Patience (FreeCell-Familie) · Spiel 215 von 388 ♠
Seahaven Towers
„Zehn Spalten streng in gleicher Farbe und vier Türme als Parkplätze – der anspruchsvolle Solitär-Klassiker mit vollem Durchblick.“
- Spieler
- 1
- Dauer
- 15 Min.
- Alter
- ab 10
- Anspruch
- mittel
- Karten
- 52 Karten, ohne Joker
- Können – Glück
- KönnenGlück
- Jeder für sich – Viel Interaktion
- Jeder für sichViel Interaktion
- Einfach – Komplex
- EinfachKomplex
- Schnell – Lang
- SchnellLang
Stimmung konzentriertin 5 Minuten gelernt
Sammlungen: Patiencen
Ausführliche Regeln
Überblick
Seahaven Towers ist eine berühmte Solitär-Patience mit vollständig offenen Karten für eine Person. Bekannt geworden durch Art Cabrals Computerversion von 1988, ist sie eng verwandt mit FreeCell und Eight Off, verlangt aber noch schärferes Vorausdenken.
Von Beginn an liegt jede einzelne Karte offen auf dem Tisch. In den Spalten darf jedoch ausschließlich absteigend in gleicher Farbe angelegt werden, und leere Spalten dürfen einzig und allein von Königen besetzt werden. Wer vorausschauend plant, wird belohnt: Rund 85 % aller Spiele lassen sich mit präzisem Spiel gewinnen.
- Spieler: 1
- Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten, ohne Joker.
Vorbereitung
- Ablagestapel (oben rechts): Platz für vier Ablagestapel lassen, einen pro Farbe. Sie beginnen leer und werden in gleicher Farbe vom Ass bis zum König aufgebaut.
- Die Türme (oben links): Vier Freifelder („Türme“), die jeweils genau eine einzelne Karte aufnehmen können.
- Die Auslage: 50 Karten offen in zehn Spalten zu je fünf Karten leicht überlappend nach unten auslegen, sodass alle Karten sichtbar sind.
- Startbelegung der Türme: Die restlichen zwei Karten offen in zwei der vier Türme legen; zwei Türme bleiben zu Beginn leer.
Spielablauf
Spielbar ist stets nur die unterste (vollständig freiliegende) Karte jeder Spalte sowie jede Karte, die aktuell in einem Turm liegt.
1. Ablagestapel
Die vier Ablagestapel wachsen nach Farbe geordnet vom Ass bis zum König:
- Ein freies Ass wandert sofort auf ein freies Ablagefeld.
- Folgende Karten derselben Farbe müssen in aufsteigender Reihenfolge gelegt werden: 2, 3, 4 bis zum König.
- Karten auf den Ablagestapeln dürfen nicht mehr ins Spiel zurückgeholt werden.
2. In den Spalten anlegen
Innerhalb der Spalten darf ausschließlich absteigend in derselben Farbe angelegt werden:
- Eine freie Karte darf nur an eine Karte angelegt werden, die dieselbe Farbe hat und genau einen Rang höher ist (beispielsweise die 7♠ nur an die 8♠; die 10♥ nur an den B♥).
- Anders als bei FreeCell wird niemals in abwechselnden Farben gebaut.
3. Die Türme (Freifelder)
Die vier Türme dienen als Zwischenspeicher:
- Jede freie Karte aus einer Spalte oder einem anderen Turm darf auf einen freien Turm gelegt werden.
- Jeder Turm fasst zu jedem Zeitpunkt nur eine einzige Karte.
- Eine Karte aus einem Turm darf auf die Ablage, an eine passende Spaltenkarte oder in eine freie Spalte (falls König) gelegt werden.
4. Freie Spalten
Wird eine Spalte komplett abgeräumt:
- Darf die freie Spalte nur mit einem König (oder einer mit einem König beginnenden gleichfarbigen Folge) belegt werden.
- Keine andere Karte darf jemals in eine leere Spalte gelegt werden.
5. Ganze Kartenfolgen bewegen
Eine fertig geordnete Folge in gleicher Farbe (wie 9♣–8♣–7♣) darf im Block an eine passende Karte (10♣) oder in eine freie Spalte (mit König) verschoben werden, sofern genügend freie Türme für den Einzeltransport vorhanden sind.
Bei k freien Türmen kannst du eine Folge von bis zu k + 1 Karten auf einmal bewegen. Steht zusätzlich eine freie Spalte zur Verfügung, verdoppelt sich diese Zahl.
Gewinnen
Das Spiel ist gewonnen, sobald alle 52 Karten vollständig auf die vier Ablagestapel sortiert wurden – von den Assen bis zu den Königen.
Tipps
- Asse zügig freilegen: Der Aufbau beginnt bei den Assen und Zweiern. Wer sie früh freiräumt, entlastet die Türme spürbar.
- Spalten nicht voreilig räumen: Da freie Spalten nur von Königen besetzt werden dürfen, lohnt sich das Abräumen nur, wenn bereits ein König bereitsteht.
- Türme sparsam nutzen: Da zwei Türme schon zu Spielbeginn belegt sind, ist der Parkraum knapp. Leg nur Karten ab, wenn du bereits einen Plan hast, wie sie wieder ins Spiel kommen.
- Kurze Spalten nutzen: Bei nur fünf Karten pro Spalte liegt keine Karte unerreichbar tief – oft genügen zwei gezielte Züge, um eine Schlüsselfarbe freizuschaufeln.
Hintergrund & Geschichte
- Familie: Patience (FreeCell-Familie)
- Herkunft: 1988 – programmiert von Art Cabral (Kalifornien) für den Apple Macintosh
- Auch bekannt als: –
- Verwandte Spiele: FreeCell, Eight Off, Baker’s Game, Beleaguered Castle
Seahaven Towers wurde 1988 weltbekannt, als der Softwareentwickler Art Cabral eine Shareware-Version für den Apple Macintosh veröffentlichte. Cabral benannte das Spiel nach Seahaven, einem von ihm geschätzten Küstenort, und ließ den Namen schützen. Obwohl Cabral die digitale Umsetzung schuf und das Spiel berühmt machte, betonte er stets, die Spielregeln von einem Bekannten gelernt und nicht selbst erfunden zu haben.
Das Spiel ist eng verwandt mit Baker’s Game (1968 von Martin Gardner im Scientific American beschrieben) und Eight Off (1949 von Albert Morehead und Geoffrey Mott-Smith dokumentiert). Während Paul Alfille 1978 aus Baker’s Game den Hit FreeCell schuf, indem er das Anlegen in abwechselnden Farben erlaubte, blieb Seahaven Towers bei der strengen Regel, Spalten ausschließlich in gleicher Farbe abwärts zu bauen. Als Ausgleich verbreiterte Seahaven die Auslage von acht auf zehn Spalten, sodass kürzere Spalten zu je fünf Karten entstehen.
In den 1990er-Jahren avancierte Seahaven Towers zum Kultspiel auf Unix-Workstations: Silicon Graphics lieferte das Spiel im Betriebssystem IRIX mit, inklusive eines automatischen Lösers, der die Lösbarkeit jeder Partie mathematisch prüfte. Analysen zeigen, dass etwa 85 % aller Spiele lösbar sind. Heute gehört Seahaven Towers zum festen Repertoire moderner Solitär-Sammlungen wie PySolFC.