Patience · Spiel 216 von 388 ♥
Babette
Leg Reihe um Reihe aus und fisch die Karten heraus, die über den Lücken frei werden – Asse aufwärts, Könige abwärts.
- Spieler
- 1
- Dauer
- 15 Min.
- Alter
- ab 8
- Anspruch
- leicht
- Karten
- 2 × 52 Karten, ohne Joker
- Können – Glück
- KönnenGlück
- Jeder für sich – Viel Interaktion
- Jeder für sichViel Interaktion
- Einfach – Komplex
- EinfachKomplex
- Schnell – Lang
- SchnellLang
Stimmung entspanntin 5 Minuten gelernt
Sammlungen: Patiencen · Spiele für Kinder · Mit zwei Blättern
Ausführliche Regeln
Überblick
Babette ist eine Patience (ein Kartenspiel für eine Person, auch Solitär genannt) mit zwei Blättern. Du legst die Karten in Reihen zu acht aus und bringst sie auf acht Zielstapel – Stapel, die in fester Reihenfolge aufgebaut werden: Vier beginnen mit einem Ass und steigen bis zum König auf, vier beginnen mit einem König und steigen bis zum Ass ab, jeder Stapel in nur einer Farbe. Eine Karte darfst du nur nehmen, wenn direkt unter ihr nichts liegt – die Lücken in der Auslage entscheiden also, was als Nächstes geht.
- Spieler: 1
- Du brauchst: zwei normale 52er-Blätter ohne Joker, zusammengemischt.
Vorbereitung
- Misch beide Blätter zusammen und nimm sie verdeckt in die Hand: Das ist der Vorrat.
- Leg eine Reihe aus 8 Karten offen von links nach rechts aus. Jede Karte ist der Anfang einer von acht Spalten, die im Lauf des Spiels nach unten wachsen. Diese Spalten bilden die Auslage.
- Lass über der Auslage Platz für die acht Zielstapel. Zu Beginn liegt dort noch nichts.
Spielablauf
Zielstapel: Sobald ein Ass oder ein König spielbar ist (siehe unten), darfst du ihn über die Auslage legen und damit einen Zielstapel beginnen. Nur je ein Ass und ein König jeder Farbe eröffnen einen Stapel; das zweite Ass einer Farbe schließt den König-Stapel dieser Farbe ab, der zweite König den Ass-Stapel. Dann gilt:
- auf einen Ass-Stapel kommt die nächsthöhere Karte derselben Farbe: A, 2, 3 … D, K;
- auf einen König-Stapel kommt die nächstniedrigere Karte derselben Farbe: K, D, B … 2, A.
Spielbare Karten: Eine Karte ist spielbar, wenn ihre Unterkante frei ist – wenn also in ihrer Spalte direkt unter ihr keine Karte liegt. Das sind:
- alle Karten der zuletzt ausgelegten Reihe und
- jede Karte direkt über einer Lücke, die eine schon weggenommene Karte hinterlassen hat.
Spielbare Karten dürfen nur auf die Zielstapel; innerhalb der Auslage wird nicht angelegt. Lücken werden nie gefüllt, und die Reihen bleiben immer auf einer Linie – eine Lücke bleibt also sichtbar, auch wenn darunter weitere Reihen dazukommen.
Neue Reihe: Wenn du nichts mehr legen kannst oder willst, legst du die nächsten 8 Karten offen als neue Reihe unter die letzte, eine Karte pro Spalte. Lass die Reihen etwa zur Hälfte überlappen, um Platz zu sparen. Spiel und leg so weiter, bis der Vorrat aufgebraucht ist – 104 Karten ergeben genau 13 Reihen.
Beispiel: Die 5♣ liegt in der zweiten Reihe, darunter in der dritten die 9♦. Du legst die 9♦ auf einen Zielstapel – eine Lücke entsteht. Jetzt ist die 5♣ spielbar, und sie bleibt es auch, wenn du eine vierte Reihe auslegst, denn die Lücke unter ihr bleibt bestehen.
Neu geben
Ist der Vorrat leer und geht nichts mehr, darfst du einmal neu geben. Sammle die Spalten von links nach rechts ein, jede offen auf die vorige, dreh den ganzen Packen um und nimm ihn als neuen Vorrat. Dann legst du wieder Reihen zu 8 aus und spielst genau wie vorher.
Spielende
Du gewinnst, wenn alle 104 Karten auf den Zielstapeln liegen. Ist der Vorrat zum zweiten Mal leer und kein Zug mehr möglich, ist die Patience verloren.
Tipps für Einsteiger
- Du musst eine Karte nicht nehmen, nur weil es geht. Faustregel: Gib eine Karte über einer Lücke erst frei, wenn ihr Zwilling (die gleiche Karte aus dem anderen Blatt) ausgelegt ist – außer du brauchst sie, um eine wichtige Karte freizuspielen.
- Eine Karte über einer Lücke bleibt bis zum Neugeben spielbar – kein Grund zur Eile.
- Merk dir vor dem Neugeben ungefähr, wo die blockierenden Karten liegen; die Reihenfolge des neuen Vorrats ergibt sich daraus, wie du die Spalten einsammelst.
Varianten
- Umschichten (optional): Manche Computerfassungen erlauben, Karten zwischen dem Ass- und dem König-Stapel derselben Farbe hin- und herzulegen, solange die Reihenfolge stimmt und Ass und König ganz unten liegen bleiben.
Hintergrund & Geschichte
- Familie: Patience mit zwei Blättern (Blockade: Karten werden in Reihen ausgelegt und erst frei, wenn Lücken entstehen)
- Herkunft: unbekannt; beschrieben von Peter Arnold (2002)
- Auch bekannt als: –
- Ähnliche Spiele: Labyrinth, British Blockade, Parallels, Stag Party, Crazy Quilt
Über die Herkunft von Babette ist wenig bekannt. Beschrieben wird die Patience vom britischen Spieleautor Peter Arnold in Card Games for One (Ausgabe von 2002). Von ihm stammt auch der wichtigste Strategietipp: Eine Karte über einer Lücke sollte man erst freigeben, wenn ihr Zwilling ausgelegt ist – es sei denn, es muss sein. Bei Babette, so Arnold, geht das Spiel verloren, wenn die falsche Karte gespielt wird.
Babette gehört zu den Blockaden, einer Gruppe von Patiencen, bei denen die Karten in Reihen über- oder untereinander ausgelegt werden und eine Karte erst spielbar wird, wenn ihre Nachbarin weg ist. Am nächsten verwandt ist Labyrinth, eine Patience mit einem Blatt, die 1905 von „Tarbart“ in Games of Patience beschrieben wurde, erschienen beim Spielkartenhersteller De La Rue. Auch dort werden Reihen zu acht ausgelegt, und in der Auslage entstehen Löcher – daher der Name. Anders als Babette baut Labyrinth nur von den Assen aufwärts und füllt Lücken in der ersten Reihe wieder auf, während Babette mit zwei Blättern, Ass- und König-Stapeln und einem Neugeben spielt.
Die Idee, Karten vom Rand einer Auslage her freizuspielen, verbindet Babette außerdem mit Crazy Quilt; die acht Zielstapel – je Farbe ein Ass aufwärts und ein König abwärts – teilt sie mit vielen Patiencen für zwei Blätter, etwa Archway.
Quellen
- Babette (card game) – englische Wikipedia
- Labyrinth (card game) – englische Wikipedia
- Babette Solitaire – BVS Solitaire Collection
- Babette Solitaire – Novel Games
- Peter Arnold: Card Games for One, Hamlyn, London 2002