Kartenspielregeln

Patience · Spiel 205 von 388 ♠

Sultan

Acht Könige und ein Ass umringen den Sultan – bau jeden Stapel bis zur Dame auf, und am Ende thront der Herz-König inmitten seiner acht Damen.

Spieler
1
Dauer
10 Min.
Alter
ab 8
Anspruch
leicht
Karten
2 × 52 Karten, ohne Joker
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung entspanntin 5 Minuten gelernt

Sammlungen: Patiencen · Spiele für Kinder · Mit zwei Blättern

Kurzregeln

  • Ziel: alle Karten bis zur Dame auf die Zielstapel; der Sultan (K♥ in der Mitte) bleibt frei.
  • Aufbau: 8 Könige + A♥ im Quadrat 3 × 3, Sultan in der Mitte, A♥ und zweiter K♥ darüber und darunter. Diwan: je 4 Karten offen links und rechts.
  • Aufwärts in derselben Farbe: Könige A, 2 … D; A♥ 2♥ … D♥.
  • Frei: alle Diwan-Karten, oberste Abwurfkarte, frisch aufgedeckte Karte.
  • Diwan-Lücke sofort vom Abwurfstapel füllen (noch keiner: Vorrat).
  • Rest = Vorrat: einzeln aufdecken, Unpassendes auf den Abwurfstapel.
  • 2× neu verteilen: Abwurfstapel mischen. Danach fest: verloren.

Spickzettel

Zielstapel

Start Aufwärts in derselben Farbe
6 übrige Könige A 2 3 … B D
Äußerer K♥ das zweite A♥, dann 2♥ … D♥
A♥ 2♥ 3♥ … B♥ D♥
Sultan (K♥ Mitte) nichts

Tipps

  • Jede Farbe hat zwei Zielstapel (Herz: äußerer K♥ und A♥) – halt beide etwa gleich hoch, damit keiner lange wartet.
  • Schau nach jeder gespielten Karte auf den Diwan: Die nachgefüllte Karte passt vielleicht gleich.
  • Spiel erst alles Nützliche aus Diwan und Abwurfstapel, dann deck den Vorrat auf.
  • Gewinnchance: etwa 2 von 3 Spielen.
  • Varianten: Diwan aus nur 6 Karten – etwas schwerer. Nach Cheney (1869): Lücke wahlweise vom Abwurfstapel oder vom Vorrat füllen.

Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Die Teile der Auslage
  3. Vorbereitung
  4. Die Zielstapel aufbauen
  5. Spielablauf
  6. Neu verteilen
  7. Gewonnen oder verloren
  8. Tipps für Einsteiger
  9. Varianten

Überblick

Sultan ist eine klassische Patience (ein Kartenspiel für eine Person, auch Solitär genannt) mit zwei Blättern und einem hübschen Schlussbild: Geht sie auf, thront der Herz-König – der Sultan – in der Tischmitte, umringt von acht Damen. Du beginnst mit acht Königen und einem Ass, die im Quadrat liegen, und baust darauf Farbe für Farbe auf. Dabei hilft dir eine kleine Reserve, der Diwan. Mit etwas Umsicht gehen etwa zwei von drei Spielen auf.

  • Spieler: 1
  • Du brauchst: zwei normale Blätter mit je 52 Karten ohne Joker (104 Karten).
  • Dauer: etwa 10 Minuten pro Spiel.

Die Teile der Auslage

  • Zielstapel: die Stapel, auf denen du aufbaust. Zu Beginn sind das acht Könige und ein A♥, die du heraussuchst und in einem Quadrat aus drei mal drei Karten auslegst. Der Herz-König in der Mitte ist der Sultan: Auf ihn kommt nie eine Karte.
  • Diwan: acht offene Karten, je vier untereinander links und rechts vom Quadrat. Sie bilden die Reserve – Karten, die jederzeit frei sind. Jede Karte im Diwan darfst du jederzeit spielen.
  • Vorrat: der verdeckte Stapel mit den übrigen Karten.
  • Abwurfstapel: der offene Stapel für Vorratskarten, die du nicht brauchen kannst. Seine oberste Karte ist frei.

Vorbereitung

  1. Such alle acht Könige und ein A♥ heraus. Leg sie wie unten gezeigt in einem Quadrat aus drei mal drei Karten aus. Der Sultan ist der Herz-König in der Mitte; das A♥ und der andere K♥ kommen über und unter ihn. Wo die übrigen Könige liegen, ist egal.
  2. Misch die übrigen 95 Karten und leg acht Karten offen aus, je vier untereinander links und rechts vom Quadrat: der Diwan.
  3. Der Rest kommt verdeckt als Vorrat beiseite.
6♣6♣♣K♦K♦KA♥A♥♥K♦K♦K7♥7♥♥D♦D♦DK♠K♠KK♥K♥KK♠K♠KB♣B♣B3♠3♠♠K♣K♣KK♥K♥KK♣K♣K2♦2♦♦9♥9♥♥Diwan10♠10♠♠Diwan87VorratAbwurfstapel
Sultan – so liegen die Karten am Anfang, der Sultan ist rot umrandet

Die Zielstapel aufbauen

Alle Zielstapel werden aufsteigend in derselben Farbe aufgebaut und enden mit der Dame:

  • Auf jeden der sieben Könige (nicht den Sultan): das Ass in der Farbe des Königs, dann die 2, die 3 und so weiter bis zur Dame. Das Ass zählt hier als Karte nach dem König.
  • Auf das A♥: 2♥, 3♥ … bis zur D♥.

Herz hat also zwei Zielstapel: den äußeren K♥ und das A♥. Das zweite A♥ kommt auf den äußeren K♥.

Spielablauf

Auf einen Zielstapel darfst du legen:

  • jede Karte aus dem Diwan,
  • die oberste Karte des Abwurfstapels,
  • die Karte, die du gerade vom Vorrat aufgedeckt hast.

Ist eine Diwan-Karte weg, füllst du die Lücke sofort mit der obersten Karte des Abwurfstapels auf oder, solange es noch keinen gibt, mit der obersten Karte des Vorrats. Gibt es beides nicht, bleibt der Platz leer.

Kannst oder willst du nichts mehr spielen, deckst du die oberste Karte des Vorrats auf. Passt sie auf einen Zielstapel, leg sie dorthin, sonst offen auf den Abwurfstapel.

Beispiel: Auf dem Zielstapel des K♣ liegt die 4♣, auf dem des A♥ die 6♥. Du deckst die 5♣ auf und legst sie auf die 4♣. Im Diwan liegen die 6♣ und die 7♥ – spiel beide. Die zwei freien Plätze füllst du vom Abwurfstapel auf.

Neu verteilen

Ist der Vorrat leer, nimm den Abwurfstapel, misch ihn und leg ihn verdeckt als neuen Vorrat hin. Das darfst du zweimal – du gehst also insgesamt dreimal durch die Karten.

Gewonnen oder verloren

Du hast gewonnen, wenn alle 95 Karten auf den Zielstapeln liegen: der Sultan in der Mitte, umringt von acht Damen. Ist der Vorrat nach dem zweiten Neuverteilen leer und passt keine Karte mehr, ist die Patience nicht aufgegangen. Morehead und Mott-Smith schätzen, dass zwei von drei Spielen aufgehen.

Tipps für Einsteiger

  • Schau nach jeder gespielten Karte auf den Diwan – vielleicht passt die nachgefüllte Karte gleich.
  • Halt die beiden Stapel jeder Farbe ungefähr gleich hoch, damit keiner lange warten muss.
  • Deck den Vorrat nicht zu eilig auf: Spiel erst alles Nützliche aus Diwan und Abwurfstapel.

Varianten

Alles freiwillig – vor dem Spiel festlegen.

  • Kleiner Diwan: Manche Bücher und Programme verwenden einen Diwan aus nur sechs Karten – etwas schwerer.
  • Freie Wahl: In der ältesten bekannten Beschreibung (Ednah Cheney, 1869) darfst du eine Lücke im Diwan wahlweise vom Abwurfstapel oder vom Vorrat füllen.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Patience – zwei Blätter mit Reserve
  • Herkunft: 19. Jahrhundert; früheste bekannte Beschreibung Boston, 1869
  • Auch bekannt als: Sultan of Turkey („Sultan der Türkei“), The Sultan, Emperor of Germany („Kaiser von Deutschland“)
  • Ähnliche Spiele: Royal Cotillion

Sultan gehört zu den ältesten Patiencen, die auf Englisch beschrieben sind. Das Spiel steht in Patience: A Series of Games with Cards von Ednah D. Cheney, erschienen in Boston und 1869 zum Urheberrecht angemeldet – laut Michael Kellers Solitär-Bibliografie älter als Lady Cadogans berühmte Illustrated Games of Patience. Cheney nennt es „vielleicht die kurioseste und interessanteste aller Patiencen“ und erklärt das Bild: der Sultan, der Herz-König, umgeben von seinen acht Damen. Bei ihr stehen die Kreuz-Könige für den Krieg, die Karo-Könige für die Staatskasse und die Pik-Könige für die „gewerblichen Kräfte“.

Schon bei Cheney heißen die acht Reservekarten Diwan – so hieß der Staatsrat des osmanischen Sultans. Spätere Bücher wie Dick’s Games of Patience (New York, 1883) und die überarbeitete Ausgabe von Lady Cadogans Buch nennen das Spiel The Sultan of Turkey oder The Sultan; beide erlauben, den Abwurfstapel zweimal zu mischen und neu durchzugehen. Albert Morehead und Geoffrey Mott-Smith (The Complete Book of Solitaire and Patience Games, 1949) führen außerdem den Namen Emperor of Germany („Kaiser von Deutschland“). Sie rechnen mit etwa 10 Minuten und schätzen, dass zwei von drei Spielen aufgehen; laut Peter Arnold braucht man dafür etwas Geschick.

Die Einzelheiten schwanken ein wenig zwischen den Büchern: welche Könige wo um den Sultan liegen, ob das A♥ über oder unter ihm liegt und ob der Diwan sechs oder acht Karten hat. Wie Royal Cotillion, ein anderer Zwei-Blatt-Klassiker aus derselben Zeit, endet das Spiel mit einem Bild aus Königen und Damen.

Quellen