Poker (Stud) · Spiel 129 von 388 ♦
Baseball
Seven-Card Stud mit wilden 3ern und 9ern – eine offene 4 schenkt dir eine Extrakarte, eine offene 3 kostet den Pot, oder du bist raus.
- Spieler
- 3–6
- Dauer
- 60 Min.
- Alter
- ab 16
- Anspruch
- mittel
- Karten
- 52 Karten, ohne Joker, dazu Chips
- Können – Glück
- KönnenGlück
- Jeder für sich – Viel Interaktion
- Jeder für sichViel Interaktion
- Einfach – Komplex
- EinfachKomplex
- Schnell – Lang
- SchnellLang
Stimmung lebhaft
Sammlungen: Spiele für drei · Spiele für vier · Spiele für fünf · Spiele für sechs und mehr · Langer Abend
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Ausführliche Regeln
- Überblick
- Rangfolge der Hände
- Setzen in Kürze
- Vorbereitung
- Ablauf eines Spiels
- Die Sonderkarten
- Spielende
- Tipps für Einsteiger
- Varianten
Überblick
Baseball ist eine wilde Pokervariante für den Spieleabend, aufgebaut auf Seven-Card Stud: Jeder bekommt einige Karten verdeckt (nur du siehst sie) und einige offen (alle sehen sie), nach jeder neuen Karte wird gesetzt. Die Sonderkarten kommen aus dem amerikanischen Sport: 3er und 9er sind wild (drei Strikes, neun Innings), eine offene 4 bringt dir eine Extrakarte (vier Balls – ein „Walk“), und wer eine offene 3 bekommt, muss den Pot bezahlen oder aussteigen (Strike-out). Die beste Pokerhand aus fünf Karten gewinnt den Pot – alle Chips, die in diesem Spiel gesetzt wurden.
- Spieler: 3–6, jeder für sich; am besten 5–6.
- Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten ohne Joker und Chips (oder Spielmarken, Streichhölzer, Knöpfe) – für alle zu Beginn gleich viele, z. B. je 100. Gespielt wird um Chips, nicht um Geld.
Rangfolge der Hände
Die Karten zählen A K D B 10 9 8 7 6 5 4 3 2; das Ass darf auch unten in der Straße 5-4-3-2-A stehen. Alle Farben sind gleich viel wert. Am Ende bildest du aus all deinen Karten die beste Hand aus genau fünf Karten. Von der besten zur schwächsten:
| Hand | Beschreibung | Beispiel |
|---|---|---|
| Fünfling | fünf gleiche Werte (nur mit wilden Karten) | 8 8 8 9 3 |
| Royal Flush | A K D B 10 in einer Farbe | A♠ K♠ D♠ B♠ 10♠ |
| Straight Flush | fünf in Folge, gleiche Farbe | 9♥ 8♥ 7♥ 6♥ 5♥ |
| Vierling | vier gleiche Werte | 7 7 7 7 K |
| Full House | Drilling + Paar | D D D 4 4 |
| Flush | fünf einer Farbe | K♦ B♦ 8♦ 5♦ 2♦ |
| Straße | fünf in Folge, gemischte Farben | 10 9 8 7 6 |
| Drilling | drei gleiche Werte | 5 5 5 K 2 |
| Zwei Paare | zwei verschiedene Paare | B B 4 4 A |
| Ein Paar | zwei gleiche Werte | 10 10 A 7 4 |
| Höchste Karte | nichts von alledem | A B 8 6 2 |
Jede Hand einer höheren Art schlägt jede niedrigere. Bei gleicher Art gewinnen die höheren Karten: zuerst die wichtigsten (Vierling, Drilling, höheres Paar …), dann die übrigen von oben. Sind alle fünf Werte gleich, herrscht Gleichstand und der Pot wird geteilt.
Wilde Karten: Jede 3 und jede 9 ist wild – sie darf jede beliebige Karte vertreten. Sie darf aber keine Karte ersetzen, die du schon hast (also kein zweites Herz-Ass), außer für einen Fünfling: 8 8 8 9 3 sind fünf Achten. Mit acht wilden Karten im Spiel sind große Hände normal – oft gewinnt erst ein Vierling oder mehr.
Setzen in Kürze
Alle gesetzten Chips kommen in den Pot in der Mitte. Vor jedem Geben zahlt jeder einen kleinen Grundeinsatz, das Ante (z. B. 1 Chip). Bist du in einer Setzrunde dran, kannst du:
- Checken (schieben) – nichts setzen, solange in dieser Runde noch niemand gesetzt hat.
- Setzen – Chips einzahlen.
- Mitgehen – so viel einzahlen, dass du mit dem höchsten Einsatz gleichziehst.
- Erhöhen – mitgehen und noch etwas drauflegen.
- Aussteigen (folden) – aufgeben: Du legst deine Karten verdeckt weg. Was du schon gesetzt hast, ist verloren.
Eine Setzrunde endet, wenn alle, die noch dabei sind, gleich viel eingezahlt haben. Legt vorher Grenzen fest, zum Beispiel: Einsätze und Erhöhungen von 1–5 Chips, höchstens drei Erhöhungen pro Runde.
Vorbereitung
- Alle bekommen gleich viele Chips. Bestimmt einen Geber; nach jedem Spiel gibt der linke Nachbar.
- Alle zahlen das Ante. Der Geber mischt und gibt reihum im Uhrzeigersinn, links beginnend, einzeln jedem zwei Karten verdeckt und eine Karte offen. Die verdeckten Karten schaust du dir an, zeigst sie aber niemandem.
Ablauf eines Spiels
- Erste Setzrunde. Es beginnt, wer mit seinen offenen Karten die beste Pokerkombination zeigt (wilde Karten zählen mit); bei Gleichstand der, der links vom Geber am nächsten sitzt. Dann geht es im Uhrzeigersinn weiter.
- 4., 5. und 6. Karte: Wer noch dabei ist, bekommt jeweils eine weitere Karte offen, danach jedes Mal eine Setzrunde.
- 7. Karte: Jeder bekommt eine letzte Karte verdeckt, dann folgt die letzte Setzrunde.
- Showdown: Wer noch dabei ist, deckt alle Karten auf und sucht sich die besten fünf aus. Die beste Hand gewinnt den Pot, gleich gute Hände teilen ihn.
Jede Setzrunde eröffnet, wer gerade die beste offene Hand hat – insgesamt gibt es fünf Setzrunden. Steigen alle bis auf einen aus, gewinnt dieser den Pot sofort, ohne seine Karten zu zeigen.
Die Sonderkarten
Offene 3 – zahlen oder Strike-out. Bekommst du eine 3 offen, musst du dich sofort entscheiden, bevor die nächste Karte gegeben wird: Entweder du zahlst den Pot – so viele Chips, wie gerade im Pot liegen –, dann ist die 3 für dich wild, oder du steigst aus. Eine verdeckte 3 ist einfach wild, ohne Kosten.
Offene 4 – der Walk. Bekommst du eine 4 offen, gibt dir der Geber sofort eine Extrakarte verdeckt, bevor er weitergibt. So kannst du am Ende acht, neun oder mehr Karten haben – du nutzt trotzdem nur die besten fünf. Eine verdeckte 4 bringt nichts.
Beispiel: Fünf Spieler zahlen je 1 Chip Ante; nach der ersten Setzrunde liegen 15 Chips im Pot. Als 4. Karte bekommt Anna die 3♣ offen. Sie hat eine 9 unter ihren verdeckten Karten, also zahlt sie den Pot – 15 Chips –, jetzt liegen 30 Chips drin. Danach bekommt Ben die 4♦ offen und sofort eine verdeckte Extrakarte. Im Showdown hat Anna K K 9 3 B 5 8 – zwei wilde Karten und zwei Könige ergeben einen Vierling Könige. Ben hat D D D 4 7 A 2 B, nur einen Drilling Damen. Anna gewinnt.
Spielende
Spielt so viele Runden, wie ihr wollt, oder bis zu einer vereinbarten Uhrzeit. Wer dann die meisten Chips hat, gewinnt; wer keine Chips mehr hat, scheidet aus.
Tipps für Einsteiger
- Ein Vierling ist hier nichts Besonderes. Setz nicht viel auf Straße oder Flush – bei so vielen wilden Karten gewinnen sie selten.
- Behalte deine 3er und 9er im Blick und zähl, wie viele schon offen liegen.
- Eine offene 3 in einem dicken Pot ist teuer. Zahl nur, wenn deine Hand schon stark ist.
- Achte auf offene 4er: Wer Extrakarten hat, ist gefährlich.
Varianten
Alles freiwillig – vorher absprechen.
- Ohne Zahlen oder Aussteigen: Eine offene 3 ist einfach wild. Oder nur die erste offene 3 muss gekauft werden, danach sind alle 3er gratis.
- Preisgrenze: Das Bezahlen des Pots wird auf einen festen Betrag begrenzt oder durch eine feste Zahlung ersetzt.
- Offene Extrakarte: Die Extrakarte für eine 4 kommt offen (so beschreibt es pagat.com).
- Verdeckte 4er: Auch eine verdeckte 4 bringt eine Extrakarte – sie wird beim Geben oder zu einem vereinbarten Zeitpunkt gezeigt.
- Walk kaufen: Die Extrakarte muss bezahlt werden (z. B. mit dem Höchsteinsatz); wer nicht zahlt, bleibt im Spiel, bekommt aber keine Karte.
- Football: 3er und 6er sind wild, eine offene 2 bringt eine Extrakarte.
- Woolworth: 5er und 10er sind wild.
- Rainy Day Baseball: Kommt die Pik-Dame offen, ist das Spiel „verregnet“ – neu geben, der Pot bleibt liegen.
Hintergrund & Geschichte
- Familie: Poker (Stud) – Seven-Card Stud mit wilden Karten und Kaufregel
- Herkunft: USA, Poker im privaten Kreis; spätestens Anfang der 1960er-Jahre gedruckt
- Auch bekannt als: Baseball Poker, Baseball Stud
- Ähnliche Spiele: Seven-Card Stud, No-Peek Baseball (Night Baseball), Football, Woolworth, Follow the Queen
Baseball ist ein Klassiker der amerikanischen Dealer’s-Choice-Runden: Wer gibt, bestimmt die Variante für sein Spiel – und wilde, ereignisreiche Spiele wie dieses sind besonders beliebt. Die Regeln folgen den Zahlen des Baseballs: drei Strikes und drei Outs (3er), neun Innings (9er) und vier Balls für einen „Walk“ (4er). Laut pagat.com ist es eine beliebte Hauspoker-Variante auf Grundlage von Seven-Card Stud.
Ein Erfinder oder ein Datum ist nicht bekannt. Das Spiel steht in den Regelbüchern des 20. Jahrhunderts: Die englische Wikipedia beruft sich auf Hoyle’s Rules of Games von Albert Morehead und Geoffrey Mott-Smith sowie auf Irwin Steigs Common Sense in Poker (1963). Steig nannte es eine von Puristen verachtete Stud-Form, aber die erste Wahl für Geber, die „sprühende Action und große Pots“ wollen – und bei vielen Spielern brauche man meist mindestens einen Vierling zum Gewinnen.
Wie bei den meisten Hausspielen unterscheiden sich die Einzelheiten von Tisch zu Tisch. Die hier beschriebenen Regeln nach Hoyle lassen eine offene 3 den ganzen Pot kosten und geben für eine offene 4 eine verdeckte Extrakarte; pagat.com führt das Bezahlen als Variante und gibt die Extrakarte offen. Bicycle beschreibt eine kürzere Fassung mit nur fünf Karten (eine verdeckt, vier offen). Verwandte Spiele tauschen die Sonderwerte aus – Football (3er und 6er wild, Extrakarte für eine 2) und Woolworth (5er und 10er wild) –, und Night Baseball bzw. No-Peek Baseball verbindet die Baseball-Karten mit dem blinden Aufdecken von No Peek.