Kartenspielregeln

Kompendium-Spiel · Spiel 68 von 388 ♣

Trix

Fünf Spiele in einem – weich dem Herz-König, den Damen, den Karos und den Stichen aus und leg dann im Trix als Erster alle Karten ab.

Spieler
4
Dauer
90 Min.
Alter
ab 10
Anspruch
mittel
Karten
52 Karten, ohne Joker
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung konzentriert

Sammlungen: Spiele für vier · Langer Abend

Kurzregeln

  • Ziel: die meisten Punkte nach 20 Spielen. Je 13 Karten; Geben und Spiel gehen nach rechts.
  • Herz-7 im 1. Spiel → besitzt das Königreich: gibt 5 Spiele und wählt jeden Kontrakt einmal. Dann der rechte Nachbar.
  • Geber spielt aus. Bedienen, sonst beliebig; höchste Karte der Farbe sticht und spielt aus.
  • Vermeiden: Herz-König (Herz nur ausspielen, wenn du nur Herz hast), Damen, Karo, Stiche.
  • Verdoppeln: Herz-König oder Dame vor dem ersten Ausspiel zeigen – wer sie nimmt, zahlt doppelt.
  • Trix: Geber beginnt. Leg einen Buben oder die Nachbarkarte einer liegenden Farbe; wer kann, muss, sonst passen. Wer zuerst leer ist, bekommt am meisten.

Spickzettel

Kontrakt Punkte Summe
Herz-König −75 für Herz-K −75
Damen −25 pro Dame −100
Karo −10 pro Karo −130
Stiche −15 pro Stich −195
Trix +200 · +150 · +100 · +50 +500
  • Verdoppelt Herz-K / Dame: Nehmer −150 / −50, Besitzer +75 / +25. Besitzer sticht sie selbst: Besitzer −150 / −50, Ausspieler des Stichs +75 / +25; hat er sie selbst ausgespielt, nur −75 / −25.
  • Schlechte Hand bei Trix: vier 2er oder drei 2er und die 3 der vierten Farbe → neu geben; Geber wählt neu.

Tipps

  • Herz-König bei vielen Herzen wählen – kurze andere Farben lassen dich den König bald abwerfen.
  • Trix: Kleine Karten und Asse sind Ballast; 7-6-5 ohne 4, 3, 2 blockiert die anderen.

Punkteblock

Partien werden in diesem Browser auf diesem Gerät gespeichert.

Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Die Karten
  3. Vorbereitung und Königreiche
  4. Die Stichkontrakte
  5. Der Kontrakt Trix
  6. Abrechnung
  7. Spielende
  8. Tipps für Einsteiger
  9. Varianten

Überblick

Trix (auch Trex geschrieben) ist ein Kompendium-Spiel aus dem Nahen Osten, beliebt in Jordanien, im Libanon, in Syrien, Palästina, Kuwait, Saudi-Arabien und den Emiraten. Eine Partie besteht aus fünf verschiedenen Spielen, den Kontrakten, und jeder wählt jeden davon einmal – ganz ähnlich wie beim französischen Barbu. In vier Kontrakten willst du etwas vermeiden: den Herz-König, die Damen, die Karos oder Stiche überhaupt. Im fünften, dem Trix, willst du als Erster deine Karten loswerden. Jeder spielt für sich (die Partnerversion steht unter Varianten).

Ein Stich besteht aus je einer Karte aller Spieler; die beste Karte gewinnt alle vier. Eine Partie hat 20 Spiele. Wer am Ende die meisten Punkte hat, gewinnt.

  • Spieler: genau 4.
  • Du brauchst: ein normales 52er-Blatt ohne Joker, einen Block und einen Stift.

Die Karten

In jeder Farbe gilt die Reihenfolge von hoch nach niedrig: A K D B 10 9 8 7 6 5 4 3 2. Es gibt keinen Trumpf.

Vorbereitung und Königreiche

Geben und Spielen gehen gegen den Uhrzeigersinn (nach rechts).

  1. Irgendwer mischt und verteilt alle 52 Karten einzeln, sodass jeder 13 Karten hat.
  2. Wer in diesem ersten Spiel die Herz-7 bekommt, besitzt das Königreich: Er wählt den Kontrakt für dieses Spiel und gibt die nächsten vier Spiele selbst, jedes Mal mit einem anderen Kontrakt. Ein Königreich sind diese fünf Spiele, in denen sein Besitzer jeden Kontrakt einmal wählt, in beliebiger Reihenfolge.
  3. Danach gehört das nächste Königreich dem rechten Nachbarn des Besitzers, dann dem nächsten und so weiter. Jeder Besitzer gibt alle fünf Spiele seines Königreichs.
  4. Nach vier Königreichen (20 Spielen) ist die Partie vorbei.

Die Stichkontrakte

In den ersten vier Kontrakten spielt der Geber aus – er legt die erste Karte zum ersten Stich. Die anderen legen reihum nach rechts je eine Karte dazu. Es gilt Bedienpflicht: Du musst die ausgespielte Farbe legen, wenn du sie hast; sonst darfst du jede Karte legen. Die höchste Karte der ausgespielten Farbe gewinnt den Stich, und wer ihn gewinnt, spielt zum nächsten aus.

Kontrakt Strafe Summe
Herz-König −75 für den Herz-König −75
Damen −25 pro Dame −100
Karo −10 pro Karo −130
Stiche (Eltoosh) −15 pro Stich −195
  • Herz-König: Herz darfst du nicht ausspielen, außer du hast nur noch Herz.
  • Damen und Karo: Leg die Strafkarten, die du bekommst, offen vor dich, damit jeder sieht, wer was hat.

Herz-König und Damen verdoppeln

Im Herz-König darf, wer ihn auf der Hand hat, ihn vor dem ersten Ausspielen allen zeigen und damit verdoppeln. Dann gilt:

  • Bekommt ein anderer den Herz-König: Er schreibt −150, der Besitzer +75.
  • Gewinnt der Besitzer selbst einen Stich mit dem Herz-König: Er schreibt −150, und wer zu diesem Stich ausgespielt hat, +75. Hat der Besitzer den Herz-König selbst ausgespielt und gewinnt damit, schreibt er nur −75.

Bei den Damen darf jeder seine Damen auf dieselbe Weise verdoppeln. Eine verdoppelte Dame kostet −50, wer sie verdoppelt hat, bekommt +25 – oder, wenn er sie selbst zurückbekommt, schreibt er −50 und wer zu diesem Stich ausgespielt hat +25 (nur −25, wenn er sie selbst ausgespielt hat).

Der Kontrakt Trix

Beim Trix gibt es keine Stiche. Die Spieler legen auf dem Tisch vier Reihen aus, eine pro Farbe, und wollen als Erste ihre Karten loswerden.

  1. Der Geber beginnt, dann legt reihum nach rechts jeder eine Karte offen aus, wenn er kann.
  2. Eine Karte passt, wenn sie ein Bube ist oder in derselben Farbe direkt über oder unter einer schon liegenden Karte liegt. Jede Farbe beginnt mit ihrem Buben und wird nach oben bis zum Ass und nach unten bis zur 2 angelegt.
  3. Kannst du legen, musst du. Kannst du nicht, passt du.
  4. Weiter, bis alle fertig sind. Erster +200, Zweiter +150, Dritter +100, Letzter +50.

Beispiel: Anna legt Pik-Bube. Ben hat keinen Buben und keine passende Karte – er passt. Carla legt Pik-10, Dan Herz-Bube. Anna darf jetzt Pik-Dame, Pik-9, Herz-Dame, Herz-10 oder einen anderen Buben legen.

Schlechte Hand: Wird Trix angesagt und hat jemand alle vier 2er oder drei 2er und die 3 der vierten Farbe, darf er neu geben lassen. Der Geber wählt dann erneut aus den Kontrakten, die er noch nicht gespielt hat (Trix eingeschlossen).

Abrechnung

Schreib nach jedem Spiel die Punkte jedes Spielers auf. Die fünf Kontrakte ergeben zusammen −75, −100, −130, −195 und +500, also 0 – nach jedem Königreich ergeben die vier Stände zusammen 0, eine einfache Probe.

Beispiel: Damen, ohne Verdoppeln. Dan bekommt zwei Damen, Anna und Carla je eine: Anna −25, Ben 0, Carla −25, Dan −50. Hätte Ben seine Pik-Dame verdoppelt und Dan sie bekommen, verlöre Dan weitere 25 (−75 insgesamt), und Ben bekäme +25.

Spielende

Nach 20 Spielen gewinnt, wer die meisten Punkte hat. Die vier Endstände ergeben zusammen immer 0.

Tipps für Einsteiger

  • Wähl Herz-König, wenn du viele Herzen hast: Deine anderen Farben sind dann kurz, und du kannst den König bald abwerfen, wenn eine andere Farbe gespielt wird.
  • Der Herz-König bringt zwar nur 75, aber alles davon trifft einen Spieler – bei den Stichen verteilen sich die 195 Punkte meist.
  • Beim Trix sind 2er und andere niedrige Karten eine Last, Asse ebenfalls. Ein Block wie 7-6-5 in einer Farbe, deren 4, 3 und 2 du nicht hast, hält alle anderen auf.
  • Werde in den Vermeidungskontrakten hohe Karten früh los, solange die anderen noch bedienen müssen.

Varianten

  • Ohne Verdoppeln: Viele spielen ohne.
  • Strafkarten zuerst: In den ersten drei Kontrakten muss, wer nicht bedienen kann, eine Strafkarte abwerfen (Herz-König, eine Dame, ein Karo), wenn er eine hat.
  • Getauschte Werte: Manche spielen Karo mit −15 pro Karte und Stiche mit −10 pro Stich.
  • Herz frei ausspielen im Herz-König.
  • Feste Reihenfolge: Manche spielen die Kontrakte in fester Reihenfolge, in Jordanien etwa manchmal Trix, Damen, Herz-König, Karo, Stiche.
  • Umgekehrte Wertung: Pluspunkte für die ersten vier Kontrakte, Minuspunkte für Trix; die niedrigste Summe gewinnt.
  • Trix mit Partnern: Partner sitzen sich gegenüber. Jeder schreibt trotzdem seine eigenen Punkte und hat sein eigenes Königreich. Beim Trix legen alle nach ihrem ersten Zug ihre 2er offen auf den Tisch. Am Ende werden die Stände der Partner zusammengezählt – oder, in manchen Runden, verliert die Partei mit dem schlechtesten Einzelstand.
  • Trix Complex: Der Geber darf zwei oder mehr der ersten vier Kontrakte gleichzeitig spielen und alles in einem Spiel werten; sein Königreich hat dann weniger Spiele. Das macht das Spiel glückslastiger.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Kompendium-Spiel (Stichvermeidung plus Anlegespiel)
  • Herkunft: Naher Osten (Levante); Zeitpunkt unbekannt
  • Auch bekannt als: Trex, Ticks (arabisch تركس)
  • Ähnliche Spiele: Barbu, Herzeln, Kein Stich, Quodlibet, Lorum, Fan Tan

Laut pagat.com ist das Kompendium-Spiel Trix in vielen Ländern des Nahen Ostens beliebt, darunter Jordanien, Kuwait, Libanon, Palästina, Saudi-Arabien, Syrien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Die englische Wikipedia nennt die Levante – Jordanien, Syrien, Libanon und Palästina – als Hauptverbreitungsgebiet, und die arabische Wikipedia zählt es dort zu den verbreitetsten Kartenspielen unter Jugendlichen, Schülern und Studenten. Ausgesprochen wird der Name meist wie das englische „tricks“. Wann und wo das Spiel entstand, ist nicht verlässlich bekannt.

Wie Barbu und die deutschen und österreichischen Spiele Herzeln, Kein Stich und Quodlibet ist Trix ein Kompendium-Spiel: Eine Partie besteht aus mehreren Kontrakten, meist negativen Stichspielen, in denen man bestimmte Karten oder Stiche vermeidet. Barbu ist sein nächster westlicher Verwandter, mit Kontrakten für den Herz-König, die Damen und Stiche überhaupt und einem Anlegespiel nach Art von Fan Tan (Domino mit Karten). Anders als bei Barbu beginnt das Anlegen beim Trix mit den Buben, es gibt weniger Kontrakte (fünf statt sieben), und Verdoppeln ist keine Nebenwette, sondern erhöht die Strafe für eine einzelne Karte.

Trix wird auch in Partnerschaften gespielt, und pagat.com beschreibt eine neuere Variante, Trix Complex, bei der mehrere Kontrakte in einem Spiel zusammen gespielt werden. Online-Plattformen wie Jawaker bieten sowohl die Einzel- als auch die Partnerform an.

Quellen