9 = 1 Punkt.

Wer gewinnt?

Bei einem einzelnen Spiel gewinnt, wer zuerst alle Karten los ist (bei einem blockierten Spiel, wer die wenigsten Strafpunkte hat). Für eine längere Partie zählt ihr die Punkte zusammen; erreicht jemand die vereinbarte Grenze – meist 25 oder 50 –, gewinnt, wer die wenigsten Punkte hat.

Tipps für Einsteiger

  • Werde Könige schnell los – sie kosten 10 Strafpunkte und passen nur in eine Ecke.
  • Such nach Stapeln, die du verschieben kannst: Jeder verschobene Stapel macht einen Seitenplatz für eine beliebige Karte frei.
  • Überleg vor dem Anlegen, ob du dem Nächsten damit einen einfachen Zug schenkst.
  • Achte auf die Asse: Ein Stapel, der mit einem Ass endet, ist fertig.

Varianten

Alle Varianten sind freiwillig – sprecht sie vor dem Spiel ab.

  • Legepflicht: Wer eine Karte anlegen kann, muss es tun.
  • Zuerst ziehen: Die Karte wird am Anfang des Zuges gezogen statt am Ende.
  • Könige sofort: Ein König muss in eine Ecke, sobald das möglich ist.
  • Ecken in Farbe: Auf die Ecken wird in derselben Farbe (z. B. nur Pik) abwärts gelegt statt in wechselnden Farben.
  • Augenwerte: Ass 25, Bilder 10, andere Karten Augenwert; gespielt wird bis zu einer vereinbarten Summe.
  • Ecken sammeln: Wer einen Eckstapel bis zum Ass vollendet, nimmt ihn an sich; wer die meisten Ecken hat, gewinnt.
  • Vier Karten: Für ein kürzeres Spiel bekommt jeder nur 4 Karten.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Anlegespiel (Patience-artiges Anlegen; eine Art Ablegespiel)
  • Herkunft: USA (laut Wikipedia); Zeitpunkt unbekannt
  • Auch bekannt als: Kings Corners, King’s Corner, Kings in the Corners
  • Ähnliche Spiele: Klondike, Fan Tan, Crazy Eights

Kings in the Corner ist ein Spiel für mehrere Personen, das wie eine Patience aussieht: Die Stapel werden absteigend in wechselnden Farben gebaut, genau wie in der Auslage von Klondike, der bekanntesten Patience. Statt dass einer allein das Kartenspiel durcharbeitet, legen alle reihum Karten aus ihrer Hand an – und wer zuerst keine mehr hat, gewinnt. Die Seite pagat.com ordnet es den Anlegespielen zu, bei denen Karten an eine gemeinsame Auslage angelegt statt in Stichen gespielt werden.

Die Seite pagat.com beschreibt das Spiel unter dem Namen Kings Corners und schreibt, dass es in Nordamerika recht beliebt ist; die englische Wikipedia nennt die USA als Herkunftsland. Keine der Quellen nennt ein Datum oder einen Erfinder, die frühe Geschichte des Spiels ist nicht belegt. Einen eigenen deutschen Namen hat es nicht.

Weil die Regeln meist in Familien weitergegeben werden, gibt es viele Hausregeln: pagat.com nennt Fassungen, in denen man legen muss, wann immer man kann, in denen auf die Ecken in derselben Farbe gebaut wird oder nur vier Karten ausgeteilt werden, und eine ganze Reihe von Wertungen – von einfachen Strafpunkten (10 für einen König, 1 für jede andere Karte) über Chip-Kassen bis zum Sammeln fertiger Ecken.

Quellen