Stichvermeidungsspiel · Spiel 58 von 388 ♣
Black Maria
Hearts mit Biss – weich der Pik-Dame aus und hüte dich auch vor ihrem König und ihrem Ass.
- Spieler
- 3–6
- Dauer
- 30 Min.
- Alter
- ab 8
- Anspruch
- leicht
- Karten
- 52 Karten, ohne Joker (zu 3, 5 oder 6: ein paar kleine Karten raus)
- Können – Glück
- KönnenGlück
- Jeder für sich – Viel Interaktion
- Jeder für sichViel Interaktion
- Einfach – Komplex
- EinfachKomplex
- Schnell – Lang
- SchnellLang
Stimmung lebhaftin 5 Minuten gelernt
Sammlungen: Spiele für drei · Spiele für vier · Spiele für fünf · Spiele für sechs und mehr · Spiele für Kinder
Punkteblock
Partien werden in diesem Browser auf diesem Gerät gespeichert.
Ausführliche Regeln
Überblick
Black Maria ist der britische Verwandte von Hearts: ein Stichvermeidungsspiel, bei dem du bestimmte Karten nicht bekommen willst. Ein Stich besteht aus je einer Karte aller Spieler; die höchste Karte der ausgespielten Farbe gewinnt alle. Jedes Herz, das du bekommst, kostet einen Strafpunkt – und die drei höchsten Pik-Karten viel mehr: die Pik-Dame (die „Black Maria“) 13, der Pik-König 10 und das Pik-Ass 7. Nach einer vereinbarten Zahl von Spielen gewinnt, wer die wenigsten Punkte hat.
- Spieler: 3 bis 6; am besten zu dritt.
- Du brauchst: ein normales 52er-Blatt ohne Joker, Papier und Stift.
Vorbereitung
In jeder Farbe gilt von hoch nach niedrig: A K D B 10 9 8 7 6 5 4 3 2. Es gibt keinen Trumpf.
- Karten aussortieren, damit jeder gleich viele bekommt:
| Spieler | Heraus kommt | Karten je Spieler |
|---|---|---|
| 3 | Kreuz-2 | 17 |
| 4 | – | 13 |
| 5 | Kreuz-2, Karo-2 | 10 |
| 6 | Kreuz-2, Kreuz-3, Karo-2, Pik-2 | 8 |
- Geben: Bestimmt einen ersten Geber. Er mischt und verteilt alle Karten einzeln und verdeckt im Uhrzeigersinn, beginnend links. Danach gibt reihum der linke Nachbar.
Karten weitergeben
Schau dir deine Karten an, such dir drei beliebige Karten aus und gib sie verdeckt an deinen rechten Nachbarn. Die drei Karten, die du bekommst, darfst du erst aufnehmen, nachdem du deine eigenen weitergegeben hast.
So wirst du gefährliche Karten los – etwa die Pik-Dame oder hohe Herzen. Aber denk dran: Du gibst sie deinem Nachbarn, und der revanchiert sich vielleicht im nächsten Spiel.
Das Spiel
- Der Spieler links vom Geber spielt zum ersten Stich aus. Er darf jede Karte ausspielen – auch Herz, und zwar jederzeit.
- Die anderen legen reihum im Uhrzeigersinn je eine Karte dazu. Es gilt Bedienpflicht: Du musst die ausgespielte Farbe legen, wenn du sie hast. Sonst darfst du jede Karte legen – deine Chance, einem anderen eine Strafkarte unterzuschieben.
- Die höchste Karte der ausgespielten Farbe gewinnt den Stich. Karten anderer Farben gewinnen nie.
- Wer den Stich gewinnt, legt ihn verdeckt vor sich und spielt zum nächsten aus.
Beispiel: Drei Spieler. Anna spielt Pik-9 aus. Ben legt die Pik-Dame – er hat kein anderes Pik. Carla legt den Pik-König und gewinnt den Stich – das sind 23 Strafpunkte (König 10 + Dame 13). Ben ist die Dame sicher losgeworden, weil Carla bedienen musste.
Abrechnung
Wenn alle Karten gespielt sind, zählt jeder die Strafkarten in seinen Stichen:
| Karte | Strafpunkte |
|---|---|
| Jedes Herz | 1 |
| Pik-Ass | 7 |
| Pik-König | 10 |
| Pik-Dame (Black Maria) | 13 |
In jedem Spiel gibt es zusammen 43 Strafpunkte. Schreibt die Punkte jedes Spielers auf und zählt sie fortlaufend zusammen.
Beispiel: Nach einem Spiel hat Anna drei Herzen und das Pik-Ass (10 Punkte), Ben acht Herzen (8), Carla zwei Herzen, Pik-König und Pik-Dame (25). 10 + 8 + 25 = 43.
Spielende
Spielt eine vereinbarte Zahl von Spielen – am besten ein Vielfaches der Spielerzahl, damit jeder gleich oft gibt (zu dritt etwa 9 oder 12). Wer die wenigsten Punkte hat, gewinnt.
Tipps für Einsteiger
- Halte Pik-Ass oder Pik-König nicht ohne kleine Pik zum Schutz – sonst gewinnen sie einen Pik-Stich und fangen vielleicht noch die Dame.
- Frei in einer Farbe zu sein (keine Karte davon zu haben) ist Gold wert: Wird sie ausgespielt, kannst du Strafkarten abwerfen. Wer eine kurze Farbe komplett weitergibt, macht sich frei.
- Bist du in Pik sicher, spiel kleine Pik aus, um die Dame herauszulocken.
- Achte darauf, welche Strafkarten schon gefallen sind – gegen Ende ist oft klar, wer den Rest schlucken muss.
Varianten
- Nach links: Manche geben die drei Karten nach links statt nach rechts weiter.
- Herz brechen: Manche erlauben Herz erst auszuspielen, wenn schon ein Herz auf eine andere Farbe abgeworfen wurde.
- Bis 100: Statt einer festen Zahl von Spielen endet die Partie, sobald jemand 100 Punkte hat; die wenigsten Punkte gewinnen.
- Einfache Black Maria: Nur Herzen (je 1) und Pik-Dame (13) zählen – wie Hearts, aber nach rechts weitergeben und Herz jederzeit ausspielen.
- Dirty Lady: Nach links weitergeben, die Pik-Dame darf nicht weitergegeben werden, und hohe Herzen kosten mehr: Herz-Ass 5, -König 4, -Dame 3, -Bube 2, alle anderen 1.
Hintergrund & Geschichte
- Familie: Stichvermeidungsspiel (Hearts-Familie)
- Herkunft: Großbritannien, vermutlich um den Ersten Weltkrieg
- Auch bekannt als: Grüne Minna, Slippery Anne, Dirty Lady (Variante)
- Ähnliche Spiele: Hearts, Black Lady, Omnibus Hearts, Spot Hearts
Black Maria ist die britische Form von Hearts. Wie Hearts ist es ein Stichvermeidungsspiel: Statt Stiche zu gewinnen, versucht man, die Stiche mit Strafkarten zu vermeiden. Typisch sind das Weitergeben von drei Karten nach rechts, dass Herz jederzeit ausgespielt werden darf, und die zusätzlichen Strafpunkte für Pik-König und Pik-Ass neben der Dame. Die deutsche Wikipedia nennt es auch Grüne Minna.
Laut der englischen Wikipedia behauptete der englische Ökonom und Bridge-Autor Hubert Phillips, das Spiel im Ersten Weltkrieg erfunden zu haben. Gedruckt erschienen die Regeln erstmals 1939 in The Complete Book of Card Games von Phillips und B. C. Westall, die es das beste aller Spiele zu dritt nannten; später nahm es der Penguin Hoyle (1958) auf. Der Name meint die Pik-Dame.
Laut pagat.com unterscheiden sich Regeln und Punktwerte: Manche spielen nur mit Herzen und Pik-Dame als Strafkarten, andere mit abgestuften Werten für die Herzen. Das finnische Musta Maija („Schwarze Maria“) ist ein ganz anderes Spiel – gemeinsam ist beiden nur, dass niemand die Pik-Dame haben will.