Kartenspielregeln

Poker (Draw) · Spiel 125 von 388 ♠

Badugi

Vier Karten, dreimal tauschen, die niedrigste Hand gewinnt – aber es zählen nur Karten mit verschiedenen Farben und Werten.

Spieler
2–8
Dauer
60 Min.
Alter
ab 16
Anspruch
knifflig
Karten
52 Karten, ohne Joker, dazu Chips
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung konzentriert

Sammlungen: Spiele für zwei · Spiele für drei · Spiele für vier · Spiele für fünf · Spiele für sechs und mehr · Langer Abend

Kurzregeln

  • Ziel: Chips gewinnen – niedrigste Badugi-Hand, oder als Letzter übrig bleiben.
  • Es zählen nur Karten mit verschiedenen Farben und Werten; Ass niedrig, keine Straßen.
  • Blinds: links vom Geber Small (z. B. 1), daneben Big Blind (2). Je 4 Karten.
  • Setzen – tauschen – setzen – tauschen – setzen – tauschen – setzen. Je Tausch 0–4 Karten.
  • Runde 1: Links vom Big Blind beginnt; wer bleibt, geht den Big Blind mit. Tauschen und später: Der erste Aktive links vom Geber beginnt.
  • Kleine Einsätze (2) in Runde 1–2, große (4) in 3–4; max. 1 Einsatz + 3 Erhöhungen.
  • Showdown: Beste Hand gewinnt, Gleichstand teilt. Geben wandert nach links.

Spickzettel

Was zählt

Deine vier Karten Hand
A♠ 2♥ 3♦ 4♣ bester Badugi: 4-3-2-A
K♠ 9♥ 5♦ 2♣ Badugi: K-9-5-2
7♠ 2♠ 3♦ 4♣ Dreier: 4-3-2
5♥ 5♠ 2♦ 7♣ Dreier: 7-5-2
A♥ 4♥ 2♠ 3♠ Zweier: 2-A
9♣ 6♣ 3♣ K♣ Einer: 3
  • Farbe oder Wert doppelt: Nur eine Karte zählt. Behalte so viele Karten wie möglich, dann die niedrigsten.
  • Vergleich: Mehr Karten gewinnen immer – Badugi › 3 › 2 › 1. Gleich viele: zuerst die höchste Karte, die niedrigere gewinnt, dann die nächste: 8-7-5-4 schlägt 9-4-3-2.
  • Showdown: Wer zuletzt gesetzt oder erhöht hat, zeigt zuerst; alle gecheckt: der erste Aktive links vom Geber. Alle anderen steigen aus: Pot sofort, ohne Zeigen.
  • Zu zweit zahlt der Geber den Small Blind. Ziehstapel leer: Abgelegtes mischen.

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Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Rangfolge der Hände
  3. Setzen in Kürze
  4. Vorbereitung
  5. Ablauf eines Spiels
  6. Spielende
  7. Tipps für Einsteiger
  8. Varianten

Überblick

Badugi ist ein Lowball-Poker mit Tauschen: Es gewinnt die niedrigste Hand, nicht die höchste. Jeder bekommt nur vier Karten verdeckt und darf dreimal Karten tauschen; vor dem ersten Tausch und nach jedem weiteren wird gesetzt. Der Clou: Es zählen nur Karten mit verschiedenen Farben und verschiedenen Werten. Die perfekte Hand – vier Karten in vier Farben mit vier verschiedenen Werten – heißt Badugi; die allerbeste ist A-2-3-4 in vier Farben. Den Pot gewinnt, wer als Letzter übrig bleibt oder am Ende die beste Badugi-Hand hat.

  • Spieler: 2–8, jeder für sich; am besten 4–6.
  • Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten ohne Joker und Chips (oder Spielmarken, Streichhölzer, Knöpfe) – für alle zu Beginn gleich viele, z. B. je 100. Gespielt wird um Chips, nicht um Geld.

Rangfolge der Hände

Die Karten zählen von niedrig nach hoch A 2 3 4 5 6 7 8 9 10 B D K – das Ass ist immer die niedrigste Karte. Straßen gibt es bei Badugi nicht, und keine Farbe ist besser als eine andere.

Deine Hand besteht aus den Karten, die von deinen vieren zählen:

  • Haben zwei Karten die gleiche Farbe, zählt nur eine davon.
  • Haben zwei Karten den gleichen Wert, zählt nur eine davon.
  • Behalte so viele Karten wie möglich; bei gleich vielen die niedrigsten.

Übrig bleibt also eine Vierer-Hand (ein Badugi), eine Dreier-Hand, eine Zweier-Hand oder eine Einer-Hand.

Deine vier Karten Es zählen Hand
A♠ 2♥ 3♦ 4♣ alle vier bester Badugi: 4-3-2-A
K♠ 9♥ 5♦ 2♣ alle vier Badugi: K-9-5-2
7♠ 2♠ 3♦ 4♣ 2♠ 3♦ 4♣ Dreier: 4-3-2
5♥ 5♠ 2♦ 7♣ eine 5, 2♦, 7♣ Dreier: 7-5-2
A♥ 4♥ 2♠ 3♠ A♥ 2♠ Zweier: 2-A
9♣ 6♣ 3♣ K♣ 3♣ Einer: 3

Hände vergleichen:

  1. Mehr Karten gewinnen immer: Jeder Badugi schlägt jede Dreier-Hand, die schlägt jede Zweier-Hand, und die jede Einer-Hand.
  2. Bei gleich vielen Karten vergleicht ihr die höchste Karte: Die niedrigere gewinnt. Ist sie gleich, entscheidet die nächsthöhere, und so weiter.
  3. Sind alle Werte gleich, herrscht Gleichstand und der Pot wird geteilt.

Beispiel: 8♥ 7♦ 5♣ 4♠ schlägt 9♠ 4♣ 3♥ 2♦, denn 8 ist niedriger als 9. Und K♦ D♣ B♠ 8♥ (ein Badugi) schlägt 3♠ 2♣ A♥ (nur drei Karten).

Setzen in Kürze

Alle gesetzten Chips kommen in den Pot in der Mitte. Jedes Spiel beginnt mit zwei Blinds – Pflichteinsätzen: Der Spieler links vom Geber zahlt den Small Blind, der nächste links daneben den Big Blind, meist doppelt so viel. Zu zweit zahlt der Geber den Small Blind. Bist du in einer Setzrunde dran, kannst du:

  • Checken (schieben) – nichts setzen, solange in dieser Runde noch niemand gesetzt hat.
  • Setzen – Chips einzahlen.
  • Mitgehen – so viel einzahlen, dass du mit dem höchsten Einsatz gleichziehst.
  • Erhöhen – mitgehen und noch etwas drauflegen.
  • Aussteigen (folden) – aufgeben: Du legst deine Karten verdeckt weg. Was du schon gesetzt hast, ist verloren.

Eine Setzrunde endet, wenn alle, die noch dabei sind, gleich viel eingezahlt haben. Meist spielt man mit festen Limits. Ein guter Anfang: Small Blind 1, Big Blind 2; in den ersten beiden Setzrunden beträgt jeder Einsatz und jede Erhöhung 2 Chips (kleiner Einsatz), in den letzten beiden 4 Chips (großer Einsatz); pro Runde höchstens ein Einsatz und drei Erhöhungen.

Vorbereitung

  1. Alle bekommen gleich viele Chips. Bestimmt einen Geber; nach jedem Spiel gibt der linke Nachbar.
  2. Die beiden Spieler links vom Geber zahlen die Blinds.
  3. Der Geber mischt und gibt reihum im Uhrzeigersinn, links beginnend, einzeln jedem vier Karten verdeckt. Schau sie dir an, aber zeig sie niemandem. Der Rest bildet den Ziehstapel.

Ablauf eines Spiels

  1. Erste Setzrunde: Es beginnt der Spieler links vom Big Blind. Die Blinds zählen als Einsätze; wer dabeibleiben will, muss also mindestens den Big Blind mitgehen. Der Big Blind ist zuletzt dran und darf noch erhöhen.
  2. Erster Tausch: Der erste noch aktive Spieler links vom Geber beginnt. Jeder darf 0 bis 4 Karten tauschen: Du legst sie verdeckt ab und bekommst vom Geber genauso viele neue vom Ziehstapel. Wer alle vier behält, „steht“.
  3. Zweite Setzrunde: Es beginnt der erste noch aktive Spieler links vom Geber.
  4. Zweiter Tausch, dritte Setzrunde (jetzt mit großem Einsatz), dritter Tausch, vierte Setzrunde – immer nach demselben Muster.
  5. Showdown: Wer noch dabei ist, deckt auf – zuerst, wer zuletzt gesetzt oder erhöht hat; haben alle gecheckt, zuerst der erste noch aktive Spieler links vom Geber. Die beste Badugi-Hand gewinnt den Pot, gleich gute Hände teilen ihn.

Steigen alle bis auf einen aus, gewinnt dieser den Pot sofort, ohne seine Karten zu zeigen. Ist der Ziehstapel aufgebraucht, mischt der Geber die abgelegten Karten zu einem neuen Ziehstapel.

Beispiel: Anna hat D♠ 6♥ 3♦ 3♣: zwei Dreien, also zählen nur drei Karten. Beim ersten Tausch gibt sie die D♠ und eine 3 ab und bekommt 8♠ und 5♣ – jetzt ist 8♠ 6♥ 5♣ 3♦ ein Badugi, und bei den letzten beiden Tauschrunden bleibt sie stehen. Ben tauscht dreimal je eine Karte und hat am Ende 7♠ 4♥ 2♣ 2♦ – nur 7-4-2. Annas Badugi schlägt Bens Dreier-Hand.

Spielende

Spielt, bis nur noch einer Chips hat, oder hört zu einer vereinbarten Zeit auf – dann gewinnt, wer die meisten Chips hat.

Tipps für Einsteiger

  • Ein Badugi mit 10 oder höher ist schwach, sobald die anderen nicht mehr tauschen; niedrige Dreier-Hände wie 3-2-A sind gute Ausgangspunkte zum Tauschen.
  • Achte darauf, wie viele Karten die anderen tauschen: Wer stehen bleibt, hat vermutlich einen Badugi.
  • Mit einer niedrigen Dreier-Hand auf eine Karte zu tauschen, ist der typische Fall – das geht oft schief, also geh spät im Spiel nicht zu viel mit.
  • Früh im Spiel kann es richtig sein, einen hohen Badugi aufzubrechen (etwa den K aus K-4-3-2 wegzuwerfen), um auf einen besseren zu tauschen.

Varianten

Alles freiwillig – vorher absprechen.

  • Pot Limit / No Limit: Die Einsätze sind durch die Größe des Pots begrenzt oder gar nicht, statt feste Beträge.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Poker (Draw) – Lowball, Triple Draw
  • Herkunft: vermutlich Asien; in Südkorea und Kanada spätestens seit den 1980er-Jahren gespielt
  • Auch bekannt als: Off Suit Lowball, Airborn, Badougi, Paduki
  • Ähnliche Spiele: Lowball, Triple Draw, Five-Card Draw

Badugi ist ein Tauschpoker um die niedrigste Hand mit einer eigenwilligen Rangfolge: Es zählen nur Karten mit verschiedenen Farben und Werten, und eine Viererhand in vier Farben – ein Badugi – schlägt alles andere. Laut der englischen Wikipedia wird es in Südkorea mindestens seit den 1980er-Jahren gespielt und stammt vermutlich aus Asien; der Name soll auf ein koreanisches Wort für einen schwarz-weiß gefleckten Hund zurückgehen.

Laut pagat.com ist die Herkunft umstritten. Bill Rosmus berichtet, dass es in den 1980er-Jahren in Billardhallen in Winnipeg (Kanada) als „Off Suit Lowball“ gespielt wurde, koreanische Spieler beanspruchen es als koreanisches Spiel aus derselben Zeit, und L. Michael Riccardi kennt es aus Gefängnissen im Süden der USA unter dem Namen „Airborn“. In den USA wurde das Spiel etwa ab 2004 bekannt; pagat.com schreibt das vor allem dem Profi Paul „Eskimo“ Clark zu.

Seitdem ist Badugi in Online-Pokerräumen und Turnierserien angekommen: Laut der deutschen Wikipedia stand es 2010 auf dem Programm der World Championship of Online Poker, und laut der englischen Wikipedia gibt es seit 2023 ein Badugi-Turnier bei der World Series of Poker. Im Casino spielt man es meist wie andere Triple-Draw-Spiele mit festen Limits und zwei Blinds.

Quellen