Kartenspielregeln

Fischspiel · Spiel 141 von 388 ♦

Escoba

Das spanische Rechenspiel – spiel eine Karte, die mit dem Tisch 15 ergibt, räum ihn für eine Escoba ganz ab und schnapp dir die 7♦.

Spieler
2–4
Dauer
20 Min.
Alter
ab 7
Anspruch
leicht
Karten
40 Karten (ohne 8–10)
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung lebhaftin 5 Minuten gelernt

Sammlungen: Spiele für zwei · Spiele für drei · Spiele für vier · Spiele für Kinder · Partnerspiele

Kurzregeln

  • Ziel: zuerst 21 Punkte – für Karten, Karo, 7♦, Siebenen und Escobas. 2–4 Spieler oder 2 Parteien.
  • Karten: 40 (ohne 8–10). B = 8, D = 9, K = 10. Gespielt wird nach rechts.
  • Geben: je 3, 4 offen auf den Tisch. Summe 15 oder 30: Geber nimmt sie, 1 oder 2 Escobas. Hand leer: je 3 nach, nichts auf den Tisch.
  • Zug: eine beliebige Karte spielen. Ergibt sie mit Tischkarten genau 15, musst du sie nehmen.
  • Tisch leer = Escoba (1 Punkt): Karte quer legen.
  • Ende: Wer zuletzt sticht, bekommt den Rest (keine Escoba). Abrechnen; das Geben wandert nach rechts.

Spickzettel

Setenta-Rang Karte
1 (beste) 7
2 6
3 A
4 5
5–7 4, 3, 2
8 B D K

Je 1 Punkt

  • Meiste Karten, meiste Karo, die 7♦.
  • Setenta: beste Karte je Farbe vergleichen, beste gegen beste – meist gewinnen mehr Siebenen; gleich viele: die nächstbesten Karten entscheiden.
  • Jede Escoba (Tisch abgeräumt), auch die 15 des Gebers beim Austeilen.
  • Gleichstand (z. B. 20 : 20 Karten, 5 : 5 Karo): niemand bekommt den Punkt.
  • Partie: bis 21. Beide über 21: die höhere Zahl gewinnt; Gleichstand: noch eine Runde.
  • Mehrere Wege zur 15: du wählst einen.
  • Kontrolle: Am Ende bleiben immer 10, 25, 40 oder 55 auf dem Tisch.

Punkteblock

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Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Die Karten
  3. Vorbereitung
  4. Ein Zug
  5. Escoba – der Besen
  6. Weitere Runden
  7. Ende einer Runde
  8. Abrechnung
  9. Partieende
  10. Tipps für Einsteiger
  11. Varianten

Überblick

Escoba ist der spanische Vetter des italienischen Scopa und ein prima Spiel zum Kopfrechnen. Es ist ein Fischspiel: Mit einer Karte aus deiner Hand stichst du Karten, die offen auf dem Tisch liegen – aber nur, wenn deine Karte und die genommenen Karten zusammen genau 15 ergeben. Punkte gibt es für die meisten Karten, die meisten Karo, die 7♦ und die besten Siebenen – und für jede Escoba („Besen“), wenn du den Tisch leerfegst. Wer zuerst 21 Punkte hat, gewinnt.

  • Spieler: 2 oder 3, jeder für sich, oder 4 – einzeln oder in zwei Parteien (Partner sitzen sich gegenüber).
  • Du brauchst: ein 52er-Blatt sowie Stift und Zettel zum Aufschreiben.

Die Karten

Nimm alle 8er, 9er und 10er sowie die Joker heraus. Gespielt wird mit 40 Karten. Zum Stechen hat jede Karte einen Wert:

Karte Wert
A 1
2 bis 7 Augenzahl
B 8
D 9
K 10

Die Farben zählen nur bei der Abrechnung: Karo ist besonders, und die 7♦ ist die wertvollste Einzelkarte.

Vorbereitung

  1. Geber und Richtung: Jeder zieht eine Karte, die niedrigste gibt zuerst. In Spanien wird nach rechts (gegen den Uhrzeigersinn) gegeben und gespielt.
  2. Austeilen: Der Geber mischt, der Spieler links von ihm hebt ab, und der Geber gibt jedem 3 Karten verdeckt. Dann legt er 4 Karten offen auf den Tisch.
  3. Glücksfall: Ergeben die vier Tischkarten zusammen genau 15, nimmt der Geber sie sofort und bekommt eine Escoba. Ergeben sie 30, nimmt er sie und bekommt zwei Escobas.
  4. Der Rest bleibt als verdeckter Stapel beim Geber. Jeder Spieler (bzw. jede Partei) legt seine gestochenen Karten verdeckt auf einen eigenen Stapel.

Nach dem Geben (zu zweit) sieht der Tisch so aus:

Gegner30ZiehstapelA♠A♠♠3♥3♥♥4♣4♣♣7♦7♦♦Tisch4♥D♠2♦2♦♦Deine Hand
Escoba: der Tisch nach dem Geben

Ein Zug

Der Spieler rechts vom Geber beginnt, dann geht es reihum nach rechts. Wenn du dran bist, spielst du eine Karte offen aus:

  • Stechen: Ergibt deine Karte mit einer oder mehreren Tischkarten genau 15, nimmst du diese Tischkarten zusammen mit deiner Karte. Gibt es mehrere Möglichkeiten, suchst du dir eine aus.
  • Nichts zu holen: Deine Karte bleibt offen bei den anderen auf dem Tisch liegen.

Du darfst jede beliebige Karte ausspielen, auch eine, die nichts sticht. Aber wenn die gespielte Karte 15 ergeben kann, musst du stechen. Die gestochenen Karten kommen verdeckt auf deinen Stapel.

Beispiel: Auf dem Tisch liegen A♠ · 3♥ · 4♣ · 7♦. Du spielst eine 4. Du kannst 4♣ + 7♦ nehmen (4 + 4 + 7 = 15) oder A♠ + 3♥ + 7♦ (4 + 1 + 3 + 7 = 15) – du hast die Wahl und bekommst in jedem Fall die 7♦. Spielst du eine Dame (9), bräuchtest du 6 vom Tisch – das ergibt keine Kombination, also bleibt deine Dame einfach liegen.

4♥4♥♥Duspielst4♣7♦7♦♦4 + 4 +7 = 15A♠3♥7♦7♦♦4 + 1 +3 + 7 =15
Escoba: eine 4 – zwei Wege zur 15

Escoba – der Besen

Nimmst du mit einem Stich alle Karten vom Tisch, hast du eine Escoba gemacht: 1 Punkt. Leg deine Karte offen und quer in deinen Stapel, damit du sie später zählen kannst. Der Nächste muss dann eine Karte auf den leeren Tisch legen.

Weitere Runden

Haben alle ihre drei Karten gespielt, gibt der Geber jedem 3 neue Karten – auf den Tisch kommt nichts mehr. So geht es weiter, bis der Stapel aufgebraucht ist (zu zweit 6-mal, zu dritt 4-mal, zu viert 3-mal).

Ende einer Runde

Ist die letzte Karte gespielt, bekommt die Karten, die noch auf dem Tisch liegen, wer zuletzt gestochen hat. Das zählt nicht als Escoba.

Abrechnung

Jeder Spieler bzw. jede Partei zählt den eigenen Stapel. Es gibt vier Punkte zu holen, dazu die Escobas:

Wofür Punkte
Meiste Karten 1
Meiste Karo 1
Die 7♦ 1
Beste Setenta (Siebenen) 1
Jede Escoba 1

Bei Gleichstand bei den Karten (z. B. 20 : 20), den Karo (5 : 5) oder der Setenta bekommt niemand den Punkt.

Setenta: Nimm von jeder Farbe deine beste gestochene Karte. Die Rangfolge ist 7 (am besten), 6, A, 5, 4, 3, 2 und zuletzt die Bildkarten. Vergleich deine vier Karten mit denen der Gegner, beste gegen beste: Meist gewinnt, wer mehr Siebenen hat. Sind die Siebenen gleich, entscheiden die nächstbesten Karten und so weiter.

Beispiel: Annas beste Karten sind 7♠ 7♥ 6♦ 5♣, Bens 7♦ 7♣ A♠ A♥. Beide haben zwei Siebenen, aber Annas 6 schlägt Bens Ass – Anna bekommt die Setenta.

Beispielrunde: Anna hat 23 Karten, 4 Karo, die Setenta und zwei Escobas: 1 + 1 + 2 = 4 Punkte. Ben hat 6 Karo und die 7♦: 2 Punkte.

Partieende

Spielt Runden, bis jemand 21 Punkte hat; das Geben wandert jede Runde nach rechts weiter. Kommen beide Seiten in derselben Runde über 21, gewinnt die höhere Punktzahl; bei Gleichstand wird noch eine Runde gespielt.

Tipps für Einsteiger

  • Mach es dem Gegner schwer. Lass möglichst keine Tischkarten liegen, die zusammen 5 bis 14 ergeben – sonst räumt er sie vielleicht mit einer Karte ab.
  • Keine hohe Karte auf den leeren Tisch. Eine 5 oder höher lädt zur Escoba ein – der Nächste braucht nur die Karte, die 15 ergibt.
  • Jag die 7♦. Sie ist allein schon einen Punkt wert und hilft bei Karten, Karo und Setenta. Danach sind die anderen Siebenen und Sechsen dran.
  • Rechne mit. Alle 40 Karten ergeben zusammen 220 – am Ende bleiben deshalb immer 10, 25, 40 oder 55 auf dem Tisch.

Varianten

Alles optional – vorher absprechen.

  • Nur Siebenen: Nach den Regeln des spanischen Kartenherstellers Fournier bekommt den Setenta-Punkt einfach, wer die meisten Siebenen hat; zwei zu zwei ist Gleichstand.
  • Alte Setenta (Primiera): Wie bei Scopa zählst du die beste Karte jeder Farbe zusammen: 7 = 21, 6 = 18, A = 16, 5 = 15, 4 = 14, 3 = 13, 2 = 12, B D K = 10. Dafür brauchst du alle vier Farben.
  • Große Siege: 30 oder mehr Karten, während die Gegner unter 10 haben, zählen 2 Punkte statt 1; alle 10 Karo zählen 2 statt 1; alle vier Siebenen zählen 3 statt 2 für Setenta und 7♦.
  • Kürzere Partie: bis 15 – laut spanischer Wikipedia das übliche Ziel.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Fischspiel (Karten aus einer offenen Auslage stechen)
  • Herkunft: Spanien, abgeleitet von der italienischen Scopa a quindici; beliebt in Spanien und Lateinamerika
  • Auch bekannt als: Escoba del 15, Escoba de quince; Escova oder Escopa (Brasilien, Portugal)
  • Ähnliche Spiele: Scopa, Scopa a quindici, Chorizo, Báciga, Cirulla, Casino

Escoba heißt auf Spanisch „Besen“ – wie beim italienischen Vorbild Scopa ist das Spiel nach dem Abräumen benannt, bei dem jemand den Tisch auf einen Schlag leerfegt. Laut spanischer Wikipedia ist Scopa eine Familie italienischer Spiele, die im ganzen westlichen Mittelmeerraum und in Lateinamerika verbreitet ist; in Spanien, Portugal und Lateinamerika kennt man sie fast nur als Escoba del quince, die von der italienischen Scopa a quindici abstammt. Statt Karten mit gleichem Wert zu nehmen wie bei Scopa, sticht man immer Karten, die zusammen mit der gespielten Karte 15 ergeben.

Laut pagat.com ist Escoba in Spanien, Argentinien, Uruguay, Chile und Paraguay beliebt. In Uruguay gibt es eigene Verwandte, Chorizo und Báciga, mit zusätzlichen Wertungen, und im brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul spielt man laut englischer Wikipedia eine Fassung namens Escova bis 31. Die Wertung ist von Ort zu Ort verschieden. Der Setenta-Punkt stammt von der italienischen Primiera, die wiederum nach dem alten Setzspiel Primero benannt ist; laut pagat.com haben spanische Spieler sie auf verschiedene Weise vereinfacht, und die heute von Fournier veröffentlichten Regeln zählen nur noch die Siebenen.

Traditionell spielt man mit dem spanischen Blatt zu 40 Karten in den Farben Münzen, Becher, Schwerter und Stäbe (oros, copas, espadas, bastos). Die Münz-7 – siete de velo oder guindis – übernimmt die Rolle des Settebello aus der Scopa. Die Bildkarten Sota (Bube), Caballo (Reiter) und Rey (König) tragen die Zahlen 10, 11 und 12, zählen aber nur 8, 9 und 10 – für Neulinge laut pagat.com sehr verwirrend. Mit einem 52er-Blatt steht Karo für Münzen, und Bube, Dame und König ersetzen die drei Bildkarten.

Quellen