Patience · Spiel 304 von 388 ♥
Queen’s Audience
Sechzehn Höflinge warten im Vorzimmer – führ jedes Königspaar in den Audienzsaal und lass die Buben ihre Farbe hinterherführen.
- Spieler
- 1
- Dauer
- 5 Min.
- Alter
- ab 8
- Anspruch
- leicht
- Karten
- 52 Karten, ohne Joker
- Können – Glück
- KönnenGlück
- Jeder für sich – Viel Interaktion
- Jeder für sichViel Interaktion
- Einfach – Komplex
- EinfachKomplex
- Schnell – Lang
- SchnellLang
Stimmung entspanntin 5 Minuten gelernt
Sammlungen: Patiencen · Spiele für Kinder
Ausführliche Regeln
- Überblick
- Die Teile der Auslage
- Vorbereitung
- Spielablauf
- Gewonnen oder verloren
- Tipps für Einsteiger
- Varianten
Überblick
Queen’s Audience („Audienz bei der Königin“) ist eine kurze, einfache Patience (ein Kartenspiel für eine Person, auch Solitär genannt) mit einem höfischen Bild. Sechzehn Karten bilden ein Quadrat – das Vorzimmer, in dem der Hofstaat wartet. Innerhalb des Quadrats liegt der Audienzsaal. Könige und Damen treten paarweise ein, und jeder Bube führt seine ganze Farbe hinter sich her, von der 10 hinunter bis zur 2. Sind alle Karten empfangen, hast du gewonnen.
- Spieler: 1
- Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten, ohne Joker.
- Dauer: etwa 5 Minuten pro Spiel.
Die Teile der Auslage
- Vorzimmer: 16 offene Karten als hohles Quadrat, vier an jeder Seite. Das ist die Reserve: Jede dieser Karten ist jederzeit frei (darf gespielt werden).
- Audienzsaal: der leere Raum im Quadrat. Hierher kommen die fertigen Karten: die vier Königspaare (König und Dame) und die vier Zielstapel (die Stapel, auf denen du die Karten sammelst).
- Vorrat: der Rest des Blatts, verdeckt.
- Abwurfstapel: ein offener Stapel neben dem Vorrat für aufgedeckte Karten, die du noch nicht brauchen kannst. Frei ist nur seine oberste Karte.
Vorbereitung
Misch das Blatt und leg 16 Karten offen als Quadrat aus, vier an jeder Seite, mit genug Platz in der Mitte für acht Karten. Die übrigen 36 Karten kommen verdeckt als Vorrat daneben.
Spielablauf
Es gibt keine Runden – du machst jeden Zug, der geht, in beliebiger Reihenfolge, und deckst erst eine neue Karte auf, wenn nichts mehr geht.
- König und Dame: Sobald König und Dame derselben Farbe beide frei sind, kommen sie zusammen in den Audienzsaal, die Dame auf den König. Dort bleiben sie bis zum Schluss.
- Bube und Ass: Sobald Bube und Ass derselben Farbe beide frei sind, kommen sie in den Audienzsaal, der Bube auf das Ass. Dieser Bube ist jetzt ein Zielstapel. Das Ass hat damit ausgedient.
- Absteigend aufbauen: Auf einen Buben im Audienzsaal legst du seine Farbe absteigend: die 10 dieser Farbe, dann die 9 und so weiter bis zur 2. Spielen darfst du nur freie Karten.
- Lücken füllen: Eine Lücke im Vorzimmer füllst du sofort mit der obersten Karte des Abwurfstapels. Nur wenn der Abwurfstapel leer ist, kommt stattdessen die oberste Karte des Vorrats hinein.
- Nichts geht mehr: Deck die oberste Karte des Vorrats auf den Abwurfstapel auf. Passt sie irgendwo, spiel sie; sonst bleibt sie auf dem Abwurfstapel liegen.
Karten im Vorzimmer werden nie aufeinandergelegt – sie können nur in den Audienzsaal.
Beispiel: Im Bild oben sind K♥ und D♥ beide da, also kommen sie zusammen in den Audienzsaal. Auch B♠ und A♠ sind da: Der B♠ kommt als erster Zielstapel auf das A♠, und die 10♠ folgt gleich. Jetzt gibt es fünf Lücken; der Abwurfstapel ist noch leer, also füllst du sie aus dem Vorrat. Der B♦ muss warten, bis das A♦ auftaucht, die D♦, bis der K♦ kommt.
Gewonnen oder verloren
Du gehst nur einmal durch den Vorrat – kein neuer Durchgang. Du hast gewonnen, wenn alle 52 Karten im Audienzsaal liegen: vier Königspaare und vier Buben, auf jedem seine Farbe von der 10 bis zur 2. Ist der Vorrat aufgebraucht und passt nichts mehr, ist die Patience nicht aufgegangen. Alte Bücher versprechen, dass drei von vier Spielen aufgehen; Mark Mastens Computeranalyse von zehn Milliarden Spielen kam nur auf etwa 29 %.
Tipps für Einsteiger
- Viel zu entscheiden gibt es nicht: Spiel jede Karte, sobald sie passt. Jede Karte, die das Vorzimmer verlässt, öffnet eine Lücke, und jede Lücke holt eine Karte vom Abwurfstapel zurück.
- Schau vor dem nächsten Aufdecken das ganze Quadrat und die oberste Karte des Abwurfstapels durch – ein passendes Paar übersieht man leicht.
- Der häufigste Grund für eine Niederlage: Ein Ass liegt tief im Abwurfstapel, während sein Bube im Vorzimmer wartet – dann hängt die ganze Farbe fest.
- Weil fast nur das Glück entscheidet, ist das Spiel gut zum Entspannen – oder um Kindern zu zeigen, wie Zielstapel funktionieren.
Varianten
Alles freiwillig – vor dem Spiel festlegen.
- King’s Audience: Der König kommt auf die Dame statt umgekehrt. Am Spiel ändert das nichts; Morehead und Mott-Smith verwenden diesen Namen.
- Runder Saal: William Brisbane Dick (1883) legte die Paare im Kreis aus – Herz oben, Karo unten, Pik links, Kreuz rechts, die Buben dazwischen.
- Ein neuer Durchgang: Ist der Vorrat aufgebraucht, dreh den Abwurfstapel um (ohne zu mischen) und geh noch einmal durch. Viel leichter – laut Masten gehen dann etwa 81 % der Spiele auf.
Hintergrund & Geschichte
- Familie: Patience (Reserve-Patience mit Bild: Paare und Zielstapel sammeln sich in der Mitte)
- Herkunft: erstmals 1883 in den USA von William Brisbane Dick beschrieben
- Auch bekannt als: King’s Audience, The Queen’s Audience, Audienz
- Ähnliche Spiele: Carpet, Captive Queens, Monte Carlo
Die älteste bekannte Beschreibung ist „The Queen’s Audience“ in Dick’s Games of Patience, or Solitaire with Cards (New York, 1883). Dick malt die Szene aus: Das äußere Quadrat aus sechzehn Karten ist das „Vorzimmer“, der Kreis darin der „Audienzsaal“, und keine Karte darf den Saal betreten, ohne vorher durchs Vorzimmer gegangen zu sein. Bei ihm sitzen die Königspaare im Kreis – Herz oben, Karo unten, Pik links, Kreuz rechts –, die Buben dazwischen. Laut der englischen Wikipedia haben sich die Regeln seitdem kaum verändert; nur die Anordnung im Saal wechselt von Buch zu Buch.
Der Name King’s Audience („Audienz beim König“) taucht zuerst als Nebenname in Helen Coops’ 100 Games of Solitaire (1939) auf. Albert Morehead und Geoffrey Mott-Smith (1949) machten ihn zum Hauptnamen; sie legten die Königspaare in eine Reihe und die Buben-Zielstapel darunter und versprachen drei Siege in vier Spielen bei etwa vier Minuten Spieldauer. David Parlett (1979) und Peter Arnold (2011) übernehmen ihre Anordnung.
Moderne Computeranalysen zeichnen ein anderes Bild. Mark Masten ließ ein Programm zehn Milliarden Spiele durchspielen: Mit dem üblichen einen Durchgang durch den Vorrat gehen nur etwa 29 % auf – weit weniger als die alte Schätzung. Mit einem neuen Durchgang durch den Abwurfstapel, wie ihn manche Computerversionen anbieten, sind es etwa 81 %. Eine deutsche Regelsammlung für Patience-Programme (eulengesang.de) nennt das Spiel schlicht Audienz.
Quellen
- Queen’s Audience – Wikipedia (englisch)
- Dick’s Games of Patience (1883) – Internet Archive (englisch)
- Morehead & Mott-Smith: The Complete Book of Solitaire and Patience Games (1949) – Internet Archive (englisch)
- Queen’s Audience win rates – solitairewinrates.com, Mark Masten (englisch)
- Patiencen-Spielregeln – eulengesang.de