Kartenspielregeln

Bankspiel · Spiel 377 von 388 ♦

Sette e mezzo (Siebeneinhalb)

Das italienische Weihnachtsspiel – zieh Karten Richtung 7½, ohne dich zu überkaufen, und schlag die Hand der Bank.

Spieler
2–8
Dauer
30 Min.
Alter
ab 16
Anspruch
leicht
Karten
40 Karten (ohne 8, 9, 10), dazu Chips
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung lebhaftin 5 Minuten gelernt

Sammlungen: Spiele für zwei · Spiele für drei · Spiele für vier · Spiele für fünf · Spiele für sechs und mehr

Kurzregeln

  • Ziel: näher an 7½ als die Bank, ohne darüber zu gehen.
  • Karten: 40 (ohne 8–10). Ass 1, 2–7 Zahlenwert, Bildkarten ½.
  • Einsätze: alle außer der Bank setzen, dann eine Karte verdeckt.
  • Dein Zug: bleiben oder Karte verlangen (offen) – beliebig oft. Über 7½: überkauft, die Bank kassiert den Einsatz. Genau 7½: zeigen, dein Zug endet.
  • Bank zuletzt: deckt ihre Karte auf und spielt weiter. Überkauft sie sich: zahlt jedem verbliebenen Spieler. Sonst gewinnt sie Gleichstand und niedrigere Summen und zahlt höhere.
  • 7½ macht dich zur nächsten Bank.

Spickzettel

Kartenwerte

Karte Punkte
Ass 1
2–7 Zahlenwert
B, D, K ½
  • Überkauft: mehr als 7½ – Einsatz sofort weg, auch wenn sich die Bank später überkauft.
  • Auszahlung: 1 zu 1. Gleichstand gewinnt die Bank.
  • Die Bank wechselt, wenn ein Spieler genau 7½ erreicht.
  • Varianten: 7½ mit zwei Karten zahlt doppelt und schlägt eine längere 7½; K♦ wild.

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Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Kartenwerte
  3. Vorbereitung
  4. Ein Spielzug
  5. Der Zug der Bank
  6. Wer ist als Nächster Bank?
  7. Das Spielende
  8. Tipps für Einsteiger
  9. Varianten

Überblick

Sette e mezzo (italienisch für „siebeneinhalb“) ist ein Bankspiel wie 17 und 4, das in Italien traditionell zu Weihnachten gespielt wird. Alle spielen gegen einen Spieler, die Bank. Du sammelst Karten, um möglichst nah an 7½ Punkte heranzukommen, ohne darüber zu gehen. Wer darüber geht, verliert seinen Einsatz sofort. Bei Gleichstand gewinnt die Bank.

  • Spieler: 2 bis 8 – eine Bank und ein oder mehrere Mitspieler.
  • Du brauchst: ein 52er-Blatt, aus dem alle 8er, 9er und 10er entfernt sind (40 Karten), und Chips für die Einsätze. Spielt um Chips oder Spielmarken, nicht um Geld.

Kartenwerte

Karte Punkte
Ass 1
2–7 Zahlenwert
Bube, Dame, König je ½

Der Wert einer Hand ist die Summe ihrer Karten. Eine Hand mit mehr als 7½ hat sich überkauft.

Vorbereitung

  1. Vereinbart den kleinsten und den größten Einsatz. Die erste Bank wird ausgelost – die Bank gibt auch die Karten.
  2. Jeder außer der Bank legt einen Einsatz vor sich, zwischen dem kleinsten und dem größten. Alle starten mit gleich vielen Chips (50 sind eine gute Zahl).
  3. Die Bank mischt, lässt abheben und gibt jedem eine Karte verdeckt, zuletzt sich selbst. Geben und Spielen gehen gegen den Uhrzeigersinn, rechts vom Geber beginnend, wie in Italien.

Jeder schaut sich seine eigene Karte an und hält sie geheim.

Ein Spielzug

Die Spieler kommen nacheinander dran, rechts von der Bank beginnend. Du entscheidest:

  • Bleiben: Du bist mit deiner Summe zufrieden, der Nächste ist dran.
  • Eine Karte verlangen: Die Bank gibt dir eine Karte offen. Du darfst immer wieder verlangen, solange du unter 7½ bleibst. (Geht der Stapel mitten in einer Runde aus, mischt die schon benutzten Karten – nicht die in den Händen – und macht weiter.)

Was nach einer Karte passiert:

  • Mehr als 7½ – überkauft. Du deckst deine verdeckte Karte auf, und die Bank kassiert sofort deinen Einsatz.
  • Genau 7½. Du musst deine verdeckte Karte zeigen. Dein Zug ist zu Ende. Du gewinnst, außer die Bank hat auch 7½.
  • Weniger als 7½. Du darfst bleiben oder noch eine Karte verlangen.

Beispiel: Annas verdeckte Karte ist eine 6. Sie verlangt eine Karte und bekommt eine Dame: 6½. Sie bleibt. Bens verdeckte Karte ist ein König. Er verlangt Karten und bekommt eine 3 (3½), dann eine 4 (7½) – er zeigt seinen König und sagt „sette e mezzo!“.

Der Zug der Bank

Haben alle Spieler gespielt, deckt die Bank ihre verdeckte Karte auf und spielt nach denselben Regeln – aber die Bank sieht die offenen Karten aller anderen, nur deren verdeckte Karte nicht.

  • Die Bank überkauft sich (mehr als 7½): Sie zahlt jedem Spieler, der sich nicht überkauft hat, so viel wie dessen Einsatz.
  • Die Bank bleibt mit 7½ oder weniger: Sie gewinnt die Einsätze aller Spieler, die mit gleicher oder niedrigerer Summe geblieben sind, und zahlt jedem Spieler mit einer höheren Summe einen Einsatz. Bei Gleichstand gewinnt die Bank.

Spieler, die sich überkauft haben, haben ihren Einsatz schon verloren.

Wer ist als Nächster Bank?

Die Bank bleibt, bis ein Spieler genau 7½ erreicht (und die Bank nicht ebenfalls 7½ hat). Hat nur ein Spieler 7½, übernimmt er die Bank und gibt die nächste Runde. Haben mehrere 7½, übernimmt der Erste von ihnen gegen den Uhrzeigersinn ab dem Geber. Hat niemand 7½, gibt dieselbe Bank noch einmal.

Das Spielende

Es gibt kein festes Ende. Spielt, solange ihr wollt, und zählt die Chips. Wer am Ende die meisten Chips hat, gewinnt.

Tipps für Einsteiger

  • Eine Bildkarte ist nur ½ wert – eine verdeckte Bildkarte ist also ein kleiner Anfang, meist willst du mehr Karten.
  • Ab 6½ ist Bleiben meistens richtig: Nur ein Ass oder eine Bildkarte kann noch helfen.
  • Bei 7 bleib sofort: Nur eine Bildkarte bringt dich auf 7½, alles andere überkauft dich.
  • Schau als Bank auf die offenen Karten: Wie viele Spieler können dich noch schlagen?

Varianten

Einigt euch vorher auf alles davon.

  • Sette e mezzo reale: Genau 7½ mit zwei Karten (eine 7 und eine Bildkarte) schlägt 7½ aus mehr Karten. Die Bank zahlt es doppelt, und nur diese Hand übernimmt die Bank.
  • Wilde Karte: Der K♦ ist wild. Sein Besitzer darf ihn als ½ oder als beliebige ganze Zahl von 1 bis 7 zählen. Eine wilde Karte mit einer Bildkarte zählt als königliche 7½.
  • Zwei Siebener: Zwei 7er und sonst nichts schlagen alles und müssen sofort gezeigt werden. Die Bank zahlt dreifach.
  • Verbrennen: Ist deine erste, verdeckte Karte eine 4 (oder eine 3), darfst du sie wegwerfen und eine neue bekommen.
  • Gleichstand ist unentschieden: Bei Gleichstand bekommst du deinen Einsatz zurück und gewinnst oder verlierst nichts.
  • Bank wechselt jede Runde: Die Bank wandert nach jeder Runde gegen den Uhrzeigersinn weiter – gut für ein freundschaftliches Spiel.
  • Verdeckt nachziehen (Spanien): Verlangst du eine Karte, darfst du deine alte verdeckte Karte zeigen und die neue verdeckt bekommen, sodass du immer genau eine verdeckte Karte hast.
  • Teilen (Spanien): Sind deine ersten beiden Karten Bildkarten, darfst du sie auf zwei Hände teilen, mit einem zweiten Einsatz in gleicher Höhe auf die neue Hand.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Bankspiel
  • Herkunft: Italien, traditionell zu Weihnachten gespielt
  • Auch bekannt als: Siebeneinhalb, Siete y media (Spanien), Sete e meio (Brasilien)
  • Ähnliche Spiele: 17 und 4 (Blackjack), Baccara, Chemin de fer

Sette e mezzo ist ein italienisches Bankspiel, das in Italien über die Weihnachtsfeiertage gespielt wird, außerdem in Spanien (als Siete y media) und Brasilien (als Sete e meio). Es ist ein Vergleichsspiel wie 17 und 4: Die Spieler treten nicht gegeneinander an, sondern gegen die Bank, und das Ziel ist 7½ oder möglichst nah daran. Statt der 21 des Blackjacks ist hier 7½ das Ziel, und Bildkarten zählen nur einen halben Punkt. Das traditionelle Blatt hat 40 Karten mit lateinischen Farben (Münzen, Kelche, Stäbe, Schwerter); ein französisches Blatt ohne 8er, 9er und 10er tut es genauso.

Laut pagat.com spielt man das Spiel normalerweise mit Zusatzregeln, die sich in Italien und Spanien unterscheiden. In Italien wird eine königliche 7½ (eine 7 mit einer Bildkarte) doppelt bezahlt und übernimmt die Bank, und oft ist eine Bildkarte eine wilde Karte, vielerorts der Münz-König. Die spanische Version erlaubt, eine Karte verdeckt zu nehmen und ein Paar Bildkarten auf zwei Hände zu teilen. Die Grundregeln hier folgen pagat.com und der englischen Wikipedia; die italienischen Zusätze stehen als Varianten.

Quellen