Kampfkartenspiel · Spiel 163 von 388 ♠
Cuttle
Wer zuerst 21 Punkte hat, gewinnt – doch der Gegner sprengt, klaut und versenkt deine Karten. Jede Karte ist eine Waffe.
- Spieler
- 2
- Dauer
- 15 Min.
- Alter
- ab 10
- Anspruch
- mittel
- Karten
- 52 Karten, ohne Joker
- Können – Glück
- KönnenGlück
- Jeder für sich – Viel Interaktion
- Jeder für sichViel Interaktion
- Einfach – Komplex
- EinfachKomplex
- Schnell – Lang
- SchnellLang
Stimmung konzentriert
Platz 4 in Die besten Spiele zu zweitPlatz 3 in Schnelle Spiele
Sammlungen: Spiele für zwei · Ohne Punkteblatt
Ausführliche Regeln
- Überblick
- Vorbereitung
- Spielablauf
- Punktkarten
- Einmalkarten
- Dauerkarten
- Wer gewinnt?
- Tipps für Einsteiger
- Varianten
Überblick
Cuttle ist ein Duell für zwei. Du legst Punktkarten vor dir aus und willst als Erster 21 Punkte erreichen. Aber fast jede Karte ist auch eine Waffe: Damit zerstörst, klaust oder verhinderst du die Karten deines Gegners. Cuttle gilt als Urahn von Sammelkartenspielen wie Magic: The Gathering – nur mit einem ganz normalen Kartenspiel.
- Spieler: genau 2.
- Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten, ohne Joker.
Vorbereitung
- Bestimmt einen Geber. Er mischt und gibt einzeln und verdeckt sich selbst 6 Karten und dem Gegner 5 Karten. Das ist eure Hand – zeig sie nicht her.
- Der Rest kommt verdeckt als Ziehstapel in die Mitte. Daneben entsteht der Schrottstapel: ein offener Ablagestapel für Karten, die aus dem Spiel sind.
- Wer nicht gegeben hat, beginnt. Danach seid ihr abwechselnd dran.
Spielablauf
Bist du dran, machst du genau eins davon:
- Ziehen: die oberste Karte vom Ziehstapel nehmen. Du darfst beliebig viele Karten auf der Hand haben.
- Eine Punktkarte (A–10) offen vor dir auslegen.
- Eine Punktkarte des Gegners versenken.
- Eine Einmalkarte ausspielen: Ihre Wirkung tritt einmal ein, danach kommt sie auf den Schrottstapel.
- Eine Dauerkarte ausspielen: Sie bleibt liegen und wirkt weiter.
Ist der Ziehstapel leer, darfst du stattdessen auch passen. Wird dreimal direkt hintereinander gepasst (zum Beispiel du, dein Gegner, du), endet das Spiel unentschieden.
Punktkarten
Die Karten A bis 10 kannst du als Punktkarten offen vor dir auslegen. Sie zählen A = 1, 2 = 2 … 10 = 10. Dein Punktestand ist die Summe aller Punktkarten auf deiner Seite.
Versenken: Stattdessen kannst du mit einer Punktkarte aus deiner Hand eine Punktkarte des Gegners zerstören. Deine Karte muss höher sein oder gleich hoch mit höherer Farbe. Die Farben von niedrig nach hoch: ♣ ♦ ♥ ♠. Beide Karten kommen auf den Schrottstapel.
Beispiel: Dein Gegner hat Herz-7 ausliegen. Du kannst sie mit einer 8, 9 oder 10 versenken – oder mit der Pik-7, aber nicht mit der Karo-7.
Einmalkarten
Statt Punkte zu machen, kannst du A–7 und 9 als Einmalkarten spielen. Leg die Karte auf den Schrottstapel und führ ihre Wirkung aus:
| Karte | Wirkung |
|---|---|
| A | Alle Punktkarten auf dem Tisch auf den Schrottstapel – deine und die des Gegners. |
| 2 | Eine Dauerkarte deiner Wahl verschrotten – oder eine Einmalkarte verhindern (siehe unten). |
| 3 | Den Schrottstapel durchsehen und eine Karte deiner Wahl auf die Hand nehmen. |
| 4 | Dein Gegner wirft zwei Karten seiner Wahl aus der Hand auf den Schrottstapel. Hat er nur eine, wirft er sie ab; hat er keine, passiert nichts. |
| 5 | Zwei Karten vom Ziehstapel ziehen (nur noch eine: diese). |
| 6 | Alle Dauerkarten auf dem Tisch verschrotten – deine und die des Gegners. |
| 7 | Die oberste Karte des Ziehstapels aufdecken und sofort spielen, egal wie – auch wenn es dir schadet. Geht das nicht, kommt sie auf den Schrottstapel. Bei leerem Ziehstapel nicht als Einmalkarte spielbar. |
| 9 | Eine Dauerkarte zurück auf die Hand des Spielers, dem sie gehört. |
Verhindern mit der 2: Spielt dein Gegner eine Einmalkarte, darfst du sofort eine 2 aus deiner Hand auf den Schrottstapel werfen – auch wenn du nicht dran bist. Die Einmalkarte wirkt dann nicht und kommt ebenfalls auf den Schrottstapel. Dein Gegner kann deine 2 wiederum mit einer eigenen 2 verhindern, und so weiter: Wurde insgesamt eine gerade Zahl von 2ern gespielt, wirkt die Einmalkarte doch.
Dauerkarten
8, B, D und K kannst du als Dauerkarten offen auslegen. Sie bleiben liegen, bis etwas sie entfernt. (Die 8 kannst du auch als Punktkarte spielen.)
| Karte | Wirkung |
|---|---|
| 8 | Quer vor dich legen (die „Brille“): Dein Gegner spielt mit offener Hand. |
| B | Auf eine Punktkarte des Gegners legen und beide auf deine Seite holen: Die Karte zählt jetzt für dich. |
| D | Deine übrigen Karten auf dem Tisch sind geschützt vor Karten, die eine einzelne Karte treffen (2, 9, B). |
| K | Du brauchst weniger Punkte zum Sieg (siehe unten). |
Mehr zum Buben: Eine Punktkarte kann hin und her gestohlen werden, indem weitere Buben darauf kommen – der oberste Bube entscheidet, wem sie gehört. Wird die Punktkarte verschrottet (durch ein Ass oder durch Versenken), kommen alle Buben darauf mit auf den Schrottstapel. Wird ein Bube von einer Punktkarte entfernt – durch eine 2 oder 6 verschrottet oder durch eine 9 auf die Hand zurückgeschickt –, entscheidet der oberste noch darauf liegende Bube, wem sie gehört; liegt keiner mehr darauf, geht sie an den zurück, der sie zuerst ausgelegt hat. Eine 6 gibt also jede gestohlene Punktkarte ihrem ersten Besitzer zurück.
Mehr zur Dame: Gegen Karten, die alles treffen (A, 6), und gegen Versenken schützt die Dame nicht.
Wer gewinnt?
Du gewinnst sofort, sobald deine Punktkarten zusammen mindestens 21 ergeben. Jeder König vor dir senkt dieses Ziel:
| Könige | Nötige Punkte |
|---|---|
| 0 | 21 |
| 1 | 14 |
| 2 | 10 |
| 3 | 7 |
| 4 | 5 |
Beispiel: Du hast einen König und Punktkarten 6 + 5 = 11. Jetzt legst du die Karo-3 als Punktkarte: 14 Punkte – gewonnen!
Tipps für Einsteiger
- Wirf nicht jede Karte als Punkte hin: Ein Ass kann einen großen Vorsprung auf einen Schlag vernichten.
- Behalte möglichst eine 2 auf der Hand – sie ist die einzige Karte, die du im Zug des Gegners spielen darfst.
- Ein König ist oft mehr wert als eine 10: Er senkt dein Ziel um 7 Punkte.
- Bevor du einen Buben spielst: Hat dein Gegner eine Dame? Dann sind seine Punktkarten geschützt.
- Merk dir, was auf dem Schrottstapel liegt – dann weißt du, welche Gefahren noch im Spiel sind.
Varianten
Alles freiwillig – vorher absprechen.
- Blind abwerfen: Bei der 4 mischt dein Gegner seine Hand, und du ziehst die zwei Karten blind.
- Handkartenlimit (cuttle.cards): Die Regeln für Online-Turniere erlauben höchstens 8 Karten auf der Hand. Außerdem ändern sie einige Karten, zum Beispiel: Eine von einer 9 zurückgeschickte Karte darf im nächsten Zug nicht gleich wieder gespielt werden, und mit 4 Königen gewinnt man sofort.
- Cutthroat: Version für drei Spieler mit niedrigerem Ziel (14 Punkte) und höchstens 7 Karten auf der Hand.
- Team-Cuttle: Vier Spieler in zwei Teams, Partner sitzen sich gegenüber; erreicht einer der beiden das Ziel, gewinnt das Team.
Hintergrund & Geschichte
- Familie: Kampfkartenspiel (Punkte aufbauen, die Karten des Gegners angreifen)
- Herkunft: Nordamerika; gespielt spätestens seit den 1970er-Jahren
- Auch bekannt als: –
- Ähnliche Spiele: Cutthroat (für drei), Team-Cuttle; Sammelkartenspiele wie Magic: The Gathering
Cuttle ist ein Kampfkartenspiel: Man macht keine Stiche und legt keine Kombinationen ab, sondern spielt Karten vor sich aus und greift die Karten des Gegners direkt an. Laut pagat.com und der englischen Wikipedia ist es wahrscheinlich das früheste Spiel dieser Art mit einem gewöhnlichen Kartenspiel. Oft wird es mit Sammelkartenspielen wie Magic: The Gathering verglichen, das erst viel später (1993) erschien. Wie alt Cuttle wirklich ist, weiß man nicht – gespielt wird es mindestens seit den 1970er-Jahren.
Die ersten bekannten schriftlichen Regeln sind eine inoffizielle FAQ von Richard Sipie, die im Jahr 2000 online erschien. Laut Wikipedia hat John McLeod die Regeln 2015 auf pagat.com ausgebaut und die Begriffe vereinheitlicht – etwa „one-off“ (Einmalkarte), „permanent“ (Dauerkarte) und „scuttle“ (versenken). Geholfen haben ihm Michael Pearson und Greg Pallis, der laut pagat.com 2009 das Cuttle-Turnier der Mind Sports Olympiad gewann.
Seit 2022 gibt es die Website cuttle.cards von Ryan Emberling mit Onlinespiel und Turnieren. Ihre Gemeinschaft hat leicht veränderte Regeln entwickelt (etwa ein Limit von 8 Handkarten) sowie das Spiel Cutthroat für drei und eine Teamversion für vier. Die Regeln hier folgen pagat.com; die Änderungen von cuttle.cards stehen bei den Varianten.