Rommé-Spiel · Spiel 113 von 388 ♥
Chinchón
Das spanische Rommé mit sieben Karten – kombiniere deine Hand, schließ vor den anderen und träum von der Siebener-Folge, die sofort gewinnt.
- Spieler
- 2–8
- Dauer
- 45 Min.
- Alter
- ab 10
- Anspruch
- mittel
- Karten
- 40 Karten (ohne 8–10)
- Können – Glück
- KönnenGlück
- Jeder für sich – Viel Interaktion
- Jeder für sichViel Interaktion
- Einfach – Komplex
- EinfachKomplex
- Schnell – Lang
- SchnellLang
Stimmung entspanntin 5 Minuten gelernt
Sammlungen: Spiele für zwei · Spiele für drei · Spiele für vier · Spiele für fünf · Spiele für sechs und mehr
Punkteblock
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Ausführliche Regeln
- Überblick
- Die Karten
- Kombinationen
- Vorbereitung
- Ein Spielzug
- Schließen
- Chinchón
- Nach dem Schließen
- Abrechnung
- Partieende
- Tipps für Einsteiger
- Varianten
Überblick
Chinchón ist das beliebteste Rommé-Spiel in Spanien, Argentinien und Uruguay. Jeder hat nur sieben Karten auf der Hand und versucht, sie zu Sätzen und Folgen zu ordnen. Ist deine Hand (fast) fertig, schließt du das Spiel; dann schreiben alle ihre nicht kombinierten Karten als Minuspunkte auf. Wer über 100 kommt, scheidet aus – wer als Letzter übrig bleibt, gewinnt. Und wer eine Folge aus allen sieben Karten einer Farbe schafft – einen Chinchón –, gewinnt sofort die ganze Partie.
- Spieler: 2 bis 8, jeder spielt für sich. Bis zu viert mit einem Blatt, zu fünft bis acht mit zwei.
- Du brauchst: ein 52er-Blatt (ab fünf Spielern zwei) sowie Stift und Papier zum Aufschreiben.
Die Karten
Nimm alle 8er, 9er und 10er sowie die Joker heraus. Gespielt wird mit 40 Karten. Die Reihenfolge von unten nach oben:
A 2 3 4 5 6 7 B D K
Weil 8er, 9er und 10er fehlen, liegen 7 und Bube direkt nebeneinander: 6♥ 7♥ B♥ ist eine Folge. Das Ass ist immer die niedrigste Karte, der König immer die höchste – K-A-2 ist keine Folge.
Jede Karte hat einen Punktwert, der gegen dich zählt, wenn sie übrig bleibt:
| Karte | Punkte |
|---|---|
| A | 1 |
| 2 bis 7 | Augenzahl |
| B | 8 |
| D | 9 |
| K | 10 |
Kombinationen
Eine Kombination ist eine Gruppe aus mindestens drei zusammengehörenden Karten:
- Satz: 3 oder 4 Karten mit gleichem Wert in verschiedenen Farben, z. B. D♠ D♥ D♣.
- Folge: 3 oder mehr aufeinanderfolgende Karten derselben Farbe, z. B. 5♦ 6♦ 7♦ B♦.
Jede Karte kann immer nur zu einer Kombination gehören.
Vorbereitung
- Richtung: In Spanien wird nach rechts (gegen den Uhrzeigersinn) gegeben und gespielt.
- Geber: Der erste Geber wird ausgelost. Nach jedem Spiel gibt der rechte Nachbar.
- Austeilen: Der Geber mischt und gibt jedem einzeln 7 Karten verdeckt. Das ist deine Hand – niemand darf sie sehen.
- Ablagestapel: Die nächste Karte kommt offen in die Mitte und beginnt den Ablagestapel. Der Rest liegt verdeckt daneben als Ziehstapel.
Ein Spielzug
Der Spieler rechts vom Geber fängt an. Wenn du dran bist:
- Ziehen: Nimm die oberste Karte vom Ziehstapel oder vom Ablagestapel. Jetzt hast du 8 Karten.
- Ablegen: Leg eine Karte offen auf den Ablagestapel, sodass du wieder 7 hast – oder schließe (siehe unten).
Anders als bei den meisten Rommé-Spielen legt während des Spiels niemand Karten auf den Tisch: Alle Kombinationen bleiben auf der Hand, bis jemand schließt.
Ist der Ziehstapel leer, bleibt die oberste Karte des Ablagestapels offen liegen; der Rest wird gemischt und ist der neue Ziehstapel.
Schließen
Statt normal abzulegen, darfst du das Spiel schließen. Leg deine achte Karte verdeckt auf den Ablagestapel – ihr Wert zählt nicht – und deck deine sieben Karten nach Kombinationen geordnet auf. Schließen darfst du nur, wenn eins davon zutrifft:
- Alle sieben Karten sind kombiniert – ein Satz oder eine Folge aus 4 und eine aus 3, oder eine Folge aus 7.
- Sechs Karten sind kombiniert (zwei Dreier-Kombinationen oder eine Folge aus 6), und die siebte Karte ist höchstens 4 wert (A, 2, 3 oder 4).
In der ersten Runde eines Spiels darf niemand schließen: Jeder muss mindestens einmal dran gewesen sein.
Beispiel: Anna zieht und hat jetzt D♥ D♠ D♣, 5♦ 6♦ 7♦, 3♥ und K♠. Sie legt den K♠ verdeckt auf den Ablagestapel und zeigt ihre zwei Kombinationen und die 3♥. Sie hat mit 3 Punkten geschlossen.
Chinchón
Ein Chinchón ist eine Folge aus allen sieben Karten einer Farbe, z. B. A♣ 2♣ 3♣ 4♣ 5♣ 6♣ 7♣ oder 4♥ 5♥ 6♥ 7♥ B♥ D♥ K♥. Wer mit einem Chinchón schließt, gewinnt sofort die Partie, egal wie die Punkte stehen.
Nach dem Schließen
Reihum, vom Schließenden aus, legen die anderen ihre Kombinationen offen hin. Dann dürfen sie nicht kombinierte Karten anlegen: an Kombinationen, die schon auf dem Tisch liegen – die des Schließenden oder die anderer Spieler –, solange sie richtig bleiben. An 5♦ 6♦ 7♦ passt die 4♦ oder der B♦.
Hatte der Schließende alle sieben Karten kombiniert, darf niemand an seine Kombinationen anlegen.
Abrechnung
Jeder zählt die Karten zusammen, die er weder kombinieren noch anlegen konnte, und schreibt sie als Minuspunkte auf.
- Der Schließende schreibt den Wert seiner übrigen Karte auf, oder −10 (10 werden abgezogen), wenn alle sieben Karten kombiniert waren.
- Ein Chinchón beendet die Partie sofort.
Beispiel: Anna hat mit der 3♥ geschlossen. Ben zeigt 5♣ 5♥ 5♠ und legt seine 4♦ an Annas Folge an. Übrig bleiben K♦ 2♥ A♥ = 10 + 2 + 1 = 13. Carla hat keine einzige Kombination und zählt alle Karten: 2♠ 3♣ 6♥ 7♣ B♠ K♥ K♣ = 46. Anna schreibt 3 auf.
Partieende
Schreibt für jeden Spieler die Summe mit. Sobald deine Summe über 100 steigt, bist du raus.
Wiedereinstieg: Wer raus ist, darf sich wieder einkaufen (spanisch reenganche) und spielt mit derselben Punktzahl wie der höchste Stand der noch Mitspielenden weiter. Sind nur noch zwei Spieler übrig, ist das nicht mehr erlaubt. Macht vorher aus, wie oft jeder wieder einsteigen darf – oft nur einmal.
Es gewinnt, wer als Letzter übrig bleibt – oder wer mit einem Chinchón schließt. Kommen alle anderen im selben Spiel über 100, hat der Übriggebliebene sofort gewonnen.
Tipps für Einsteiger
- Setz auf niedrige Karten. Asse, Zweien und Dreien kosten wenig und eignen sich gut zum Schließen.
- Keine Könige und Damen horten. Ein einsamer König kostet 10 Punkte, wenn jemand vor dir schließt.
- Schließ früh, wenn du kannst. Auf −10 oder einen Chinchón zu warten ist verlockend, aber jeder Zug gibt den anderen die Chance, zuerst zu schließen.
- Achte darauf, was die anderen vom Ablagestapel nehmen – und leg ihnen nicht die Karte hin, die sie brauchen.
Varianten
Alles optional – vorher absprechen.
- Joker: Die zwei Joker kommen als wilde Karten dazu und können jede Karte ersetzen. Jede Kombination braucht mindestens zwei echte Karten. Eine Siebener-Folge mit Joker ist kein Chinchón und gewinnt nicht: Schließen damit bringt −50 mit einem Joker und −25 mit zwei. Manche spielen stattdessen mit dem A♦ als einziger wilder Karte.
- Fünf Punkte: Nach den Regeln des spanischen Kartenherstellers Fournier darfst du schließen, sobald deine übrigen Karten zusammen höchstens 5 zählen.
- Kürzere Partie: bis 70 statt 100.
- 48 Karten: 8er und 9er bleiben drin, nur die 10er kommen heraus. B, D und K zählen dann 10, 11 und 12.
- Zwei Blätter für 5–8 Spieler: Mischt zwei 40er-Blätter zusammen.
Hintergrund & Geschichte
- Familie: Rommé-Spiel (Ziehen, Ablegen, Schließen mit kombinierter Hand)
- Herkunft: wahrscheinlich Spanien (nicht belegt); weit verbreitet in Argentinien, Uruguay und anderen spanischsprachigen Ländern
- Auch bekannt als: Chinchorro (Teile Spaniens), Txintxon (Baskisch), Rabino (Aragonien), Conga (Uruguay und Teile Argentiniens), Golpeado (peruanische Variante)
- Ähnliche Spiele: Gin Rommé, Conquian, Rummy, Rommé, Canasta
Chinchón wird unter anderem in Spanien, Argentinien, Uruguay, Paraguay, Kolumbien, Mexiko und auf den Kapverden gespielt. Die spanische und die englische Wikipedia beschreiben es als nahen Verwandten des Gin Rommé: Wie dort bleiben die Kombinationen auf der Hand, bis jemand das Spiel beendet; danach legen die anderen ihre losen Karten an und zählen den Rest. Die spanische Wikipedia vermutet, der Name chinchón könnte sogar vom Wort „Gin“ kommen – belegt ist das nicht, und die frühe Geschichte des Spiels ist nicht dokumentiert.
Der spanische Kartenhersteller Fournier, der die Regeln auf seiner Website veröffentlicht, zählt Chinchón zur großen Familie der Spiele, bei denen man die Karten auf der Hand schneller kombinieren muss als die Gegner – neben Rummy, Remigio und Canasta. Laut pagat.com beschreibt Juan Capagorrys Buch El juego es cosa seria (1979) Chin-Chon und die Spielart Conga unter den Spielen Uruguays. Die Regeln schwanken von Region zu Region stark – bei der Grenze fürs Schließen, den wilden Karten und der Wertung –, deshalb sprecht die Einzelheiten vorher ab.
Traditionell spielt man mit dem spanischen Blatt zu 40 Karten in den Farben Münzen, Becher, Schwerter und Stäbe (oros, copas, espadas, bastos), mit den Zahlen 1–7 und den Bildkarten Sota (Bube), Caballo (Reiter) und Rey (König). Sie entsprechen Bube, Dame und König des 52er-Blatts und zählen 8, 9 und 10. Viele spielen mit wilden Karten – zwei Jokern oder dem Münz-Ass (im 52er-Blatt das A♦). Manche nehmen auch das spanische 48er-Blatt mit 8ern und 9ern.