Kartenspielregeln

Wettpatience · Spiel 164 von 388 ♥

Spite and Malice

Baue vom Ass bis zur Dame, räum als Erster deinen Spielerstapel ab – und spiel deinem Gegner bloß nicht die Karte zu, die er braucht.

Spieler
2
Dauer
30 Min.
Alter
ab 8
Anspruch
mittel
Karten
2 × 52 Karten, ohne Joker
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung entspanntin 5 Minuten gelernt

Platz 8 in Gemütlich spielen

Sammlungen: Spiele für zwei · Spiele für Kinder · Mit zwei Blättern

Kurzregeln

  • Ziel: als Erster deinen ganzen Spielerstapel ausspielen.
  • Geben (2 Blätter): je 20 verdeckt als Spielerstapel, oberste Karte offen, und 5 auf die Hand; der Rest ist der Ziehstapel. Höhere Spielerstapel-Karte beginnt.
  • Zug: auf 5 nachziehen. Auf die gemeinsamen Zielstapel (höchstens 3) spielen: Ass, dann eins höher bis zur Dame – von der Hand, von Seitenstapeln oder vom Spielerstapel (nächste umdrehen).
  • Zugende: eine Handkarte auf einen deiner Seitenstapel (höchstens 4).
  • Könige sind wild – jede Karte, die du brauchst, nie ein Ass.
  • Hand leer mitten im Zug: 5 nachziehen, weiter. Ziehstapel leer: unentschieden.

Spickzettel

Stapel

Stapel Regeln
Zielstapel (≤ 3, für alle) A, 2, 3 … D; voll → Gegner mischt ihn in den Ziehstapel
Seitenstapel (≤ 4, deine) beliebig, nur aus der Hand
Spielerstapel (20) nur oberste Karte, nur auf Zielstapel

Merke

  • Seitenstapel: nie die Spielerstapel-Karte, nie eine Karte von einem anderen Seitenstapel. Hast du vier, leg auf einen drauf.
  • Wertung (mehrere Spiele): Gewinner 5 + 1 pro Restkarte im Spielerstapel des Verlierers.
  • Tipps: keinen Zielstapel bis eins unter die gegnerische Spielerstapel-Karte bauen; Könige aufheben, um deine Spielerstapel-Karte frei zu spielen; Seitenstapel absteigend legen (9, 8, 7).
  • Gleiche Startkarten: beide mischen ihren Spielerstapel neu. Ab 3 Spielern: im Uhrzeigersinn.

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Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Die Karten
  3. Vorbereitung
  4. Spielablauf
  5. Könige
  6. Volle Zielstapel
  7. Wer gewinnt?
  8. Tipps für Einsteiger
  9. Varianten

Überblick

Spite and Malice (englisch etwa „Gehässigkeit und Bosheit“) ist eine Wettpatience für zwei: Du spielst wie bei einer Patience, aber gegen einen Gegner. Jeder hat einen Spielerstapel mit 20 Karten. In der Mitte baut ihr gemeinsame Zielstapel vom Ass bis zur Dame auf und werdet darüber die Karten eurer Spielerstapel los. Wer als Erster die letzte Karte seines Spielerstapels ausspielt, gewinnt.

  • Spieler: 2.
  • Du brauchst: zwei normale Kartenspiele mit je 52 Karten, ohne Joker – 104 Karten.

Die Karten

  • Die Reihenfolge ist A (niedrig) 2 3 4 5 6 7 8 9 10 B D (hoch). Die Farben spielen keine Rolle.
  • Könige sind wild: Ein König kann jede Karte ersetzen, die du gerade brauchst.

Vorbereitung

  1. Mischt beide Kartenspiele zusammen.
  2. Jeder bekommt 20 Karten verdeckt auf einen Stapel: Das ist dein Spielerstapel. Leg ihn vor dich und dreh die oberste Karte um.
  3. Jeder bekommt 5 Karten auf die Hand. Zeig sie nicht her.
  4. Der Rest kommt verdeckt als Ziehstapel in die Mitte.

Im Lauf des Spiels entstehen drei Arten von Stapeln, alle offen:

Stapel Wem? Wie viele? Regeln
Zielstapel allen höchstens 3 beginnen mit einem Ass, dann 2, 3 … bis D
Seitenstapel dir höchstens 4 beliebige Karten in beliebiger Folge, nur aus der Hand
Spielerstapel dir 1 nur die oberste Karte ist spielbar

Wessen offene Spielerstapel-Karte höher ist (König am höchsten), beginnt. Sind beide gleich, mischt jeder seinen Spielerstapel und dreht eine neue Karte um. Danach seid ihr abwechselnd dran.

Spielablauf

  1. Nachziehen: Hast du weniger als 5 Karten auf der Hand, zieh vom Ziehstapel, bis du wieder 5 hast.
  2. In die Mitte spielen: so viele Karten, wie du willst, eine nach der anderen. Eine Karte darf von deiner Hand kommen, oben von einem deiner Seitenstapel oder oben von deinem Spielerstapel. Sie muss sein: - ein Ass, das einen neuen Zielstapel beginnt (wenn es weniger als drei gibt), oder - genau eins höher als die oberste Karte eines Zielstapels.

Spielst du die oberste Karte deines Spielerstapels, dreh die nächste um – vielleicht passt sie auch gleich. 3. Zug beenden: Leg eine Karte aus deiner Hand offen auf einen deiner Seitenstapel (oder beginne einen neuen, wenn du weniger als vier hast). Damit ist dein Zug sofort vorbei.

Regeln für die Seitenstapel:

  • Dorthin dürfen nur Karten aus der Hand – nie deine Spielerstapel-Karte und nie eine Karte von einem anderen Seitenstapel.
  • Hast du schon vier Seitenstapel, musst du die Karte auf einen davon legen.

Hand leer: Schaffst du es, alle fünf Handkarten in die Mitte zu spielen (ohne auf einen Seitenstapel zu legen), ziehst du sofort fünf neue und spielst weiter.

Beispiel: Auf einem Zielstapel liegt die Kreuz-4. Deine Spielerstapel-Karte ist die Herz-6. Du legst die Pik-5 aus der Hand auf die 4, dann die Herz-6 von deinem Spielerstapel. Darunter kommt eine 9. Eine 7 hast du nicht – also spielst du einen König als 7, dann die Karo-8 von deinem Seitenstapel und schließlich die 9 vom Spielerstapel!

Ziehstapel4♣4♣♣2♦2♦♦ZielstapelA146♥6♥♥SpielerstapelD♣8♦8♦♦B♠B♠BSeitenstapel5♠K♥3♣10♥2♠2♠♠deine Hand
Spite and Malice – deine Seite des Tisches zu Beginn des Beispiels

Könige

  • Einen König kannst du auf einen Zielstapel als die nächste nötige Karte legen – auf einer 7 zählt er als 8 und so weiter.
  • Ein König zählt immer als die Karte über der, die er bedeckt – deshalb kann er keinen Zielstapel beginnen: Jeder Zielstapel beginnt mit einem echten Ass.
  • Auf einen Seitenstapel darf ein König wie jede andere Karte.

Volle Zielstapel

Erreicht ein Zielstapel die Dame (oder einen König als Dame), ist er fertig. Dein Gegner mischt seine 12 Karten in den Ziehstapel. So wird Platz für einen neuen Zielstapel, und du spielst weiter.

Wer gewinnt?

  • Du gewinnst, sobald du die letzte Karte deines Spielerstapels in die Mitte spielst.
  • Ist der Ziehstapel vorher leer, endet das Spiel unentschieden.

Wertung (freiwillig): Spielt ihr mehrere Partien, bekommt der Gewinner 5 Punkte plus 1 Punkt für jede Karte, die noch im Spielerstapel des Gegners liegt.

Beispiel: Du gewinnst, und dein Gegner hat noch 7 Karten im Spielerstapel: 5 + 7 = 12 Punkte.

Tipps für Einsteiger

  • Deine Spielerstapel-Karte ist die wichtigste Karte auf dem Tisch. Jeder andere Zug sollte dir helfen, sie loszuwerden.
  • Schau vor jedem Zug auf die Spielerstapel-Karte des Gegners: Bau keinen Zielstapel bis eins darunter.
  • Heb dir Könige für den Moment auf, in dem sie deine Spielerstapel-Karte freispielen.
  • Leg deine Seitenstapel absteigend an (etwa 9, dann 8, dann 7) – so kannst du sie später nacheinander abspielen.
  • Halte möglichst lange einen Seitenstapel frei – das lässt dir später mehr Möglichkeiten.

Varianten

Alles freiwillig – vorher absprechen.

  • Beliebig viele Zielstapel: Die Zahl der Zielstapel ist nicht begrenzt, und volle Stapel bleiben liegen, bis der Ziehstapel leer ist.
  • Asse sofort: Kannst du ein Ass spielen, musst du damit sofort einen neuen Zielstapel beginnen.
  • Andere Stapelgrößen: Laut pagat.com spielen manche mit Spielerstapeln von zum Beispiel 21 oder 25 Karten; mit weniger Karten wird die Partie kürzer.
  • Joker: Nehmt die Joker dazu – sie sind wie die Könige wild, aber auch nicht als Ass spielbar.
  • Mehr Spieler: Auch zu dritt oder mehr spielbar; ihr seid reihum im Uhrzeigersinn dran.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Wettpatience (beide bauen gemeinsame Stapel der Reihe nach auf)
  • Herkunft: USA, 1960er-Jahre
  • Auch bekannt als: Cat and Mouse („Katz und Maus“)
  • Ähnliche Spiele: Zank-Patience (Crapette, Russian Bank), Skip-Bo, Speed, Racing Demon

Spite and Malice (englisch etwa „Gehässigkeit und Bosheit“) ist eine Wettpatience: Jeder arbeitet sich wie bei einer Patience durch seine eigenen Karten, aber die Zielstapel gehören allen, und man versucht, sich gegenseitig zu blockieren. Laut der englischen Wikipedia findet sich eine frühe Erwähnung 1963 im Santa Fe Magazine; Richard L. Frey veröffentlichte 1965 Regeln und nannte es „ein neues Spiel für Ehepaare“. Wikipedia führt es auf die Zank-Patience (Crapette, Russian Bank) aus dem 19. Jahrhundert zurück, bei dem zwei Spieler ebenfalls um die Wette auf gemeinsame Stapel ablegen.

Bekannter ist die kommerzielle Version Skip-Bo von Mattel. Sie nutzt statt Ass bis Dame die Zahlen 1 bis 12 und statt der Könige eigene „Skip-Bo“-Joker. Laut Wikipedia hat Hasbro das Spiel auch unter dem Namen Spite and Malice verkauft.

Die Regeln hier folgen pagat.com: Spielerstapel mit 20 Karten, höchstens drei Zielstapel und vier Seitenstapel. Manche spielen mit anderen Größen des Spielerstapels (etwa 21 oder 25 Karten) oder erlauben mehr Zielstapel; diese Regeln stehen bei den Varianten.

Quellen