Kartenspielregeln

Poker (Stud) · Spiel 130 von 388 ♥

No-Peek Baseball

Keiner schaut in seine Karten – deck sie einzeln auf, bis du den Tisch schlägst; 3er und 9er sind wild, eine 4 bringt eine Extrakarte.

Spieler
3–6
Dauer
60 Min.
Alter
ab 16
Anspruch
mittel
Karten
52 Karten, ohne Joker, dazu Chips
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung lebhaftin 5 Minuten gelernt

Sammlungen: Spiele für drei · Spiele für vier · Spiele für fünf · Spiele für sechs und mehr · Langer Abend

Kurzregeln

  • Ziel: den Pot gewinnen mit der besten offenen Fünferhand – oder weil alle aussteigen.
  • Ante, jeder 7 Karten verdeckt als Stapel. Nicht anschauen!
  • Links vom Geber: 1 Karte aufdecken, dann Setzrunde.
  • Der Nächste deckt einzeln auf, bis er die beste offene Hand schlägt (Gleichstand reicht nicht), dann Setzrunde. Immer reihum; wer vorn liegt, wird übersprungen.
  • Alles aufgedeckt, nicht vorn: raus, keine Setzrunde.
  • 3er und 9er wild. 4 aufgedeckt: Extrakarte verdeckt auf deinen Stapel.
  • Ende: nur einer übrig oder alle Karten offen. Beste Hand gewinnt; Gleichstand teilt.

Spickzettel

Rangfolge der Hände (beste zuerst)

Hand Beispiel
Fünfling 8 8 8 9 3
Royal / Straight Flush A♠ K♠ D♠ B♠ 10♠ / 9♥ 8♥ 7♥ 6♥ 5♥
Vierling 7 7 7 7 K
Full House / Flush D D D 4 4 / K♦ B♦ 8♦ 5♦ 2♦
Straße 10 9 8 7 6 (A-2-3-4-5 niedrigste)
Drilling 5 5 5 K 2
Zwei Paare / ein Paar B B 4 4 A / 10 10 A 7 4
Höchste Karte A B 8 6 2

Weniger als 5 offen: genauso vergleichen; eine Karte schlägt eine fehlende (8-5 schlägt 8). Straße und Flush nur mit fünf. Farben zählen nie.

Wilde 3er und 9er ersetzen jede Karte, die du nicht schon hast (außer beim Fünfling).

Wer noch viele verdeckte Karten hat, ist gefährlich; wer fast alles aufgedeckt hat, ist schwach.

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Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Rangfolge der Hände
  3. Setzen in Kürze
  4. Vorbereitung
  5. Ablauf eines Spiels
  6. Spielende
  7. Tipps für Einsteiger
  8. Varianten

Überblick

No-Peek Baseball – auch Night Baseball oder Midnight Baseball genannt – ist eine Pokervariante für starke Nerven. Jeder bekommt sieben Karten verdeckt, und niemand darf sie ansehen. Reihum deckt jeder seine Karten einzeln auf, bis seine offenen Karten die beste Hand auf dem Tisch schlagen – dann wird gesetzt. Wie bei Baseball sind 3er und 9er wild, und wer eine 4 aufdeckt, bekommt eine Extrakarte. Wer am Ende die beste Pokerhand aus fünf Karten zeigt, gewinnt den Pot – alle Chips, die in diesem Spiel gesetzt wurden.

  • Spieler: 3–6, jeder für sich.
  • Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten ohne Joker und Chips (oder Spielmarken, Streichhölzer, Knöpfe) – für alle zu Beginn gleich viele, z. B. je 100. Gespielt wird um Chips, nicht um Geld.

Rangfolge der Hände

Die Karten zählen A K D B 10 9 8 7 6 5 4 3 2; das Ass darf auch unten in der Straße 5-4-3-2-A stehen. Alle Farben sind gleich viel wert. Am Ende zählen deine besten fünf Karten. Von der besten zur schwächsten:

Hand Beschreibung Beispiel
Fünfling fünf gleiche Werte (nur mit wilden Karten) 8 8 8 9 3
Royal Flush A K D B 10 in einer Farbe A♠ K♠ D♠ B♠ 10♠
Straight Flush fünf in Folge, gleiche Farbe 9♥ 8♥ 7♥ 6♥ 5♥
Vierling vier gleiche Werte 7 7 7 7 K
Full House Drilling + Paar D D D 4 4
Flush fünf einer Farbe K♦ B♦ 8♦ 5♦ 2♦
Straße fünf in Folge, gemischte Farben 10 9 8 7 6
Drilling drei gleiche Werte 5 5 5 K 2
Zwei Paare zwei verschiedene Paare B B 4 4 A
Ein Paar zwei gleiche Werte 10 10 A 7 4
Höchste Karte nichts von alledem A B 8 6 2

Jede Hand einer höheren Art schlägt jede niedrigere. Bei gleicher Art gewinnen die höheren Karten: zuerst die wichtigsten (Vierling, Drilling, höheres Paar …), dann die übrigen von oben. Sind alle fünf Werte gleich, herrscht Gleichstand und der Pot wird geteilt.

Wilde Karten: Jede 3 und jede 9 ist wild – sie vertritt jede beliebige Karte (aber keine, die du schon hast, außer für einen Fünfling).

Unfertige Hände vergleichen: Während des Spiels liegen oft weniger als fünf Karten offen. Ihr vergleicht genauso; eine Karte schlägt eine fehlende Karte, also schlägt 8-5 eine einzelne 8. Straßen und Flushs zählen nur mit fünf Karten.

Setzen in Kürze

Alle gesetzten Chips kommen in den Pot in der Mitte. Vor jedem Geben zahlt jeder einen kleinen Grundeinsatz, das Ante (z. B. 1 Chip). Bist du in einer Setzrunde dran, kannst du:

  • Checken (schieben) – nichts setzen, solange in dieser Runde noch niemand gesetzt hat.
  • Setzen – Chips einzahlen.
  • Mitgehen – so viel einzahlen, dass du mit dem höchsten Einsatz gleichziehst.
  • Erhöhen – mitgehen und noch etwas drauflegen.
  • Aussteigen (folden) – aufgeben und in diesem Spiel nicht mehr mitmachen. Was du schon gesetzt hast, ist verloren.

Eine Setzrunde endet, wenn alle, die noch dabei sind, gleich viel eingezahlt haben. Legt vorher Grenzen fest, zum Beispiel: Einsätze und Erhöhungen von 1–5 Chips, höchstens drei Erhöhungen pro Runde.

Vorbereitung

  1. Alle bekommen gleich viele Chips. Bestimmt einen Geber; nach jedem Spiel gibt der linke Nachbar.
  2. Alle zahlen das Ante. Der Geber mischt und gibt reihum im Uhrzeigersinn jedem einzeln sieben Karten verdeckt. Nicht anschauen! Leg sie als ordentlichen verdeckten Stapel vor dich.

Ablauf eines Spiels

  1. Anfang: Der Spieler links vom Geber deckt seine oberste Karte auf und eröffnet die erste Setzrunde.
  2. Den Tisch schlagen: Der nächste Spieler, der noch dabei ist, deckt im Uhrzeigersinn Karte für Karte auf, bis seine offenen Karten die beste offene Hand schlagen – Gleichstand reicht nicht. Sobald das der Fall ist, hört er auf und eröffnet eine neue Setzrunde.
  3. Weiter geht’s: Dann ist der Nächste dran und muss die neue beste Hand schlagen – immer weiter reihum. Wer gerade die beste offene Hand zeigt, deckt nicht auf – dann ist gleich der Nächste dran.
  4. Strike-out: Hast du alle Karten aufgedeckt und trotzdem nicht die beste Hand, bist du in diesem Spiel raus. Es gibt keine Setzrunde; der Nächste macht weiter.
  5. Ende: Das Spiel endet, wenn nur noch einer übrig ist oder alle Karten der verbliebenen Spieler offen liegen. Die beste Hand gewinnt den Pot, gleich gute Hände teilen ihn.

Eine 4 aufgedeckt: Sobald du eine 4 aufdeckst, gibt dir der Geber sofort eine Extrakarte verdeckt auf deinen Stapel. Du deckst sie später wie die anderen auf.

Beispiel: Anna deckt K♠ auf und setzt 2 Chips; alle gehen mit. Ben deckt 7♦ auf (K schlägt 7), dann B♣ (K schlägt B-7 immer noch), dann 3♥ – wild, also hat er jetzt ein Paar Buben. Er hört auf und setzt. Carla deckt 4♠ auf und bekommt eine Extrakarte, dann D♥ (D-4 verliert gegen ein Paar), dann 9♣ – wild: Paar Damen, das schlägt Bens Buben. Carla eröffnet die nächste Setzrunde. Jetzt ist Anna wieder dran und muss die Damen schlagen.

Spielende

Spielt so viele Runden, wie ihr wollt, oder bis zu einer vereinbarten Uhrzeit. Wer dann die meisten Chips hat, gewinnt; wer keine Chips mehr hat, scheidet aus.

Tipps für Einsteiger

  • Keiner kennt seine Karten, auch du nicht – beim Setzen zählt nur, was offen liegt und wie viele verdeckte Karten jeder noch hat.
  • Wer noch viele verdeckte Karten hat, hat viele Chancen; wer fast alles aufgedeckt hat, ist schwach.
  • Zähl die offenen 3er und 9er: Je weniger draußen sind, desto mehr stecken noch in den Stapeln.
  • Mit acht wilden Karten sind große Hände normal. Setz nicht viel auf ein Paar.

Varianten

Alles freiwillig – vorher absprechen.

  • Zahlen oder aussteigen: Wer eine 3 aufdeckt, muss wie bei Baseball den Pot bezahlen oder aussteigen.
  • Walk kaufen: Die Extrakarte für eine 4 muss bezahlt werden (z. B. mit dem Höchsteinsatz), sonst gibt es keine.
  • Startkarte: Vor dem ersten Aufdecken legt der Geber eine Karte offen hin (vom Stapel oder aus einem zweiten Kartenspiel); der erste Spieler muss sie vor der ersten Setzrunde schlagen.
  • Back Betting: Deckt jemand alles auf, ohne den Tisch zu schlagen, gibt es trotzdem eine Setzrunde, eröffnet von der besten offenen Hand.
  • Einfaches No Peek: ohne wilde Karten und Extrakarten.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Poker (Stud) – ohne Hinschauen, mit wilden Karten
  • Herkunft: USA, Poker im privaten Kreis; Zeitpunkt unbekannt
  • Auch bekannt als: Night Baseball, Midnight Baseball, No Peek Baseball
  • Ähnliche Spiele: Baseball, No Peek (Beat It, Mexican Sweat), Seven-Card Stud

No-Peek Baseball ist eine Kreuzung aus zwei beliebten Hauspoker-Spielen. Von Baseball – Seven-Card Stud, bei dem die Zahlen des Sports die Sonderkarten bestimmen – stammen die wilden 3er und 9er und die Extrakarte für eine 4 (vier Balls, ein „Walk“). Von No Peek stammt das blinde Austeilen: Keiner sieht seine Karten, bevor er sie aufdeckt, und jeder muss so lange aufdecken, bis er die beste offene Hand schlägt. Die Website pagat.com beschreibt das Spiel unter den Namen Night Baseball, Midnight Baseball und No Peek Baseball als Kombination aus Baseball und No Peek.

Ein Erfinder oder Datum ist nicht bekannt; das Spiel gehört zur großen Familie der Dealer’s-Choice-Spiele amerikanischer Pokerrunden. Da niemand seine eigenen Karten kennt, gibt es beim Kartenspielen selbst wenig zu entscheiden – beim Setzen geht es um die Chancen dessen, was noch verdeckt ist. Das macht es eher zu einem lebhaften Partyspiel als zu einer ernsten Pokerprüfung.

Die Regeln unterscheiden sich von Tisch zu Tisch; die Fassung hier folgt pagat.com. Craig O’Briens große Online-Pokerdatenbank führt mehrere Verwandte: Bei Midnight Baseball wird zuerst eine Karte auf den Tisch gelegt, die der erste Spieler schlagen muss, und die Extrakarte für eine 4 muss gekauft werden; bei Twilight Baseball darf man einige seiner Karten ansehen; andere Fassungen lassen eine aufgedeckte 3 wie bei Baseball den ganzen Pot kosten. Das zugrunde liegende No Peek heißt auch Beat It, No Peeky oder Mexican Sweat.

Quellen