Setzspiel · Spiel 121 von 388 ♦
Three-Card Brag
Das alte britische Kneipenspiel – drei Karten, starke Nerven und die Möglichkeit, blind zum halben Preis zu setzen.
- Spieler
- 4–8
- Dauer
- 60 Min.
- Alter
- ab 16
- Anspruch
- mittel
- Karten
- 52 Karten, ohne Joker, dazu Chips
- Können – Glück
- KönnenGlück
- Jeder für sich – Viel Interaktion
- Jeder für sichViel Interaktion
- Einfach – Komplex
- EinfachKomplex
- Schnell – Lang
- SchnellLang
Stimmung lebhaft
Sammlungen: Spiele für vier · Spiele für fünf · Spiele für sechs und mehr · Langer Abend
Punkteblock
Partien werden in diesem Browser auf diesem Gerät gespeichert.
Ausführliche Regeln
- Überblick
- Rangfolge der Hände
- Setzen in Kürze
- Vorbereitung und Geben
- Das Setzen
- Blind spielen
- Spielende
- Tipps für Einsteiger
- Varianten
Überblick
Brag ist ein altes britisches Wettspiel und ein Vorläufer des Pokers. Jeder bekommt nur drei Karten und setzt Chips darauf, die beste Hand zu haben – oder die anderen das glauben zu lassen. Die Chips kommen in einen gemeinsamen Pot. Du gewinnst ihn, wenn alle anderen aufgeben, oder wenn nur noch zwei übrig sind und einer bezahlt, um den anderen zu sehen – dann gewinnt die bessere Hand. Das Besondere: Du darfst blind spielen, ohne deine Karten anzuschauen, und zahlst dann nur die Hälfte.
- Spieler: am besten 4–8, jeder für sich.
- Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten ohne Joker und Chips (oder Spielmarken, Streichhölzer) – für alle gleich viele, z. B. je 100. Gespielt wird um Chips, nicht um Geld.
Rangfolge der Hände
Die Karten zählen A K D B 10 9 8 7 6 5 4 3 2. Alle Farben sind gleich viel wert. Die Brag-Hände von der besten zur schwächsten:
| Hand | Beschreibung | Beispiele (beste … schwächste) |
|---|---|---|
| Prial | Drilling, drei gleiche Werte | 3-3-3, A-A-A, K-K-K … 2-2-2 |
| Running Flush | drei in Folge, gleiche Farbe | A-2-3, A-K-D, K-D-B … 4-3-2 |
| Lauf | drei in Folge, gemischte Farben | A-2-3, A-K-D … 4-3-2 |
| Flush | drei einer Farbe, nicht in Folge | A-K-B … 5-3-2 |
| Paar | zwei gleiche Werte + eine Einzelkarte | A-A-K … 2-2-3 |
| Höchste Karte | nichts von alledem | A-K-B … 5-3-2 |
Achtung, anders als beim Poker:
- Drei Dreien sind der beste Prial überhaupt, danach Asse, Könige und so weiter bis zu den Zweien.
- A-2-3 ist der beste Lauf (und Running Flush), danach A-K-D. K-A-2 ist kein Lauf.
- Ein Lauf schlägt einen Flush – umgekehrt als beim Poker.
- Flushs und Hände ohne Kombination vergleicht ihr nach der höchsten Karte, dann der mittleren, dann der niedrigsten. Paare zählen zuerst nach dem Paar, dann nach der Einzelkarte: 9-9-3 schlägt 8-8-K.
Hände mit genau denselben Werten sind gleich; die Farbe entscheidet nie.
Setzen in Kürze
- Ante: Vor jedem Geben zahlt jeder einen vereinbarten Grundeinsatz (z. B. 1 Chip) in den Pot.
- Setzen: Wer dabeibleiben will, zahlt Chips in den Pot – mindestens so viel wie der letzte Einsatz des Vorgängers, höchstens einen vereinbarten Höchstbetrag.
- Erhöhen: mehr setzen als der Vorgänger; alle danach müssen nun mindestens diesen Betrag zahlen.
- Aussteigen: aufgeben – leg deine Karten verdeckt unter den Kartenstapel. Was du gesetzt hast, ist verloren.
- Sehen: nur möglich, wenn noch zwei Spieler übrig sind – zahl das Doppelte des letzten Einsatzes deines Gegners, dann endet das Setzen und die Hände werden verglichen.
Anders als beim Poker werden die Einsätze nie „ausgeglichen“: Du zahlst jedes Mal einen neuen Betrag, mindestens so hoch wie der deines Vorgängers. Es geht so lange reihum, bis jemand sieht oder alle anderen ausgestiegen sind.
Vereinbart vor dem Spiel Ante, Mindest- und Höchsteinsatz (z. B. Ante 1, Einsätze von 1 bis 10 Chips).
Vorbereitung und Geben
Bestimmt einen Geber; nach jedem Spiel gibt der linke Nachbar, gespielt wird im Uhrzeigersinn. Jeder zahlt das Ante. Der Geber teilt die Karten einzeln und verdeckt aus, bis jeder drei Karten hat.
Gemischt wird nur vor dem ersten Spiel und nach einem Spiel, das gesehen und mit einem Prial gewonnen wurde. Sonst kommen die Karten des letzten Spiels einfach unter den Stapel, und der nächste Geber gibt ungemischt von oben.
Schau dir deine Karten an – oder lass sie verdeckt liegen, wenn du blind spielen willst (siehe unten). Zeig deine Karten nie jemandem und sag nichts darüber.
Das Setzen
- Der Spieler links vom Geber beginnt: setzen oder aussteigen.
- Reihum im Uhrzeigersinn muss jeder aussteigen oder mindestens so viel setzen wie der Vorgänger. Das Setzen geht so oft um den Tisch wie nötig.
- Sind alle bis auf einen ausgestiegen, gewinnt dieser den Pot, ohne seine Karten zu zeigen.
- Sind nur noch zwei Spieler übrig, darf jeder von ihnen, wenn er dran ist, den anderen sehen: Er zahlt das Doppelte von dessen letztem Einsatz und sagt „Ich will sehen“. Der Gegner deckt seine drei Karten zuerst auf. Ist deine Hand besser, zeigst du sie und gewinnst den Pot. Ist sie gleich gut oder schlechter, gewinnt der Gegner, und du musst deine Karten nicht zeigen. Bei Gleichstand verliert, wer zum Sehen bezahlt hat.
Beispiel: Anna setzt 2 Chips, Ben steigt aus, Carla setzt 4, Dan steigt aus. Jetzt sind nur noch Anna und Carla übrig. Anna kann aussteigen, mindestens 4 setzen oder 8 zahlen (doppelt so viel wie Carlas 4), um Carla zu sehen. Sie setzt 4. Carla hat nun dieselbe Wahl – und zahlt 8, um zu sehen. Anna zeigt ihr Königspaar, Carla ihren Lauf 7-8-9 und gewinnt den Pot.
Kannst du den nötigen Einsatz nicht bezahlen, musst du aussteigen (oder siehe Pot abdecken unter Varianten).
Blind spielen
Statt deine Karten anzuschauen, darfst du sie verdeckt liegen lassen und blind spielen:
- Deine Einsätze zählen doppelt. Du zahlst nur die Hälfte dessen, was ein offener Spieler zahlen müsste. Setzt ein offener Spieler 2, bleibt ein blinder Spieler danach mit 1 dabei; setzt der blinde Spieler 2, muss der nächste offene Spieler 4 setzen.
- Immer wenn du dran bist, darfst du dir vor deiner Entscheidung die Karten ansehen. Ab dann bist du ein offener Spieler und zahlst den vollen Betrag.
- Einen Blinden kann man nicht sehen. Sind nur zwei übrig, kann ein offener Spieler gegen einen blinden nur setzen oder aussteigen. Ein blinder Spieler darf einen offenen sehen, indem er das Doppelte des Blind-Einsatzes zahlt (also so viel, wie der offene Spieler gerade gesetzt hat). Sind beide blind, darf jeder den anderen für das Doppelte des Blind-Einsatzes sehen.
- Spielst du blind und alle anderen steigen aus, gewinnst du den Pot nicht: Er bleibt fürs nächste Spiel liegen, und du darfst deine blinde Hand verdeckt behalten. Im nächsten Spiel bekommst du zusätzlich eine neue Hand. Du darfst dir eine der beiden ansehen und musst sie dann entweder behalten und die andere ungesehen abwerfen – oder sie abwerfen und mit der anderen blind weiterspielen. Du kannst auch beide ungesehen lassen, bis du eine davon anschaust.
Spielende
Brag hat kein natürliches Ende. Spielt bis zu einer vereinbarten Zeit, dann gewinnt, wer die meisten Chips hat – oder bis einer alle Chips gewonnen hat.
Tipps für Einsteiger
- Ein Paar oder besser ist schon eine gute Hand – etwa drei von vier Händen sind nur „höchste Karte“.
- Beim Brag kann das Setzen viele Runden dauern, deshalb wachsen die Pots auch bei kleinen Einsätzen schnell. Setz lieber bescheiden.
- Bluffe ab und zu, sonst wissen die anderen immer, was du hast.
- Blind gut zu spielen ist schwer – mach es nicht zu oft.
- Steig nie außer der Reihe aus und schau nie außer der Reihe in eine blinde Hand: Das verrät den anderen etwas.
Varianten
- Four Card Brag: Jeder bekommt vier Karten und wirft nach dem Ansehen eine ab, um die beste Dreierhand zu bilden. Bei Gleichstand entscheidet die abgeworfene Karte.
- Five Card Brag: Jeder bekommt fünf Karten und wirft zwei ab.
- Joker: Vereinbarte Karten (z. B. alle Zweien, nur die schwarzen Zweien oder Joker) dürfen jede Karte ersetzen. Eine natürliche Hand schlägt eine gleiche Hand mit Jokern.
- Billiges Sehen: Zum Sehen zahlst du nur so viel wie der letzte Einsatz des Gegners (nicht das Doppelte) – sofern er nicht blind spielt.
- Pot abdecken: Gehen dir die Chips aus, zahlst du alles, was du noch hast, in den Pot und legst deine Karten verdeckt darauf. Die anderen spielen um einen neuen Pot weiter; danach wird deine Hand mit der des Gewinners verglichen, und die bessere bekommt den alten Pot. Sind nur zwei übrig, deckt der andere einfach auf und gewinnt, außer deine Hand ist besser.
- Showdown: Wollen drei oder mehr Spieler nicht aussteigen und sind alle einverstanden, decken alle auf, und die beste Hand gewinnt.
Hintergrund & Geschichte
- Familie: Setzspiel (Poker-Familie)
- Herkunft: England, erstmals 1721 beschrieben
- Auch bekannt als: Brag, Brag mit drei Karten
- Ähnliche Spiele: Teen Patti, Post and Pair, Primero, Poker, Four Card Brag, Five Card Brag
Brag gehört zu den Spielen, bei denen die Spieler darauf wetten, wer die beste Hand hat – der Familie, zu der auch Poker zählt. Laut pagat.com ist es ein beliebtes britisches Glücksspiel, das oft mit Poker verglichen wird, tatsächlich aber viel älter ist und anders gesetzt wird. Die deutsche Wikipedia zählt es wie Poch und Bouillotte zu den Vorläufern des Pokers. Laut der englischen Wikipedia erscheinen seine Regeln erstmals 1721 in The Compleat Gamester als „the Ingenious and Pleasant Game of Bragg“; im 18. Jahrhundert beschrieb es auch Edmond Hoyle.
Brag stammt vermutlich von Post and Pair ab, einem Spiel, das (als „Post“) schon 1528 belegt ist und seinerseits auf das elisabethanische Primero zurückgeht. Das alte Brag kannte Joker, die „Braggers“, und wurde um mehrere Einsätze zugleich gespielt; die deutsche Wikipedia beschreibt eine solche ältere Form mit drei Pots. Die Website pagat.com warnt, dass viele Bücher des 19. und 20. Jahrhunderts ein Brag mit Poker-Einsätzen und drei festen Jokern (A, B und 9) beschreiben, das es wohl nie gegeben hat – es beruht offenbar auf einem Missverständnis früher Beschreibungen.
In Großbritannien wird Brag bis heute viel gespielt; die englische Wikipedia nennt eine Umfrage von Waddingtons aus dem Jahr 1981, in der es auf Platz vier der beliebtesten Kartenspiele des Landes kam. Das in Südasien beliebte indische Teen Patti („drei Karten“) ist laut pagat.com fast identisch. Anders als beim Poker schlägt beim Brag ein Lauf einen Flush, und die beste Hand überhaupt sind drei Dreien.